Archiv der Kategorie 'feminismus'

Antifeministen im Netz – Gewaltbereitschaft

Feministen-Blogs und Gender-Themen werden im Netz systematisch von einer handvoll Maskulinisten zugetrollt. Der Sozialwissenschaftler Hinrich Rosenbrock hat dazu mit „Die antifeministische Männerrechtsbewegung“ eine Expertise für die Heinrich-Böll-Stiftung geschrieben, in der er unter anderem auch auf die Gewaltbereitschaft und die Nähe zum rechtem Rand der Antifeministen hinweist.
Interview
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Diskussionsbeitrag des Antisexistischen Bündnisses Rostock bei Kombinat Fortschritt

Die Auseinandersetzung linker Szenen verschiedener Städte mit (ihren) antisexistischen Gruppen und/oder Positionen ist ja immer so eine Sache. Manchmal sprengen Auseinandersetzungen ganze Szenen, manchmal werden die Antisexist_innen auch einfach als Ideolog_innen oder Dogmatiker_innen abgestempelt und ausgegrenzt, das wiederum manchmal, indem Machtstrukturen bemüht und das Ganze unschuldig als Reaktion auf unangemessenes (Rede)Verhalten zurückgeführt wird.. So oder so: Die Diskussionskultur der DefMa-Gegner_innen ist in der Regel weder besonders neu – originell war sie ja noch nie.
Ärgerlich und nicht duldbar bleibt sie weiterhin.

Im hier dokumentierten Fall wird das Antisexistische Bündnis Rostock (ASB) unter Generalverdacht gestellt, Vorwürfe wie ein „geschlossenes Weltbild“ des ASB (a.k.a. Dogmatismusvorwurf; gääähn), „aggressives“, „gewaltvolles“ und nicht „diskursfeindliches“ Kommunikationsverhalten (a.k.a. emanzipatorische Personen nehmen sich das kritische Wort und halten nicht die Klappe, wenns ihnen gesagt wird; auch bekannt) sowie die Anklage, die Politszene absichtlich und unter Zuhilfenahme der Definitionsmacht als „politsektenhafte“ Praxis sprengen zu wollen (a.k.a. verschwörungstheoretische Anwandlungen zur Machterhaltung; x-tausendmal gehört), machen u.a. von hier aus die Runde.
Das ASB in Rostock ist – aus geographischer Perspektive – recht ‚ab vom Schuss‘, überregionale Bündnisse sind da vergleichsweise mühsam herzustellen. Aus diesem Grund können ein paar warme Worte nicht schaden. Das ASB braucht Unterstützung von allen motivierten Antisexist_innen, DefMa-Verfechter_innen, Femohools, riotgrrrls*, queers, … Kommentiert und diskutiert – unterstützt mit Kommentaren entweder auf der Seite des Kombinat Fortschritt oder per Mail: asb_hro[at]riseup[dot]net.

Das maedchenblog solidarisiert sich mit dem ASB und freut sich, wenn auch ein paar Leser_innen sich an der Diskussion beteiligen.

Sexistische Werbung im öffentlichen Raum

Ich gehe durch die Stadt und sehe Plakate, auf denen lange, nackte Frauenbeine ein Deo für Männer bewerben. Ein Kfz.-Anhängerverleih wirbt auf einem Plakat mit der Abbildung eines Anhängers, vor dem sich drei leicht bekleidete Frauen lasziv räkeln. Darüber prangt in großen Buchstaben der Werbeslogan „MIET MICH. BENUTZ MICH.“ Ich steige in die Bahn und lese den Werbespruch „Einfacher als Männer.“ In einer Zeitschrift stoße ich auf die Werbeanzeige eines Hostelanbieters. Zu sehen ist ein tangatragender weiblicher Unterleib. Auf dem Tanga findet sich der Schriftzug „24 h OPEN“. Ein Lieferwagen fährt vorbei. Darauf die Aufschrift: „Wir machen Geile Bodenbeläge.“ Darunter – auf dem Fahrzeugboden – räkelt sich eine nackte Frau. Ich komme nach Hause, sehe fern und werde mit Werbespots überschwemmt, in denen Frauen der Familie das Essen servieren, in denen für die Schönheitsentwicklung der Frauen geworben wird („Erwecke die Göttin in dir“; bei Männer heißt es nicht „Schönheits-„ sondern einfach „Pflegeprodukte“), in denen Frauen die Wäsche waschen und ihren Kindern gesunde Süßigkeiten geben und Männer die tollen Autos fahren. (mehr…)

