Archiv der Kategorie 'feminismus'

How to kill a creeper!?

Folgende Anfrage nach Beiträgen erreichte mich per E-Mail:

ZINE- PROJECT: „how to kill a creeper!?“
contribute and join with your story!

hey sisters! i am putting together a little booklet about the crazy stories female-solo travelers encounter in their daily life when being confronted with “creepers” (men who act sexually harassing towards women). please write me and share your story with other women. the zine will be for free download and distribution.

o) tell a story which illustrates the stupidity of the creepers or a certain creeper you encountered.
o) tell us your tricks about how to deal with creepers
o) or share your wildest fantasy of what you wanted to do to a certain creeper
o ) or tell a story about how you really kicked some creepers ass (verbally or physically)
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Probleme und Hürden des heutigen Feminismus

Designer und Moderator Guido Maria Kretschmer hat dem SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe ein kurzes Interview bezüglich seiner neusten TV-Show „Deutschlands schönste Frau“ gegeben, welche jedoch keine essentielle Rolle spielt, da Kretschmer auf die Frage, ob er Feminist sei, eine bejahende Antwort gegeben, mit der Begründung, er habe lange die EMMA gelesen und fände es „traurig, daß Frauen noch immer nicht die gleichen Karrierechancen haben wie Männer“, was einer Zustimmung der Frauenquote gleicht. Nun werde ich mich nicht anmaßen, zu urteilen, wer sich nun FeministIn „schimpfen“ darf, und wer nicht, allerdings bedarf es einer kleinen Analyse, weshalb gerade die Bekundung zum reaktionären EMMA-Feminismus und die Bejahung der Frauenquote einen Teil des Feminismus ausmacht, ihm aber gleichermaßen auch im Wege steht.

Madame Alice Schwarzer war in ihrer frühen Zeit eventuell feministisch orientiert und hat ihre pedantische Interpretation als Wegweiserin des Feminismus‘ per se entwickelt, welches von allerlei Medien wohlwollend aufgenommen und verbreitet wird. Allerdings ist es gar nicht so leicht, den schwarzer’schen Feminismus zu formulieren, da formal seiner eigenen Selbstzuschreibung widerspricht. Man könnte den Schwarzerismus als eine Antwort auf die postliberale 68er-Bewegung verstehen, welcher ein Ventil für die aufkommende Sexualität beschreiben möchte. Einerseits bejaht Alice die offene Sexualität und instrumentalisiert sie gleichermaßen als Fundament für ihren Ismus. Andererseits wird jene positive Besetzung auch gleichermaßen als Schwert verwendet, um eine, in ihren Augen, „obszöne Auslegung“ jener gewonnenen Freiheiten zu bekämpfen. Sie scheint in dieser Aufarbeitung einen konservativen Weg einschlagen, welcher primär nicht zu beklagen wäre, da ein pluralistischer Feminismus funktionieren kann, gleichwohl Schwarzer diesen Weg in den letzten Jahren als Personifizierung der Weiblichkeit und des Kampfes der Frau entwickelte. Dabei erklärte sie nicht nur dem Sex an sich den Kampf, sondern auch jedwede Vermarktung und Selbstbestimmung bis hin zur (konsumorientierten) Kunst, welcher sich dahingehend sublimierte, den Feminismus im entristischen Sinne auszuhöhlen und nach eigenem Duktus zu definieren. Es mag (nur für mich?) paradox erscheinen, erstens für eine Selbstbestimmung zu kämpfen, gleichzeitig, also zweitens, jenes Recht wieder einzuschränken resp. eine Pseudo-Bekämpfung der Öffentlichkeit zu forcieren. Eine Kritik an die Pornographie ist in jedem Kontext gerechtfertigt, allerdings nicht in dem Maße wie Schwarzer sie formulierte. Nach ihrem Willen wäre jene Kunstform schon längst verbannt und in alle Ewigkeit verboten, wohlwissend, daß es auch eine feministische Interpretation der Pornographie gibt, sie diese aber für eine Verschleierung einer patriarchalen Sex-Industrie zu verstehen vermag. Diese Kritik ist verständlich, schießt aber am eigentlichen Ziel vorbei. Das Verbot der Pornographie käme einer radikalen Zensur der Meinungs- und Kunstfreiheit statt. Es ist richtig, gewisse Formen der Pornographie zu bekämpfen resp. ihr entgegenzuwirken, beispielsweise in der Unterstützung feministischer Pornos oder in der Entradikalisierung der kontrollierenden Männlichkeit. (mehr…)

