Beiträge von zahai

How to Control My Body

gleichnamiger artikel von analee newitz auf alternet.org. auf jeden fall lesenswert.
kurze zusammenfassung: in der diskussion steht eine pille, die neben empfängnisverhütung zusätzlich die menstruation verhindert (die in dieser situation ja sowieso nur noch eine „kosmetische institution“ ist – es gibt keine eier die reifen und von daher auch keine notwendigkeit, diese rauszuwerfen), da anstatt 7 placebos (oder vielleicht häufiger – 7 tagen pause) eben standard-pillen eingenommen werden. manche leute finden das jetzt ganz schlimm, angeblich sei es „unnatürlich“ bzw „unweiblich“.

The biological functioning of my body is all over the news right now. Lawmakers and federal regulatory agencies are asking themselves whether I should be allowed to have abortions, and whether I should be allowed to take a drug that prevents me from menstruating.
[…] However, the issue of controlling menstrual cycles is unequivocally about the female reproductive cycle, untainted by questions of embryo civil rights. Why should there be any controversy over pharmaceutical company Wyeth marketing Lybrel, which is exactly like a birth control pill without the seven-day placebo cycle that creates a fake period? (In case you aren‘t a Pill geek, the period women have while taking contraceptive pills is caused only by hormone fluctuation and not a biological need to flush out unused eggs — the Pill works by preventing the ripening of said eggs. So it’s purely a cosmetic menstrual cycle.)
[…] Why are women eager to relinquish control over their periods, arguably one of the most annoying parts of being a biological female? After all, we take calcium pills to control bone density; we take showers to control odor; and take ibuprofen to control pain. None of these things are necessary. We don‘t do them because we are sick, and not doing them won‘t kill us. So why shouldn‘t we take control of our bodies and stop having periods if we want to?
[…] I say if we can take pills that free us from having to deal with the monthly goo and bother, then let’s do it. Nobody is saying periods are sick or wrong here. It’s just that they‘re annoying and uncomfortable — and if women don‘t want to deal with them, they shouldn‘t have to. [read more]

„frauen“boxhandschuhe

auf dem weg durch zahlreiche kampfsport-online-shops führte kein weg an folgendem artikel vorbei. mir stellt sich gerade die frage, ob a) tatsächlich erwartet wird, dass leute sowas anziehen und b) das tatsächlich ernstgemeint ist. anscheinend ja schon, aber jedenfalls ich habe noch niemals irgendwo irgendwen mit rosafarbenen boxhandschuhen gesehen. wie kommt das überhaupt, dieser ständige zusammenhang zwischen „frauen“ und „rosa“? und warum ist es zusätzlich so ein außerordentlich hässliches rosa? und liegt es an meiner wahrnehmung, oder stehen da tasächlich auffassungen dahinter, die thai-/kick-/ oder sonstwie boxende frauen eher in die zu belächelnde ringecke stellen?

ahja, und das darf ja auch nicht fehlen, frauenhände sind ja so empfindlich.

Hochwertiges Leder, mit besonders weicher Polsterung und Klettverschluss. Speziell an Frauenhände angepasst. Softpink.

fehlt eigentlich nur noch plüsch-innen-futter, ein fellbesatz am verschluss oder eine lasche für einen von diesen komischen handyanhängern.

frauen und technik

das thema „frauen und technik“ ist ein weites feld, vorurteile und self fullfilling prophecies gehen hand in hand.
sei es die unterstellung, mensch sei nur wegen der „sozialen aspekte“ auf einem internationalen hackercongress, bzw als die „freundin von …“, oder der zwang, weit besser zu sein als die männlichen kollegen, nur um gleichermaßen respektiert zu werden.
das allgemeine bild, frauen verstünden nichts von technik, und wenn doch, dann nur, weil sie ihr eigentliches leben nicht auf die reihe bekämen, spiegelt sich unter anderem in der berichterstattung über female scientists wieder.
eine derartige berichterstattung mal auseinandergenommen offenbart die einflechtung von mehr oder weniger offensichtlichen sexistischen stereotypen. das folgende beispiel beschäftigt sich mit einem bericht über professor naomi j. halas.

