Archiv der Kategorie 'abtreibung'

Verhütung? Immer noch nur für Leute mit Geld

Das Mädchenblog hat schon früher darüber berichtet: als Sozialhilfeempfängerin wird einem zwar eine Abtreibung, aber keine Verhütungsmittel gezahlt. Schon damals haben einzelne Städte und Kommunen sich der Sache angenommen, was allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein war.
Daß das auch auf Dauer nicht funktioniert, zeigt ein aktueller Artikel in der taz.

Viel Zahlenmaterial gibt es bisher nicht über das Phänomen. Aber viele Erzählungen und wenigstens eine kleine Studie: Bereits 2006 befragte eine Mitarbeiterin von pro familia in Köln 69 Frauen, die zum Teil seit mehreren Jahren arbeitslos waren. Das Ergebnis war alarmierend: Seit der Einführung von Hartz IV 2005 sank die Quote derjenigen, die immer verhüten, von zwei Drittel auf ein Drittel. Die Anzahl derjenigen, die nie verhüten, stieg hingegen von 6 auf 16 Prozent. Und das, obwohl keine der befragten Frauen einen Kinderwunsch hatte.

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Keep Your Boehner Out of My Uterus

Eine gleichnamige amerikanische Website sammelt die besten „Boehner-Pics“. Dabei kann man sich ein Bild des Abgeordneten aussuchen und dieses dann mit einem zynischen Spruch, bezüglich seiner misogynen Grundeinstellung, versehen.

Zur Person: John Boehner, ist US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und seit 1991 Abgeordneter des Repräsentantenhauses. Von sich reden macht der Anti-Choice Politiker durch seinen Plan „PlannedParenthood“ die staatlichen Gelder zu entziehen.

Wirklich eine super Idee. Die amerikanische Pro-Choice-Bewegung zeigt sich wieder einmal gekonnt kreativ!

„Women´s health is under attack“

Meldungen über Bemühungen und (schlimmer) Erfolge der amerikanischen Anti-Choice-Bewegung Schwangerschaftsabbrüche zu illegalisieren gehören leider zu meiner wöchentlichen Nachrichtenlektüre. Was sich aber seit dem Wahlsieg der Republikaner im November letzten Jahres abspielt ist bisweilen beispiellos und zutiefst erschreckend.

Starten wir mit den „Protect Life-Act“. Dieses vom Repräsentantenhaus vorgeschlagene Gesetz, soll es Ärzt_innen auch dann ermöglichen einen Schwangerschaftsabbruch zu unterlassen, wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist. „Protect-Life“, halt.

Dann kam der Vorschlag eines republikanischen Abgeordneten Vergewaltigungsopfern nur dann eine Abtreibung mit staatlichen Mittel zu finazieren wenn diese wirklich zum Sex gezwungen wurde. Heißt: Wurde sie davor unter Drogen gesetzt, ohnmächtig geschlagen oder war stark alkoholisiert oder bewusstlos fand keine richtige Vergewaltigung statt, ergo es gibt keine staatlichen Hilfen.

Und jetzt ganz neu. Die Republikaner wollen den sogenannten „TitleX“ abschaffen. Dieser „Title“ sorgt dafür, dass Einrichtungen wie PlannedParenthood, welche Informationen zu Verhütungfragen, Krebsvorsorge, oder HIV-tests anbieten staatliche Zuschüsse bekommen.
Dazu Cecile Richards, Präsidentin von PlannedParenthood auf Youtube.

Wer eine Zusammenfassung über alle Attacken auf Reprodukive Rechte im Jahr 2010 haben will. klickt hier

The Girl’s Guide To Having An Abortion

The Girl’s Guide To Having An Abortion via jezebel

Abtreibung? Dann verblute doch…

Jezebel berichtet über Schockierendes aus den USA. In Nampa, Idaho weigerte sich eine Apothekerin einer Frau eine Pille auszuhändigen die Blutungen des Uterus stillt, da sie davon ausging, dass die Frau einen Schwangerschftsabbruch durchführen ließ.

Planned Parenthood officials said the complaint states that the pharmacist inquired if the patient needed the drug for post-abortion care. The nurse refused to answer the question based on confidentiality of health information.

According to Planned Parenthood, the pharmacist then stated that if the nurse practitioner did not disclose that information, she would not fill the prescription. The nurse alleged that the pharmacist hung up when asked for a referral to another pharmacy that would fill the prescription.