Beiträge für Frauen*forscherin

Gerne veröffentliche ich folgenden Call, der mich per E-Mail erreichte:

Liebe Leute¹

Wir, das Kollektiv Frauen*Referat der ÖH Uni Wien, suchen nach interessanten, spannenden, kreativen, kritischen, ver_rückten, politischen, radikalen Beiträgen für die neue Ausgabe der Frauen*Forscherin (erscheint Mitte/Ende Februar 2015).

Die Frauen*Forscherin ist ein von unserem Kollektiv erstelltes Druckwerk, in dem sich ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis möglichst aller queer_feministischen², frauen*spezifischen, genderbezogenen Lehrveranstaltungen aller Unis in Wien befindet. Genauso werden queer_feministische Orte, Räume, Initiativen, Gruppen, Kollektive und Projekte in Wien vorgestellt. Die Frauen*Forscherin erscheint jedes Semester.

Inhaltlicher Schwerpunkt diesmal ist BURN-OUT.

Wir hoffen auf vielfältige Beiträge! Alle Medien sind willkommen, die einzige Voraussetzung ist, dass der Beitrag druckbar sein sollte und einen (queer-) feministischen Anspruch hat. Schick uns Texte, Bilder, Gedichte, Zeichnungen, Comics, schick uns alles was dir zum Themenschwerpunkt einfällt oder was du in der Frauen*Forscherin loswerden willst. Das Geschriebene kann auf allen existierenden (oder auch neu erfundenen :-) Sprachen verfasst sein.

Für alle Beiträge gibt es ein Honorar von maximal 100 Euro, je nach Arbeitsaufwand und nach Selbsteinschätzung. Schickt uns bitte eure Beiträge bis spätestens 3.2.2015 ! mit dem Betreff: Beitrag Frauen*Forscherin an frauenreferat@oeh.univie.ac.at

Wir freuen uns drauf und hoffen auf eine schöne und vielfältige Ausgabe!

Liebe Grüße vom Kollektiv Frauen*Referat

1 Im Rahmen unserer Politik sprechen wir hiermit Inter- und Trans*personen, Lesben und Frauen* an.
2 Der Unterstrich verdeutlicht die Vielfalt der Konzepte „Queer“ und „Feminismus“ und die vielfältigen Bezüge, die diese zueinander haben können. Wie sich die jeweilige Person in oder zwischen diesen Konzepten verortet bleibt ihr selbst überlassen.

Ist dir manchmal langweilig?

Du lebst in Basel, Berlin, Bielefeld, Bochum, Düsseldorf, FFM, Göttingen, Graz, Halle, Hamburg, Hannover, Kassel, Linz, München, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Rosenheim, Salzburg, Stuttgart, Wien und dir ist manchmal langweilig? Du hast vor eine dieser Städte zu besuchen und dir fehlt es an Programm? Schau mal in unseren Kalender!

Du wohnst in einer dieser Städte oder in einer ganz anderen Stadt und bei euch gibt es tolle queerfeministische Termine? Dann meld dich sehr gerne bei uns!

