Archiv der Kategorie 'abtreibung'

Discrimination and Denial

Abtreibungsgesetze in Nord-Irland.


Discrimination and Denial: Abortion Law in Northern Ireland from IPPF on Vimeo.

Kreuzzug in Münster

Wir wurden darauf hingewiesen, dass am kommenden Samstag (13.03.) wieder Abtreibungsgegner_innen aus der christlich-fundamentalen Ecke in Münster aufmarschieren wollen. Letztes Jahr wurde ein Weiterziehen des „Kreuzzuges“ über mehrere Stunden behindert. Auch dieses Jahr sind Gegenaktivitäten geplant – u.a. auch ein „Homo-Flashmob“, der gleichgeschlechtliche Paare auffordert, sich unter die Christ_innen mischen und ordentlich rumknutschen. Dazu gibt es eine Studi-VZ-Gruppe“Homo-Knutsch-Flashmob 13.3.10″.

National Day of Appreciation for Abortion Providers

Heute, 10. März wird in den USA der „National Day of Appreciation for Abortion Providers“ gefeiert.

Today is also the anniversary of the 1993 assassination of Dr. David Gunn, the first abortion provider killed in the U.S. because of his job. This past year we lost another provider, Dr. George Tiller, to antiabortion violence. The threat of violence is constant for many providers and, in a year when a provider was assassinated for the first time in over a decade, that threat is on everyone’s minds. Yet doctors, nurses, therapists, and other clinic staff keep going to work, because they know the legal right to abortion means nothing if everyone is too afraid to perform the procedure.

Super Sache. Wir sollten daraus den „INTERnational Day of Appreciation for Abortion Providers“ machen!

Also vielen Dank an alle Ärzt_innen, Pfleger_innen und Krankenschwestern, die sich täglich dafür einsetzen, dass Frauen ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch wahrnehmen können!

via feministing

Sarah Diehl über Schwangerschaftsabbrüche

Sarah Diehl, Regisseurin des Filmes „Abortion Democracy“, sprach anlässlich des XXIV. Black International Cinema 2009 über den Einfluss von Staat, Kirche und Gesellschaft auf Abtreibungsgesetze und den Umgang von Frauen mit dem Thema.

Part 1


Part 2


13. März, GÖ: neither your beauty nor your beast

Göttingen, Dorf der schönsten Fem-Demos, läd auch in diesem Jahr rund um den Frauenkampftag ein:


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Polnische Abtreibungsgegner_innen machen den Mixa

Auf dem Plakat steht: „Die Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Adolf Hitler eingeführt.“
Dieser Wahnsinn scheint nötig, da „sanfte Methoden“ im Kampf gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau nicht wirksam waren, so Mariusz Dzierzawski, Organisator der Aktion. Was er mit „sanften Methoden“ meint bleibt aber schleierhaft. Vielleicht die Gesetzeslage, welche eine der restriktivsten in Europa ist. In Polen sind Abbrüche mit Ausnahme von Vergewaltigung oder Inzest verboten. Ärzte haben das Recht einen Abbruch aus „moralischen Gründen“ zu untersagen, auch wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist.
Diese Praxis hat verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der weiblichen Bevölkerung.
So wurde Polen im März 2007 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt, da einer Frau mit einer schweren Augenkrankheit eine Abtreibung aus gesundheitlichen Gründen verweigert worden war. Die Frau ist seit der Geburt des Kindes fast blind.

Sanft kann auch nicht das mit der Wende neu eingeführte Familienfach „Erziehung und Familienleben“ sein, welches Sexualkunde ersetzt. Dort wird Frauen schon von Kindesbeinen eingebleut, dass Abtreibung Mord ist und eine Frau die abtreibt ein herzloses Wesen ist, welches wider ihrer Natur handelt.

Der Hitler Vergleich ist aber nichts neues, auch Walter Mixa, deutscher Katholik in Führungsposition, setzte Frauen, welche selbstbestimmt über ihren Körper entschieden mit Hilter gleich. Er betonte sogar, dass die Zahle der Abbrüche die Zahl der Todesopfer im Holocaust weit überholt hat.

Polen, welches vor 1990 ein liberales Abtreibungsgesetz hatte, änderte dies unter dem starken Einfluss der katholischen Kirche auf den Staat. Seither ist Polen eine „Provinz“ des Vatikan, mit allen negativen Auswirkungen für die Frauenrechte.