Wie schon so oft, wird hier wiedereinaml gezeigt, dass sich „Pro-Life“ nicht auf das Leben von Frauen bezieht. Die selbsternannte Lebensschützerin hätte in dem Fall kein Problem gehabt ein erwachsene Frau leiden, oder gar verbluten zu sehen. Alles aus Gründen des Gewissens, versteht sich.
Für Frauen kann dieses „Gewissen“ lebensbedrohliche Konsequenzen haben.
Was mit diskriminierende Sprüchen oder Blicken beim Kauf von „Pille danach“ anfängt, scheint wohl leider darin zu enden Frauen verbluten zu lassen. Wer als medizinische Fachkraft allerdings so handelt hat seine Berufung weit verfehlt und sollte lieber in weniger verantwortungsvollen Bereichen aktiv sein.

Wear a safety pin

Alle sechs Minuten stirbt eine Frau an den Folgen einer illegalen Abtreibung. Obwohl ein legal durchgeführter Abbruch sicherer wäre, als die Nutzung eines Tampons.
Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen ruft die Seite www.the-safety-pin.org zusammen mit „Women on Waves“ dazu auf, eine Sicherheitnadel zu tragen.

The essence of the-safety-pin campagne is to pull the themes abortion and unwanted pregnancy out of the closet and onto the public agenda. This progress towards an active international debate has an international symbol: the safety pin.

Also, alle mal in der Nähkiste wühlen und Sicherheitsnadeln suchen!

Anti-Choice Terror

Dass der Anti-Abortion-Terror in den USA ganz andere Auswüchse hat wie hier zu Lande dürfte den meisten klar sein. Plakate die mit rhetorischen und visuellen Mitteln zu Gewalttaten gegen „abortion providers“ aufrufen, schocken dann aber trotzdem.

In North Carolina musste sich nun ein Mann für die Erstellung solcher Plakate vor Gericht verantworten und wurde schuldig gesprochen.
Ms.Magazine berichtet:

Operation Rescue/Operation Save America’s Philip „Flip“ Benham was just found guilty of two charges of criminal stalking with intent to cause emotional distress and disruption of domestic tranquility for residential picketing.

Abtreibung ist böse und schädlich

Autsch, hier wird böse mit der Moralkeule geschwungen.

TV-Spots für Abtreibungen, Nein Danke, sagt zumindest RTL. Zwischen „Chips- und Bierwerbung“ eine Werbung, die Frauen über ihr Recht auf einen Abbrüch informiert, schrecklich. Dies findet nicht nur RTL sondern auch die im Bericht befragten Frauen. Denn ganz klar ist, wer Frauen so eine Werbung zeigt der riskiert, dass Frauen „leichtfertig“ abtreiben und „Kinder sind doch das Schönste der Welt“.
Besser ist es Abtreibungen Schein zu legalisieren und jegliche Werbung dafür zu verbieten, damit Frauen zwar eigentlich dürfen, also nicht mehr die Titelblätter bekannter deutscher Nachrichtenmagazine für ihre Nichtigkeiten beanspruchen, aber auch nicht so richtig wissen was-wie-wann zu tun ist.
Was natürlich auch nicht fehlen darf ist der Hinweis auf ein wissenschaftlich widerlegtes Phämomen- das „Post Abortion Syndrom“. Welches besagt, dass Frauen nach Abtreibungen angeblich ganz schwere Depressionen haben. Das dies Quatsch ist kann mensch hier nachlesen.

Traurig das Frauen im deutschen TV mit so einem Mist belästigt werden, statt über ihre Rechte informiert zu werden.

(Danke an Melba für den Hinweis)

1000 Kreuze in die Spree – Der Protest gegen die Abtreibungsgegner_innen

Super Video über die Gegendemo zum „1000 Kreuze Marsch“ in Berlin.

My choice is not a crime

Vor gut einem Jahr wurde ein Pärchen in Queensland, Australien, wegen einer illegal durchgeführten Abtreibung angeklagt, das Mädchenblog berichtete. Das Gericht sprach die beiden nun zwar frei, Schwangerschaftsabbrüche bleiben in Queensland jedoch illegal. Um dies zu ändern wurde nun die Kampagne „My choice is not a crime!“ ins Leben gerufen. Unterstützung kann man leisten indem man die Online-Petition unterzeichnet und auf diesem Weg Premier Bligh auffordert Abtreibung nicht als Straftat sondern als medizinische Notwendigkeit zu betrachten.

Hier die ganze Forderung:

An overwhelming majority of Australians believe that a woman’s reproductive choice should not be subject to criminal punishment.

But in Queensland, as in other Australian states and territories, women and doctors can be tried under 19th century criminal codes and face years of imprisonment for choosing an abortion. These laws have already seen women seeking abortions after sexual assault turned away from public hospitals, and left doctors fearing imprisonment for providing advice and treatment.

Please Premier Bligh, ensure abortion is dealt with in the health code, not the criminal code.