Archiv der Kategorie 'kapitalismus'

Kritisch-lesen.de mit dem Schwerpunkt „Feministische Praxen“

Www.kritisch-lesen.de mausert sich seit einigen Monaten zu einem hochkarätigen und durchdachten Rezensionsmedium! Waren schon die vergangenen Ausgaben jeweils sehr geschlechtersensibel ausgerichtet, sind in dieser Ausgabe „Feministische Praxen“ explizit Thema. Dabei werden aktuelle und ältere feministische Bücher besprochen und als vielversprechend zum feministischen Weiterdenken vorgeschlagen. Unter anderem sind mit dabei: „Darum Feminismus!“, „Revolutionäre Frauen“ und „Riot Grrrl Revisited“. Ergänzt wird diese Ausgabe anarchistisch, postkolonial und antirassistisch.

Die Rezensionen sind insgesamt sehr pointiert und sensibel formuliert, freundlich-kritisch zu den Büchern und es wird Interesse an den Büchern geweckt. In diesem Sinne ist diese Ausgabe sehr zu empfehlen! …bei den folgenden sollten aber mehr Frauen zu Rezensionen eingeladen werden!

Zur Ausgabe „Feministische Praxen“.

Shopping Shopping Shopping!!!

Während meiner Recherchen für eine Stadtführung in Frankfurt bin ich auf das Werbevideo für das neue Skyline Plaza gestoßen. Dabei handelt sich um ein, sich in der Entstehung befindendes, Urban Entertainment Center. Das ist nichts anderes als ein „besseres“ Einkaufzentrum und da die Menschheit ja seit langem weiß, dass es Frauen sind, die dem Shopping besonders verfallen sind (denn ist Schuhe- nicht wie Beerensammeln? Und tun wir das nicht schon seit der Zeit in der wir noch in Höhlen lebten) ist dieses Werbevideo natürlich auf die besonderen Bedürfnisse von Frau zugeschnitten. Da heißt es:
„Jahr für Jahr ziehen Frauen um die 30 zu hunderttausenden in die Großstädte. Sie stolzieren auf der Suche nach Traummann und Traumschuh Arm in Arm die angesagtesten Einkaufsstraßen entlang…“

Oder auch:
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Rezensiert: „Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‚Muslime versus Schwule’“

Buchcover: Karriere eines konstruierten Gegensatzes

Der Band „Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‚Muslime versus Schwule’“ wendet sich den, seit dem 11. September 2001, verschärften Debatten in der Bundesrepublik Deutschland um „den Islam“ zu. Häufig wird hierbei die Emanzipation von Schwulen als die Nagelprobe für „den Islam“ angeführt, Muslim_innen – und allgemein Migrant_innen und Menschen mit Migrationshintergrund – wird unterstellt homophober als der Rest der Bevölkerung in der BRD und als „der Westen“ zu sein. Für „Schwule“ könnte im Titel des Buches auch „Frauen“ eingesetzt sein. Denn während sich die mehrheitsdeutschen Frauen zunehmend als individuell und vielfältig, queer-, femninistisch, popfeministisch oder antifeministisch erkannt wissen wollen und sich viele Debatten um diese Verortungen drehen, bleibt diejenige Frau, die als „Migrantin“ und insbesondere „Muslimin“ angesehen wird, nur eins: Migrantin / Muslimin. Sie wird bemitleidet und ihr unterstellt, dass sie grundlegend leide – unter einer patriarchalen, rückständigen, zu zivilisierenden „migrantischen Community“ oder gleich „dem Islam“. Ihre individuelle Geschichte will niemand hören. Wird sie doch gefragt, so richtet sich die Frage darauf, wo sie herkomme, weil mehrheitsdeutschen Frauen oft als undenkbar erscheint, dass auch dunkelhaarige Menschen in der BRD geboren werden. Sineb El Masrar hat in ihrem Bestseller-Buch „Muslim Girls: Wer wir sind, wie wir leben“ diesen mehrheitsdeutschen Mangel prononciert geschildert.

So werden Rassismus, Homophobie und Sexismus als Probleme „ausgelagert“: Sie erscheinen nicht mehr als Probleme, die in der BRD entstehen und dort zu behandeln wären. Stattdessen wird die BRD als emanzipiert westlich hergestellt und einem zu zivilisierendem Anderen entgegengestellt. (mehr…)

Nein, PETA, der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Dass PETA alles andere als unterstützenswert ist, dürfte spätestens seit der Holocaust relativierenden Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“ allgemein bekannt sein. 2004 wurde die Kampagne sogar von PETA-Deutschland übernommen – meiner Meinung nach ein klares Statement, in welche Ecke diese selbsternannte Tierrechtsorganisation gehört. (Wer einen kleinen Einblick in diese menschenverachtende Kampagne bekommen will, kann hier klicken – aber Achtung, nichts für schwache Nerven.)