Naomi Halas is wearing a clingy green blouse with tight black pants and two-inch black pumps, looking as if she stepped off the set of a Pedro Almodovar movie. She smiles and giggles and uses words like awesome and totally without ever dropping her intense focus on the things she is saying, which are often very complicated, because she is a scientist and she is famous for inventing something called nanoshells. Because of their freakish ability to capture light, nanoshells will soon be helping mankind kill tumors, sniff out chemical weapons, and even improve solar power. (So, would you ever see a lead paragraph like this? „Dressed in a clingy suit with tight black pants and business shoes, Joe Smith looks as if he stepped off a Hollywood set. He smiles and giggles and uses words like awesome and totally without ever dropping his intense focus on science.“ Sounds ridiculous doesn‘t it? Sounds equally ridiculous to mention looks first and foremost to describe a woman, especially as a way of deflecting the fact that this woman is a scientist. Cuz we all know that science is way scary to begin with, and a strong, articulate, highly educated woman who also happens to be a scientist with a PhD, and who’s also an inventor, is doubly, triply, quadruply threatening to the American male psyche. Freaking SPARE ME the sexism!)
[…]
Halas is philosophical about all this. Happily married for twenty years to a theoretical physicist she met at IBM, she was unable to have children. Maybe, she thinks, she was meant to do this instead. (Back to sexism! You‘d never see this: „Happily married for 20 years to a theoretical physicist he met at IBM, Joe Smith was never able to have children. Maybe, he thinks, he was meant to do this instead.“ Yep, gotta mention marriage and children since that’s the exclusive purview of women-folk.)

hier könnt ihr weiterlesen.
annalee newitz hat zu diesem thema einen interessanten und unterhaltsamen vortrag auf dem 23. Chaos Communication Congress gehalten. die aufzeichnungen sind leider noch nicht online, aber sobald es das video zum download gibt, wird der link hier erscheinen.

:::EDIT:::
sammelsurium hat annalee interviewt: lesen
scrupeda fasst „revenge of the female nerds“ – annalees vortrag – zusammen: lesen

der traumfrau-check

vielleicht kennen einige von euch die news-abteilung von gmx.net. wer dort in besitz einer mailadresse ist, kommt kaum drumherum, sich von kurzmeldungen auf quasi BILD-niveau zuballern zu lassen. in einer der dort befindlichen rubriken (lifestyle -> liebe -> herzklopfen) befindet sich folgendes:
der traumfrau-check

Wenn Sie ein gebrauchtes Auto kaufen, fragen Sie nach Mängeln. Finden Sie keine, werden sie spätestens bei der Hauptuntersuchung (vulgo: TÜV), entdeckt. Für Frauen gab’s das bislang nicht, dabei haben auch sie manchmal Mängel.
Men’s Health hat deswegen einen Prüfbogen entwickelt, mit dem Sie Ihre Traumfrau checken können. Die Bewertung: Wenn Sie vier geringe Mängel (im Folgenden „Macken“) oder zwei erhebliche Mängel („Mängel“) entdecken, beginnen Sie, eine Nachfolgerin zu suchen. Wenn die Mängelliste länger ist, ziehen Sie die Dame so schnell wie möglich aus Ihrem Verkehr.

die einleitung spricht für sich, dass men’s-health-bratzen pratzen mit im spiel sind erklärt den geballten sexismus sowie die konsequente abwertung der „traumfraukandidatinnen“ zu einem großen teil, gmx-news zeichnen sich aber im allgemeinen durch derartige tendenzen aus.

nun aber mal zum check an sich:
frage eins: eigentlich müsse mann sich mit frauen ja nicht unterhalten, solange sie im bett das tun, was sie sollen.
aber wenn dann doch mal das bedürfnis nach kommunikation aufkomme, dann seien ja die meisten frauen sowieso nur am reden (typisch) oder zu dumm bzw »höchstwahrscheinlich eine osteuropäische Heiratsschwindlerin.«
da sind wir dann auch gleich bei rassistischen stereotypen angekommen--
ach so, zum vergleich mal der „idealfall“ (laut mh/gmx):

a. Nach ein paar Floskeln entwickelt sich ein tolles Gespräch, und Sie denken: „Wow, die Frau würde ich gern ins Bett kriegen!“ Kein Mangel. [sic!]

die ideale „frau“ verhält, redet und benimmt sich also genau so, dass der typ sich denkt: „höhö, geil, ficken!!1!“. so hat sie zu sein, sonst wird sie „aus dem verkehr gezogen“. wessen auch immer.

