Archiv der Kategorie 'feminismus'

period positive

Schicker tumblr: period positive

Linkspam zum Equal Pay Day

Alle Jahre wieder, alle Jahre noch notwendig, bis die Ziele erfüllt sind: Equal Pay Day, heuer wieder am 21. März.

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Und, tadaaa, Deutschland belegt einen der „vorderen Plätze“: im Schnitt verdienen Frauen hier 22% weniger als Männer.

Liebevolle Link/Info-Zusammenstellung zum Beispiel bei der Mädchenmannschaft über Feminismus und Finanzen.

Frauenspezifische (Alters-) Armut, Bezahlung und zu welchen Bedingungen – gerade auch in der Prostitution ein Thema. Davon zum Beispiel erzählt „Maria“.

Am besten informiert/ausgestattet wird man natürlich bei equalpayday.de; lohnt sich generell, auf der Seite rumzuklicken!

Wie man die Gehaltswelt gerechter werden lassen könnte, versucht auch Sabine Hockling zu beantworten , mit schön übersichtlichen „To Do-Vorschlägen“.

In Österreich war der Equal Pay Day etwas früher, aber auch hier ist die Situation nicht schön; bei einer Parlamentsveranstaltung ist man sich immerhin auch einig, daß es an der sogenannten Teilzeitfalle alleine liegen kann.

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Wer noch mehr interessante Texte/Links entdeckt hat, kann sie ja gerne in die Kommentare posten.

rote tasche

Die besten Wünsche zum 8. März vom Mädchenblog!

Flower Power?

Blumen sind superwundervoll und lebensbejahend und das alles, klar. Wer mag Blumen nicht (Allergiker*innen vermutlich)?
Warum sollte also nicht zu Geburtstagen, Jahrestagen, Valentinstagen, Muttertagen und Wasweißichnichtallestagen Blumen rumverschenkt werden? Blumen sagen: „Schön, dass es dich gibt“, „Du hast heute einen besonderen Tag“, „Ich will dir etwas schönes geben“. Zudem hat es sich durchgesetzt, dass Blumen vornehmlich als etwas gelten, dass man(n) Frauen schenkt.

Heute ist der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. Was bei vielen Menschen (Quelle: Freundeskreis, Facebook, Fernsehen) so viel heißt wie: Die Frau ™ und ihre Weiblichkeit ™ wird gefeiert. Und was bedeutet offenbar Frau- und Weiblichsein? Richtig: Schön (lies: normschön) sein, sich mit schönen Dingen umgeben und NOCH schöner werden und von NOCH schönerem umgeben sein.

Wie das? Na, mit Parfüm, Schokolade und Blumen!

In meiner Facebook-Timeline strotzt es nur so von Bildern mit Rosen, Tulpen und irgendwelchen anderen Blumen (ich habe ein sehr beschränktes Blumen-Wissen). Darüber so Sprüche wie „Glückwunsch an alle Frauen zum Frauentag“, „Wünsche allen Frauen einen schönen Frauentag“, „Habe heute von meinem Schatz zum Ehrentag meines Geschlechts Blumen bekommen“. Joa. Fein. Und nun? Können wir die Blumen jetzt (so Tuxedo Mask- mäßig) als Waffen gegen patriarchalische Verhältnisse einsetzen? Sind Lohnunterschiede besser zu ertragen, wenn wir dabei besser riechen?

Der heutige Tag soll verdeutlichen wie weit der Weg zur gleichberechtigten Gesellschaft noch ist und wie nötig es ist, dass sich deshalb Frauen* empowern und alle mit ihnen kämpfen. Doch was wird stattdessen getan? Wir feiern diesen Tag indem wir sie darauf reduzieren, was doch eigentlich hinterfragt werden soll. Indem wir den Sexismus reproduzieren, der doch überwunden werden soll. Indem wir ein Bild von Frausein als das scheinbar einzige „feiern“, obwohl es doch nur eine Möglichkeit von unzähligen ist. Indem wir eine Weiblichkeit feiern, ohne uns im Klaren darüber zu sein, dass diese überhaupt keinen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat. Und indem wir mittels der an die Frauen gerichteten Glückwünsche den Tag „den Frauen“ überlassen, obwohl es doch für alle Ziel sein sollte für Gleichberechtigung zu kämpfen.