(dieStandard.at)

„Lebensschutz“ als Praxis heißt Tod

In Nicaragua wird einer schwangeren Krebspatienten, die lebensrettende Behandlung zum Schutz des ungeborenen „Lebens“ untersagt. Das Leben einer erwachsenen Frau, scheint nicht schützenswert zu sein.

Nicaraguan authorities have withheld life-saving treatment from a pregnant cancer patient because it could harm the foetus and violate a total ban on abortion.

A state-run hospital has monitored the cancer spreading in the body of the 27-year-old named only as Amalia since her admission on February 12 but has not offered chemotherapy, radiotherapy or a therapeutic abortion, citing the law. […]

Amalia is being monitored at a hospital in Leon, the second-largest city in the impoverished central American country. The hospital director, Ricardo Cuadra, said the case had been referred to a government-run medical commission which is due to issue a recommendation next Monday.

Campaigners accused the authorities of dragging their feet despite the patient’s deteriorating condition. „The doctors say because she is pregnant and since abortion is banned they cannot do anything,“ Bertha Sánchez, of a local feminist advocacy group, told La Prensa.

In Nicaragua ist ein Schwangerschaftsabbruch in keinem Fall erlaubt.

There are no exceptions for rape, incest or health risks to the mother. Even an anencephalic or ectopic pregnancy, which are incompatible with life, must be carried to term.

Geschafft – Spanien setzt Fristenlösung durch

Am Mittwoch hat der spanische Senat der bereits Ende Dezember vom Parlament verabschiedeten Reform der spanischen Abtreibungsgesetze zugestimmt. Damit erhält Spanien endgültig eines der liberalsten Abtreibungsgesetze der Welt. Gleich drei generelle Gesetzesablehnungen sowie 88 Änderungsanträge der konservativen Oppositionspartei sowie verschiedener kleinerer Parteiformationen wurden von einer knappen Mehrheit im Senat abgelehnt. Da die Gesetzesvorlage nicht verändert wurde, braucht das neue Abtreibungsgesetz nicht noch einmal vom Parlament abgesegnet werden und tritt bereits in vier Monaten in Kraft.

Die bisher restriktive Indikationsregelung wird somit durch eine Fristenlösung ersetzt, welche die bisher in Spanien verbotene Abtreibung sogar erstmals als „Recht“ der Frau auf eine „frei entschiedene Mutterschaft“ definiert. Zukünftig sind Abtreibungen demnach bis zur 14. Schwangerschaftswoche legal. Voraussetzung ist lediglich eine schriftliche Beratung in einem Gesundheitszentrum. Bis zur 22. Woche wird eine Abtreibung im Falle schwerer gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder von Missbildungen des Fötus möglich sein.

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Wow wow wow, auch mal gute Nachrichten. Schön!

versuchter „Feticide“ als Straftat

Neben dem Fall in Iowa, bei dem eine schwangere Frau angezeigt wurde, da die Ärzt_innen vermuteten sie wollte mit einem Treppensturz eine Fehlgeburt einleiten ( das Mädchenblog berichtete), diskutiert der Senat und Kongress in Utah nun den Versuch eine Fehlgeburt einzuleiten unter Strafe zu stellen.

The bill passed by legislators amends Utah’s criminal statute to allow the state to charge a woman with criminal homicide for inducing a miscarriage or obtaining an illegal abortion. The basis for the law was a recent case in which a 17-year-old girl, who was seven months pregnant, paid a man $150 to beat her in an attempt to cause a miscarriage. Although the girl gave birth to a baby later given up for adoption, she was initially charged with attempted murder. However the charges were dropped because, at the time, under Utah state law a woman could not be prosecuted for attempting to arrange an abortion, lawful or unlawful.

The bill passed by the Utah legislature would change that. While the bill does not affect legally obtained abortions, it criminalizes any actions taken by women to induce a miscarriage or abortion outside of a doctor’s care, with penalties including up to life in prison

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In Deutschland ist der Versuch eine Schwangerschaft abzubrechen zwar eine Straftat die Schwangere kann dafür aber nicht belangt werden.

§ 218
Schwangerschaftsabbruch

(4) Der Versuch ist strafbar. Die Schwangere wird nicht wegen Versuchs bestraft.