Mann schockiert: Patriarchat ist kein Wunschkonzert

The Amazing Atheist hat sich vor Kurzem in einem Video über Feminismus ausgelassen. Quintessenz war, dass er weder einen Feminismus noch einen Maskulismus für gerechtfertigt hält. Es gehe darum, Sexismus zu bekämpfen, egal gegen wen. Denn Sexismus kann jeden betreffen. Soweit so gut. Eine tolle Aussage. Teile ich voll und ganz. Würde er nicht versuchen, seine Behauptung zu untermauern, indem es das Patriarchat verleugnet und würde er seine Diskussion nicht auf dem Rücken des Feminismus austragen.


(Ich habe unten Kommentare gepostet, die ich bereits auf meinen englisch-sprachigen Text bekommen habe.)

Denn der Feminismus mit all seinen unterschiedlichen Strömungen hat gar eine Menge zu einer besseren Situation von Frauen beigetragen – und auch von Männern. Gerade der poststrukturalistische Feminismus hilft Männern, sich vom Männlichkeitswahn zu befreien. Den Feminismus hingegen pauschal zu verunglimpfen ist ein Einschüchterungsmittel, das so alt ist wie der Feminismus selbst. Genauso unnütz ist es, für den Wunsch nach einer Sexismus-freien Gesellschaft, das Patriarchat zu verleugnen.

Das Problem, das The Amazing Atheist hat, ist, dass er die Vorstellung eines Patriarchats persönlich nimmt. Er fühlt sich persönlich beleidigt, wenn jemand sagt, dass wir in einer Gesellschaft leben, die von Männern dominiert wird. Er selbst sieht sich nicht als Frauenhasser oder Sexist, deswegen will er sich auch nicht vorwerfen lassen, dass er als (weißer) Mann nun mal eine privilegierte Stellung in seiner Gesellschaft hat. Hat er aber – auch wenn er noch so ein netter Kerl ist. Ich empfehle folgendes Interview von Noah Sow mit Austen Brandt, die sich neben Rassismus auch über Sexismus unterhalten und zeigen, dass wir alle davon betroffen sind.

Mit seiner Einstellung sollte sich The Amazing Atheist eigentlich darüber freuen, dass es so ein Phänomen wie das Patriarchat gibt, dass es also gesellschaftliche Strukturen sind, die Frauenhass hervorbringen und nicht nur der individuelle Mann selbst. Wenn wir das verstehen lernen, dann erkennen wir endlich, dass Männer nicht grundlegend die schuldigen Täter sind und Frauen die unschuldigen Opfer. Dann wird klar, dass Frauen nicht die besseren und Männer nicht die schlechteren Menschen sind. Denn die patriarchalen Strukturen werden von uns ALLEN immer wieder reproduziert und manifestiert, egal ob von Männlein oder Weiblein.

Daher muss Mann sich auch nicht – wie The Amazing Atheist behauptet – jeden Tag sein Hirn zermartern und überlegen, was er mal wieder anstellen könnte, um eine Frau in die Pfanne zu hauen, sie gehörig zu unterdrücken oder sonst wie zu knechten. Solche Anstrengungen sind überhaupt nicht nötig. Das passiert jeden Tag wie von selbst.

