Beiträge von utrumque

Rezension und Diskussionbeitrag zu: Heinz-Jürgen Voß, Salih Alexander Wolter (2013): Queer und (Anti-)Kapitalismus

queer und (anti-)kapitalismus
Quelle: Ankündigungsseite des Verlags

Seit relativ kurzer Zeit findet im Rahmen einer grundsätzlichen kritischen Reflexion von ‚queer‘ neben der Auseinandersetzung mit bspw. critical whiteness, fat pride oder Femme-Kritiken an der genderqueer-Norm innerhalb der Bewegung auch die Rückbindung der Diskussionen und Politiken an kapitalismuskritische und Kapitalismus verneinende Positionen statt. Es gab dazu bisher kaum explizite und die komplette Diskussion umfassende Literatur – bis jetzt: Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter legen „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ vor, das vor wenigen Tagen im Rahmen der theorie.org-Reihe erschienen ist. (mehr…)

Sich bewegende Verhältnisse in Bewegung halten – Heinz-Jürgen Voß (2012): Intersexualität – Intersex. Eine Intervention. Münster.


Quelle: Ankündigungsseite des unrast-Verlages

Heinz-Jürgen Voß veröffentlich mit dem Band eine Replik auf die ‚Stellungnahme Intersexualität‘ des Deutschen Ethikrates zur Situation intergeschlechtlicher Menschen in Deutschland vom Februar 2012. Umfassend, dadurch sehr dicht, und parteilich mit den betreffenden Personen zeigt Voß, dass die Zurichtungen intergeschlechtlicher Körper ihren Ursprung in der gesellschaftlichen Vorstellung von Geschlechtlichkeit und ihrem Wandel seit der Aufklärung haben, dass die Forderungen des Ethikrates entscheidende Lücken in der Rezeption des (medizinkritischen) Diskurses in Form von Outcome-Studien aufweist und auch deshalb weit hinter den Forderungen der Inter*-Bewegung zurückbleiben muss. Die Veröffentlichung ist ein Beitrag, diese Lücke rechtzeitig zu schließen, um damit – hoffentlich – in weitere politische Entwicklungen zu intervenieren. Die Rezension nimmt neben einer ausführlichen Darstellung und Einordnung der Arbeit eine vorsichtige kommentierende Ergänzung des umfangreichen Inhalts vor. (mehr…)

Ethikrat veröffentlicht Stellungnahme zu Intersexualität.

Ethikrat veröffentlicht Stellungnahme zu Intersexualität.
Die Stellungnahme ist hier zu finden.

Eine Pressemitteilung der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen (IVIM) dazu findet sich hier.

Diskussionsbeitrag des Antisexistischen Bündnisses Rostock bei Kombinat Fortschritt

Die Auseinandersetzung linker Szenen verschiedener Städte mit (ihren) antisexistischen Gruppen und/oder Positionen ist ja immer so eine Sache. Manchmal sprengen Auseinandersetzungen ganze Szenen, manchmal werden die Antisexist_innen auch einfach als Ideolog_innen oder Dogmatiker_innen abgestempelt und ausgegrenzt, das wiederum manchmal, indem Machtstrukturen bemüht und das Ganze unschuldig als Reaktion auf unangemessenes (Rede)Verhalten zurückgeführt wird.. So oder so: Die Diskussionskultur der DefMa-Gegner_innen ist in der Regel weder besonders neu – originell war sie ja noch nie.
Ärgerlich und nicht duldbar bleibt sie weiterhin.

Im hier dokumentierten Fall wird das Antisexistische Bündnis Rostock (ASB) unter Generalverdacht gestellt, Vorwürfe wie ein „geschlossenes Weltbild“ des ASB (a.k.a. Dogmatismusvorwurf; gääähn), „aggressives“, „gewaltvolles“ und nicht „diskursfeindliches“ Kommunikationsverhalten (a.k.a. emanzipatorische Personen nehmen sich das kritische Wort und halten nicht die Klappe, wenns ihnen gesagt wird; auch bekannt) sowie die Anklage, die Politszene absichtlich und unter Zuhilfenahme der Definitionsmacht als „politsektenhafte“ Praxis sprengen zu wollen (a.k.a. verschwörungstheoretische Anwandlungen zur Machterhaltung; x-tausendmal gehört), machen u.a. von hier aus die Runde.
Das ASB in Rostock ist – aus geographischer Perspektive – recht ‚ab vom Schuss‘, überregionale Bündnisse sind da vergleichsweise mühsam herzustellen. Aus diesem Grund können ein paar warme Worte nicht schaden. Das ASB braucht Unterstützung von allen motivierten Antisexist_innen, DefMa-Verfechter_innen, Femohools, riotgrrrls*, queers, … Kommentiert und diskutiert – unterstützt mit Kommentaren entweder auf der Seite des Kombinat Fortschritt oder per Mail: asb_hro[at]riseup[dot]net.

