Beiträge von pia

Theorie und mehr im Mai

Da unsere Termine-Seite sich inzwischen eher auf regelmäßige Events spezialisiert hat, gibt es jetzt mal wieder hier ein paar queere und feministische Veranstaltungstipps für das kommende Wochenende und danach:

Zum vierten Mal startet dieses Jahr vom 9. bis 12. Mai das GenderCamp in Hüll bei Hamburg, ein BarCamp rund um Feminismus, Queer, Gender und Netzkultur.

In Hamburg selbst geht es am Freitagabend (10.5.) beim „Aufstand aus der Küche“ mit Silvia Federici um Reproduktionsarbeit aus feministisch-marxistischer Perspektive:

veranstaltungsflyer, für textversion bitte klicken

Am selben Wochenende findet vom 10.-12. Mai in Bonn das Queer*Fem_fest – Kritische Tage zu den Geschlechterverhältnissen mit einem spannenden Programm statt.

In Weimar gibt es 16.05. bis zum 01.06. die Veranstaltungsreihe zum Internationalen Tag gegen Homophobie – idaho. Dabei wird es unter anderem Filme, Vorträge, Diskussionen, Workshops, Büchertische und Live Musik geben.

In Berlin schließlich hat das Missy Magazin für den 20. Mai unter dem Titel “ There is more to sexism than meets the eye“ mit Angela McRobbie, Nana Adusei-Poku, Anne Wizorek, Jasmin Mittag, Sookee und Margarita Tsomou eine illustre Runde zusammengestellt.

Aufbruch und Wegbegleitung

Auf der Seite unterstuetzer_inneninfo finden sich die beiden neuen Hefte „Aufbruch – Informationen für Betroffene von sexualisierter Gewalt“ und „Wegbegleitung – Informationen zur Unterstützung von Betroffenen von sexualisierter Gewalt“ kostenfrei zum downloaden.

Kritische Tage zum herrschenden Geschlechterverhältnis

Uns erreichte folgender interessanter Veranstaltungshinweis:

Vom 30.11.2012 -02.12-2012 findet in Hannover nun zum zweiten Mal der Kongress »Kritische Tage zum herrschenden Geschlechterverhältnis« statt.

Dort wird sich gemeinsam- praktisch wie theoretisch – auf die Spuren der herrschenden Geschlechterverhältnisse begeben und sie kritisiert. Außerdem sollen ihre Verschränkungen und Koppelungen mit anderen Herrschaftsmechanismen herausgearbeitet werden.

In verschiedenen Veranstaltungen wird sich zum einen die Entstehung von queeren, feministisch-materialistischen sowie differenzfeministischen Ansätzen angeschaut, versucht diese zu verstehen und sie zusammenzudenken. Dabei entstehen im besten Fall Spannungen, die zu Bereicherungen in Analysen und Praxen führen.

Zum anderen wird in einigen Veranstaltungen und Workshops versucht, diese Analyse auf die Praxis zu übertragen und auf verschiedene Art und Weise anzuwenden. Hierbei soll auch die selbstkritische Analyse der eigenen Verstrickung in gesellschaftliche Machtverhältnisse, sowie unsere individuelle Selbst- und Fremdwahrnehmung als politisch Handelnde, einen Raum bekommen.

mehr Infos unter: http://kritischetage.blogsport.de/

happy birthday mädchenmannschaft!

meme mit lenincat, text lautet: alphagirls started blog - cool people made powerful feminist site out of it
das mädchenblog gratuliert der mädchenmannschaft zum fünfjährigen bestehen und weist noch mal darauf hin, dass am kommenden samstag den ganzen tag über eine riesen-feierei in der werkstatt der kulturen in berlin stattfinden wird. viel spaß wünschen wir, und macht weiter so!