Mackern aufs Maul geschaut

Paula (@herzbrille) hat einen Film über linke Cis-Macker gemacht:

Sie nennen sich Feministen, sind links, reflektiert und vor allem: Sie wissen es besser! […] Sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen, sind rational und objektiv, hören sich selbst so gern reden…. Warum sollten sie dich dann auch ausreden lassen? Sie erwarten Huldigung und Kekse von der Welt, weil sie doch soo progressiv sind. Sie regen sich über „Femi-Nazis“ auf, kurz bevor sie auf der Frauenkampftags-Demo am lautesten grölen. Am Ende des Tages sitzt du vielleicht mit ihnen in der Kneipe und sie erklären dir, was Victim Blaming ist. Drei Minuten später verharmlosen sie sexuelle Belästigung. Wirfst du ihnen Sexismus vor, erklären sie dir, dass du zu empfindlich bist. Einige von ihnen sind Pick-up-Feministen: Die neue Flirtstrategie! (Sie sind poly und so, sie dürfen das…) Sie lachen über die doofen Machos, die Schwanzvergleiche nötig haben und machen aus absurdesten Dingen einen Schwanzvergleich. […] Wie viele der Cis-Macker, die du schon mal ertragen musstest, erkennst du hier wieder?

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X (Dritte Option)

Fühlst Du Dich weiblich? Fühlst Du Dich männlich?

Zwei Fragen, welche primär wohl nichts außergewöhnliches sein mögen, doch breche man das tradierte Verständnis derer auf, vermag sich dahinter eine Kategorisierung zu verbergen, die Identitäten gleichsetzt. Diese zwanghafte Einordnung wird schon bei der Geburt vollzogen, in der ein blaues oder ein rosa Bändchen veranschaulichen soll, daß dieses Kind nun männlich oder weiblich ist. Die Frage ist allerdings: läßt sich das anhand von primären Geschlechtsmerkmalen festmachen? KritikerInnen kommen gerne mit dem Argument, daß die Geschlechtszuweisung rein biologischer Konnotation geschuldet ist, und sie nicht mit der sexuellen Identität gleichzusetzen wäre. Doch das ist ein Trugschluß, was den KritikerInnen selbst nicht klar zu sein scheint. Dafür müßte man erst einmal in Erfahrung bringen, was die Kriterien für eine Weiblichkeit und eine Männlichkeit wären, was allerdings äußert schwierig ist. Dabei ist es nicht damit gesagt, daß jeder Mensch, wer eine Gebärmutter hat, sei weiblich, und jeder Mensch, wer einen Phallus besitzt, wäre der Männlichkeit zuzuordnen. Die eigentliche Weiblich- und Männlichkeit unterliegt einem soziologischen Prozeß, welche Regeln etabliert, die es nur schwer zu brechen gilt, welche allerdings gerade die Einordnung zementiert und einen Individualismus schwer zuläßt, was sich in Diskriminierungen widerspiegelt. Dabei möchte ich noch gar nicht transsexuelle oder auch intersexuelle Menschen ansprechen; die Bindung, der „fließende Übergang“ zu den zwei Geschlechtern ist kaum mehr zu definieren, da einerseits die Grenzen in selbst definierter Regel sich anpassen, andererseits sie sich der Starrheit unterworfen, um so eine Abgrenzung zu schaffen. Dabei kann man einen schnellen, leichten Selbsttest machen, in dem man sich fragt, was man unter Weiblich- resp. Männlichkeit versteht; die meisten Antworten würden sich um Erscheinungsbilder drehen, und in diesem Kontext auch schon eigene Kategorien erschaffen, was das ganze Konzept der Zweigeschlechtigkeit ad absurdum führt. So werden lesbische Frauen, geben sie sich fern der von Gesellschaft zementierten Weiblichkeit, gerne als „maskulin“ angesehen, ihnen wird in dem „Vorwurf“ nun eine geformte Weiblichkeit genommen. Denselben Effekt haben wir bei schwulen Mitmenschen, die sich „feminin“ verhalten, ihnen somit eine Männlichkeit abgesprochen wird. (mehr…)

