Frisch online und noch closed Beta: Hatr.org ist jetzt am Start! Die Idee zu Hatr.org kam auf dem GenderCamp’10 auf, als es um die Frage ging, ob mensch sich den ganzen sexistischen Dreck, der auf feministischen Blogs so landet, nicht irgendwie zu eigen machen könnte. Die Idee war, das Best of dieser Troll-Kommentare auf einer Plattform zu veröffentlichen, und dort Werbung, Flattr, Affiliate Shops, etc. zu schalten. Das Geld, das dabei rauskommt, wird dann für coole Projekte gespendet. Dank der Tatkraft einer tollen Gruppe könnt Ihr also ab jetzt auf Hatr.org alles Erdenkliche und vor allen Dingen Unerdenkliche an sexistischen Trolligkeiten lesen. Aber denkt an Euren Blutdruck!
Beiträge von sv

Abonnent_innen dürften sie schon in ihrem Briefkasten gefunden haben – alle anderen müssen wohl morgen, also Montag, zum Kiosk stiefeln und sich die neue Ausgabe des Missy Magazines kaufen. Dieses Mal mit einem langen Interview mit Christiane Rösinger, ein Dossier über das Mensch-Tier-Verhältnis und dem gewohnten Mix aus DIY, Sex, Mode, Politik und Edutainment. Das Inhaltsverzeichnis könnt Ihr hier durchstöbern.

Sind queere Rollenmodelle in der Lage, im Medium der Popkultur eine Kritik an sexueller Normalisierung zu formulieren, ohne gleichzeitig den Anspruch auf Veränderung aufzugeben? Um diese Frage wird sich das Festival „Body Language. What’s Queer About Queer Pop“ ab heute widmen. Als dritte Folge der Veranstaltungsreihe „Life Is Live“, welche im Hebbel am Ufer in Berlin stattfindet, versucht „Body Language“ mit Performances, Vorträgen, Diskussionsrunden, Filmen und Bands dem subversiven queeren Potential der Popmusik nachspüren. Um das Spannungsfeld zwischen queerer Dekonstruktion und platter Aneignung aufzurollen, haben die Kurator_innen Tim Stüttgen und Christoph Gurk einige namhafte Größen queerer Popkultur zusammengetrommelt, zum Beispiel Del Lagrace Volcano, die Band MEN und Pauline Boudry von Rhythm King and Her Friends.
Programm:
11. November
22.00h – HAU 1 – Eintritt frei:
Performance mit Terre Thaemlitz und Soulnessless12. November
19:30h – HAU 2:
Einführungsvortrag von Tim Stüttgen: What’s Queer About Queer Pop?
20:30h – HAU 2:
Diskussionspanel 1: Where Is Queer Pop Now?
23:00h – HAU 2:
Konzert mit MEN + Maria & The Mirrors13. November
20:00h – HAU 2:
Diskussionspanel 2: Challenging The Universal
22:30h – HAU 2:
Performancenacht mit Anat Ben-David, Crazy Bitch In A Cave, Keren Cytter With Andrew Kerton, Juba Kalamka, Mary & The Baby Cheeses
Tickets für Freitag und Samstag könnt Ihr direkt beim Hebbel-Theater vorbestellen oder an der Abendkasse kaufen.
Mehr Infos:
Alice Schwarzer hat einen offenen Brief geschrieben, um auf Kristina Schröders Feminismus-Abrechnung im Spiegel zu antworten (zu Frau Schröder siehe den vorherigen Artikel). Prinzipiell eine gute Idee von Frau Schwarzer, ABER! Was schreibt sie da bitte für einen rassistischen Mist? Sie setzt sich zwar differenziert mit Schröders sexistischen Thesen auseinander, schiebt aber am Ende des Briefes die „Schuld“ der Jungs-Probleme auf Leute mit migrantischem Hintergrund:
„‚Schuld‘ ist auch der Zuzug von Menschen aus Kulturen nach Deutschland, die eben leider nicht durch den Feminismus gegangen sind, wie die ex-sozialistischen Militärdiktaturen Osteuropas oder die muslimischen Länder. Deren Söhne geraten nun mit ihrem vormodernen, archaischen Männlichkeitsbild in unsere moderne Welt. Da liegt in der Tat reichlich Konfliktstoff und vieles im Argen.“
Wenn Frau Schröder Stammtisch 1970 ist, macht Frau Schwarzer Stammtisch 2010 auf. Hätte sie mal was über den heutigen Feminismus gelesen, hätte sie vielleicht auch was von Diversity gehört. Wer hat da jetzt welche Hausaufgaben nicht gemacht?

