Archiv der Kategorie 'geschlecht'

Frauenversteher

Sehnen wir uns ewa nach den alten Männerklischees? Kommen wir mit den weicher gewordenen Männern nicht mehr klar? Ein amüsanter Text in der Faz zum Thema Frauenversteher. Auszug: „Dabei würden sich Frauen auch heute noch freuen, wenn ihnen einer mal den Hof macht / die Tür aufmacht / den BH aufmacht, obwohl sie das selbstverständlich allein können.“ Mir persönlich sind die Männer noch nicht „weich“ genug, aber ich bin auch für ein neues Klischee in Richtung lauter „Macho“ mit Respekt. Können doch nicht alle ruhig/ schüchtern/ passiv sein.

Faz Artikel

Eine Essstörung will früh gelernt sein…

Als gendersensibilisierter Mensch bin ich mir schon lange darüber bewusst, in einer sexistischen Gesellschaft zu leben, die bereits im Kindesalter beginnt, Rollenklischees in unsere Körper und Köpfe einzuschreiben. Als ich aber von der Neuerscheinung eines Buches mit dem Titel: „Maggie goes on a diet“ gelesen habe, blieb selbst mir die Sprache weg. Das Buch predigt, was sämtliche Massenmedien später fortführen werden: du musst nur ein paar Kilo abnehmen, und schon wird dein Leben erfüllter werden. Das schockierende daran: das Buch richtet sich an 6-12-Jährige.

Darauf haben wir nicht gewartet, aber geschrieben wurde es trotzdem: Der hawaiianische Autor Paul Kramer serviert uns ein bunt bebildertes Diät-Kinderbuch, das sich an Mädchen richtet. In „Maggie Goes on a Diet“ (Maggie macht eine Diät) erzählt er die Geschichte einer übergewichtigen 14-Jährigen, die in den Illustrationen eher wie ein Kleinkind aussieht. Und diese Maggie hat klarerweise Probleme mit ihrem Körper: Keine/r mag sie, weil sie dick ist. Von MitschülerInnen wird sie grausam verspottet, und nächtens tröstet sie sich mit Essanfällen am offenen Kühlschrank darüber hinweg.
Das 44-Seiten-Büchlein hat auch gleich einen Rat parat, wie sie sich selbst aus ihrer misslichen Lage befreien kann: Nimm ab, meine Kleine, denn Schlanksein heilt alle seelischen Wunden. Also lässt Kramer Maggie fleißig abnehmen, und siehe da: Sobald 25 Kilo unten sind, klappt es auch mit dem schulischen wie sportlichen Erfolg, dem rosa Kleidchen, das sich eine dicke Maggie nie anziehen hätte können, und mit den Jungs.

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Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.

Mittelfinger für Geschlechterrollenzwang:
(Achtung. Dieser Text enthält Sarkasmus. )
Die Reaktion auf einem unverständliches veranlasst immer noch sehr viele Menschen dazu, diese Irritation verwirrt und verunsichert bei Seite zu schieben, in die „Anormalen“-Ecke. Ist nicht normal, versteh ich nicht, also muß es der andere sein, der verrückt ist. Sonst läuft man womöglich Gefahr, sich mit seiner bisherigen Auffassung Männlein/Weiblein kritisch auseinandersetzen zu müssen.
Bei Erwachsenen kommt immerhin eine Scheintoleranz vermehrt zum Einsatz, „Leben und Leben lassen“, „Die können machen, was sie wollen. Tut doch keinem weh“; aber wenn diese fiese Realität nicht immer mal wieder einen daran erinnern müßte, daß es selbstverständlich auch im Kinderalltag Auseinandersetzungen mit Geschlecht und Gender gibt. Und da ist so macheR dann plötzlich gar nicht mehr so tolerant; sollen die Erwachsenen doch diesen Zirkus veranstalten, aber die unschuldigen lieben Kleinen sollen doch lieber behütet ins „passende“ eng-flauschige Sex/Gender-Schublädchen gebettet bleiben, anstatt – um Himmels willen! – mit diesem so unangenehmen Teil des Lebens auch noch vor der Pubertät in Berührung zu kommen. Kinder müssen vor solchen Abnormitäten geschützt werden, damit sie nicht etwa in ihrer fragilen Selbstfindungsphase verwirrt würden, gerade bei so Intimem wie Sexualität und Geschlecht – so ähnlich hat die FSK auch argumentiert, wollte die jüngeren ZuschauerInnen vor dem Trauma retten, in ihrer Unschuld mit der „verzerrten Realität“ der Homosexualität Jugendlicher in Kontakt zu kommen. Etwas flapsiger ausgedrückt könnte man auch einfach ehrlich sagen: „Die Kinder sollen das nicht sehen, sonst machen sie’s noch nach. Und meine Kinder sollen keine Homos werden“. Es brauchte erst massive Proteste, bis der Film dann doch noch heruntergestuft wurde. (mehr…)

Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind…

Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind, macht einE KommentatorIn auf linksunten anläßlich der Kritik über Nazis und Sexismus auf dem 28C3 klar. Fand ich so gut ausgedrückt, daß ich’s hier poste. Kann anscheinend sowieso nicht oft genug gesagt werden.
(Achtung, Triggerwarnung: es folgt eine Beschreibung von den kritisierten verharmlosenden Kommentaren).
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Lieber Gott, lass mich eine Lesbe sein

Der republikanische Bewerber um die US-amerikanische Präsidentschaft und Katholik Rick Santorum beweist in einem Video bei FoxNews, wie es um die Argumente der religiösen Rechten bezüglich homosexueller Ehe steht: Nämlich furchtbar. Auf die Fragen von StudentInnen, warum es nicht erlaubt sein sollte, dass zwei Männer oder zwei Frauen einander heiraten, entgegnet er, ob es dann auch okay sei, dass Menschen zu fünft heirateten, wenn der einzige Grund sei, dass es sie glücklich machen würde.

Äh? – (mehr…)

Hamburger Schülerinnen

taz über einen neuen Interviewband über die Frauen in der Hamburger Schule.

Die Frau in der Drogenstatistik

So richtig erforscht hat es noch niemand, weshalb es stets gerade die Männer sind, die bei den Drogenstatistiken mit Abstand in Führung liegen.
Aber eine mögliche Erklärung, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient, versucht Shelley Masters bei der taz:

Mädchen haben, auch wenn sie ohne liebende Familie aufwachsen, meist eine ältere weibliche Bezugsperson. Egal ob diese eine durch russische Soldaten vergewaltigte Urgroßmutter ist, die Hippie-Oma, die Biologielehrerin oder die Mädchen-Gang-Leaderin: mindestens eine von diesen Frauen macht jeder Heranwachsenden klar, dass Bewusstlosigkeit in der Öffentlichkeit, nachts, das Schlimmste ist, was ihr passieren kann.

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Entschubladen

Selber spielen unter http://www.entschubladen.de/

Intersexualität im Bundestag

Der Deutsche Ethikrat will dem Bundestag kommenden Februar Vorschläge präsentieren, wie sich die Situation von Intersexuellen verbessern lasse, berichtet die Welt einem recht ausführlichen Artikel.

Insgesamt hat das Gremium die Meinung von 40 Wissenschaftlern eingeholt, 200 Betroffene befragt sowie über 400 Kommentare per Online-Diskussion gesammelt.
Endlich wird das mal offizielles Thema – was die sich wohl konkret überlegen?

Das tägliche Prozedere

Mein Atem beschlägt nun erneut den Spiegel, der mir den Blick auf meine Augenbrauen verwehrt. In diesem Moment sticht mir nur bissiges Rot entgegen, das sich unter ihnen erstreckt, als würden sie mir auf diese Art und Weise zeigen, dass die gegenwärtigen Quälereien falsch und wider der Natur sind. Doch, ich lasse mich von ihrer symbolischen Rötung nicht weiter beirren, genau so wenig durch den begleitenden Schmerz, der nach jedem Härchen, das mit einer Pinzette brutal entfernt wird, eintritt. Schon viel zu lange übersehe ich diese unerfreulichen Nebenerscheinungen, da ich jene Prozedur schon viel zu lange durchführe. Aber, weshalb eigentlich ? (mehr…)

Vom „anderen Ufer“ – aber nicht mit dem Flugzeug, bitte!


Beispiel eines pöhsen, familienfeindlichen Läspenkusses – pfui!

Die Schauspielerin Leisha Hailey und ihre Lebensgefährtin Camila Grey wurden wegen eines Kusses – also eines Verhaltens, das anscheinend den FlugbegleiterInnen einer „familienorientierten Fluggesellschaft“ keine andere Wahl ließ, als einzugreifen – von Bord eines Flugzeugs der US-amerikanischen Southwest Airline geworfen.
Und zwar nicht etwa, weil die zwei grabbelnd, sabbernd und stöhnend wie ein Paar Pornodarstellerinnen bei der Probe übereinander hergefallen wären. Denn laut E-Mail-Newsletter der Seite change.org (wo man auch eine Petition unterzeichnen kann, die von der Fluggesellschaft eine Entschuldigung an das Pärchen fordert), handelte es sich dabei lediglich um ein flüchtiges Bussi:

(…) just a typical „I love you“ peck like any couple might share.

Aber das geht ja nunmal überhaupt nicht – wenn das Kinder sehen!! Die denken nachher noch, sowas sei normal! Und nicht, daß sie durch ein derartiges Kindheitstrauma dann womöglich auch noch „andersrum“ werden und der Southwest Airline die KundInnen ausgehen – auch auf lange Sicht. Denn Homosexuelle können schließlich sowieso keine Familie gründen und somit auch keine zukünftigen Fluggäste in die Welt setzen. Als Familienexpertin weiß das die Fluggesellschaft natürlich – und wälzt sich gemütlich und ohne Zeitdruck mehr als einmal in diesem Fettnäpfchen ihrer Wahl:

In multiple statements, Southwest has refused to accept responsibility for the actions of its employee, and has instead blamed Leisha and Camila for bringing this discrimination on themselves.

