kurz und knapp

„Arbeite mal an Deinem Männerbild!“

Junge Kosovaren lernen Gewaltlosigkeit und ein neues Männerbild kennen:

„Ich dachte, so muss es sein. Ein Mann hat keine Gefühle. Ein Mann kennt keine Argumente. Er schlägt einfach zu.“

Jetzt ist Jetmir 18. Als er in der Schule erzählte, dass er seiner Mutter im Haushalt hilft, sagten seine Kumpels: „Du Memme. Davon wird man schwul.“ Jetmir antwortete: „Na und, Schwulsein ist doch nichts Schlimmes.“ Sie sahen ihn an, als habe er eine ansteckende Krankheit. Als Jetmir sich für ein Theaterstück die Lippen rot anmalte, schämte er sich. Aber da war der Vorsatz, die Drogen und Prügeleien aufzugeben: „Ich wollte lernen, ein echter Mann zu sein.“ Be a Man heißt die Initiative der Jugendorganisation Peer Educators Network (PEN), die Jetmirs Leben änderte.

Transidentität keine Hormonstörung

Eine neue US-Studie räumt nun endgültig mit der antiquierten Vorstellung auf, Transidentitäten rührten von einem hormonellen Ungleichgewicht her:

Wir konnten mit der rückständigen Annahme aufräumen, dass Transsexualität durch ein Hormonungleichgewicht hervorgerufen wird“, sagt Erstautorin Johanna Olsen. Entgegen früherer Annahmen hatten die Teilnehmer keine ungewöhnlichen Hormonspiegel.

Für den Hirnforscher Georg Kranz von der Medizinischen Universität Wien passt dieses Ergebnis gut ins Bild. Schließlich gehe man mittlerweile davon aus, dass sich die Anlagen zur Transidentität bereits im Mutterleib bilden und nicht umkehrbar sind: „Die geschlechtliche Prägung des Körpers – und damit auch die späteren Hormonwerte – und die des Gehirn geschehen zeitlich versetzt während der Schwangerschaft.“

Plattform gegen Onlinesexismus

„Wie bist du denn drauf, hast wohl deine Tage??“
„Kein Wunder, dass du eine Fünf in Mathe hast, du bist ja auch ein Mädchen…“
„Guck mal mit dem tiefen Ausschnitt muss die sich doch nicht wundern…“
„Haben Mädchen viele Freunde, sind sie Schlampen. Haben sie keinen Freund, sind sie verklemmt“

Du kennst das und hast noch weitere Beispiele parat? All diese Aussagen haben eines gemeinsam:

Das ist Sexismus: Und du musst dir das nicht gefallen lassen!

Großartige neue Website: die Onlineberatung für Mädchen und junge Frauen vom Frankfurter FeM-Mädchenhaus mit Forum und Infoseiten.

Crowdfunding für Abtreibungs-How-To

„A series of animation videos to disseminate all the information a woman might need when she wants to have an abortion“

möchte die Kampagne „Right to Abortion in Argentina“ über ein Crowdfunding bei Kickstarter finanzieren. In den nächsten 5 Tagen werden noch 1.300 Dollar zum Erfolg benötigt.

Diskriminierung in Ba-Wü

Auch in Baden-Württemberg steht Diskriminierung von Nicht-Heteros auf der Tagesordnung:

Viele Menschen in Baden-Württemberg erfahren aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität immer noch Benachteiligungen, Diskriminierungen oder Gewalt. Dies zeigen die Ergebnisse einer von Sozialministerin Katrin Altpeter vorgestellten Onlinebefragung zur Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg.

Mehr als zehn Prozent der über 2.000 schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, trangendern, intersexuellen und queeren Teilnehmenden hatte bei der Befragung angegeben, in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von körperlicher oder seelischer Gewalt geworden zu sein. Mehr als die Hälfte hatte zudem erklärt, in dieser Zeit mindestens einmal Opfer von Diskriminierung geworden zu sein. Ministerin Altpeter zieht aus diesen Zahlen den klaren Auftrag, den Abbau bestehender Diskriminierungen im Südwesten konsequent weiterzuverfolgen.