(mehr…)

Kritisch-lesen.de mit dem Schwerpunkt „Feministische Praxen“

Www.kritisch-lesen.de mausert sich seit einigen Monaten zu einem hochkarätigen und durchdachten Rezensionsmedium! Waren schon die vergangenen Ausgaben jeweils sehr geschlechtersensibel ausgerichtet, sind in dieser Ausgabe „Feministische Praxen“ explizit Thema. Dabei werden aktuelle und ältere feministische Bücher besprochen und als vielversprechend zum feministischen Weiterdenken vorgeschlagen. Unter anderem sind mit dabei: „Darum Feminismus!“, „Revolutionäre Frauen“ und „Riot Grrrl Revisited“. Ergänzt wird diese Ausgabe anarchistisch, postkolonial und antirassistisch.

Die Rezensionen sind insgesamt sehr pointiert und sensibel formuliert, freundlich-kritisch zu den Büchern und es wird Interesse an den Büchern geweckt. In diesem Sinne ist diese Ausgabe sehr zu empfehlen! …bei den folgenden sollten aber mehr Frauen zu Rezensionen eingeladen werden!

Zur Ausgabe „Feministische Praxen“.

Let’s talk about sex – Let’s talk about sexual politics

Mit der Bitte um Verbreitung:

Wir suchen noch Schreiber*innen für unsere geplante Sex-Politiken Broschüre…

„Sex ist immer viel mehr als nur Sex. Meistens hat Sex mit Macht zu tun. Sex hat auch mit Geld zu tun, weil sich Sex gut verkauft. Sex ist aber auch was schönes und wird aber leider von vielen Frauen (und Männern) nicht so befriedigend erlebt, wie es möglich wäre, weil wir zwar übersexualisiert sind, aber nicht unbedingt besser informiert als früher.“ schrieb das Sexbroschüren-Team vor einigen Jahren in der Einleitung der ersten Sex-Politiken Broschüre, die von der ÖH Bundesvertretung veröffentlicht wurde. Dabei haben sie sich vorgenommen, möglichst viele „versexualisierte Fragen“ in dieser Broschüre abzudecken. Wenngleich ihnen der Versuch gelungen ist, gibt die Thematik sicher noch genügend Stoff für weitere Broschüren her.

Daher hat das Referat für feministische Politik beschlossen, ein Folgeprojekt zu starten, in dem unterschiedliche Fragen von Sex, Sexualität und Begehren sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Mechanismen, Praktiken und Politiken behandelt werden soll. Mögliche Themen können dabei sein
- pro-sex
- sex-gender
- safer-sex
- sex-work
- no sex
u.v.m.

Wir suchen dafür auch noch Textvorschläge und freuen uns, wenn ihr euch an der Produktion der Broschüre beteiligen wollt. Schickt einfach bis zum 20.1.2012 ein email mit einem Vorschlag und einer kurzen Beschreibung an frauenreferat@oeh.ac.at.

mfg vom Femref

Referat für feministische Politik
Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft
Bundesvertretung

Taubstummengasse 7-9
1040 Wien

Mobil +43/676/ 888 52 274
Fax +43/1/310 88 80 – 36

Feministisch schenken

Zum Beispiel, indem man auf etsy die DIY-Kultur unterstützt (wenn man schon nicht selber kreativ werden will) und dafür so geniale Geschenke findet wie Virginia-Woolf-Ohrringe:

Und was schenkt/bastelt Ihr so feministisches für Weihnachten?