… sagt Antje Schrupp auf Twitter und wir stimmen applaudierend zu. Beim Lesen des heute auf Spiegel Online erschienenen Artikels „Ministerin Schröder rechnet mit Feminismus ab“ weiß man nicht so genau, woher Frau Schröder ihre Vorstellungen von „der Frauenbewegung“ hat. Und ob sie sich überhaupt schonmal damit beschäftigt hat. Und wieso sie meint, politische Statements zu etwas treffen zu müssen, von dem sie augenscheinlich null Ahnung hat.
Schröders Statement 1: Es gibt die eine Frauenbewegung – Uh, ganz falsch. Neben First Wave, Second Wave und Third Wave merken wir fast jeden Tag im Gespräch miteinander, dass es vielleicht sogar soviele feministische Strömungen und Praxen gibt, wie es Feminist_innen gibt – von der „einen Frauenbewegung“ zu sprechen erscheint total absurd.
Schröder Statement 2: Die zweite Welle des Feminismus lehnte heterosexuellen Geschlechtsverkehr ab und wollte alle zu Lesben bekehren – Frau Schröder, reden Sie doch mal mit Feminist_innen der zweiten Welle. Alice Schwarzer ist davon nämlich nicht die einzige und die meisten haben dazu auch wirklich was zu erzählen, so richtig aus dem Nähkästchen. Da gab es nämlich auch Sex, sogar zwischen Männern* und Frauen*!
Schröder Statement 3: Wenn die Quote eingeführt werden muss, hat die Politik versagt – Welche anderen Instrumente zur Herstellung von Gleichstellung von Frauen* und Männern* sie da passender findet, sagt sie nicht. Ob der fehlenden Fundierung verwundert das an dieser Stelle dann nicht.
Schröder Statement 4: Frauen sind selber Schuld, wenn sie weniger verdienen – Wenn sie einfach lieber Germanistik studieren, tja, da kann die Industrie dann auch nichts für. Dass Frauen auch im gleichen Beruf weniger verdienen als Männer, das blendet sie gekonnt aus. Wieso sie es bestimmt für unmöglich hält, junge Frauen für technische Studiengänge zu interessieren wird dann deutlich bei…
Schröders Statement 5: Jungs interessieren sich alle für Fußballgeschichte und Mädchen für Schmetterlinge und Ponys – Ich hab in meiner Kindheit auf Ponys und Schmetterlinge verzichtet und dafür mit Transformers- und Turtles-Actionfiguren gespielt. Und was ist aus mir geworden? Naja.
Das wirklich schockierenste an diesen Aussagen ist, dass Frau Schröder unsere Familienministerin ist. Welches Bild einer „Familie“ sie hier implizit zeichnet, ist wirklich verhehrend: Mann-Frau-Sohn-Tochter als ultimatives Modell im Reihenhaus mit weißem Gartenzaun, punkt. Der Sohn studiert Elektrotechnik, das Mädchen Germanistik. Ponys und Fußball up your ass. Fragt sich nur, wie wir die ganzen Homo-Ehen, Alleinerziehenden, Ledigen, Poly-Gruppen, lesbischwule Beziehungen, glücklich Unverheiratete, glücklich kinderlosen Menschen in Frau Schröders Modell reinquetschen… Vermutlich sind die dann einfach alle selber Schuld.
Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie das eigentlich gehen soll mit dem Queer-Sein und dem Kinder-Kümmern, schaut mal auf dem Blog der neuen Gruppe „Queer und Kind“ vorbei. Die Gruppe richtet sich dabei an „Menschen mit einem linken herrschaftskritischen und queeren Hintergrund, welche elternschaftliche* Beziehungen zu jungen Menschen leben möchten“. Sie soll Raum zum Diskutieren, Planen, Reflektieren, aber auch zum Aufbau von konkreten Elternschaften* sein.