Gegenwind

Artikel über Sexismus (und andere -ismen) in der Surferszene:

Nur wenige erfolgreiche Surferinnen haben die Zustände in der Szene offen thematisiert. Anastasia Ashley, Big-Wave-Surferin und Model, kritisierte in einem Fernsehinterview den Fokus der meisten Magazine auf ihren Körper anstatt auf ihre Erfolge auf dem Brett. Ashley ist jedoch nur die Nummer 59 im offiziellen Ranking der Association of Surfing Professionals (ASP) und hat somit weit weniger zu befürchten als die Frauen in den oberen Rängen. In dem Interview sagte sie auch: Objektivierende und degradierende Äußerungen von Surfmedien gehörten zum Job und würden von ihr nicht allzu ernst genommen. Gleichzeitig gab sie zu, dass es schwer sei, so als ernsthafte Sportlerin wahrgenommen zu werden. Carissa Moore, Nummer drei der Surfwelt, berichtete vor einigen Jahren von ihrer Essstörung, die sie unter anderem auf das ständige Fotografiertwerden in knappen Bikinis zurückführte.

Kinks or Vanilla?

Die taz interviewt das Fetischmodel Rain DeGrey, die auf Feministinnen zwar nicht so gut zu sprechen ist, aber viele richtige und wichtige Dinge zu erzählen weiß:

Kink ist wie eine Blase. Alles, was ich machen möchte, befindet sich in dieser Blase. Ich hänge mit Leuten darin ab und arbeite mit ihnen. Ich will diese Blase nicht verlassen. Denn sobald ich das tue, verurteilen mich die Leute. Sie sind unhöflich, gemein und sehen auf mich herab. Und das hasse ich. Die Leute sind Arschlöcher.

Mit diesen Leuten streiten Sie sich dann auch oft auf Twitter.

Ja, das mache ich vor allem mit Männern, die mir Schwanzbilder schicken. Die denken, dass eine Frau nur einen Schwanz sehen muss, um den Verstand zu verlieren. Ein Schwanz ist nichts Magisches. Man kann mit einem Schwanz keine Frauen hypnotisieren. Ich antworte diesen Männern, denn wenn ich auch nur einen ein bisschen weniger dumm machen kann, gibt mir das Hoffnung für die Welt. Denn wenn nur ein Mann sich darüber klar werden kann, wie unangemessen und grob das ist, macht er das vielleicht mit der nächsten Frau nicht mehr.

Das ist ein sehr pädagogischer Ansatz.

Ich bin eine Erzieherin. Es ist nicht Bestandteil meines Jobs, Idioten zu tolerieren. Ab und zu schreiben mir auch Leute, die meine Seele retten wollen. Die denken, dass ich mich quälen lasse, weil ich das Geld brauche und missbraucht werde. Nein, ich toleriere niemanden, der meine Grenzen überschreitet. Es gibt Männer, die meine Shootings kaufen, weil sie sehen wollen, wie Frauen verletzt werden. Das ist aber nicht meine Arbeit.

Tschüs Piraten

Anke Domscheit-Berg tritt bei den Piraten aus, u.a. deshalb:

Ich bin es überdrüssig, als Feministin angegriffen und beleidigt zu werden, oder solche Angriffe gegen andere mitzuerleben. Ich habe keine Lust mehr, #feminazi, #genderistin und #karrieregeil genannt und für den Niedergang der Partei verantwortlich gemacht zu werden. Das immer wieder kehrende Störfeuer, ich würde mich sogar an der Partei bereichern, ist absurd lächerlich, da offenbar diejenigen, die so reden keine Ahnung davon haben, wieviel eigene Zeit und privates Geld wir eingesetzt haben. Ich finde es jedes Mal unfassbar, dass es immer wieder Piraten gibt, die den Begriff “Piratin” als satzungswidrig bezeichnen, die von #postgender reden, Diskriminierung leugnen und eine erschütternde Toleranz gegenüber Sexismus an den Tag legen.

Bitte um Aufklärung


Die niedersächsischen Schüler_innen bestehen darauf, daß „Sexuelle Vielfalt“ im Zuge der Sexualkunde-Reform fester Bestandteil des Aufklärungsunterrichts wird.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock allerdings äußerte Bedenken – vor allem darüber, die Schüler_innen mit Homosexuellen unbeaufsichtigt zu lassen. Worauf die Schüler_innen die Niederlegung ihres Mandats forderten.

Gamerszene – wer den Mund aufmacht, wird bedroht?

Die feministische Videospielkritikerin Anita Sarkeesian wird mit immer schwereren Drohungen bedacht.