kleine Filmempfehlung

Ich möchte euch gerne den Film „Edie and Thea a very long engagement“ empfehlen. Für mich einer der schönsten Lesbenfilme überhaupt. Es handelt sich um eine Doku. Begleitet werden zwei ältere US-amerikanische Lesben, die schon seit vielen Jahren gemeinsam in einer Beziehung leben. Da in den USA die Heirat lesbischer Pärchen kriminalisiert ist, sind die beiden Frauen seit über 40 Jahren verlobt. Was diesen Film so besonders macht, ist nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Edie und Thea, sondern das uns ihr Leben außergewöhnliche Einblicke in die Geschichte der Lesbenbewegung eröffnet. Da beide Frauen schon über siebzig sind, haben sie viel dieser Bewegung miterlebt, ob als Aktivistinnen oder am Rande.
Sie haben noch so schreckliche Erfahrungen wie psychiatrische Behandlungen über sich ergehen lassen müssen. Diese Dinge einmal aus dem alltäglichen Blickwinkel zweier Menschen zu sehen, hat mir persönlich die Bewegung noch einmal näher gebracht. Eine Gänsehaut hatte ich, als eine der beiden sagte sie habe irgendwann genug gehabt, sie ginge für alle auf die Straße, aber niemand für sie. Im Zentrum steht jedoch die persönliche Liebesgeschichte Edie und Theas und ihr langer Weg, bis sie endlich heiraten können. Also dieser Film ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Einfach reinschauen.

Dr. Sommerinnen­-Team

Der Verein Kritische Bildungsarbeit veranstaltet am Samstag den 26. November 2011 in Wien einen Workshop mit dem schönen Titel „Liebe, Sex & Zärtlichkeiten“

Dort wollen wir gemeinsam über Sex sprechen – mit allem was dazu gehört: sexuelle Praktiken, Gefühle, Wünsche und Ängste; soziale Beziehungen, Romantische Zweier Beziehungen, Multi-Lustige-Konstruktionen; internalisierte Sexismen und patriarchale Bilder, sowie antisexistische Utopien und feministische Strategien, wie etwa das Zustimmungskonzept.

Eine Anmeldung unter kritischebildung@riseup.net ist erforderlich.

Umfrage zur Mädchenblog-Nutzung

Eure Meinung ist gefragt: Laura Gruber von der Uni Salzburg führt eine kleine Befragung im Rahmen eines Forschungsprojektes zu feministischen Öffentlichkeiten im Internet durch und möchte dafür Antworten u.a. von euch, den Leser_innen des Mädchenblogs. Hier könnt ihr teilnehmen und eure Erfahrungen und Wünsche bezüglich der Nutzung unseres Blogs loswerden. Da wir die Ergebnisse auch bekommen werden, könnt ihr die Umfrage auch als anonymen Feedback-Kanal dem Mädchenblog selbst gegenüber nutzen!

Rezensiert: „Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‚Muslime versus Schwule’“

Buchcover: Karriere eines konstruierten Gegensatzes

Der Band „Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‚Muslime versus Schwule’“ wendet sich den, seit dem 11. September 2001, verschärften Debatten in der Bundesrepublik Deutschland um „den Islam“ zu. Häufig wird hierbei die Emanzipation von Schwulen als die Nagelprobe für „den Islam“ angeführt, Muslim_innen – und allgemein Migrant_innen und Menschen mit Migrationshintergrund – wird unterstellt homophober als der Rest der Bevölkerung in der BRD und als „der Westen“ zu sein. Für „Schwule“ könnte im Titel des Buches auch „Frauen“ eingesetzt sein. Denn während sich die mehrheitsdeutschen Frauen zunehmend als individuell und vielfältig, queer-, femninistisch, popfeministisch oder antifeministisch erkannt wissen wollen und sich viele Debatten um diese Verortungen drehen, bleibt diejenige Frau, die als „Migrantin“ und insbesondere „Muslimin“ angesehen wird, nur eins: Migrantin / Muslimin. Sie wird bemitleidet und ihr unterstellt, dass sie grundlegend leide – unter einer patriarchalen, rückständigen, zu zivilisierenden „migrantischen Community“ oder gleich „dem Islam“. Ihre individuelle Geschichte will niemand hören. Wird sie doch gefragt, so richtet sich die Frage darauf, wo sie herkomme, weil mehrheitsdeutschen Frauen oft als undenkbar erscheint, dass auch dunkelhaarige Menschen in der BRD geboren werden. Sineb El Masrar hat in ihrem Bestseller-Buch „Muslim Girls: Wer wir sind, wie wir leben“ diesen mehrheitsdeutschen Mangel prononciert geschildert.

