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Feministische Auseinandersetzung mit Männlichkeit: Macker Massaker vom 13.5.-16.5. in Mülheim an der Ruhr

mackermassaker

Hooliganverhalten auf der Demo? Nackte schwitzige Oberkörper in der Disco? Der ganze Raum um jeden Preis? Ätzendes, nerviges Mackerverhalten hat wohl jede_r von uns schonmal mitbekommen. Eine Gruppe von selbstdefinierten Männern* aus Mülheim an der Ruhr hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen des Macker Massaker im AZ Mülheim Mackerverhalten und Männlichkeit kritisch-queerfeministisch zu hinterfragen. Zwar setzt sich das Orgateam nur aus Männern* zusammen, eingeladen sind aber auch Menschen jeglichen anderen Geschlechts.

In ihrer sehr ausführlichen Selbstbeschreibung gehen die Macher* übrigens auch auf Maskulisten ein:

Ganz im Ge­gen­teil er­star­ken wie­der re­ak­tio­nä­re Män­ner­be­we­gun­gen, nach deren Mei­nung „Frau­en“ nichts bes­se­res zu tun hät­ten, als bei der nächst­bes­ten Ge­le­gen­heit „Män­ner“ zu un­ter­drü­cken. Teil­wei­se gehen die Aus­sa­gen sogar so­weit, von ma­tri­a­cha­len Struk­tu­ren und einer be­vor­ste­hen­den „Macht­über­nah­me der Frau­en“ zu spre­chen.

Als weiterer Stein des Anstosses sind die „Struk­tu­ren und Men­schen in der Lin­ken, wel­che oft­mals weit weg von einer an­tis­e­xis­ti­schen und eman­zi­pa­to­ri­schen Theo­rie und Pra­xis zu sein schei­nen“. WORD! Das Macker Massaker (welches sich den Titel übrigens selbstironisch gesucht hat) möchte hier ansetzen.

Schaut Euch das Programm an und kommt nach Mülheim! Es wird übrigens auch FrauenLesbenTrans*-Schlafplätze geben!

Feministische Netzkultur auf der re:publica10 – In echt und in Farbe

„Sich selbst beim Vortragen sehen und dann das ganze auch noch shamelessly promoten“, dem kann ich mich nur anschließen. Schließlich geht es hier auch darum, das eigene Thema voranzutreiben. Da muss ein bisschen Scham wohl sein. Also: die republica10-Macher laden zur Zeit peu a peu die Video- und Tonmitschnitte der Vorträge von der Konferenz hoch. Darunter befindet sich auch der Mitschnitt unseres Diskussionspanels „Feministische Netzkultur 2.0″, über das schon an vielen Stellen berichtet wurde (kleine Linksammlung am Ende des Artikels). Schauts Euch an und gebt gerne Feedback, nur so kann das Thema weiter vorangetrieben werden!

Die Diskussionsrunde gibts für unterwegs auch als MP3, könnt Ihr Euch also auch im Zug anhören. Das gleiche gilt übrigens auch für die Diskussionsrunde zu „Sexismus im Netz“, welche Ihr hier als MP3 und bestimmt bald auch im re-publica-Youtube-Channel als Video findet.

Resumees gibt es schon viele zu dem Panel, ich möchte mich hier an dieser Stelle zurückhalten (ja, ich weiß, ich bin halt so). Nur möchte ich betonen, dass ich persönlich mich immer über Lob und explizit auch Kritik freue. Wenn es keine Kritik gibt, kann das Thema nicht vorangetrieben werden. Und auch halte ich kritische Blogbeiträge in anderen Blogs per se erstmal für positiv, denn auch schlechte Werbung ist immernoch gute Werbung (im Sinne von schlechter Inhalt und so… Ihr versteht mich).