4. Sie gehen zusammen aus. Laute Musik, viele Leute. Plötzlich fällt Ihnen eine junge hübsche Dame um den Hals: Ihre Ex-Freundin Uschi, die Sie kurz angerufen und um diesen kleinen Auftritt gebeten haben.[sic!] Wie reagiert Ihre Süße wohl?
a. Als Uschi sich nach einigen Minuten wieder von Ihnen gelöst hat[…]

tja, wie soll sie reagieren? wenn wir mal davon ausgehen, dass sich macker und traumobjekt in einer mainstream-zweierbeziehung befinden (darauf wird später im test noch eingegangen), was ist zu erwarten? zumindest doch ein wenig irritation, wenn von irgendwoher irgendwer angesprungen käme und einige minuten am hals meiner partybegleiŧung verbringen würde, wäre ich wohl auch irritiert, wenn selbst ich mit einer freundin unterwegs wäre. aber nein, das ist dann eine macke – disqualifiziert. und warum ruft ‚er‘ seine exfreundin oder wen auch immer an, um so eine show abzuziehen?

5. Was macht Ihre Liebste eigentlich noch, außer Ihr Leben in Unordnung zu bringen? Eine Frau muss sich doch auch mal allein beschäftigen können. Welche Hobbys hat sie?
a. Sie fährt Mountainbike, joggt, reist, liest und macht gern Sex.
Kein Mangel.
b. Montags Synchronschwimmen, mittwochs Batik, freitags Rhönradfahren, einmal im Jahr eine Woche Töpferkurs in der Toskana.
Macke: Auch wenn Sie sich da ein Klischee geangelt haben: Immerhin sitzt sie nicht nur dumm rum.
c. Sie spielt Fußball.
Mangel: Vor allem wegen des Duschens danach (sie spielt nämlich in der Herrenmannschaft).

frauen dürfen also kein fußball spielen. immerhin dürfen sie joggen, ach ja genau, und natürlich »gern Sex machen.«

6. Früher musste eine Frau waschen, putzen, kochen können. Heute kommt noch Online-Shopping dazu. Aber ganz im Ernst: Wie reagiert Ihre Angebetete auf Hausarbeit?
a. Vor ihren Freundinnen schämt sie sich fast dafür, aber sie macht alle Arbeiten daheim total gerne!
Kein Mangel.
b. Sie besteht auf Arbeitsteilung.
Macke: Wenigstens müssen Sie sie nicht zu allem zwingen.
[…]

haushalt – klassische frauenaufgabe, natürlich. wie anders zu erwarten. sie soll mal schön alleine putzen, dazu ist sie schließlich da. und arbeitsteilung? disqualifiziert.

7. Es ist Abend, es ist saugemütlich, es klingelt an der Tür. Herein stürmen „ganz zufällig“ Ihre besten Kumpels und erinnern Sie daran, dass heute Pokalspiel ist. Wie reagiert sie?
a. Sie trinkt mit Ihnen Dosenbier und lässt sich zum fünfzigsten Mal die Abseitsfalle erklären.
Kein Mangel.
b. Sie geht nach Hause.
Macke: Immerhin, sie stört nicht. Wenn sie dann auch am nächsten Morgen nicht motzt – okay.
c. Sie schmeißt Ihre Freunde raus, fesselt und knebelt Sie. Und dann bewirft sie Sie mit den Bierdosen.
Mangel: Eine Zweier-Beziehung ist ja ganz schön. Aber bevor daraus ein Dauer-Zweikampf wird, lassen Sie sie lieber auswechseln.

was ist eigentlich so schwierig an der abseitsfrage, und wieso hackt jeder typ der sich für was besseres hält darauf rum, dass frauen die angeblich nicht verstehen? und mal ehrlich: dosenbier? und wenn sie keinen bock hat auf gröhlende besoffene fußballprolls, und nach hause geht, disqualifiziert. ich persönlich finde die option c am naheliegendsten, wenn eine horde von typen die wohnung stürmt zum fußballschauen-mackerabend.

