Archiv der Kategorie 'geschlecht'

Gesucht: Queere Streetart

Das Archiv der Jugendkulturen [Berlin] sucht Street Art zum Themenbereich gender/queer für die geplante nächste Ausgabe ihres Journals. Es soll eine Bildstrecke mit Charactern, Slogans, etc. geben, in denen es um Geschlechterrollen und das Spiel mit diesen, Kritik an Heteronormativität, Statements gegen Homophobie, etc. geht.

Falls ihr solche Sachen macht, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns Fotos von euren Werken schickt, gerne eine Auswahl an verschiedenen Sachen, aus denen wir etwas aussuchen können. Wir können leider nichts für Bildrechte zahlen, da wir kein Budget für irgendetwas haben. Falls ihr interessiert seid, bitte schickt uns die Sachen an daniel.schneider |ät| jugendkulturen.de

Hello dear street art artists,

we, the Archiv der Jugendkulturen, are looking for street art that is about gender/queer topics for the upcoming issue of our magazine. We want to publish some pictures of characters, slogans and other stuff that is about gender roles and playing with them, critic of heteronormativity, statements against homophobia and other stuff like that. If you do street art about these topics, it would be great if you could send us some pictures from which we could choose some for the magazine. Sadly we can’t pay anything, we have no money for that project at all. If you are interested, please send the pictures to daniel.schneider |at| jugendkulturen.de

KRAKENPOSTILLE: die Krake sucht Futter!

Gerne teile ich…

Sehr geehrte Tintenfische, Oktopussies, Tentakulose!

Die 9. Krake sucht Futter! Ob Riesenkalmar oder Baby-Krake – auch DU kannst etwas beitragen!!!

Schicke uns etwas für Krake Nr.9: Reportagen, Gedichte, Comics, Bilder, Lieder, Pamflete, Kurzgeschichten, Elebnisberichte, Glossen, Interviews – die Möglichkeiten sind so zahlreich wie die Beziehungsformen im Kraken-Ozean.

Themenvorschläge:

sowieso – wie immer – alles, was Dich bewegt im Bereich alternative Beziehungsformen

spannend wäre auch mal was zum Thema Übergänge – wie handhabst Du das? Springst Du direkt von der einen zur nächsten oder brauchst Du zwischendrin 3 Tage Pause? Kannst Du Dein Liebchen in die Arme schliessen, wenn es noch warm ist vom Bett deines Schwiegerliebchens oder muss es erst kalt duschen? (mehr…)

[Berlin] Call: Booker’s Guide to Electronic Music Acts

Das femalepressure Netzwerk verbindet weltweit Frauen* im Bereich elektronischer Musik – seien es Musiker_innen, Komponist_innen, Produzent_innen, DJs, VJs, Forscher_innen… Derzeit setzt sich femalepressure wieder verstärkt gegen komplett männlich besetzte Line-ups ein. Immer wieder kommt daraufhin die peinliche Ausrede „Es gibt einfach kaum MusikerINNEN…“ Damit auch dieser Ausrede der Wind aus den Segeln genommen wird, soll ein Guide für Berliner Booker gedruckt werden, der das breite Spektrum weiblicher Musik-Acts anbietet. Wer selber darin Erwähnung finden möchte, sollte sich dringend die nächsten Zeilen durchlesen!

We were again and again confronted with the excuse that „There are not so many female acts, the percentage you see on your count equals the amount of female electronic musicians“. We think this is simply not true and want to present the variety and range of electronic musicians out there. (mehr…)

Petra Collins‘ Vulvashirt

Petra Collins hat für American Apparel ein T-Shirt designt, mit der Strichzeichnung einer behaarten Vulva, menstruierend.

Ich habe City TV ein kurzes Interview gegeben. Sie haben nur einen zweisekündigen Soundclip genommen—und ich weiß auch schon gar nicht mehr, was ich gesagt habe—, den sie dann mit Reaktionen von Menschen auf der Straße zusammengeschnitten haben. „Oh, das ist widerlich!“ und solche Aussagen. Nur ein Typ fand das Shirt super.

Ich habe gerade eine American-Apparel-Werbung auf der Website von City TV gesehen.
Die Schlagzeile, die sie verwendet haben, war: „Geht diese T-Shirt-Grafik zu weit?“ Mit diesen Nachrichtensprechern zu reden, ist das Allerbeste. Die Frau hat mit mir in ihrer Nachrichtensprecher-Stimme gesprochen und die ganze Zeit versucht, nicht „Vagina“ zu sagen. Und ich habe dann immer solche Sachen gesagt wie „Oh, das Masturbations-, Vagina- und Schamhaar-T-Shirt?“ Es ist ihr richtig schwer gefallen, das zu sagen. Vagina ist so ein skandalöses Wort

Frauen wachsen dort Haare. Und gelegentlich blutet’s raus. Immernoch skandalös.

Autofahren schadet Eierstöcken??