Also, keinen Bock auf bürgerliche Kleinfamilie, egal ob homo oder hetero? Das klassische Familienmodell hat Dich schon immer angesaugt, weil Du mit Deinem Beziehungsmodell nicht reinpasst? Für junge Menschen Verantwortung übernehmen, aber nicht (zwangsläufig) mit der Liebesbeziehung? Dann ab zu „Queer und Kind“!
Unser aller liebstes Popkultur-für-Frauen-Hochglanz-Magazin-dass-wir-am-Kiosk-kaufen-können präsentiert sich ab der nächsten Ausgabe in einem neu konzipierten Komplettdesign. Dies ist nicht zuletzt auf dem Mist zwei neuer Köpfe im Missy-Team gewachsen: Artdirektorin Daniela Burger und Bildchefin Hedi Lusser verpassten der neuen Ausgabe den neuen Look. Auch neu im Kernteam rund um Missy ist Margarita Tsomou – es tut sich also einiges!
Zusammen mit der tollen Coverstory (ein ausführliches Interview mit M.I.A.!) sollte Euch das schon 4,90 Euro wert sein (finde ich). ![]()
Die Berlin FrauenLesbenTrans-Sexparty *be_cunt* verlässt nach zwei sexualisierten Übergriffen durch Veranstalter und Besitzer des Ficken3000 ebendiese Location (Text folgt unten). Erzählt es Euren Freund_innen weiter und boykottiert das Ficken3000! Sexualisierte Übergriffe dürfen nicht geduldet werden! Ansonsten: Kennt Ihr eine mögliche, passende Location für die *be_cunt*? Dann schreibt den Veranstalter_innen eine Mail!
Hier der offizielle Text dazu von der Veranstalter_innen:
Die FrauenLesbenTrans*-Sexparty *be_cunt* verlässt das Ficken3000 nach sexualisierten Übergriffen
In den letzten Monaten sind uns – den Veranstalter_innen von *be_cunt* – mehrere Fälle von sexualisierten Übergriffen im Ficken3000 berichtet worden. Der erste wurde von dem Organisator der „Pork“-Party begangen. Die Gespräche, die wir daraufhin auf Wunsch der Betroffenen mit ihm und dem Besitzer hatten, führten zu keinem für uns befriedigendem Ergebnis.
Zuerst entschlossen wir uns – v.a. mangels anderer Möglichkeiten – den Veranstaltungsort nicht so schnell aufzugeben und vorerst in den Räumen zu bleiben. Nach einem weiteren Vorfall, von dem uns nun berichtet wurde, hat sich die Situation jetzt jedoch geändert.Am 6. Juni wurde auf einer schwulen Sexparty im Ficken 3000 ein Besucher, der am Tresen saß, mehrmals vom Besitzer aufgefordert mit ihm Sex zu haben, was dieser ablehnte. Daraufhin drückte der Besitzer seinen Kopf runter und urinierte ihm ins Gesicht, nach einer weiteren Auseinandersetzung verprügelte er ihn mithilfe anderer vor der Tür.
Wir, die Veranstalter_innen von *be_cunt*, wollen respektvolle und einvernehmliche Sexpartys veranstalten; das ist für uns nur in Räumen möglich ist, in denen bestimmte antisexistische Mindeststandards eingehalten werden. Das ist im Ficken3000 nicht der Fall.
Dennoch ist es unser Anliegen die Party-Reihe fortzuführen, da es uns wichtig ist, feministische und antisexistische Sexpartys feiern zu können. Dazu suchen wir nun neue Räume. *Wenn ihr Ideen habt, Räume kennt o.ä. meldet euch bitte bei uns: be_cuntNOSPAM!@gmx.deNOSPAM!*
Da wir bisher noch keinen neuen Raum gefunden haben, muss die Party im Juli leider ausfallen.
