Beiträge von sie

niemand ist sicher

gestern ist er auch mir begegnet. der sexismus. ich muss hier einfach darüber schreiben, weil ich mir diesmal sicher bin, dass es hierher gehört und weil ich einfach noch nich weiß, wie ich damit umgehen soll.
es gibt da einen typen, den ich zwei mal getroffen habe. ich fand ihn nett. es war lustig mit ihm. es waren keine besonderen gefühle von meiner seite aus im spiel, aber ich konnte mir durchaus vorstellen mal mit ihm zu schlafen. gestern hat er dann bei mir übernachtet. zuerst war es nett. wir haben ferngesehen und pizza gegessen. wir waren beide müde. haben das licht ausgemacht um zu schlafen. doch dann hat er angefangen mir fragen über meine sexualität zu stellen. anfangs waren sie noch ok. ich hab ihm gesagt, dass ich noch nie mit einem mann geschlafen habe, mit einer frau schon, dass ich es aber gern versuchen möchte. ich möchte es aber langsam angehen und wenn es nich geht und ich sage, dass er aufhören soll, soll er auch aufhören. er war einverstanden. schnell habe ich gemerkt, dass es nich gehen wird mit ihm. zuerst war es nur er, die art wie er küsst und sein geruch. dann war es seine grobheit. er mich nach unten gedrückt und er war ziemlich schnell bereit für den nächsten schritt und hat mir dabei sehr weh getan. ich hab ihm dreimal sagen müssen, dass er aufhören soll, bevor er es schließlich getan hat. danach hat er versucht sich zu rechtfertigen. er hätte ja nich gewusst, dass ich noch jungfrau bin, man könne sich ja schließlich auch selbst entjungern bzw. wenn man mit einer frau schläft. außerdem würde ich durch meine art nich den eindruck machen. frauen, die ein bisschen besser aussehen haben sich quasi damit abzufinden, dass sie auf der straße angefasst werden und auf mich bezogen habe ich doch selber schuld, wenn ich nich jungfräulich wirke. ich müsste mich daran gewöhnen, dass es bei männern schneller geht. es blieb aber nich bei rechtfertigungen. er war noch der meinung mich fragen zu müssen, ob ich ihm jetzt nich anderweitig zur hand gehen könne. schließlich ist das bei männern ja nich so einfach. ich habe nichts dergleichen getan. ich habe meine sachen genommen und die nacht bei meiner mitbewohnerin verbracht, die ihn heute morgen freundlicherweise für mich rausgeworfen hat. danach hat er mir eine sms geschrieben. er fand es nich sehr gastfreundlich von mir, dass er von meiner mitbewohnerin rausgeworfen worden ist. nachdem ich ihm geschrieben hatte, dass ich ihn nich wiedersehen will, weil ich das vergessen will. danach kam eine weitere nachricht von ihm. es sei doch nichts passiert und er hätte mich zu nichts gezwungen. das trifft wohl auf den anfang zu, aber wenn ich sage, hör auf heißt das für mich hör auf. ich habe die ganze nacht geweint, mich geschämt, schmutzig und schuldig gefühlt, nich geschlafen. ich habe schmerzen und weiß nich, was ich fühlen soll. ich hätte nie gedacht, dass mir sowas passieren könnte, aber jetzt ist mir klar, dass niemand sicher ist. ich weiß nich, ob es ok ist, wenn ich hier einen beitrag schreibe, der sich irgendwie nur auf mich bezieht, obwohl er das eigentlich ja nich tut, weil das wahrscheinlich ein beispiel für etwas ist, was vielen frauen begegnet. ich wusste nur einfach nich wohin mit meinen gedanken und ich würde gern hier darüber reden, weil es irgendwie im moment noch leichter ist das anonym zu tun.

missverständnisse

ich möchte gern mal die von mir ausgelöste diskussion zum thema selbstzweifel beenden, denn irgendwie ist die sehr weit vom thema abgeschwiffen. ich werfe mal was neues in die runde und vermeide diesmal den appell zum zerfleischen, vielleicht bleibt das ganze dann irgendwie im rahmen.
mit dem letzten beitrag kann ich aber auch sehr gut zu diesem überleiten. denn wie es meine überschrift verrät, geht es um missverständnisse. zu solchen kommt es einfach viel zu schnell. beim schreiben des letzten beitrages hatte ich z.b. meine vorstellungen im kopf und mich darauf in meinem beitrag bezogen. das der lesende ja aber nich weiß, was einem so für gedanken im kopf herum gehen, wird einem erst klar, wenn man kritisiert wird und ganz schnell ist ein missverständnis entstanden, weil man vielleicht genau dasselbe in seinem kopf hatte, was der kritikausübende äußert.
im allgemeinen gehören missverständnisse zu den dingen, die ich am meisten hasse. leider kommen sie sehr häufig vor bei mir, weil sich einfach zu viele sachen in meinem kopf abspielen bevor ich handle. ich versuche verhaltensweisen und gesagtes von menschen zu interpretieren und das richtige zu tun, statt das zu tun, was ich wirklich will, was meine bedürfnisse von mir fordern. das führt dann einfach oft zu missverständnissen, weil meine bedürfniserfüllung meistens der richtigere weg gewesen wäre als die interpretationsversuche. danach hab ich dann tagelang ein schlechtes gewissen und ärgere mich über mich selbst. dass ich wieder auf meinen zu viel denkenden kopf gehört habe und es wieder zu einem missverständnis kommen konnte.
ganz schrecklich finde ich es auch, wenn menschen nich über sachen reden. wenn sich jeder nur denkt, was der andere fühlen und denken könnte, was er braucht und was er will. dann rutscht man wieder ab in interpretationen und spekulationen und ein neues missverständnis wart geboren. das ist fast genauso schlimm, wie wenn man sachen von anderen hört und sich daraus irgendeine meinung zusammenspinnt. auch das ist quasi eine der hauptquellen von missverständnissen. irgendwie sind sie doch überall.
ich könnte jetzt hier stundenlang weiter über missverständnisse schreiben, ein lied darüber singen, einen tanz aufführen, was auch immer. tausend beispiele würden mir einfallen. mach ich aber nich, denn was ich sagen wollte, hab ich gesagt: missverständnisse sind überflüssig und erschweren einem das leben nur noch zusätzlich. ich möchte auch wirklich viel lieber wissen, wie eure begegnungen mit dem großen bösen m-wort so waren und dann ein bisschen darüber diskutieren. also doch bisschen zerfleischen.