Warum „Ausfrieren“ gefährlich ist

Die heutige taz interviewte den Psychologen Andreas Baranowski bezüglich der Thematik der sogenannten „Pickup-Artists“ und deren Methoden, Männern Anleitungen zu geben, wie man Frauen wohl „abschleppen“ könnte. Dazu möchte ich eine Aussage von besagtem Psychologen aufgreifen, welche eindrucksvoll zeigt, weshalb, und dies ist durchgehend die Argumentation in dem Interview, auch eine nonverbale sowie nicht-physische Herangehensweise eine stark subtile Diskriminierung in dem Sinne offenbart, als daß die Konsequenz daraus eine Hierarchie sublimiert, welche angeblich mit den Regeln des „Flirtens“ d‘accord läuft; die Rede ist von „Freezeout“. Diese Methode wird angewandt, wenn die Frau trotz emotionaler Nähen und Worten nicht bereit ist, den Coitus zu vollziehen. In dieser Situation solle sich der Mann bewußt entfernen und sich anderen Dingen widmen, beispielsweise der Arbeit am Laptop. Diese Distanz solle von einer emotionalen Kälte begleitet werden, die der Frau suggerieren soll, jene sei nun nichts mehr „wert“ und solange sie das Einverständnis für den Sex nicht gibt, sei sie „belanglos“. Der Psychologe in der taz meint, dies laufe mit Regeln des Flirtens konform und sei in dem Maße nicht „gefährlich“, wie die Medien stets die „Pickup-Artists“ beschreiben würde. (mehr…)

Queerfeministischer Kalender 2015

Novemberzeit ist Kalenderzeit. Und weil es neuerdings einen so umfangreichen Onlinekalender vom Mädchenblog gibt, darf als Ergänzung der Queerfeministische Taschenkalender nicht fehlen.
Queerfem Kalender Collage (mehr…)

#Emmaistfuermich

Auf Twitter sorgt gerade ein Hashtag für Aufregung, welcher von dem Magazin EMMA initiiert wurde. Die originäre Intention war es wohl, eine positive Resonanz einzufahren, was auch gelang, doch auch die KritikerInnen meldeten sich – auch FeministInnen.

Persönlich möchte ich die Kolumne von Margarete Stokowski hervorheben, welche in der heutigen tageszeitung erschien. In jener wird der Lookism innerhalb des EMMA-Feminismus erwähnt, da jene Redaktion nach wie vor ein inklusives Idealbild der Frau propagiert, bei dem die Bestimmung des eigenen Körpers eine sekundäre Rolle spielt. Denn, so EMMA-Logik, wer sich in der Öffentlichkeit freizügig gibt, schüre damit nur Sexismus und gäbe dem männlichen Geschlecht nahezu eine Einladung, die Frau zu unterdrücken. Allerdings erfüllt sie durch diese Meinung lediglich das Bild jener Menschen, welche den Feminismus als etwas rein exklusives des weiblichen interpretieren. Darüberhinaus ist solch eine Aussage ebenfalls eine Pauschalisierung der Männer, was sich auch in älteren Ausgaben widerspiegelt. Beispielsweise sei nur diese Person ein Mann, welche Prostitution ablehne und den „Kauf von Sex“ verbiete. Das dies kontroverse Debatten entfacht, ist kein Geheimnis, doch jene offenbaren auch die subtile Sexfeindlichkeit des EMMA-Feminismus. (mehr…)

Termine, frische Termine! Heiß & saftig!

Wer unserem Twitter-Account folgt, hat es vielleicht schon mitbekommen, dass dieser ganz gerne über queerfeministische Termine (vorwiegend) in Deutschland, Österreich und der Schweiz informiert. (Im Gegensatz zu unserer hiesigen Termine-Seite, die leider ein wenig eingeschlafen ist…) Das kommt eigentlich ganz gut an, aber wenn die Twitter-Person mal krank oder im Urlaub ist, geht einiges verloren. Auch haben Menschen unterschiedliche Planungsbedürfnisse. Manche sind eher spontan, was mache ich heute? Andere (so wie ich zum Beispiel), wollen alles bereits wochenlang im voraus minutiös durchorganisieren. Langer Rede, kurzer Sinn:

Es gibt einen Kalender.

Aktuell mit langwieriger URL, das Design lässt zu wünschen übrig und ins Mädchenblog selbst ist er noch (!) nicht eingebunden. Aber: ihr könnt ihn euch anschauen und nutzen. Terminvorschläge sind via Twitter, aber auch dem Kontakt-Formular gerne gesehen.