Beiträge von querelle

Leseempfehlung

Leseempfehlung: Aufsatz von Martha Mamozai „Frauen und Kolonialismus – Eine weibliche Variante des ‚Herrenmenschentums‘“

Care-Work in der Femina Politica

Rezension von:
FEMINA POLITICA
Heft 1/2013 (ISSN: 1433-6359)
Link zur Zeitschrift

Die „Femina Politica – Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft“ ist seit mehr als zwei Jahrzehnten eine verlässliche Größe in Bezug auf aktuelle Debatten. Kapitalismuskritik und Postkoloniale Theorie spielen von Anfang an zentrale Rollen. Mit dem aktuellen Heft – 1/2013 – liegt eine weitere Ausgabe mit ökonomischem Schwerpunkt vor. Daneben finden in den Rubriken „Forum“ und „Tagespolitik“ Beiträge zu aktuellen Debatten und politischem Aktivismus Platz. In dieser Ausgabe werden so unter anderem die „deutsche Beschneidungsdebatte“, das Streiten der österreichischen Flüchtlinge und die Position der Minenarbeiterinnen bei den Streiks in Südafrika diskutiert. Aktuelle „Kurznachrichten“ mit Konferenzeinladungen sowie „Rezensionen“ runden den Band ab. (mehr…)

Wann ist eine Demokratie eine Demokratie? – aktuelle Kämpfe gegen Rassismus und zu queer-feministischen Debatten. Eine Rezension

Duygu Gürsel, Zülfukar Çetin & Allmende e.V. (Hg.)
Wer Macht Demo_kratie? Kritische Beiträge zu Migration und Machtverhältnissen
edition assemblage, 256 Seiten, 16.80 Euro, ISBN 978-3-942885-34-8
Infos zum Buch: Verlagsseite

„Wer MACHT Demo_kratie?“ ist soeben im Verlag Edition Assemblage erschienen. Der von Duygu Gürsel, Zülfukar Çetin und dem Allmende e.V. herausgegebene Band, leistet vieles – insbesondere schafft er es, Aktivismus und theoretische Reflexion miteinander zu verbinden. Das zeigt sich thematisch und in der Wahl der Beitragenden: So kommen angesehene Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen gleichermaßen und gleichberechtigt zu Wort.

Wer macht Demokratie? Ist aktuell in der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Frage. Ist noch von Demokratie zu sprechen, wenn große Teile der erwachsenen Bevölkerung zwar in den Städten und Bundesländern leben und somit guter oder schlechter Politik unterworfen sind, aber selbst nicht wählen dürfen? Warum dürfen nicht einfach alle die Menschen, die an einem Ort leben, auch gleichberechtigt politisch und gesellschaftlich gestalten? Derzeit dürfen viele Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland nicht wählen – viele Menschen mit Migrationshintergrund. Noch krasser ist die Situation von Flüchtlingen, denen massive Gewalt und oft furchtbare Lebensbedingungen in Lagern zugemutet werden, ihnen aber von der bundesdeutschen Gesellschaft die Möglichkeiten genommen werden, dagegen zu kämpfen.

Es geht also um MACHT, nicht allein Macht von Institutionen, die, wie das deutsche Staatsangehörigenrecht, noch auf die deutsche Kaiserzeit zurückgehen. Es geht um weiße Vormacht, um Ausschluss und partiellen Einschluss. Es geht um Rassismus.

Der insgesamt 17 Beiträge enthaltende Sammelband ist in sechs Teile untergliedert, in denen einerseits rassistische Verhältnisse analysiert werden. Gerade die Teile „Queer und Gender“, „Flüchtlingspolitik“ ziehen Verbindungen zu aktuellen Kämpfen und Querverbindungen zu queer-feministischem Streiten. Fünf Beiträge sind in englischer Sprache – auch sie sind gut verständlich. (mehr…)

Veranstaltung Jena:

FEMALE SCIENTISTS IN INDUSTRIAL RESEARCH – Jena, 14. und 15. März 2013 – Infos/Ablauf (pdf-Datei)

„Das Problem heißt Rassismus“

Koray Yılmaz-Günay erläutert Rassismus in der Bundesrepublik und dass er nicht nur ein Problem der Neonazis ist: „Der Rassismus der einen steht mit dem Rassismus der anderen in Verbindung. Ich denke in diesen Tagen oft zurück an den sogenannten Asylkompromiß. Ist es nicht legitim zu sagen, daß vor ziemlich genau 20 Jahren eine ganz breite Front von durchschnittlicher Bevölkerung, Neonazis und Politik einander in die Hände gespielt haben? Die Pogrome mit Würstchenstand wurden mit der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl belohnt.“ Ganzes Interview

