Archiv der Kategorie 'allgemein'

Stereotype von innen aufbrechen

Es gibt viele Schauspieler_innen, die sich über Stereotype beschweren. Offensichtlich bin ich ein „ethnischer Typ“. Ein Teil meiner Verantwortung als Schauspieler ist es, diejenigen zu vermenschlichen, die für eine stereotype „Asiatenrolle“ gecastet wurden. Ich denke, es gibt viele asiatische Schauspieler_innen, die sagen „Ich spiele keine Kellner_innen“ oder „Ich spiele keine Dienstbot_innen“; das ist erstmal dumm. Zweitens ist es respektlos gegenüber unseren Vorfahren, von denen so manche als Hausbedienstete und Kellner_innen arbeiteten.

Mein Großvater war Bauer. Als mein Vater im 2. Weltkrieg aus dem Internierungslager kam, arbeitete er als Tellerwäscher in einem Restaurant in Cinatown. Zu sagen, ich schäme mich dafür, ist zu sagen, ich schäme mich für das, was ich bin. Mein Vater und meine Großeltern brachten große Opfer, um mir diese Welt zu ermöglichen, in der ich heute lebe. Sicher gibt es stereotype Darstellungen, aber ich habe die Einstellung, diese Rollen zu spielen und zu vermenschlichen, die Drehbuchautor_innen dazu zu bringen, diese Figuren auszubauen, damit sie nicht die lächerlichen Einfaltspinsel sind, als die sie so oft dargestellt werden. Diese sogenannten stereotypen Rollen sind die Rollen, die großes Potential für Dramatik haben.

- George Takei in einem Starlog Interview im August 1986

Via Trekkie Feminist

(Übersetzung von mir)

Esst was ihr wollt!

Bei Antispe Dresden erschienen.

Unterstützung statt Zwang und Ausgrenzung bei Essproblemen

Über die Zusammenhänge von „Essstörungen“, sexistischen Verhältnissen, Pathologisierung, Veganismus und die Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen in und außerhalb der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung
Von M., 12.6.14

Essen ist wichtig für alle von uns. Besorgung, Auswahl, Zubereitung, Verzehren und Verdauung von Nahrungsmitteln sind ein Dauerthema in unserem Leben. Essen beschäftigt uns tagtäglich und lebenslang. Es ist nicht nur überlebenswichtig, sondern erfüllt verschiedenste Funktionen in unserem Alltag. Essen kann Sättigung und das Stillen von körperlichen und seelischen Bedürfnissen bedeuten. Es hat in allen Kulturen eine soziale Bedeutung und bietet vielfältigste Gelegenheiten für Zusammenkünfte. Es kann befriedigend, tröstend, erfüllend sein.

Essen kann aber auch Belastung, Stress, Angst, Ekel und Druck mit sich bringen und mit unersättlichem Hunger, nicht zu stillendem Verlangen oder zwanghafter Beschäftigung einhergehen.Es gibt unzählige Probleme im Bereich Essen und Ernährung. Politische, moralische und ökologische sowie gelegentlich gesundheitliche Fragestellungen dazu werden hin und wieder in der Tierrechts-, Tierbefreiungsbewegung thematisiert. Andere hingegen, wie schwierige Beziehungen zum Essen, bisher nicht.

Die Probleme und Schwierigkeiten in der Beziehung zum Essen und damit zusammenhängend zum Körper, die einigen Menschen gemacht werden, werden folgend als politisch thematisiert.

Die Position, aus der die Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt, geschieht aus einer feministischen, wissenschafts- und psychiatriekritischen Betroffenenperspektivei heraus. Die in der Literatur zum Thema übliche Expert*innenperspektive wird abgelehnt und spielt im Text nur eine Rolle, wenn damit einhergehende grundlegende Annahmen und Methoden kritisiert werden. Ausgangspunkt ist die Kritik an Pathologisierung und Psychiatrisierung von Menschen, deren Wahrnehmung und Verhaltensweisen, die auch sogenannte Essstörungen und psychiatrische Diagnosen generell einbezieht. Damit soll der bevormundende Blick auf und der Umgang mit Menschen, die besondere Körperbeziehungen und Beziehungen zum Essen bis hin zu großen Essproblemen haben, vermieden werden. Es soll eine Gegenposition zu den üblichen verbreiteten Ansichten und Abhandlungen über „Essstörungen“ entstehen, die betreffende Menschen als passive Leidende darstellen, die durch ihre „Krankheit“ nicht in der Lage seien, ihre Situation „richtig“ einzuschätzen und daher unfähig seien, selbst Ursachen und Auswege dafür zu finden. Im Mittelpunkt steht die Erfahrungswelt, die Lebensrealität und die Unterstützung Betroffener. Sie stellen hier die kompetenteste Instanz zu den Einordnungen und Bewertungen sowie der Konsequenzen ihres Zustandes, ihrer Wahrnehmung und Verhaltensweisen dar.