Fachtagung „… nicht so greifbar und doch real“

Wir berichteten bereits über die Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland von LesMigraS. Im Rahmen einer Fachtagung am 21. September 2012 in Berlin werden nun die Ergebnisse vorgestellt und mit Vertreter_innen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und NGOs sowie den Teilnehmer_innen diskutiert.

aus aktuellem anlass: free pussy riot!


dick und vegan

ein mensch hat einen persönlichen offenen brief gegen das dicken-bashing in veganen facebook-kreisen geschrieben. sehr lesenswert auch die am ende verlinkten weiteren beiträge.

femgeeks online

Mit Spannung erwartet: Endlich rrrebootet femgeeks – „ein deutschsprachiges Gemeinschaftsblog zu feministischen Geekthemen und geekigem Feminismus“. Yippieh!

photoshop-girls im visier

Seit heute läuft im Netz die „Keep it real Challenge“: mittels Twitter-Botschaften (#KeepItReal), Blogbeiträgen und Instagram-Bildern sollen – bisher vor allem US-amerikanische – (Mädchen- und Frauen-)Magazine massiv dazu aufgefordert werden, pro Ausgabe mindestens ein digital unbearbeitetes Foto abzudrucken, um die auf gefakten Bildern basierenden Schönheitsideale und den daraus resultierenden Druck auf junge Mädchen (und andere) etwas einzudämmen. Unterstützt werden soll damit auch die entsprechende Petition der 14-jährigen Julia Bluhm, „Give Girls Images of Real Girls!“.

Laut der KeepItReal-Kampagne haben 80 Prozent aller 10-jährigen Mädchen in den USA bereits mit Diäten experimentiert. Vanesa von Feministing kommentiert dazu:

The industry’s message that cis, white, thin and able-bodied women continue to be the “ideal” is a direct contribution to the dissolution of girls’ and women’s self worth, and it can’t be ignored anymore. And they hold the power to change it, but we need to hold them to it.

Bei den Photoshop-Techniken geht es nicht nur darum, die Models noch dünner, ihre Brüste noch runder und ihre Haut noch reiner darzustellen, sondern die vermeintliche Attraktivität wird auch durch („natürliches“ oder gephotoshoptes) Weißsein dargestellt. Das Video von dem Projekt Sisters Action Media stellt hier die Bildersprache des „Seventeen Magazine“ in Frage, welches sich selbst darauf beruft, „reale, authentische“ Mädchen und Diversity abzubilden:


Internet vs. sexistische Kackscheiße

Hier entsteht ein Frauenbild, nach dem Frauen sich über ihre Männer definieren, keine eigenen Interessen oder Aufgaben im Leben und kein eigenes Geld haben.

Anatol Stefanowitsch über die neue Liebesbrief-Partnercard-Kampagne der Lufthansa. Antje Schrupp berichtet über die Reaktionen, die nach einem Tag bereits zur Einstellung der Kampagne führten.

Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen

LesMigraS hat erste Ergebnisse der bisher umfangreichsten Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen/bisexuellen Frauen und Trans* vorgestellt. Aus der Pressemitteilung:

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist die relativ hohe Wahrnehmung an Diskriminierungen in den Bereichen Bildung und Arbeit. Etwa ein Drittel der Befragten gibt an, mindestens einmal am Arbeitsplatz gemobbt worden zu sein. Weiterhin geben 72,6% der Studienteilnehmer_innen an, dass ihre Leistungen im Bildungsbereich aufgrund ihrer lesbischen/bisexuellen Lebensweise vergleichsweise schlechter bewertet wurden. „Die überwältigende Mehrheit hält es nach wie vor für notwendig, dass im Bildungsbereich mehr über vielfältige sexuelle Lebenseinen Auszugweisen aufgeklärt werden sollte“ sagte Saideh Saadat-Lendle, Projektleiterin von LesMigraS.