Saudi-Arabien hält an seinem Fahrverbot für Frauen weiterhin fest. Eine besonders kreative Begründung liefert Scheich Saleh:

Die saudischen Frauen unternehmen im Oktober einen neuen Versuch, das Fahrverbot für Frauen in Saudi Arabien zu durchbrechen. Für 26. Oktober haben die Frauen wieder einen gemeinsamen Aktionstag ausgerufen, an dem Frauen aufgerufen sind, sich gegen das Fahrverbot hinwegzusetzen.

Im Vorfeld hat sich nun ein Geistlicher zu Wort gemeldet. Scheich Saleh bin Saad al-Lohaidan warnte Frauen in einem Interview mit der Webseite sabq.org davor, bei der Aktion mitzumachen, weil Autofahren seiner Meinung nach eine schädliche Wirkung auf die Eierstöcke habe und bei ihren Kindern klinische Probleme hervorrufen könnten.

Genau so sieht’s nämlich aus!
Und außerdem:

Wieso wählen „Frauen“ Merkel? Ein verzweifelter Versuch

Eigentlich wär’s wurscht, aber auffällig ist es schon. Und man will die Deutung ja nicht ganz den Schirrmachers dieser Welt überlassen.
Ich kenn persönlich vom direkten Umfeld her doch eher weniger CDU-Wähler. Dennoch.
Eine mir nahestehende Person weiblichen Geschlechts (outen kann man sowas ja nicht!) hat ein Kreuzchen für Angie gemacht. Warum, weiß eigentlich keiner. Ihre politischen Ansichten haben mit denen Merkels eigentlich nichts zu tun.
Aber irgendwie identifiziert sie sich mit ihr. Nicht wegen gleicher Geschlechtsteile. Obwohl…. Merkel erscheint ihr als Mensch. Mit Menschen hat man mehr Nachsehen als mit Politiker_innen.
Merkel und sie, sie spielen gezwungenermaßen mehr oder weniger die gleiche Rolle im Leben. Beide, um im Patriarchat zu (über)leben. Viele von ihnen sind selber „Mutti“, die sparen muß und wie man’s macht, alles mault. Und die Erfolge will auch keiner anerkennen. Man brauch auch keine Kinder haben, es gibt auch „WG-Muttis“. Manchmal fühlt sich jede mal so oder so ähnlich. Es wird ja auch ständig auf jede Frau die „Mutti“ projeziert. Kleine Hunde sind „Kindersatz“, nett zu Kindern zu sein liegt an „mütterlichen Gefühlen“, wer dem Süßen einen Erkältungstee bringt, zeigt Mutterinstinkt (und dann motzt der Patient, wenn die Medizin zu bitter ist, kennt „frau“ ja) und im Alter braucht man sich gar nicht mehr gegen den Stempel wehren wollen: man ist eine Oma. Auch ohne Nachkommen oder sich je in irgendeiner Weise „mütterlich“ verhalten zu haben. Da kann man sich auch noch so ungroßmütterlich wie’s nur geht verhalten für viele ist man trotzdem eine Oma.
Merkel spielt diese Rolle aus. Sie konnte Mädchen und sie kann Mutti. Meinetwegen hat sie vielleicht auch das Potential zu einer „weisen Alten“, wär ja mal ein schöner Gegenentwurf zu „Oma“. Aber soweit sind wir noch nicht, da bin ich mir recht sicher.
Bis dahin spielt sie weiter „Mutti“, die vielleicht auch mal nachgibt, aber irgendwie halt auch nur ein Pflaster aufkleben kann und einem erzält, daß es doch gar nicht so schlimm wehtut. Dieser aber durchaus irgendwie tröstende Vorhergehensweise erliegen scheints auch genug konservative Herren. Jedem in Not ist es wohl intuitiv erstmal lieber wenn Mutti kommt und pustet als die ganzen „Hilfe! Ab zum Arzt“ kreischenden Leute (hoffentlich waren keine Sanitäter drunter) in die Nähe zu lassen.
Und da beißt sich womöglich die Katze in den Schwanz.

Karma’s a bitch & Gender Roles will bite you in the ass.

Good Morning!

Gefunden bei Feminist Trekkie:


Rezension und Diskussionbeitrag zu: Heinz-Jürgen Voß, Salih Alexander Wolter (2013): Queer und (Anti-)Kapitalismus

queer und (anti-)kapitalismus
Quelle: Ankündigungsseite des Verlags

Seit relativ kurzer Zeit findet im Rahmen einer grundsätzlichen kritischen Reflexion von ‚queer‘ neben der Auseinandersetzung mit bspw. critical whiteness, fat pride oder Femme-Kritiken an der genderqueer-Norm innerhalb der Bewegung auch die Rückbindung der Diskussionen und Politiken an kapitalismuskritische und Kapitalismus verneinende Positionen statt. Es gab dazu bisher kaum explizite und die komplette Diskussion umfassende Literatur – bis jetzt: Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter legen „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ vor, das vor wenigen Tagen im Rahmen der theorie.org-Reihe erschienen ist. (mehr…)

A Hard Day‘s Night

I Should Have Known Better

Guten Abend, liebe Stadt, ich bin da, was geht ab?
Das Übliche – Clubs, Bars, Kino, Fastfood Restaurants. Tanzen, trinken, rauchen, reden, lachen, diskutieren, erholen, abschalten, auftanken. Sich gut fühlen, lebendig, glücklich, stark, schön, beschwipst, befreit. Freund*innen sehen, einfach zusammen sein. Das gute Leben. Das Gute leben.