ich erspare euch mal das aufführen weiterer beispiele, wenn ihr wollt, lest selber nach.

fazit:
will eine frau traumfrau sein, und es ginge nach dem willen dieser idioten, dann muss sie
a) mit dem typen ins bett hüpfen, wann immer ER will
b) seinen und ihren oder den gemeinsamen haushalt schmeißen – mit begeisterung, vielleicht noch nackt putzen?
c) eigene meinung, bedürfnisse und interessen aufgeben

für mich gibts da eigentlich nur eins zu sagen, die ag gender killer hat da so hübsche plakate:

(image via tapete – ich hoffe, es ist ok, wenn ich das hier verwende? ansonsten bitte bescheidsagen.)

veranstaltungstipp

für alle diejenigen unter euch, die zu zeit in berlin weilen:
die anti-lookism-auststellung im cafe morgenrot (kastanienallee 85) seit 3.10 und voraussichtlich bis anfang november.


[image via]

Sexismus und Gender

ein kurzer artikel aus dem as.ism-reader des antisexismusbündnisses berlin:

„Sexismus und Gender“
graffiti.hates.germany für das „Antisexismusbündnis Berlin“

Geschlechtlichkeit und alles, was damit zusammenhängt, wie beispielsweise die sexuelle Ausrichtung von Menschen, ist ein Bereich, der, wie die gesamte Gesellschaft, von Herrschaftsverhältnissen geprägt wird. Diese Verhältnisse ändern sich fortwährend, aber einige ihrer Grundmerkmale sind höchst beständig:
Individuen werden anhand angeblich biologischer Eindeutigkeiten in zwei Geschlechter eingeteilt. Diesen werden unterschiedlich privilegierte Orte in der Gesellschaft zugewiesen. Sie befinden sich also in einem hierarchischen Verhältnis zueinander, in dem Frauen in weniger machtvollen Positionen sind als Männer und wo Heterosexualität als Norm erhoben und Homo- oder Bisexualität als widernatürlich stigmatisiert wird. Meistens wird dieses Verhältnis aber nicht als Ungleichheit sondern als elementare Eigenheit der Geschlechter angesehen.
Dies hängt damit zusammen, dass die geschlechtliche Eindeutigkeit und Heterosexualität mit dem Rückgriff auf den Körper als Naturgesetz dargestellt wird, da die Vorstellung von dem Körper als natürlich und nicht durch den gesellschaftlich geprägten Blick wahrgenommen, vorherrschend ist. Denn dass Geschlechter existieren und für Jede und Jeden in ihrem/seinen Alltag höchst relevant sind, bedeutet nicht, dass sie einen wesenhaften Ursprung haben. Um den gesellschaftlichen Hintergrund bei der Herstellung dieses Systems deutlich zu machen, gebraucht man den Begriff Gender, der Geschlecht sozial und nicht biologisch bestimmt.
Die Zurichtung auf Männlich- oder Weiblichkeit ist jedoch nicht nur ein aufgezwungenes Ordnungsprinzip, sondern das „eigene Geschlecht“ wird meist angenommen, zum wesentlichen Merkmal unserer Identität und geht so in das geschlechtsentsprechende Handeln über. Dass wir nicht nur Männer und Frauen sein und uns demnach verhalten sollen, sondern uns meist als solche auch tatsächlich empfinden, entspringt einem Mechanismus, der das Geschlecht von Menschen zur eigenen Lebenswirklichkeit werden lässt. So wird es von anderen, aber auch von uns selbst immer wieder neu konstruiert.
Dass es Männer und Frauen gibt, ist also der Effekt der körperlichen Unterscheidung von Individuen nach geschlechtlichen Vorstellungen, gesellschaftlichen Machtstrukturen in denen wir leben und uns orientieren müssen und der darin entwickelten Persönlichkeit und Sexualität.

wer darf /soll eigentlich mädchen sein?