Meine Empfindung, als ich all die Blumenposts auf Facebook sah, war: Hey, Frau, hier Blumen, halt die Klappe! Es hat etwas von einem Versuch der Besänftigung. Das ganze Jahr über werden sexistische Witze gerissen, schiefe Verhältnisse relativiert und dazu beigetragen, dass ich mich unwohl fühle und Kämpfen anschließen muss. Aber einmal im Jahr wird entweder so getan, als würden sich alle für den Kampf um Gleichberechtigung interessieren ODER der Versuch unternommen mit „Gesten“ Respekt zu zeigen, obwohl das Reduzieren dieses Tages auf jene „Gesten“ doch genau das Gegenteil impliziert.

Natürlich liegt das Problem nicht hauptsächlich im Umgang mit diesem Datum. Wie bei jedem symbolischen Tag, ist auch hier wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass es an jedem darum geht, etwas zu verbessern. Wenn aber „Tag für die Rechte der Frau“ gerufen wird und die Antwort „Parfüm, Schokolade und Blumen!“ lautet, dann ist das mindestens bittere Ironie, wenn nicht sogar eine sich selbsterfüllende Prophezeiung.

Frauenkampftag 2014

Veranstaltungen und Demonstrationen zum Internationalen Frauenkampftag 20141:

Berlin
13:00 Uhr am Gesundbrunnen: Demonstration “Still loving Feminism!”
18:30 Uhr im SBZ Krähenfuß: Scree­ning und Dis­kus­si­on: „WON­DER WOMEN!

Graz
10:30 Uhr am KünstlerInnenhaus: Demonstration „Frauenauflauf

Hamburg
13:30 Uhr am Hachmannplatz: 8.März-Demo | 8-Mart Dünya Emekci Kadinlar Günü Yürüyüsü

Linz
11:00–00:00 Uhr, verschiedene Orte: Feminismus & Krawall – Protest · Performances · Interventionen · Konzerte

Nürnberg
13:00 Uhr am Weißen Turm: Infostände und Aktionen
15:30 Uhr am Weißen Turm: Demonstration

Salzburg
13:30 um am Alten Markt & Platzl: Kundgebung: “Frauenrechte sind nicht käuflich”. Weitere Termine.

Wien
15:00 Uhr, U6-Station Josefstädterstraße: Demonstration

Zürich
13:30 Uhr am Hechtplatz: Demonstration “Care-Arbeit kollektivieren. Kapitalismus entsorgen”

  1. wird laufend ergänzt [zurück]

Aus Liebe zur Freiheit!

Was ich an Antje Schrupp so mag, ist ihre Treffsicherheit, gerade beim Thema homophobe Petitionen ist das fast schon erleuchtend.. Scharfsinnig erklärt sie uns, die wir uns immer fragten „Wovor haben diese Petitionsfuzzis denn Angst? Daß ihre Kinder jetzt reihenweise zu Nichtheteros mutieren?“, worin die eigentliche Angst dieser Leute wohl besteht:

Natürlich werden Kinder nicht reihenweise homosexuell, nur weil das Thema im Unterricht behandelt wird. Aber ebenso natürlich werden diejenigen Jugendlichen, die anders begehren, als es die heterosexistische Norm vorgibt, durch eine größere gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität dazu ermutigt, diesen Neigungen nachzugehen, sich entsprechend auszuprobieren, ihr Begehren auszuleben. Und das ist doch schließlich auch der Sinn des Ganzen!
(…)
Auch die Liebe zur Freiheit ist nämlich ansteckend, wie Luisa Muraro einmal sagte. Und dass sich die Liebe zur Freiheit in all ihren Erscheinungsformen wie ein Virus unter uns ausbreiten könnte, das ist doch eine wunderbare Vorstellung!

Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt in der Tierrechtsbewegung

Inhaltswarnung: Thematisierung sexualisierter Gewalt. Ausschreibung des Wortes V*rg*w*lt*g*ng.

Hier geht es um die in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung häufig gebrauchten „Kinderschänder“- und V*rg*w*lt*g*ngsvergleiche, so wie den fast schon inflationären, sexualisierte Gewalt aufgreifenden Sprachgebrauch. Von der Zwangsbesamung von Kühen und Schweinen bis zum Reiten auf Pferden, es fällt ganz schnell der Begriff V*rg*w*lt*g*ng.

Ich spreche ausschließlich von „Tätern“. Mir ist bewusst, dass auch Frauen sexualisierte Gewalt ausüben und dies weit häufiger als angenommen. Der prozentuale Anteil ist allerdings so gering, so dass die Realität verzerrt würde, spräche ich von Täter_innen. Mir ist die damit einhergehende Problematik bewusst, dass sich einige, die Gewalt durch Frauen erlebt haben, unsichtbar fühlen können. Ich bin mit der jetzigen Lösung auch nicht wirklich zufrieden, sie erschien mir aber als das kleinere Übel.