Tell Me Why

Angerempelt werden. Beschimpfungen über mich ergehen lassen. Angestarrt werden. Mich „anmiezen“ lassen. Beleidigungen hören. Angegrapscht , auf Skalen bewertet, Verfolgt werden. Schlagfertige Sprüche zu Hause überlegen.
Abend gelaufen. Opfer sein.

Any Time At All

„Ich bin kein Opfer!“, denke ich während ich meinen Schlüssel als Waffe in der Hand halte.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich mich auf dem Heimweg ständig umdrehe.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich dem Gegenüber immer wieder erkläre, warum ich meine Nummer nicht gebe.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn mir die Tränen in den Augen stehen.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich mich mit Händen und Füßen wehren muss.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich davon laufe.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich dunkle Gegenden und Straßen vermeide.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich den Blick senke, weil mir jemand entgegenkommt.
„Ich bin kein Opfer!“, wenn ich immer wieder „Nein“ sage und sagen muss.

I’ll Cry Instead

„Ich bin kein Opfer!“, sage ich, weil ich es satt habe, mich wertlos oder hässlich zu fühlen, als verfügbar zu gelten, zur Bewertung frei zu stehen, mich zu fragen, wie viel Schuld ich an solchen Vorfällen habe, mich nachts nicht sorglos bewegen zu können.

Und ich will kein Opfer sein.

Things We Said Today

Seid endlich still, geht weg. Ich weiß wo die nächste Diskothek ist, aber ich will es euch nicht sagen, und ich komme auch nicht mit. Wo ich wohne, fragt ihr und die letzte gequälte Höflichkeit ist aufgebraucht. Ihr kennt Körpersprache, ihr kennt Distanz und ihr kennt das Wort „Nein“. Ihr missachtet es absichtlich und ihr verachtet mich. Ihr wollt nicht wirklich meine Nummer, nicht mit mir reden, mich nicht kennenlernen, mich nicht einfach nur küssen oder mit mir schlafen. Ihr wollt mich bedrohen, meinen Wert untergraben, mich klein sehen und zeigen wem die Straße gehört, Macht demonstrieren.

When I Get Home

Und dann schafft ihr es. Ich muss mich beschützen. Bestimmte Veranstaltungen umgehen, Schutzräume finden, euch die Straße überlassen. Zumindest eine Weile, um Kraft zu tanken. Wenn man ständig hört und zu spüren bekommt, man sei nichts wert, fängt man es irgendwann an zu glauben. Also Urlaub von der Straße um sich zu besinnen wer man ist? Das kann es doch auch nicht sein. „Ich bin kein Opfer!“

You Can’t Do That

Also weitermachen. Ertragen! Kämpfen. Solidarität einfordern. Aufklären. Sich engagieren. Und sich endlich wieder stark fühlen. Kein Opfer sein! Das Gute leben.
Bis zum nächsten Abend, der nächsten Kreuzung, der nächsten Begegnung, dem nächsten Blick, Spruch, Übergriff, der nächsten Beleidigung, Ohnmacht.

I’ll Be Back

Gute Nacht, liebe Stadt. Du machst mich müde, hilflos und taub. Morgen früh werde ich aufwachen und wieder wissen: Ich bin kein Opfer. Aber erst mal Urlaub.

It’s been a hard day’s night.

Girlfriend Style

Die Süddeutsche zeigt eine Fotoreihe von Jon Uriarte, der seine Kumpel in den Kleidern ihrer Freundinnen fotografiert hat.

Wenn Frauen Männerkleider anziehen, gilt das traditionell als Zeichen für Befreiung, Emanzipation und für den Kampf um Teilhabe an der Macht. Männer in Kleidern, Röcken und High Heels hingegen sieht man außerhalb von Drag-Clubs und Model-Castingshow-Formaten eher selten.

Doch die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern hat sich gewandelt – im Berufsleben wie auch in heterosexuellen Beziehungen. „The men under the influence…“ heißt die Fotoserie des spanischen Fotografen Jon Uriarte – „Männer unter Einfluss“. Im Englischen kann das auch unter dem Einfluss von Drogen bedeuten – das trifft den umnebelten Zustand ganz gut, in dem sich viele Männer zwischen alter Männlichkeit und unklarer neuer Geschlechteridentität befinden.