So werden Rassismus, Homophobie und Sexismus als Probleme „ausgelagert“: Sie erscheinen nicht mehr als Probleme, die in der BRD entstehen und dort zu behandeln wären. Stattdessen wird die BRD als emanzipiert westlich hergestellt und einem zu zivilisierendem Anderen entgegengestellt. (mehr…)

Nichts Neues unter der Sonne: Maskulinisten

frauen
(Quelle: flickr)
(Diese Vorstellung ist nicht ganz so neu …)

Es scheint: Jedes Mal, wenn Frauen erstarken, glauben manche Männer sich in ihren Menschenrechten beschnitten. So auch in der Zwischenkriegszeit, wie die Historikerin Anna Maria Sigmund in ihrem Buch: ,,Das Geschlechtsleben bestimmen wir“. Sexualität im Dritten Reich herausgearbeitet hat. Ein parteiübergreifender ,,Bund für Männerrechte“ wurde in Wien gegründet, um die männlichen Interessen zu wahren. Dazu schrieb eine Zeitung im März 1926 in einem Stil, der uns heute nur allzu vertraut ist:

,,Genug der Schmach der Weiberherrschaft, der Frauendiktatur, es lebe der Bund für Männerrecht! Da die Despotie des weiblichen Geschlechts einfach nicht mehr auszuhalten war, da die Männer seit Tag und Jahr geächzt haben unter dem Joch der weiblichen Cäsaren, da das starke Geschlecht nur noch der Sklave des schwachen war, der reine Niemand, … ist nun endlich eine befreiende Tat gesetzt …“

1

Die zum Bund gehörige Zeitschrift hieß ,,Notwehr“ und wetterte gegen die ,,Versklavung der Männer durch feministische Gesetze“. Bereits im selben Monat der Gründung durfte der Verein eine Rede im Parlament halten über die ,,auf die Spitze getriebene Frauenemanzipation“. 2
Wirkungsvoll die Reaktion der Frauen: Aus allen Parteien wehrten sich Parlamentarierinnen gegen die frauenfeindlichen Vorwürfe und entkräfteten sie anhand von Daten und Fakten. Die Männerrechtler, die stur an ihren Behauptungen festhielten und auf die Erläuterungen der Frauen nicht eingingen, wurden mit der Zeit nicht mehr wahrgenommen und in der Berichterstattung nicht mehr thematisiert. 3

Vieles abgeguckt haben sich die Wiener übrigens von dem ,,Deutschen Bund zur Bekämpfung der Frauenemanzipation“, der bereits 1912 gegründet wurde mit dem Slogan: ,,„Echte Männlichkeit für den Mann, echte Weiblichkeit für die Frau“. Als trotz den im Gegensatz zu den Österreichern sehr viel erfolgreicher geführten Kampagnen Frauen im November 1918 wählen durften, hieß es: ,,Das männlichste Volk dieser Erde, das deutsche, [muss] die Schmach erleb[en], von seinen Weibern dem Verfall entgegengeführt zu werden.“4 Ein Viertel der Vereinsmitglieder waren Frauen, die zum größten Teil interessanterweise genauso häufig einem Beruf nachgingen wie die von ihnen verachteten Feministinnen.

  1. Anna Maria Sigmund: ,,Das Geschlechtsleben bestimmen wir“. Sexualität im Dritten Reich, Wilhelm Heyne Verlag München 2008, S.37 [zurück]
  2. Martina Nußbäumer über Gabriela Hauchs: Frauen bewegen Politik. Österreich 1848-1938 (Quelle) [zurück]
  3. ,,Wollen Sie ein Mann sein oder ein Weiberknecht?“. Zur Männerrechtsbewegung in Wien der Zwischenkriegszeit. Diplomarbeit von Kerstin Christin Wrussnig an der Universität Wien (Quelle) [zurück]
  4. (ebd.) S.86-88 [zurück]