Weiter mit dem Thema gehts die nächsten Wochen auf dem GenderCamp in Hüll, dem Frauen-Vernetzungstreffen in Hattingen und auch auf der SIGINT10 in Köln, wie auch Gastbloggerin Kathrin im Missy-Blog schon ausführlicher zusammengefasst hat. Also: hinkommen (wenns geht) und mitdiskutieren!

Was andere schon so schrieben:

„Lutsch das Mikrofon, Schlampe“ hier im Mädchenblog
„Lauter Perverse und keine Frauen im Netz“ auf dieStandard.at
„Das re:sümee zur #rp10″ bei der Mädchenmannschaft

… und noch andere. Bin zu faul zum Raussuchen! Enjoy!

Endlich: Piratinnen – Klarmachen zum Gendern!

Erst 2-3 Tage alt, doch die Diskussion reicht schon für 2-3 Jahre: Die Rede ist von einer neuen Seite im Piratenwiki namens „Piratinnen – Klarmachen zum Gendern!“, einer Initiative von Lena Simon. Lenas Initiative möchte mit einer Mailingliste interessierte Frauen und weibliche Mitglieder vernetzen, um die Piratenpartei für Frauen attraktiver zu machen:

„Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer gleich, vor der Piratensatzung auch; „Wir sind post-gender“, wird oft von den Piraten behauptet. Das ist ein Ideal und für viele ist es so, aber manchmal sieht die Wirklichkeit leider noch anders aus. Dass niemand benachteiligt ist, kann nicht dogmatisch von der Mehrheit postuliert werden. Wir möchten Frauen ansprechen, die sich innerhalb der Partei benachteiligt fühlen – und Frauen, denen es nicht so geht, die aber die Position der anderen ernst nehmen. Insbesondere möchten wir auch Anlaufstelle für Frauen sein, die sich für Netzpolitik und andere Piratenthemen interessieren, sich aber bisher nicht engagiert haben, weil sie sich als Frauen bei uns diskriminiert fühlen. Wir wollen einen Kommunikationsraum schaffen, in dem solche Schwierigkeiten artikuliert werden können. „

„Ja, Ihr dürft Eure Mailingliste haben, aber wir wollen auch mitmachen!“ ist noch einer der netteren Diskussionsbeiträge eines männlichen Mitglieds, die auf der Seite gelesen werden können – von der postwendenden Löschung kurz nach Erstellung der Seite mal abgesehen.

Auch die großen Online-News-Portale haben schon darüber berichtet: „Mailingliste nur für Frauen – Piraten-Männer fürchten Ausgrenzung“ (SpOn), „Landesparteitag der Piratenpartei – Frauen auf dem Weg ins Boot“ (taz).

Schade, dass viele männliche Mitglieder der Piratenpartei Lenas Aktion als Angriff und nicht als Chance begreifen. Dabei wurde doch bereits letzten September in der Zeit treffend formuliert:

„Dass die Plattform, die die Piratenpartei bietet, aufgrund ihrer männlichen und technischen Prägung eine Menge Frauen geradezu abstößt, statt sich ihnen zu öffnen und sie bewusst integrieren zu wollen, sehen sie nicht. Mitglieder der Piratenpartei neigen dazu, ihr privates Universum mit den Problemen der Welt gleichzusetzen. Dabei ist es genau diese Haltung, die sie „Internetausdruckern“ vorwerfen – kein Verständnis zu haben für Dinge, die einem im eigenen Alltag kaum begegnen.“

Also: Klarmachen zum Gendern / Ändern! Schließlich lässt sich auch die Gesellschaft hacken und noch eine Menge Frauen können mit ins Boot geholt werden! Denn darum geht es: eine Ergänzung des Parteiprogramms, nicht um eine Ausgrenzung von Männern.

EDIT 1: Eine ganz gute, recht ausführliche Linksammlung zu dem Thema gibts beim Piratenweib!