Eine gekürzte Version dieses Textes ist im Dezember in der Zeitschrift Tierbefreiung (Nr. 81) erschienen.

Sexualisierte Gewalt ist keine gesellschaftliche Randerscheinung. Sexualisierte Gewalt ist allgegenwärtig. Je nach dem, wie eng oder weit die Definition des Begriffes gefasst ist, ist jede 4. bis 5. Frau und jeder 7. bis 9. Mann von sexualisierter Gewalt in der Kindheit betroffen[1] und jede 7. Frau erlebt sexualisierte Gewalt ab dem 16. Lebensjahr[2]. Viele sind auch mehrfach betroffen. Es geht um Verbrechen, die jeden Tag in der Mitte unserer Gesellschaft stattfinden und zwar in sehr vielen Fällen folgen- und straflos für die Täter.

Ich habe ab meinem 7. oder 8. Lebensjahr über mehrere Jahre sexualisierte Gewalt durch meinen Stiefvater erlebt. Ich schreibe also nicht stellvertretend für Betroffene, sondern als persönlich Betroffene. Das erste Mal wurde ich im Frühjahr 2007 mit einem dieser Vergleiche, zwischen Tierausbeutung und sexualisierter Gewalt, konfrontiert und es hat fünfeinhalb Jahre gedauert, bis ich es erstmals schaffte, das Thema anzusprechen. Das war im September 2012.

Ich gehe davon aus, dass den meisten, die Vergewaltigungsvergleiche verwenden, weder bewusst ist, wie tief verletzend diese Vergleiche sind (es geht hierbei nicht um Kritik am Mensch-Tier-Vergleich), noch was diese Vergleiche auslösen können oder wie groß die Dimension sexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft ist. Ich hoffe, mit diesem Artikel für das Thema sensibilisieren zu können. Mir geht es nicht darum anzuprangern, sondern um die Bewusst- und Sichtbarmachung von Leid und erneuter Traumatisierung, die damit unbeabsichtigt ausgelöst werden.

Sexualisierte Gewalt als gesellschaftliches Phänomen

Besonders kennzeichnend im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt an Kindern ist die euphemistische Sprache, sowohl im alltäglichen Sprachgebrauch, als auch in den Medien. Es ist von MISSbrauch die Rede, so als gebe es auch einen nicht missbräuchlichen GEbrauch von Kindern. Auch wenn dieser Wortlaut sich so im Strafgesetzbuch findet, ist er stark bagatellisierend, relativierend und vertuschend, da die zugrunde liegenden Verbrechen nicht beim Namen genannt werden. Die gleichen Verbrechen an Erwachsenen heißen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Dies ist vergleichbar mit den beschönigenden Bezeichnungen für das Ermorden von Tieren:
Schlachten, Keulen, Schächten etc., im Höchstfall Töten. Häufig wird die Bezeichnung „Kinderschänder“ gebraucht. Schänden kommt von Schande über jemanden bringen und wird umgangssprachlich synonym verwendet für entehren, entweihen, beschmutzen, besudeln. Sexuelle Nötigung und VerGEWALTigung sind Gewaltverbrechen und sollten beim Namen genannt werden.

Ich kann zwar nur für mich sprechen, weiß aber aus Erfahrung (Therapien, Selbsthilfegruppen), dass „wir Betroffenen“, so unterschiedlich wir sind, in vielem sehr ähnliche Empfindungen haben, wenn es um die Banalisierung und Relativierung sexualisierter Gewalt geht.

Hier geht es weiter Einige Beispiele aus der Tierrechtsbewegung

alte Tagebucheinträge gesucht..

Das Redaktionskollektiv der Brav_a arbeitet an einer 4. Ausgabe und sucht noch nach Artikeln zum Schwerpunktthema, vielleicht hat jemand von euch ja noch ein altes Tagebuch rumzuliegen ;)

Die Bra­v_a {spa­nisch: tap­fer, mutig, wild, wü­tend} ist ein queer-​fe­mi­nistisches Zine im Stil einer Tee­nie-​Zeit­schrift. Mehr Infos und ältere Ausgaben als Download auf brava.blogsport.de.