das leben stinkt

ich bin noch immer unsicher, was hierher gehört, was ich schreiben kann. deswegen schreib ich einfach mal so drauf los. kann ja nachher noch zerfleischt werden.
in den letzten tagen bin ich in verschiedenster weise auf menschen getroffen, die in selbstmitleid zerfließen, sowohl männlich als auch weiblich. ich will nich sagen, dass es bei männern schlimmer ist als bei frauen. nein, das ist beides schlimm. wenn menschen an einem eigentlich sehr netten abend, einfach nur dasitzen, stöhnen, nur noch in erinnerungen leben und an nichts mehr spaß haben bzw. wenn menschen auf einer webseite bis ins kleinste detail aufschreiben müssen an wievielen krankheiten sie leiden und wie scheiße das leben doch ist, finde ich das einfach nur erbärmlich. das mag krass klingen, aber ich mein das tatsächlich so wie ich das hier schreibe. ich sag jetzt einfach mal so, ohne so klingen zu wollen wie der mensch mit der leidens- webseite, dass ich eine essstörung habe, bulimie um genau zu sein. auch das hat man ja nich einfach so ohne nun ja, nennen wir es mal begleiterscheinungen, die ich nich aufzählen will. ebenso wie man das nich einfach so bekommt, weil man stress hat oder weil man neidisch auf die dünnen mädchen im fernsehen ist (jaja, unglaublich, das bin ich alles schon gefragt worden). dafür gibt es durchaus tiefschürferende gründe, doch auch die will ich nich aufzählen. nich an dieser stelle, das gehört alles nich direkt zu diesem beitrag. was ich sagen will, ist, dass man lernen muss, sich an den kleinen dingen zu freuen. morgens aufwachen, die katze streicheln, spazieren gehen, lachen mit einem netten menschen, einfach kleine augenblicke in sich aufnehmen und das gefühl spüren. das gefühl, zu leben. das leben ist nämlich nich gänzlich scheiße und das leben ist auch nich schuld, wenn es den menschen scheiße geht. wenn man sich aber täglich einredet, dass dem so ist und sich dann darin suhlt. wenn man schöne momente nich mehr erkennt hinter seiner dicken schwarzen wolke, dann ist man selbst schuld. ich kann lachen und ich kann dinge genießen. ich weiß, was spaß ist und ich erfreue mich an kleinigkeiten und an den menschen, die bei mir sind. leben ist das, was man daraus macht und deswegen kann man auch mit einer krankheit glücksmomente erleben. wenn man natürlich nur wie gollum in seiner kleinen schwarzen höhle sitzt und wartet, dass wieder nichts passiert, kann das leben nur scheiße sein. das ist dann aber die schuld der menschen selbst und ist wirklich einfach nur erbärmlich.

ein kleiner zusatz:
ich bin darauf hingewiesen worden, dass einige aspekte in meinem beitrag falsch verstanden werden könnten. ich wollte damit nich sagen, dass bulimie, depressionen oder andere krankheiten mit nem spaziergang oder anderen kleinigkeiten besser gemacht werden können. sie können lediglich erträglicher gemacht werden. man soll sich keineswegs mit seiner krankheit arrangieren, sondern muss neben den erfreulichen kleinigkeiten auch was gegen seine krankheit tun. nur so kann man die kleinen und die großen sachen irgendwann wieder vollkommen genießen. auch ich weiß, dass es nich ausreicht drei mal die katze zu streicheln und ein paar nette abend mit freunden zu verbringen um meine krankheit loszuwerden.
in meinem beitrag wollte ich auch viel eher auf menschen anspielen, die nich krank sind, mein kranksein war eher als vergleich gemeint. zum beispiel menschen, die in erinnerungen festhängen und einem menschen die schuld für alles geben, was ihnen passiert. menschen, denen es im grunde gut geht, sich aber dennoch in einem loch verkriechen und das leben scheiße finden. ich denke, dass diese menschen durch das erfreuen an kleinigkeiten einfach wieder merken könnten, dass das leben den menschen viel geben kann und darauf kann man aufbauen. es macht mich einfach irgendwie wütend, wenn ich solche menschen jammern höre. am liebsten würde ich ihnen sagen, öffne deine augen, sieh, was um dich herum passiert und sie, wie gut es dir gehen könnte, wenn du endlich aufhörst dich selbstzubemitleiden wegen nichts.