Viele Grüße,
be_cunt
Auch die neue Ausgabe des Missy Magazines wartet mit tollen Specials auf, unter anderem einem tollen Artikel über Menstruationskalender für Smartphones von einer gewissen Mädchenblog-Autorin (Ihr dürft 1x raten)! Ab 17.5. könnt Ihr das Missy Magazine am Kiosk Eures Vertrauens kaufen, Abonnent_innen bekommen das Mag schon früher per Post.

Riot-Grrrl-Songs statt Oben-ohne-Shootings
Mit ihrem charmanten Indie-Pop landete Kate Nash bereits 2007 in den Charts, ohne die üblichen Musikerinnen-Klischees zu bedienen. In der neuen Ausgabe des Missy Magazine spricht sie jetzt über ihr brandaktuelles zweites Album „My Best Friend is You“, ihre Erfahrungen im Musik-Business und warum sie auf Tour am liebsten die wütenden Songs der Riot-Grrrls hört.
“Ich bin tatsächlich neulich noch mal gefragt worden, warum ich keine Oben-ohne-Shootings mache. Mich ärgert das total, weil es überhaupt nichts mit mir als Künstlerin zu tun hat“, kritisiert Nash den Sexismus der Branche, die von jungen Musikerinnen erwartet, sich freizügig zu präsentieren. Nash verfolgt lieber ihre eigene Vorstellungen und sagt: „Sexysein ist mehr eine Sache der Einstellung“.
Ihren Unmut über den Sexismus in der Musikbranche hat sie auch in einem neuen Song über die Groupie-Kultur einfließen lassen: „Das ist der falsche Weg. Wenn du mit einer Band abhängen möchtest, dann gründe selbst eine und geh selbst auf Tour“. Das ganze Touren und all die Erfahrungen im Popgeschäft haben Kate Nash nicht nur „erschöpft, sondern auch wütend gemacht. Der Riot-Grrrl-Sound ist voller Wut und Ärger, so dass ich das als Ausdruck meiner eigenen Stimmung auf Tour sehr viel gehört habe“.
Außerdem in der neuen Missy:
- Was verbindet die Monatsblutung mit einem Smartphone? Missy testet Menstruation-Apps, die dabei helfen, den weiblichen Zyklus zu kontrollieren.
- Mach es selbst, Baby! Sticken, stricken, häkeln, nähen: stumpfe Frauenarbeit oder emanzipatorische Aktivität? Ein Dossier über die kritischen Wurzeln der DIY-Kultur und den Crafting-Trend von heute. Mit 4 kreativen Anleitungen zum Nachbasteln.
Missy 02/10 erscheint am 17.05.2010. Das Magazin wird wie üblich in allen Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im gut sortierten Pressehandel in größeren Städten zum Preis von 4,90 Euro erhältlich sein.

Hooliganverhalten auf der Demo? Nackte schwitzige Oberkörper in der Disco? Der ganze Raum um jeden Preis? Ätzendes, nerviges Mackerverhalten hat wohl jede_r von uns schonmal mitbekommen. Eine Gruppe von selbstdefinierten Männern* aus Mülheim an der Ruhr hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen des Macker Massaker im AZ Mülheim Mackerverhalten und Männlichkeit kritisch-queerfeministisch zu hinterfragen. Zwar setzt sich das Orgateam nur aus Männern* zusammen, eingeladen sind aber auch Menschen jeglichen anderen Geschlechts.
In ihrer sehr ausführlichen Selbstbeschreibung gehen die Macher* übrigens auch auf Maskulisten ein:
Ganz im Gegenteil erstarken wieder reaktionäre Männerbewegungen, nach deren Meinung „Frauen“ nichts besseres zu tun hätten, als bei der nächstbesten Gelegenheit „Männer“ zu unterdrücken. Teilweise gehen die Aussagen sogar soweit, von matriachalen Strukturen und einer bevorstehenden „Machtübernahme der Frauen“ zu sprechen.
Als weiterer Stein des Anstosses sind die „Strukturen und Menschen in der Linken, welche oftmals weit weg von einer antisexistischen und emanzipatorischen Theorie und Praxis zu sein scheinen“. WORD! Das Macker Massaker (welches sich den Titel übrigens selbstironisch gesucht hat) möchte hier ansetzen.