Gesellschaftliche Hintergründe und die theoretische Grundlage der Herangehensweise ans Thema werden zuerst erläutert. Anschließend wird dargestellt, weshalb die Thematisierung von Problemen mit Essen im Allgemeinen und mit Veganismus im Besonderen in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung wichtig ist, bevor radikale Konzepte des Umgangs mit Betroffenen thematisiert werden. Da die Länge des Textes begrenzt, das behandelte Thema jedoch hochkomplex ist, sind viele Aspekte nur angerissen und fallen entsprechend kurz aus. Einige Themen im Zusammenhang mit Essproblemen, wie Therapien und andere Möglichkeiten, mit den Essproblemen umgehen oder sie bewältigen zu können, sind nicht Bestandteil des Textes. Er ist an Freund*innen, Angehörige und Unterstützer*innen gerichtet und enthält keine Anleitungen oder Ratschläge zur Bewältigung der Essprobleme für Betroffene, sondern soll die Verschärfung der Probleme durch die Verhältnisse und Mitmenschen verhindern helfen. Literatur, die nützliche Hilfestellungen für einen erträglicheren Umgang mit Essen und sich selbst enthält, ist unten aufgeführt.

Hier geht es weiter

period positive

Schicker tumblr: period positive

Linkspam zum Equal Pay Day

Alle Jahre wieder, alle Jahre noch notwendig, bis die Ziele erfüllt sind: Equal Pay Day, heuer wieder am 21. März.

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Und, tadaaa, Deutschland belegt einen der „vorderen Plätze“: im Schnitt verdienen Frauen hier 22% weniger als Männer.

Liebevolle Link/Info-Zusammenstellung zum Beispiel bei der Mädchenmannschaft über Feminismus und Finanzen.

Frauenspezifische (Alters-) Armut, Bezahlung und zu welchen Bedingungen – gerade auch in der Prostitution ein Thema. Davon zum Beispiel erzählt „Maria“.

Am besten informiert/ausgestattet wird man natürlich bei equalpayday.de; lohnt sich generell, auf der Seite rumzuklicken!

Wie man die Gehaltswelt gerechter werden lassen könnte, versucht auch Sabine Hockling zu beantworten , mit schön übersichtlichen „To Do-Vorschlägen“.

In Österreich war der Equal Pay Day etwas früher, aber auch hier ist die Situation nicht schön; bei einer Parlamentsveranstaltung ist man sich immerhin auch einig, daß es an der sogenannten Teilzeitfalle alleine liegen kann.

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Wer noch mehr interessante Texte/Links entdeckt hat, kann sie ja gerne in die Kommentare posten.

rote tasche

Frauenbild in Indien

Der Standard interviewt die Ärztin P. Chandra über die wandelnden Lebensumstände, denen Frauen in Indien begegnen und knüpft dabei absolut interessante Verbindungen, zwischen Wirtschaft, Gesetz und Geschichte – viele Dinge, die Durchschnittseurpoäer_innen wohl gar nicht so klar sind.

Chandra: Es gibt keine Gefahr mehr zu verhungern. Die Frauen müssen nicht mehr auf dem Feld arbeiten. Das Einkommen ist gestiegen, und mit dem wirtschaftlichen Vorteil der Männer sind auch ihre Forderungen gestiegen. In einer Beziehung hat in Indien immer der Mann die letzte Entscheidung. Auch bei einer Abtreibung.

Es gibt aber nun eine neue Regelung, dass sich eine Frau nach zwei Kindern ohne die Unterschrift des Mannes sterilisieren lassen kann. Das ist bereits ein Fortschritt, denn normalerweise müssen Frauen sogar bei der Verwaltung ihres eigenen Einkommens den Mann fragen. Das hat insofern Auswirkungen auf das Familienbudget, als in armen Gebieten viele Männer ein Alkoholproblem haben. Vor allem seit dem Ende der Prohibition in Tamil Nadu im Jahr 1977 greifen viele Männer zur Flasche. Da bleibt oft nur sehr wenig Geld für Nahrungsmittel.

derStandard.at: Woher kommt dann der Eindruck, dass Frauen weniger wert sind?

Chandra: Eine alte indische Volksgruppe, die Draviden, hatten bereits gleiche Rechte für Frauen. Vielleicht spielt der Einfluss der Muslime aus dem Norden des Landes eine Rolle. Denn selbst wenn es im Hinduismus heißt, dass die Frau ihrem Mann zu folgen hat, steht nirgendwo etwas von Versklavung.

Lesen!

Die besten Wünsche zum 8. März vom Mädchenblog!