Erst eine durchgeführte, geglückte Abtreibung ist strafbar.

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

(3) Begeht die Schwangere die Tat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

Dass man nicht im Strafgesetztbuch sondern eher im Grundgesetz auf das Thema Schwangerschaftsabbruch stoßen sollte, fordern Feminist_innen schon seit jeher. Die Tendenz der letzten Jahre geht aber genau in die entgegengesetzte Richtung. Abbrüche werden mit immer restriktiveren staatlichen Gesetzen belegt und Frauen dadurch weitgehend kriminalisiert.

Iowa: Frau für versuchten „Feticide“ im Gefängnis gelandet

In Iowa, USA ist eine schwangere Frau für „versuchten Feticide“ ins Gefängnis gekommen. Die Frau, die einer Krankenschwester erzählte, dass sie sich zu Beginn der Schwangerschaft nicht sicher war ob sie das Kind wirklich behalten will, wurde beschuldigt sich absichtlich eine Treppe hinunter gestürzt zu haben.

She‘d considered both adoption and abortion before ultimately deciding to keep the child. The nurse then summoned a doctor, who questioned her further about her thoughts on ending the pregnancy. Next thing Taylor knew, she was being arrested for attempted feticide. Apparently the nurse and doctor thought that Taylor threw herself down the stairs on purpose.

According to Iowa state law, attempted feticide is an trying „to intentionally terminate a human pregnancy, with the knowledge and voluntary consent of the pregnant person, after the end of the second trimester of the pregnancy.“ At least 37 states have similar laws. Taylor spent two days in jail before being released. That’s right, a pregnant woman was jailed for admitting to thinking about an abortion at some point early in her pregnancy and then having the audacity to fall down some stairs a couple of months later. Please tell me you find this as horrifying as I do.

Oh ja das tue ich…

Info via

Der Kampf gegen Abtreibungsärzt_innen

In Florida wird derzeit ein Gesetzesvorschlag des Rep. Charles Van Zant diskutiert. Van Zant spricht sich dafür aus, alle Abtreibungen unter Strafe zu stellen. Ging es nach seinen Vorstellungen sollten Ärztinnen und Ärzte die Schwangerschaftsabbrüche durchführen im Gefängnis landen.

Except in cases where a woman’s life is considered in danger, doctors who perform abortions would face first degree felonies punishable by up to life in prison and civil fines.

Die fortschreitende Kriminalisierung von Ärzten und Ärztinnen, die Abtreibungen durchführen ist auch in Deutschland nichts neues mehr. Mit der Verschärfung des §218 im Jahr 2009 gerieten Mediziner_innen zunehmend ins Visier der Abtreibungsgegner_innen.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Weder sind die angedrohten Sanktionen für Ärzte harmlos, noch bleiben solche Gesetze für die betroffenen Frauen folgenlos. Der Druck richtet sich nicht direkt gegen hoch belastete Schwangere, sondern vor allem gegen die wenigen Ärzte, die noch dazu bereit sind, Indikationen zu stellen. Die wissen nun, dass die Bundesärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gegen sie sind. Und Kliniken, die noch Abbrüche durchführen, haben Ethik-Kommissionen; auch dort wird die Haltung zunehmend restriktiver. Schon heute weichen viele Frauen wieder nach Holland oder Österreich aus.

(Monika Frommel, Emma)

Es scheint als würden die „Lebensschützer“ nach jahrelangen erfolglosen Kampf gegen die Frauen nun gegen die Ärzte und Ärztinnen mobil machen.
Und leider sind sie damit erfolgreich, denn immer weniger Ärzte sind bereit Abtreibungen durchzuführen und sich dem Terror der Abtreibungegegner_innen auszusetzen.

Auch wenn uns das formale Recht auf Abtreibung in den USA wohl erhalten bleiben wird, so ist das Gesundheitswesen, das eine sichere, legale Abtreibung garantiert, hart gefährdet. Viele medizinische Hochschulen und Ausbildungskrankenhäuser haben aufgehört, das Fach Abtreibung zu unterrichten – was auch eine Reaktion ist auf das Argument, Abtreibung sei unmoralisch. Aber es ist auch einfach Angst. Diese Angst hat die Abtreibung in eine Art medizinisches Niemandsland gedrängt, wo Ärzte kugelsichere Westen tragen, Studenten sich ihr Wissen mühsam zusammenklauben müssen und kaum noch geforscht wird. Diese Schattenwelt wiederum macht es immer unattraktiver für Ärzte, Abtreibungen durchzuführen, selbst für diejenigen unter ihnen, die „dafür“ sind.