Frauenhass im Netz – Was tun? Ein paar (persönliche) Vorschläge

Obwohl die großartige leonie schon einen langen Beitrag aus der GOWS zum Thema „Frauenhass im Netz“ gepostet hat, will ich auch nochmal explizit auf folgenden Beitrag von der Mädchenmannschaft hinweisen: „Ihr durchtriebenen, miesen Fotzen!“ Anna schreibt in diesem Artikel von ihren persönlichen Erlebnissen mit antifeministischen Trollereien zu ihren Artikeln und fragt sich, was mensch denn wirklich tun kann, um den Trollereien aus dem Weg zu gehen.

Folgende Empfehlungen würde ich persönlich zu antifeministischen Anfeindungen im Netz aussprechen:

  • Macht weiter! Zeigt Euren Beitrag Euren queer-feministischen Freund_Innen und holt Euch moralische Unterstützung!
  • Löscht antifeministische Beiträge einfach. Mal ehrlich, niemand muss sich auf unkonstruktiver, angreifender Ebene mit dem Thema auseinandersetzen.
  • Don‘t feed the trolls. Wenn Ihr nicht löschen könnt oder löschen wollt, dann geht einfach nicht auf stichelnde Beiträge ein. Meistens sind wilde Streierein beabsichtigt, und Ihr tut den Angreifern einen Gefallen, wenn Ihr drauf eingeht.
  • Falls Ihr doch drauf eingehen wollt, tut es mit kühlem Kopf und mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es schiefgehen kann. Mit manchen Menschen lässt sich einfach nicht diskutieren. In dem Fall könnt Ihr noch auf Lösungsvorschläge von weiter oben zurückgreifen.

Gender Salon: Das Mädchenblog zu Gast in München

Am 27.1. ist das Mädchenblog bei der Veranstaltungsreihe Gender Salon des Gender-Lehrstuhls von Prof. Paula-Irene Villa in München zu Gast. Gesprochen, ausgetauscht und diskutiert wird gemeinsam mit den Macher_innen von fiber, Missy Magazine und Mrs. Pepstein zum Thema „mut macht medium. Möglichkeiten und Grenzen feministischer Medienarbeit“:

In der ersten Veranstaltung wollen wir mit den Medienmacherinnen von fiber, mädchenblog, Missy Magazine und Mrs. Pepstein
Möglichkeiten und Grenzen feministischer Medienarbeit debattieren. Was macht ihrer Meinung nach ein feministisches Medium aus? Wie beeinflussen sich Medium und inhaltliche Programmatik? Wie prägen ökonomische Faktoren die inhaltliche Arbeit? Geht die Sichtbarkeit von Frauen in den Medien mit mehr Macht einher oder gibt es auch widersprüchliche Effekte?

Diskutieren Sie mit uns!

Das komplette Programm gibt es auch als PDF!

Flyer Gender Salon Muenchen

Das Internet und die Argumente: It’s easier to be an asshole to words than to people

XKCD: Internet Arguments

By: XKCD

Das Mädchenblog hat jetzt eine Netiquette

Immer wieder werden von Mädchenblog-Leser_innen, -Kommentator_innen und -Schreiber_innen Unsicherheiten geäußert und Grundfragen angesprochen, wie Diskussionskultur auf einem feministischen Weblog stattfinden kann, welchen Rahmen sie bekommt und wo Grenzen sind. Nachstehend das vorläufige Ergebnis einer längeren, internen Diskussion der Mädchenblog-Autor_innen, welche Kommunikationsbasis wir uns wünschen und auf welche Art von schriftlichem Verhalten wir uns zukünftig nicht mehr einlassen werden. Anlass für unsere Netiquette waren regelrechte Flame-Wars in den Kommentaren, die sowohl inhaltlich als auch in ihrem „Tonfall“ zu einem Diskussionsklima geführt haben, das viele Nutzer_innen abgeschreckt und ermüdet hat. Mit diesen Leitlinien erleichtern und vereinheitlichen wir den Moderations-Stil des Blogs und machen für euch, die Nutzer_innen, transparent, auf welcher Basis das Mädchenblog steht.