Schaut Euch das Programm an und kommt nach Mülheim! Es wird übrigens auch FrauenLesbenTrans*-Schlafplätze geben!
„Sich selbst beim Vortragen sehen und dann das ganze auch noch shamelessly promoten“, dem kann ich mich nur anschließen. Schließlich geht es hier auch darum, das eigene Thema voranzutreiben. Da muss ein bisschen Scham wohl sein. Also: die republica10-Macher laden zur Zeit peu a peu die Video- und Tonmitschnitte der Vorträge von der Konferenz hoch. Darunter befindet sich auch der Mitschnitt unseres Diskussionspanels „Feministische Netzkultur 2.0″, über das schon an vielen Stellen berichtet wurde (kleine Linksammlung am Ende des Artikels). Schauts Euch an und gebt gerne Feedback, nur so kann das Thema weiter vorangetrieben werden!
Die Diskussionsrunde gibts für unterwegs auch als MP3, könnt Ihr Euch also auch im Zug anhören. Das gleiche gilt übrigens auch für die Diskussionsrunde zu „Sexismus im Netz“, welche Ihr hier als MP3 und bestimmt bald auch im re-publica-Youtube-Channel als Video findet.
Resumees gibt es schon viele zu dem Panel, ich möchte mich hier an dieser Stelle zurückhalten (ja, ich weiß, ich bin halt so). Nur möchte ich betonen, dass ich persönlich mich immer über Lob und explizit auch Kritik freue. Wenn es keine Kritik gibt, kann das Thema nicht vorangetrieben werden. Und auch halte ich kritische Blogbeiträge in anderen Blogs per se erstmal für positiv, denn auch schlechte Werbung ist immernoch gute Werbung (im Sinne von schlechter Inhalt und so… Ihr versteht mich).
Weiter mit dem Thema gehts die nächsten Wochen auf dem GenderCamp in Hüll, dem Frauen-Vernetzungstreffen in Hattingen und auch auf der SIGINT10 in Köln, wie auch Gastbloggerin Kathrin im Missy-Blog schon ausführlicher zusammengefasst hat. Also: hinkommen (wenns geht) und mitdiskutieren!
Was andere schon so schrieben:
„Lutsch das Mikrofon, Schlampe“ hier im Mädchenblog
„Lauter Perverse und keine Frauen im Netz“ auf dieStandard.at
„Das re:sümee zur #rp10″ bei der Mädchenmannschaft
… und noch andere. Bin zu faul zum Raussuchen! Enjoy!
Erst 2-3 Tage alt, doch die Diskussion reicht schon für 2-3 Jahre: Die Rede ist von einer neuen Seite im Piratenwiki namens „Piratinnen – Klarmachen zum Gendern!“, einer Initiative von Lena Simon. Lenas Initiative möchte mit einer Mailingliste interessierte Frauen und weibliche Mitglieder vernetzen, um die Piratenpartei für Frauen attraktiver zu machen:
„Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer gleich, vor der Piratensatzung auch; „Wir sind post-gender“, wird oft von den Piraten behauptet. Das ist ein Ideal und für viele ist es so, aber manchmal sieht die Wirklichkeit leider noch anders aus. Dass niemand benachteiligt ist, kann nicht dogmatisch von der Mehrheit postuliert werden. Wir möchten Frauen ansprechen, die sich innerhalb der Partei benachteiligt fühlen – und Frauen, denen es nicht so geht, die aber die Position der anderen ernst nehmen. Insbesondere möchten wir auch Anlaufstelle für Frauen sein, die sich für Netzpolitik und andere Piratenthemen interessieren, sich aber bisher nicht engagiert haben, weil sie sich als Frauen bei uns diskriminiert fühlen. Wir wollen einen Kommunikationsraum schaffen, in dem solche Schwierigkeiten artikuliert werden können. „
„Ja, Ihr dürft Eure Mailingliste haben, aber wir wollen auch mitmachen!“ ist noch einer der netteren Diskussionsbeiträge eines männlichen Mitglieds, die auf der Seite gelesen werden können – von der postwendenden Löschung kurz nach Erstellung der Seite mal abgesehen.