Frauenkampftag 2014

Veranstaltungen und Demonstrationen zum Internationalen Frauenkampftag 20141:

Berlin
13:00 Uhr am Gesundbrunnen: Demonstration “Still loving Feminism!”
18:30 Uhr im SBZ Krähenfuß: Scree­ning und Dis­kus­si­on: „WON­DER WOMEN!

Graz
10:30 Uhr am KünstlerInnenhaus: Demonstration „Frauenauflauf

Hamburg
13:30 Uhr am Hachmannplatz: 8.März-Demo | 8-Mart Dünya Emekci Kadinlar Günü Yürüyüsü

Linz
11:00–00:00 Uhr, verschiedene Orte: Feminismus & Krawall – Protest · Performances · Interventionen · Konzerte

Nürnberg
13:00 Uhr am Weißen Turm: Infostände und Aktionen
15:30 Uhr am Weißen Turm: Demonstration

Salzburg
13:30 um am Alten Markt & Platzl: Kundgebung: “Frauenrechte sind nicht käuflich”. Weitere Termine.

Wien
15:00 Uhr, U6-Station Josefstädterstraße: Demonstration

Zürich
13:30 Uhr am Hechtplatz: Demonstration “Care-Arbeit kollektivieren. Kapitalismus entsorgen”

  1. wird laufend ergänzt [zurück]

Schweizer Volksabstimmung: 70% weiterhin für reproduktive Rechte

Im Ergebnis wesentlich erfreulichere Volksabstimmung in der Schweiz: Anders als in Deutschland werden Abtreibungen auch weiterhin von der Krankenkasse finanziert, deutliche 70% der Schweizer_innen stimmen diese Regelung zu. Die fundichristlich-konservative Initiative dagegen ist also ganz, ganz übel gescheitert – nur wurde diese schweizer Volksabstimmung in den deutschen Medien so gar nicht jenseits einer Randnotiz erwähnt – während die Abstimmung um die Freizügigkeit Topthema war und gerade die christlich-konservativen Fanatiker_innen sich gar nicht genug über die ach so viel demokratischere Schweiz und „Volkeswillen“ begeistern konnten…
Interessant auch in diesem Zusammenhang, daß der Kanton, in dem auch die EU-Freizügigkeit am schärfsten abgelehnt wurde, als einziger auch mehrheitlich gegen die Kostenübernahme durch die Krankenkassen bei Abtreibungen stimmte:

Einzig die Stimmenden im Kanton Appenzell Innerrhoden unterstützten die Initiative, und das mit einem Ja-Anteil von 50,9 Prozent.

[Berlin] Theaterprojekt „Speak Out!“

Einladung für das selbstorganisierte Theaterprojekt „Speak Out!“ für Frauen*.

“When I dare to be powerful, to use my strength in the service of my vision, then it becomes less and less important whether I am afraid.”
- Audre Lorde

Die Idee
Die Idee des Theaterprojekts „Speak Out!“ ist es sich kollektiv dem Thema sexuellen Mißbrauch und Vergewaltigung aus einer künstlerischen, kreativen und politischen Perspektive zu nähern. Meistens trauen wir uns nicht über unsere Erfahrungen zu sprechen, weil wir gesilenced, stigmatisiert, kriminalisiert und für die erlebte Gewalt selbst verantwortlich gemacht werden. Dagegen wollen wir uns wehren und selbstbewusst die Perspektive und Stärke von uns Überlebenden sichtbar machen. Fight back and Speak Out!
(mehr…)

Gesucht: Queere Streetart

Das Archiv der Jugendkulturen [Berlin] sucht Street Art zum Themenbereich gender/queer für die geplante nächste Ausgabe ihres Journals. Es soll eine Bildstrecke mit Charactern, Slogans, etc. geben, in denen es um Geschlechterrollen und das Spiel mit diesen, Kritik an Heteronormativität, Statements gegen Homophobie, etc. geht.

Falls ihr solche Sachen macht, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns Fotos von euren Werken schickt, gerne eine Auswahl an verschiedenen Sachen, aus denen wir etwas aussuchen können. Wir können leider nichts für Bildrechte zahlen, da wir kein Budget für irgendetwas haben. Falls ihr interessiert seid, bitte schickt uns die Sachen an daniel.schneider |ät| jugendkulturen.de

Hello dear street art artists,

we, the Archiv der Jugendkulturen, are looking for street art that is about gender/queer topics for the upcoming issue of our magazine. We want to publish some pictures of characters, slogans and other stuff that is about gender roles and playing with them, critic of heteronormativity, statements against homophobia and other stuff like that. If you do street art about these topics, it would be great if you could send us some pictures from which we could choose some for the magazine. Sadly we can’t pay anything, we have no money for that project at all. If you are interested, please send the pictures to daniel.schneider |at| jugendkulturen.de