Interessant sind auch die Ergebnisse, die bezüglich Diskriminierungen im Bereich Ämter und Behörden sowie im Gesundheitswesen gemacht wurden. So geben mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer_innen an, dass sich ihre lesbische oder bisexuelle Lebensweise negativ auf ihre Chancen auswirkt, von der Polizei geschützt zu werden. Des Weiteren haben etwa 20% respektlose Behandlung durch medizinisches Fachpersonal erfahren.

Eine relativ hohe Anzahl der Befragten hat den Bereich des Fragebogens ausgefüllt, der sich ausdrücklich an Trans* richtete. Die bisherige Auswertung zeigt hier, dass vornehmlich Diskriminierungserfahrungen bei Ärzt_innen und Ämtern gemacht wurden und damit strukturelle Diskriminierung deutlich wahrgenommen wird.

einen Auszug
Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist unter anderem auch die Erkenntnis, dass die scheinbare Nichtübereinstimmung des Ausdrucks einer Person (Kleidung, Gestik etc.) mit der gesellschaftlichen Vorstellung einer Frau oder eines Mannes in vielen Fällen als problematisch erfahren wird. „Diskriminierungen und Gewalt aufgrund von Abweichungen von normativen männlichen oder weiblichen Geschlechterrollen stellen uns weiterhin vor Herausforderungen, mit denen wir uns in der Beratungsarbeit konfrontiert sehen“, so Claudia Apfelbacher, Geschäftsführerin der Lesbenberatung Berlin. Auch Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sieht darin eine der zentralen Herausforderungen.

„Es ist die vermeintliche gesellschaftliche Vorstellung von Norm oder Normalität, die viele Menschen ausgrenzt“, sagte Lüders. Sexismus und Rassismus gehörten dabei zu den nach wie vor stärksten Ausgrenzungsmechanismen.

Sehr aufschlussreich sind auch erste Ergebnisse zum Thema Mehrfachdiskriminierung. Von denjenigen Teilnehmer_innen, die mehrfachzugehörig sind, geben 78,2% an, aufgrund von Mehrfachzugehörigkeiten in der Öffentlichkeit mindestens einmal diskriminiert worden zu sein. Mehr als die Hälfte von ihnen empfindet es als schwer, sich zu wehren, weil oft unklar ist, um welche Art der Diskriminierung es sich jeweils handelt, beispielsweise durch eine Beschimpfung wie „Sprich gefälligst Deutsch, du scheiß Lesbe“.

#ichhabnichtangezeigt

Noch bis zum 15. Juni sammelt die Kampagne #ichhabnichtangezeigt (Triggerwarnung) Statements von Opfern von Vergewaltigung und sexueller Nötigung darüber, warum sie nicht angezeigt haben. Die gesammelten Posts sollen danach Staatsanwaltschaft und Polizei übergeben werden.

Alltagsantworten auf sexistische Sprüche

Drei Menschen, die keine Lust auf sexistische Sprüche haben, haben sich schlagfertige Antworten ausgedacht. Die gibt es als kleine Kärtchen zum Verteilen.
Alltagsalternativen
(auch bei Facebook) informieren über Sexismus und stellen die Sprüchekärtchen runterladen bereit.
ich als mensch (auch bei Facebook)

Online-Petition gegen sexistische Werbung

flyer petition gegen sexistische werbungDer Leipziger Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen und Mädchen hat eine Online-Petition gegen sexistische Werbung in Leipzig ins Leben gerufen. Sie fordern:

Keine Plakate oder sonstige Werbeanzeigen mit sexistischen Darstellungen im öffentlichen Raum der Stadt Leipzig und in Publikationen / Veröffentlichungen der Stadt Leipzig sowie ihrer Eigenbetriebe!

Unterzeichen können nicht nur Leipziger_innen – und vielleicht ist es ja auch eine gute Idee für andere Städte!

Frauenhaus in Lübeck geschlossen

Keine Zuflucht: Terre des Femmes protestiert mit offenem Brief gegen Frauenhausschließung und Sparmaßnahmen bei den Maßnahmen gegen Häusliche Gewalt in Schleswig Holstein.