Nun, es scheint mir, als wäre es an der Zeit für Leisha Hailey, eine Familienserie zu drehen. Und zwar eine lesbische. ;)

Das scheue Reh und der böse Wolf

Dass Kleinkinder-Kleidung je billiger desto gegenderter ist, finde ich zwar schlimm, aber ist nun leider auch nichts Neues. Lidl setzt in seinem neuem Wochen-Angebot „Kitz & Wolf“ jedoch neue Maßstäbe in Sachen subtiler Rollenzuweisung: Nicht mehr nur das klassische Pink-vs.-Blau-Schema, gerne angereichert durch Prinzessinnen und Autos, markiert hier das Geschlecht der Kinder, sondern es ist das scheue, niedliche, beschützenswerte (Reh-)Kitz, das ausnahmslos auf den für „Mädchen“ ausgewiesenen Kleidungsstücken prangt und der böse, angsteinflößende und draufgängerische Wolf „für Jungen“.

Die Text-Aufdrucke lösen zumindest bei mir weiteres Kopfkino in Sachen Doing Gender aus: „I love nature“ sagt das „Mädchen“-Shirt – die „Frau“ ist eben Natur (im Gegensatz zur Kultur des „Mannes“). Auf den „Jungen“-Hemden heißt es neben „Big Wolf“ oder „Super Wolf“ in einer Sprechblase „Hey, how are YOU?“ – schließlich wird von den „Jungs“ ja später auch erwartet, dass sie das „Anbaggern“ übernehmen.
Abgesehen davon, dass das Tierreich ja durchaus auch männliche Rehkitze und weibliche Wölfe kennt, rege ich mich über diesen Fall deshalb so auf, weil hier mit so scheinbar „neutralen“ Tierbildern Geschlecht gemacht wird, und einem als aggressiv und aktiv geltenden Tier ein als verletzlich und passiv geltendes gegenüber gestellt wird. Der Wolf jagt das Rehkitz, Opfer und Täter, ganz natürlich, oder?

Was du nicht sehen willst, ist trotzdem da – oder: Warum Postgender im Falle der Piratenpartei antifeministisch ist

Wer sich nicht in die mediale Isolation begeben hat, wird in den letzten Tagen um die folgende Nachricht kaum drumherum gekommen sein: die Piraten sind in das Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen. Mit überraschenden 8,9 Prozent darf die junge Partei ganze 15 Sitze bekleiden. Böse Zungen mögen behaupten, die Piratenpartei sei nicht nur jung, sondern auch noch recht inhaltsleer; in jedem Fall lässt sie sich aber bisher schwer einordnen. So wird überall wild darüber spekuliert, ob die Piraten nun rechts oder links, die neuen Grünen oder die neuen Linken sind. Und ein weiterer Punkt spielt irgendwie auch immer mit rein: Unter den 15 Abgeordneten ist nur eine Frau. (mehr…)

Gender Grotesque

Die beiden Plantagenarbeiterinnen Nuraini (21) und Rohani alias Rinto (25) aus dem Dorf Sarah Batee lebten laut Medienberichten schon eine Weile als Paar. Weil Rohani männliche Züge und einen männlichen Spitznamen hat, hielten sie Nachbarn für ein unverheiratetes heterosexuelles Paar und drängten sie zur Heirat. Das machten sie vor einem lokalen Imam im März.

Wer hätt’s gedacht: Allzu einfache Rollenmuster werden der Realität einfach nicht gerecht und dann wird’s kompliziert.

Verhütung? Frauensache!

Seit kurzem steht fest: Hormonelle Verhütung wird bis auf weiteres Frauensache bleiben. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde abgebrochen, die „Pille für den Mann“ wird vorerst nicht auf den Markt kommen. Wenn wir ehrlich sind, kam diese Wendung nicht sehr überraschend.

Das Deutschlandradio wagte kurz vor Bekanntwerden des (angeblich) vorläufigen Aus für die „Pille für den Mann“ einen kleinen historischen Abriss:

„Und nun endlich scheint ein akzeptables hormonelles Verhütungsmittel für den Mann gefunden zu sein“, hieß es Ende der 80er-Jahre in einem Fernsehbericht. Aber die Pille kam nicht.

Mitte der 90er war im WDR zu hören: „Die Wissenschaft hat die Gleichberechtigung von Mann und Frau einen großen Schritt voran gebracht. Nach über 20-jähriger internationaler Forschung ist die Pille für den Mann theoretisch fertig.“ Theoretisch – in der Praxis blieb die Pille für den Mann eine Luftnummer.

Im Jahr 2001 wurde dann wieder verkündet: „In fünf Jahren soll die Pille für den Mann auf den Markt kommen.“ Heute, zehn Jahre später, ist es immer noch nicht soweit.

Studienleiter Michael Zitzmann schmunzelt: „Ich selber weiß es auch nicht, ob das jemals auf den Markt kommen wird.“

Er sollte Recht behalten. Doch was sind die Gründe für den Abbruch der Studie? (mehr…)