Auch die großen Online-News-Portale haben schon darüber berichtet: „Mailingliste nur für Frauen – Piraten-Männer fürchten Ausgrenzung“ (SpOn), „Landesparteitag der Piratenpartei – Frauen auf dem Weg ins Boot“ (taz).
Schade, dass viele männliche Mitglieder der Piratenpartei Lenas Aktion als Angriff und nicht als Chance begreifen. Dabei wurde doch bereits letzten September in der Zeit treffend formuliert:
„Dass die Plattform, die die Piratenpartei bietet, aufgrund ihrer männlichen und technischen Prägung eine Menge Frauen geradezu abstößt, statt sich ihnen zu öffnen und sie bewusst integrieren zu wollen, sehen sie nicht. Mitglieder der Piratenpartei neigen dazu, ihr privates Universum mit den Problemen der Welt gleichzusetzen. Dabei ist es genau diese Haltung, die sie „Internetausdruckern“ vorwerfen – kein Verständnis zu haben für Dinge, die einem im eigenen Alltag kaum begegnen.“
Also: Klarmachen zum Gendern / Ändern! Schließlich lässt sich auch die Gesellschaft hacken und noch eine Menge Frauen können mit ins Boot geholt werden! Denn darum geht es: eine Ergänzung des Parteiprogramms, nicht um eine Ausgrenzung von Männern.
EDIT 1: Eine ganz gute, recht ausführliche Linksammlung zu dem Thema gibts beim Piratenweib!
Obwohl die großartige leonie schon einen langen Beitrag aus der GOWS zum Thema „Frauenhass im Netz“ gepostet hat, will ich auch nochmal explizit auf folgenden Beitrag von der Mädchenmannschaft hinweisen: „Ihr durchtriebenen, miesen Fotzen!“ Anna schreibt in diesem Artikel von ihren persönlichen Erlebnissen mit antifeministischen Trollereien zu ihren Artikeln und fragt sich, was mensch denn wirklich tun kann, um den Trollereien aus dem Weg zu gehen.
Folgende Empfehlungen würde ich persönlich zu antifeministischen Anfeindungen im Netz aussprechen:
- Macht weiter! Zeigt Euren Beitrag Euren queer-feministischen Freund_Innen und holt Euch moralische Unterstützung!
- Löscht antifeministische Beiträge einfach. Mal ehrlich, niemand muss sich auf unkonstruktiver, angreifender Ebene mit dem Thema auseinandersetzen.
- Don‘t feed the trolls. Wenn Ihr nicht löschen könnt oder löschen wollt, dann geht einfach nicht auf stichelnde Beiträge ein. Meistens sind wilde Streierein beabsichtigt, und Ihr tut den Angreifern einen Gefallen, wenn Ihr drauf eingeht.
- Falls Ihr doch drauf eingehen wollt, tut es mit kühlem Kopf und mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es schiefgehen kann. Mit manchen Menschen lässt sich einfach nicht diskutieren. In dem Fall könnt Ihr noch auf Lösungsvorschläge von weiter oben zurückgreifen.
Am 27.1. ist das Mädchenblog bei der Veranstaltungsreihe Gender Salon des Gender-Lehrstuhls von Prof. Paula-Irene Villa in München zu Gast. Gesprochen, ausgetauscht und diskutiert wird gemeinsam mit den Macher_innen von fiber, Missy Magazine und Mrs. Pepstein zum Thema „mut macht medium. Möglichkeiten und Grenzen feministischer Medienarbeit“:
In der ersten Veranstaltung wollen wir mit den Medienmacherinnen von fiber, mädchenblog, Missy Magazine und Mrs. Pepstein
Möglichkeiten und Grenzen feministischer Medienarbeit debattieren. Was macht ihrer Meinung nach ein feministisches Medium aus? Wie beeinflussen sich Medium und inhaltliche Programmatik? Wie prägen ökonomische Faktoren die inhaltliche Arbeit? Geht die Sichtbarkeit von Frauen in den Medien mit mehr Macht einher oder gibt es auch widersprüchliche Effekte?Diskutieren Sie mit uns!
Das komplette Programm gibt es auch als PDF!