Schoßgebete

Ja, ja, auch hier in diesem Blog kommen wir nicht drumrum: Charlotte Roches Roman „Schoßgebete“…hat ja jetzt ne Weile gedauert, bis hier was zu dem Buch geschrieben wird, nachdem an anderen Stellen schon die Wellen hochschlagen.
Aber im Gegensatz zu vielen anderen lese ich das Buch gern vorher (damit meine ich nicht Schwarzer).
Nett zum Beispiel ein Zitat aus dem Spiegel-Online-Forum, das über Roche als die personifizierte Übersexualisierung der Gesellschaft herzieht:

Hauptsache Spaß und jeden Tag ganz viel Sex mit möglichst vielen Partnern, weil das noch mehr Spaß macht.

Klingt zwar gar nicht so schlecht an sich, hab ich in dem Buch aber nicht gelesen. Zudem ein Kommentar vom 09. 08. – erschienen ist das Buch erst am 10.
Trotzdem ein nettes Beispiel dafür, wie die Persona Roche nicht nur ein Mischgebilde aus Romanfigur und echtem Menschen ist, sondern offensichtlich auch prima Projektionsfläche für sämtliche Erwartungshaltungen.
Die Erwartung obigen Kommentators war wohl ein schmutziges Schweinigelsexbuch. Ist es das? Waren eigentlich schon die Feuchtgebiete nicht. Noch viel weniger sind drastische Sexbeschreibungen das eigentliche Thema bei Schoßgebete. (mehr…)

Hollaback! Pöbel zurück!

Die Planung für den SlutWalk-Aktionstag ist nun vorerst vorüber und somit ist Zeit für neue Projekte frei geworden. Die SlutWalk-Bewegung hat ein überraschend großes und positives Echo erhalten und breite Teile unserer sonst so ignoranten Gesellschaft sind zumindest ein Stück weit wach gerüttelt worden. Wir sollten diesen immensen Erfolg nicht einfach so in der Luft verpuffen lassen und daran anknüpfen, solange die Botschaften noch in den Köpfen der Menschen präsent sind.

Anna von der Mädchenmannschaft hat heute etwas über den „täglichen Slutwalk“ geschrieben – und innerhalb weniger Stunden haben daraufhin zahlreiche Menschen über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt berichtet. Ich weiß nicht, ob ihr schon von der Hollaback!-Bewegung gehört habt, aber diese hat sich genau das zum Ziel gesetzt; Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen öffentlich zu machen, zurück zu pöbeln (das bedeutet Hollaback! übersetzt) und den alltäglichen Sexismus zur Sprache zu bringen. Die Hollaback!-Bewegung kommt aus New York und hat in Deutschland bisher erst zwei Ablegerinnen; eine in Berlin und eine in Dortmund. (mehr…)

slutwalk berlin

nur ein kurzer kommentar dazu um vielleicht eine diskussion anzuregen. ich fand den slutwalk eigentlich ganz ok, nach so vielen kontroversen diskussionen im vorfeld überraschend viele teilnehmer_innen, teilweise gute transparente und anscheinend haben die medien die message ja auch einigermaßen verstanden. was mich aber unglaublich gestört hat, war die menge an ekligen typen die, wie ich ich finde, zu erwarten war, fotos und videos vermutlich für ihre private sammlung machten. man fühlte sich teilweise wie auf dem roten teppich so viele fotografen waren da (nicht positiv gemeint ;) ). ich war deshalb sehr froh, mich nicht dem motto entsprechend angezogen zu haben, was ja eigentlich traurig ist, denn genau gegen die notwendigkeit solcher gedankengänge sollte ja protestiert werden. ich hätte mir gewünscht, die veranstalterinnen hätten sich ein konzept gegen dieses gaffertum einfallen lassen. was genau das sein kann weiß ich auch nicht, vielleicht größere gruppen von leuten die mit dem rausdrängen und anpöbeln von solchen leuten beauftragt sind. oder verteilung von faulen tomaten als wurfgeschosse? ich weiß es auch nicht. was meint ihr?