Die fünf Morde an Abtreibungsärzten und Klinikangestellten von 1993 bis 94 veränderten die Abtreibungsdebatte radikal. Durch sie wurde Abtreibung zu einem gefährlichen, unerwünschten und irgendwie sogar unzulässigen Unterfangen – für Ärzte.

( emma)

Her mit Reproduktiven Rechten

„Human Rights Watch“ hat ein 57-Seiten lange Studie über die Auswirkungen der restriktiven Abtreibungsgesetze in Irland veröffentlicht. Fokus wird auf die finanziellen, psychischen, physischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Menschensrechtsverletzung durch den irischen Staat gelegt.

The Irish government actively seeks to restrict access to abortion and consequently violates
women’s human rights. The potential imposition of life-time prison sentences for procuring
an abortion in Ireland in and of itself threatens the right to liberty and security as women
may risk prison for seeking to exercise their right to health. Further, the Irish government
limits access to information about safe and legal abortion services through restrictive
legislation. It has sought to prevent individual women from traveling abroad for abortion
through injunctions and it refuses to regulate access to legal abortion within Ireland. The
government does nothing to mitigate the consequences of a very divisive public abortion
debate on women’s ability to exercise their full range of human rights. Critically, the
government has not taken steps to regulate the provision of blatantly misleading and false
information by so-called “rogue” agencies, to the detriment of women’s emotional and
physical health. The Irish government declined to be interviewed for this report and
indicated that it had no plans to review the current situation.

Mehr Infos zum Thema Irland und Abtreibung

http://maedchenblog.blogsport.de/2010/02/03/irland/

http://maedchenblog.blogsport.de/2009/12/09/europaeischer-gerichtshof-fuer-menschenrechte-entscheidet-ueber-abtreibungsfrage-in-irland/

Costa Rica – erstmals Frau an der Spitze

In Costa Rica ist mit Laura Chinchilla erstmals eine Frau an der Spitze der Regierung. Die Rechtsanwältin löst damit den früheren sozialdemokratischen Präsidenten Oscar Arias ab. Chinchilla, selbst Mitglied de Sozialdemokratischen Partei PLN, hat angekündigt die liberale Wirtschaftspolitik ihres Vorgängers weiterzuführen und der Kriminalität den Kampf anzusagen.

Auch in Sachen Geschlechterpolitik wird Chinchilla keine Wende bringen, sie lehnt sowohl Abtreibung als auch die Ehe zwischen Homosexuellen Menschen ab. Im Wahlkampf betonte sie auch immer wieder ihre Nähe zur katholischen Kirche.
Einziges „frauenpolitisches“ Thema ihres Wahlkampfs war das Versprechen während ihrer Amtszeit mehr Frauen in den politischen Prozess einzubinden. Dass dies Frauen aber nichts bringen wird wenn keine wirkliche Frauenpolitik betrieben wird kann uns Chinchilla in den nächsten Jahren selbst beweisen.

Stimmen gegen die Anti-Choice Superbowl Werbung

Wie schon berichtet soll beim diesjährigen Superbowl eine Werbefilm der christlich orientierten Pro-Life Organisation „focusonthefamily.com“ gezeigt werden. In dem Spot ist eine Frau zu sehen, die berichtet, dass ihr vor 23 Jahren Ärzte aus gesundheitlichen Gründen zu einer Abtreibung rieten. Sie entschied sich dagegen. Ihr Sohn ist heute der Footballstar Tim Tebow. Eine Gesichte wie gemacht für das Pro-Life Amerika. Kitsch, Drama und Liebe. Was dabei aber vergessen wird ist, dass eben diese Frau eine Entscheidung treffen konnte weil sie die Wahl hatte.
Und nur wenn diese Wahl möglich ist, können sich Frauen auch wirklich frei entscheiden. Das sieht auch „PlannedParenthood“ so und veröffentliche einen super Gegen-Werbespot.


Irland

Die irische Regierung entschuldigt sich dafür, dass sie Frauen missverständliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zukommen ließ.