PETAs Konzept ist es, in der Mitte der Gesellschaft anzusetzen – um dieses Ziel zu erreichen, werden auch gerne mal Rassismen und Sexismen in Kauf genommen.

Die Dauerrenner bei PETA sind aber das Werben mit nackten, normgerechten weiblichen Körpern und die Panikmache vor männlicher Impotenz. Die zentrale Botschaft an das weibliche Publikum: Lebe vegan und du wirst einen schönen (=schlanken) Körper haben, die Botschaft an die Männer da draußen: Wenn du keine Angst um deine Männlichkeit (=Potenz) haben willst, dann greif das nächste mal besser zum Tofu-Würstchen. Klassische Werbeplakate sind zum Beispiel diese hier:

Quelle: Klick

Und:

Quelle: Klick

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Hager und Mager

Gentrifizierung und Sexarbeit

Das Thema „Recht auf Stadt“ hat in den letzten Jahren insbesondere in Hamburg eine große Verbreitung erfahren, zahlreiche Initiativen – von bedrohten Kleingärten bis zum besetzen Haus – versammeln sich unter diesem Slogan, um sich bestimmten Stadtentwicklungsprozessen, die oft mit Vertreibungen einhergehen, entgegen zu setzen. Geschlechterfragen waren in diesem Zusammenhang bisher kaum Thema, so sind denn auch die Schnittstellen feministischer Politik mit Gentrifizierungskritik bisher kaum sichtbar. Das soll sich jetzt ändern: Unter dem Slogan „Recht auf Straße – gegen Repression und Kriminalisierung in St. Georg“ rufen die Gruppen purl & diss_ zu einer Kundgebung am Samstag, dem 9. Juli auf, die die Forderungen nach der Abschaffung von Sperr- und Gefahrengebieten, nach gesichertem Aufenthaltsstatus und Entkriminalisierung von Sexarbeit und Drogen mit dem Aufruf zur Dekonstruktion von Geschlechterverhältnissen verbinden will.

recht auf straße

Hintergrund ist, dass sich in dem Hamburger Bahnhofsviertel St. Georg, das quasi traditionell ein Ort der Prostitution ist, eine Koalition aus Anlieger_innen und Politik gebildet hat, die die Sexarbeit aus dem Viertel vertreiben möchte, um stattdessen eine so genannte Aufwertung des Stadtteils voranzutreiben. (mehr…)

Sexistische Kackscheiße

Es ist Sommer, naja zumindest fast. Meteorologisch gesehen befinden wir uns zwar noch im Frühling nichtsdestotrotz beginnt aber nun die Zeit in der Eis- und Sonnencremekonsum stetig steigt. Also eigentlich ein Grund zur Freude, wäre da nicht – die Werbung. Denn wer heute durch die Straßen der Städte läuft oder fährt kommt fast nicht an sich räkelnden, gephotoshopten Damen in Bikinimode vorbei. In der unnatürlichsten und unbequemsten Pose blicken uns die Models lasziv ins Gesicht und sagen uns „kauf dieses heiße Teil und Baby du wirst genauso toll aussehen wie ich.“
Vom Konsum-und Werbewahn unserer Gesellschaft mal abgesehen sind solche Darstellungen von „Weiblichkeit“ einfach nur zum Kotzen. Die Frau ist nicht Mensch, sondern Objekt, Kleiderbügel, der einzig und allein zu dem Zwecke in der Stadt rumhängt um Männeraugen zu beglückten und Frauen zum Konsum und Abnehmen zu bewegen.
Und weil Werbung von Männern für Männer Scheiße ist, hier eine kleine Anregung- verschönern wir die Städte!

Und sagen unsere Meinung!

Roseanne

When the show went to No. 1 in December 1988, ABC sent a chocolate “1” to congratulate me. Guess they figured that would keep the fat lady happy—or maybe they thought I hadn’t heard (along with the world) that male stars with No. 1 shows were given Bentleys and Porsches. So me and George Clooney [who played Roseanne Conner’s boss for the first season] took my chocolate prize outside, where I snapped a picture of him hitting it with a baseball bat. I sent that to ABC.

Persönlicher Bericht von Roseanne Barr auf nymag über den Sexismus, den sie in der Fernsehlandschaft erlebt hat.

(gefunden auf der mädchenmannschaft

taschenkalender sucht beiträge

Fehlende Schminktische im Handwerk? Die riot skirts suchen Beiträge aller Art für den queerfeministischen Taschenkalender 2012 zum Thema „Arbeit“.

Werbepause: ARRRGH!

mädchenblog empfiehlt die „Sexismuskritischen Tage in Dresden“ ab nächstem Donnerstag mit einem fetten Programm:
ARRRGH!