kurz und knapp

Kinks or Vanilla?

Die taz interviewt das Fetischmodel Rain DeGrey, die auf Feministinnen zwar nicht so gut zu sprechen ist, aber viele richtige und wichtige Dinge zu erzählen weiß:

Kink ist wie eine Blase. Alles, was ich machen möchte, befindet sich in dieser Blase. Ich hänge mit Leuten darin ab und arbeite mit ihnen. Ich will diese Blase nicht verlassen. Denn sobald ich das tue, verurteilen mich die Leute. Sie sind unhöflich, gemein und sehen auf mich herab. Und das hasse ich. Die Leute sind Arschlöcher.

Mit diesen Leuten streiten Sie sich dann auch oft auf Twitter.

Ja, das mache ich vor allem mit Männern, die mir Schwanzbilder schicken. Die denken, dass eine Frau nur einen Schwanz sehen muss, um den Verstand zu verlieren. Ein Schwanz ist nichts Magisches. Man kann mit einem Schwanz keine Frauen hypnotisieren. Ich antworte diesen Männern, denn wenn ich auch nur einen ein bisschen weniger dumm machen kann, gibt mir das Hoffnung für die Welt. Denn wenn nur ein Mann sich darüber klar werden kann, wie unangemessen und grob das ist, macht er das vielleicht mit der nächsten Frau nicht mehr.

Das ist ein sehr pädagogischer Ansatz.

Ich bin eine Erzieherin. Es ist nicht Bestandteil meines Jobs, Idioten zu tolerieren. Ab und zu schreiben mir auch Leute, die meine Seele retten wollen. Die denken, dass ich mich quälen lasse, weil ich das Geld brauche und missbraucht werde. Nein, ich toleriere niemanden, der meine Grenzen überschreitet. Es gibt Männer, die meine Shootings kaufen, weil sie sehen wollen, wie Frauen verletzt werden. Das ist aber nicht meine Arbeit.

Tschüs Piraten

Anke Domscheit-Berg tritt bei den Piraten aus, u.a. deshalb:

Ich bin es überdrüssig, als Feministin angegriffen und beleidigt zu werden, oder solche Angriffe gegen andere mitzuerleben. Ich habe keine Lust mehr, #feminazi, #genderistin und #karrieregeil genannt und für den Niedergang der Partei verantwortlich gemacht zu werden. Das immer wieder kehrende Störfeuer, ich würde mich sogar an der Partei bereichern, ist absurd lächerlich, da offenbar diejenigen, die so reden keine Ahnung davon haben, wieviel eigene Zeit und privates Geld wir eingesetzt haben. Ich finde es jedes Mal unfassbar, dass es immer wieder Piraten gibt, die den Begriff “Piratin” als satzungswidrig bezeichnen, die von #postgender reden, Diskriminierung leugnen und eine erschütternde Toleranz gegenüber Sexismus an den Tag legen.

Bitte um Aufklärung


Die niedersächsischen Schüler_innen bestehen darauf, daß „Sexuelle Vielfalt“ im Zuge der Sexualkunde-Reform fester Bestandteil des Aufklärungsunterrichts wird.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock allerdings äußerte Bedenken – vor allem darüber, die Schüler_innen mit Homosexuellen unbeaufsichtigt zu lassen. Worauf die Schüler_innen die Niederlegung ihres Mandats forderten.

Gamerszene – wer den Mund aufmacht, wird bedroht?

Die feministische Videospielkritikerin Anita Sarkeesian wird mit immer schwereren Drohungen bedacht.

Kommissarinnen

Bei einer SpOn-Fotostrecke drübergestolpert:

Zahl der Kommissarinnen, die bisher in deutschen Krimis tätig wurden: 121

- Zahl der leitenden Kommissarinnen deutscher Mordkommissionen im wirklichen Leben im Jahr 2005: 0

Täterarbeit

dieStandard interviewt Heinrich Kraus, (Triggerwarnung) der bei der Wiener Männerberatungsstelle schon lange therapeutisch mit Gewalttätern arbeitet:

Wir haben in den letzten zehn, zwöf Jahren viel geleistet und inzwischen gibt es einen Konsens in der befassten Öffentlichkeit, dass es Täterarbeit flächendeckend in Österreich braucht. Auch finanziell ist unsere Stelle heute nicht mehr ausschließlich vom Innenministerium abhängig, sondern bekommt Geld aus verschiedenen ministeriellen Quellen. All das schätze ich sehr positiv ein. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann, dass die Behandlungspläne besser auf den individuellen Fall abgestimmt werden. Wir könnten noch effektiver sein, wenn wir bei den Tätern differenzierter hinschauen könnten.

Absolut lesenswert.

Workshop für Betroffene sexueller Gewalt

Eine Gruppe aus Berlin von Menschen, die als Kinder/Jugendliche sexualisierte Gewalt erlebt haben, macht am 15.03.14 einen Workshop mit dem Titel: Tun wir uns zusammen: gegen sexuelle Gewalt! Gesellschaftliche Ursachen & Folgen – politische Strategien & Auswege

Amnestie für Pussy Riot

Es sieht so aus, als würden die inhaftierten Pussy-Riot-Aktivistinnen begnadigt:

Das russische Parlament hat eine von Präsident Wladimir Putin veranlasste Massenamnestie beschlossen. Damit dürften nach Ansicht von Anwälten auch die beiden inhaftierten Mitglieder der Punk-Band „Pussy Riot“ freikommen. In dem Dekret sind ausdrücklich Mütter mit minderjährigen Kindern erwähnt – wie die Aktivistinnen.

Verharmlosung sexualisierter Gewalt

Wichtiger und absolut lesenswerter Text von identitätskritik, der die ganzen Verharmlosungsstrategien bei Diskussionen über sexuelle Übergriffe auseinander (Triggerwarnung):

Hm, vielleicht gibt es dann einige die das doch wirklich auch nicht schön fanden. Dann lassen sich vielleicht so Begriffe wie: „ein bisschen übergriffig“, „nicht wirklich abgesprochen“ oder „ging schon so über ne Grenze“ verwendet, die das ganze schön harmlos klingen lassen. Wenn eine_r nämlich von sexualisierter Gewalt oder gar Vergewaltigung spricht, wird eine Regel gebrochen, eine Grenze überschritten, damit lässt sich eine Erfahrung nicht mehr so einfach übergehen.

Schutzehe/Scheinehe

Interessante Debatte bei der taz: Scheinehe, um Flüchtlinge einzubürgern?

Interessant am Geschäft mit der Ehe ist das asymmetrische Verhältnis, das einer solche Beziehung innewohnt. Hier ein Mensch, der in Besitz eines kostbaren Guts ist, nämlich eines deutschen Passes, der Rechtsstaatlichkeit, körperliche Unversehrtheit, Meinungsfreiheit und soziale Absicherung gewährt. Dort ein Mensch, der ebendieses Gut erlangen möchte, ein Dokument, ohne das ihm die Teilhabe an Arbeitsmarkt und Gesellschaft und die Chance auf Wohlstand verwehrt bleiben, und der bereit ist, das Menschenmögliche für dieses Dokument zu tun.