Rezension: Ein Reader „Gender Studies“ für Bachelor und Master

Franziska Bergmann, Franziska Schößler, Bettina Schreck (Hg.): Gender Studies. (Transcript Verlag, Mai 2012, 320 S., 24,80 €, ISBN 978-3-8376-1432-9)

Cover Buch Gender Studies

Der von Franziska Bergmann, Franziska Schößler und Bettina Schreck herausgegebene Band „Gender Studies“ – erschienen in der Einführungsreihe Basis-Scripte – wartet mit einer sehr guten Textauswahl auf, die einen guten Einstieg in das mittlerweile breit aufgefächerte Gebiet der Geschlechterforschung ermöglicht. Einige Texte liegen nun erstmals in einer deutschen Übersetzung vor. (mehr…)

„Wir Frauen – Das feministische Blatt“

„Wir Frauen“ kommt in diesem Frühjahr mit einer äußerst spannenden Ausgabe daher. Schwerpunkt ist Publizistik – und dieser wird gründlich entwickelt. Aber die schöne Randbemerkung zuerst: Allein schon durch die kleinen Leseempfehlungen der einzelnen Redakteurinnen ergibt sich ein wunderbarer Blick über die feministische Medienlandschaft, von Das Argument über Die Krake bis hin zur Schlangenbrut. Gründlich angegangen wird das Thema aber auch deshalb, weil in kurzweiligen Artikeln ein Überblick über die Anfänge der Frauen-Zeitschriften in Deutschland, über die von Clara Zetkin geprägte „Die Gleichheit“ bis hin zu den aktuellen Medien und der Unterrepräsentierung von Frauen dort gegeben wird. Auch Hedwig Dohms zeitloses Werk „Die Antifeministen“, das nach wie vor begeistert, wird gewürdigt, immerhin jährt sich die Veröffentlichung zum 110. Mal. Hier ist es übrigens online. Aber auch Frauen im Widerstand während der Nazi-Herrschaft werden thematisiert – lesenswert, weil sie all zu oft vernachlässigt wurden und die als weiblich eingeordenten Widerstandsformen nicht selten verniedlicht wurden und vernachlässigt wurde, dass diese Frauen ihr Leben riskierten. Ich bin von der aktuellen Ausgabe begeistert und empfehle daher hier die Lektüre.

Rezi: „Rassismus in der Leistungsgesellschaft“ oder: …die erfolgreiche junge Frau (und der erfolgreiche junge Mann) als Maß.

Nach dem ersten Aufschrei nach dem Herauskommen des rassistischen Buches von Sarrazin sind die Debatten mittlerweile wieder leiser geworden. Nichts mehr davon hören zu müssen erscheint gut, aber das Problem bleibt virulent, verstärkt sich und kommt möglicherweise in immer krasseren Schüben.

Das zeigen einige Publikationen, die herausarbeiten, dass der Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft kommt und weit verbreitet ist. Nicht zuletzt geht das aus den Studien der Bielefelder_innen zum Syndrom gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hervor. Eine gute Bestandsaufnahme leistet nun auch der von Sebastian Friedrich herausgegebene Sammelband „Rassismus in der Leistungsgesellschaft“.

Der Band präsentiert das Problem des in der Bundesrepublik verbreiteten Rassismus komplex und zeigt auf, dass es sich keineswegs nur um ein Überbleibsel der Nazi-Zeit handelt, sondern dass der Rassismus neben alten auf ganz neuen Füßen zu stehen beginnt. So zeigen sich selbst in sich als emanzipatorisch ausweisenden Diskursen Problematisierungen von Migration, die den dominanten Diskursstrang fortsetzen. Es wird versucht, die Stigmatisierung von Migrant_innen zurückzuweisen, indem auf Menschen mit Migrationshintergrund verwiesen wird, die ganz dem Klischee bürgerlicher Kleinfamilie entsprechen. Erfolgreich im Job, am besten Mitglied in einem Verein, ein Häuschen, eins, zwei Kinder… Paradox. (mehr…)

Feministische Sprache

„Was würden Sie sagen? Sind das Zuschauer? Oder Zuschauer und Zuschauerinnen? Oder gar Zuschauerinnen?“ Weiter bei Die.Standard. Auch zu empfehlen: „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise Pusch.

PIRATEN und Gender

„Wollen die Piraten nicht an den ein­samen Ufern militanter Männerrechtler stranden, werden sie ihr Schifflein irgendwann in den Gender-Mainstream steuern müssen.“ Lesenswerter Beitrag beim FREITAG.