Es gibt eben nur zwei geschlechter, männlich und weiblich.

behauptete der lautstarke typ mit dem unerträglichen gesprächsverhalten in der hintersten reihe, und meinte damit nicht einmal nur das biologische geschlecht, sondern sowohl sex als auch gender. dass sich ein rein körperlicher unterschied zwischen ‚männern‘ und ‚frauen‘ nicht als biologischer zustand erklären lässt, wenn er gezielt von der gesellschaft hergestellt wurde, beschreibt wikipedia:

Viele intersexuelle Menschen wie auch kritische Wissenschaftler_innen argumentieren hingegen, dass die westliche Vorstellung von genau zwei sauber unterscheidbaren Geschlechtern (siehe Heteronormativität) falsch ist. In dieser Haltung werden sie häufig von Transgendern unterstützt. Sie konstatieren, dass die Festlegung auf eines der beiden gegenpoligen Geschlechter oft zweifelhaft sei, und zu starken physischen und psychischen Beeinträchtigungen führen könne. In der Regel handele es sich um einen durch sozialen Druck entstandenen Wunsch des Umfeldes, und nicht um ein Bedürfnis der Betroffenen selbst. Da die entsprechenden medizinischen Eingriffe (siehe geschlechtsangleichende Operation) oft im Säuglings- und Kleinkindalter vorgenommen würden, werde darüber hinaus der für die Betreffenden wichtigste Faktor, nämlich ihr psycho-emotionales „Identitätsgeschlecht“, nicht berücksichtigt.
weiter- und mehr lesen…

auf der ebene des sozialen geschlechts ist die vorstellung einer rein binären geschlechterkonstellation konstruiert und überholt . ( die 1 und die 0 – ihr dürft dann auch raten, welche in einer patriarchalen gesellschaft welche zuweisung bekommt)
die speziellen eigenschaften, die ‚frauen‘ und ‚männern‘ zugeschrieben werden, und deren ‚natürlichkeit‘ dann versucht wird ‚wissenschaftlich‘ zu belegen, haben nichts damit zu tun, ob die person als ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘(biologisch) kategorisiert wird, sondern mit der sozialisation, die daraus folgt, und selbst dann noch greifen sie mitnichten in jedem fall. das schema: kind -> wird geboren & kategorisiert -> erhält eine dementsprechende erziehung, kleidung, behandlung (jungs weinen nicht, und mädchen sind nie schmutzig, die klischees sind bekannt) -> erfährt entsprechende erwartungen von der umwelt -> erfüllung sichert integration, nichterfüllung die rolle einer_s außenseiter_in, mobbing, psychoterror, körperliche angriffe etc.
dieses stark vereinfachte schema einer sozialisation steht niemals einfach so im raum, sondern wird beeinflusst von anderen gesellschaftlichen faktoren, bspw gesellschaftlichem status, von medien transportierten schönheitsidealen oder rassistischen zuschreibungen, die jeder für sich wieder eine eigene sozialisation veranlassen.
aber was genau macht denn nun eigentlich die kategorie ‚mädchen‘ aus? per definitionem ‚jung‘, ‚weiblich‘, mit gewissem ‚niedlichkeits‘potential, ein wenig naiv und hilfsbedürftig vielleicht? braucht immer eine ’starke schulter‘ zum anlehnen?
so in etwa könnte eine ‚normale‘ definition des mädchenbegriffs aussehen (muss sie natürlich nicht). die begriffe, die in ‚‘ stehen, sollen verdeutlichen, dass alter, geschlecht, schönheit, stärke konstruierte kategorien sind, variabel und veränderbar, und dass somit auch die kategorien ‚mädchen‘, ‚mann‘, ‚frau‘ (…) veränderbar sein müssten.
schaut mensch sich in der gesellschaft um, ist dies natürlich nicht der fall. menschen, die in keine der gängigen kategorien passen, oder nach landläufiger meinung nicht in die ‚richtige‘, sind permanent krassem gesellschaftlichem druck, diskriminierung und verbalen/physischen angriffen ausgesetzt. einige von ihnen sollten mädchen sein, wollen und sind es aber nicht, andere sind es, nach einer definition, die jede_r für sich selber findet, und wieder andere erfüllen die erwartungen ihrer kategorie, stellen jedoch die grenzen ebenjener infrage und übertreten sie gezielt. und sie alle haben trotz ihrer unterschiedlichkeit eins gemeinsam: sie sind keine ‚guten mädchen‘.