Wir haben uns als Schwer­punkt für die nächs­te Aus­ga­be das Thema „Älter wer­den“ aus­ge­sucht und uns eine mög­li­che Bei­trags­form über­legt, bei der wir eure Hilfe brau­chen :) (Falls ihr un­ab­hän­gig dazu was schrei­ben wollt, gerne! Auch noch zu allen an­de­ren mög­li­chen The­men!)

* Und zwar möch­ten wir, dass ihr eure alten Ta­ge­bü­cher (oder alte Blog­ein­trä­ge) raus­kramt und uns kurze Aus­schnit­te schickt – ein­ge­scannt oder ab­ge­tippt – wie ihr möch­tet. Dazu dann noch einen kur­zes State­ment, wie ihr heute dar­über denkt. Alles zu­sam­men höchs­tens eine A5-​Sei­te. Mög­li­che The­man könn­ten sein (ers­ter) Lie­bes­kum­mer, Co­ming out Er­fah­run­gen oder Ge­dan­ken dazu, das Teen­ager-​Da­sein an­sich, Fa­mi­len­pro­ble­me.. wha­te­ver. Es kön­nen Auf­zeich­nun­gen sein, die euch heute pein­lich sind, oder wel­che zu denen ihr immer noch ge­nau­so steht, oder Ge­schich­ten zu denen ihr heute wisst, wie sie aus­ge­gan­gen sind..

Außerdem werden auch peinliche Geschichte aus der näheren Vergangenheit und Erfahrungsberichte gesucht.

[Berlin] Theaterprojekt „Speak Out!“

Einladung für das selbstorganisierte Theaterprojekt „Speak Out!“ für Frauen*.

“When I dare to be powerful, to use my strength in the service of my vision, then it becomes less and less important whether I am afraid.”
- Audre Lorde

Die Idee
Die Idee des Theaterprojekts „Speak Out!“ ist es sich kollektiv dem Thema sexuellen Mißbrauch und Vergewaltigung aus einer künstlerischen, kreativen und politischen Perspektive zu nähern. Meistens trauen wir uns nicht über unsere Erfahrungen zu sprechen, weil wir gesilenced, stigmatisiert, kriminalisiert und für die erlebte Gewalt selbst verantwortlich gemacht werden. Dagegen wollen wir uns wehren und selbstbewusst die Perspektive und Stärke von uns Überlebenden sichtbar machen. Fight back and Speak Out!
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Prostitutionsgesetz – worum geht es eigentlich im Kern?

Ich glaube, ich habe immer noch nicht alle (interessanten) Beiträge zu dieser Debatte gelesen und sie ist auch noch lange nicht abgeschlossen.
Unter einem der besseren Texte zum Thema kann man eine spannende und vergleichsweise ungemein respektvolle Diskussion lesen (soll nicht heißen, daß da nur Highlights drunter sind, aber wer zum Vergleich mal im SpOn-Forum zum Thema lesen will… naja), wenn man sich die Zeit nimmt.
Ich bin erst mittendrin, aber immerhin bis zu diesem schönen Kommentar von Carmen Amicitiae:

Wir fordern gleiche Rechte, wie alle anderen arbeitenden Menschen auch. Wir wollen unsere Geschäfte durchführen dürfen, wo andere das auch dürfen – nicht “zum Schutze der Jugend und der öffentlichen Ordnung” durch Sperrbezirke beschränkt werden. Wir wollen, dass für uns die Abgabenordnung gilt, wie für alle anderen Menschen auch – nicht Sonderbesteuerungsverfahren à la Düsseldorfer Verfahren. Wir wollen, dass die Polizei uns gegenüber die gleichen Rechte hat, wie anderen Menschen gegenüber auch – und nicht einfach anlaßlos zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Maschinengewehren in unsere Räume stürmen kann. Wir wollen, dass der Betrieb unserer Arbeitsstätten nach der Gewerbeordnung reguliert wird, nicht nach dem Dortmunder Modell. Wir wollen, dass unsere Kunden unsere Dienstleistungen nach den Regeln des Marktes kaufen können und nicht nach dem Schwedischen Modell kriminalisiert werden.

Wäre Prostitution als Beruf anerkannt (ob normal oder unnormal), bräuchte es all diese Sonderverfahren und Modelle nicht. Prostitution wäre dann nicht etwa “dereguliert”, wie Alice Schwarzer behauptet, sondern genauso reguliert wie andere Berufe auch – gleichgestellt. Das ist sie trotz Legalität nicht und DAS ist der Kern der Debatte.

Gerne möchte ich ihr zustimmen – nur, wenn sich alle Beteiligten der Debatte auf ebendiesen Kern geeinigt hätten, wären wir wohl schon weiter.