Hier gibts sie komplett zu lesen: Netiquette (auch oben in der Navigationsleiste zu finde).

Hochgekochte Fronten und der Sexismuspranger

Um meinen Beitrag „Eine Runde Mitleid für den armen Heteromacker“ hat sich die letzten Tage eine ganze Reihe von Feedback ergeben, gutes sowie schlechtes. Von wilder Zustimmung und „gut, dass du das geschrieben hast“ bis zu vehementer Ablehnung und einem „wie kannst du diese Person so persönlich angreifen“.

Jetzt fühle ich mich in meiner Rolle als Nicht-so-richtig-durchhaltefähige-Kritikerin (ja, auch mein Herz ist weich) dazu gezwungen, ein paar Worte dazu zu sagen:

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Eine Runde Mitleid, schon abgefrühstückt – Mit Updates und Folgeartikel

Folgeartikel: Hochgekochte Fronten und der Sexismuspranger

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Keine Bühne für Homophobie, Rassismus und Sexismus! Update: Konzert von Elephant Man in Düsseldorf wurde verhindert!

UPDATE (allerdings noch ohne offizielle Quelle):

Der Veranstalter „Rheinische Kultur GmbH“ hat eben mitgeteilt, dass das morgige Konzert des „Elephant Man“ abgesagt ist. Damit findet dieser Hassänger keine Bühne für Aurufe zum Mord – nicht in Düsseldorf, nicht in Deutschland.
Das zeigt auch, dass Druck von vielen Erfolg hat. Viele Menschen haben per Fax, Mail und Telefon den Veranstalter wie auch die Deutsche Bahn als Grundstückseigentümerin aufgefordert, keine Bühne für Hass zu bieten. Danke an alle UnterstützerInnen. Wir bleiben wachsam gegen Hass, Sexismus und Homophobie.

Anlässlich eines Konzertes von „Elephant Man“ am 25. September im Rheingold Club in Düsseldorf fordert das Bündnis „Keine Bühne“ zu Protesten vorm Veranstaltungsort auf. Elephant Man ruft in seinen Texten zum Mord an Schwulen auf: „Genieße unseren Tanz und verbrenne einen Schwulen“. Die Veranstalter des Konzertes wurden mehrfach gebeten, das Konzert abzusagen, weigern sich aber.

Solidarisiert Euch! Falls Ihr es morgen nicht zu den Protesten vor dem Club schafft, könnt Ihr auch mit folgender Email dem Veranstalter Eure Meinung sagen:

Hier ein Entwurf für eine Protestmail an das Rheingold:

An: admin@rheinischekultur.de
Betr: Elephant Man

Hallo,

Für Freitag, 25.09.2009 planen Sie im Rheingold eine Veranstaltung mit
dem Künstler Elephant Man, der offen zum Mord an Homosexuellen aufruft.
Am 15.09.2009 erklärte ihre Pressesprecherin, Marie-Christine Omnitz:
„Wir weisen darauf hin, dass Elephant Man während seines Live-Acts
selbstverständlich keine schwulenfeindlichen Texte äußern wird. „
Offenkundig lügt Frau Omnitz. Im Düsseldorfer Stadtgebiet werden
Werbezettel für das Konzert verbreitet, in dem angekündigt wird, daß
Elephant Man u.a. das Lied „Log on“ spielen wird.
Hier ein Textauszug aus „Log on“:

„Genieße unseren Tanz und verbrenne einen Schwulen.
Tritt auf ihm rum wie auf alten Kleidern.
Genieße unseren Tanz und zertrete einen Schwulen.“

Ich finde es unerträglich, dass Sie weiter darauf beharren, das Konzert
durchzuführen und fordere Sie auf, das Konzert abzusagen und sich
deutlich gegen Homophobie zu positionieren.

Gruß

xxx