Das maedchenblog solidarisiert sich mit dem ASB und freut sich, wenn auch ein paar Leser_innen sich an der Diskussion beteiligen.

schöner, wütender artikel über die sexistischen konzepte ‚friendzone‘ und ‚niceguy‘: friendzone my ass!

antrag auf rechte intersexueller menschen im bundestag durch die grünen

lucie veith von intersexuelle menschen e.V. schreibt:

„Ein wichtiger Antrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen ist in den Bundestag eingebracht. Ein vorsichtig formulierter Antrag, der gute Aussichten hat auch von Parlamentariern anderer Fraktionen mit getragen zu werden wurde nun veröffentlicht.
Ich danke der Fraktion, ganz besonders Jerzy Szczesny , der so viel Arbeit hineingesteckt hat. Danke an Sarah, Jörg Wöweries, an Claudia, Konstanze Plett und Herta Richter- Appelt.
Dieser Antrag braucht jetzt viel Unterstützung und Erwähnung. Die Genitalverstümmelungen an intersexuellen Kindern muß ein Ende haben, die Opfer der letzten 50 Jahre müssen endlich wieder ihren anerkannten Platz in der Gesellschaft erhalten, den sie durch ihre Geburt erlangt hatten und der ihnen genommen wurde.

Bitte verbreitet den Antrag, bringt ihn ins Gespräch und sorgt dafür, das es gelingt.

Herzliche Grüße
Lucie Veith
1. Vors.
Intersexuelle Menschen e.V.
-Bundesverband- “

antrag grundrechte von intersexuellen menschen wahren
(der link verweist auf den vollständigen text des antrags.)

ein wichtiger vorstoß!

auf dass sich etwas bewegt!

emma thompson ‚imagine‘

gerade geschickt/geschenkt bekommen zum beginn des tages..
emma thompson ‚imagine‘.
wundervoll.

kampagne: endangered species women; nähere infos findet ihr hier: dokumentation endangered species london.

Rezension: ‚Geschlecht. Wider die Natürlichkeit.‘ von H.-J. Voß

Nach der Dissertation „Making Sex Revisited“ (Besprechung auf dem mädchenblog) hat Heinz-Jürgen Voß ein weiteres Buch veröffentlicht: „Geschlecht. Wider die Natürlichkeit“ ist in diesem Jahr in der theorie.org-Reihe erschienen. Voß greift hier die Erkenntnisse seiner Dissertation noch einmal pointiert auf und nimmt Debatten um die ‚Natürlichkeit‘ (vs. gesellschaftliche Herstellung) der Geschlechterbinarität in den Blick. (mehr…)

TSG verfassungswidrig

das bundesverfassungsgericht erklärt das transsexuellengesetz (TSG) für verfassungswidrig.
bisher sah die so genannte große lösung des TSG vor, dass personen, die ihr geschlecht vor dem gesetz wechseln wollten, entweder zeugungs- oder gebährunfähig sein mussten:

§8(1): Auf Antrag einer Person, die sich auf Grund ihrer transsexuellen Prägung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen, sondern dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet und die seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang steht, ihren Vorstellungen entsprechend zu leben, ist vom Gericht festzustellen, daß sie als dem anderen Geschlecht zugehörig anzusehen ist, wenn sie

1. die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 erfüllt,
2. (weggefallen)
3. dauernd fortpflanzungsunfähig ist und
4. sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist.
(quelle: bundesministerium f. justiz)

seit ende januar ist dies nun nicht mehr so.
das bundesverfassungsgericht befand diese bestimmung als nicht vereinbar mit den grundrechten auf sexuelle selbstbestimmung und körperliche unversehrtheit. (gefunden auf den seiten der l-mag und der sueddeusche zeitung)
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Zum Tod von Frau Prof. Dr.-Ing.habil. Dr.h.c. Lieselott Herforth

„Lieselott Herforth war die erste Rektorin nicht nur einer deutschen technischen Universität, sondern einer deutschen Universität überhaupt. Ihr Hauptforschungsfeld war die angewandte Radioaktivität: technische Isotopenanwendung, Strahlenmesstechnik, Dosimetrie. Das „Praktikum der angewandten Radioaktivität“ – in den 90er Jahren erneut in überarbeiteter Fassung herausgebracht – ist noch heute ein Standardwerk. Ihre Familie war im 2. Weltkrieg zweimal ausgebombt worden, sie verlor den Bruder und den Bräutigam. Aus eigener Erfahrung heraus hatte der Erhalt des Weltfriedens für sie höchsten Stellenwert; dafür arbeitete sie. Lieselott Herforth bekleidete wichtige Funktionen in Wissenschaft und Gesellschaft, sie wurde mit hohen Auszeichnungen geehrt.
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