kurz und knapp

Leseempfehlung

Leseempfehlung: Aufsatz von Martha Mamozai „Frauen und Kolonialismus – Eine weibliche Variante des ‚Herrenmenschentums‘“

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Anonym surfen

Anonym surfen mit TOR – ein Selbstversuch:

TOR zu nutzen ist denkbar einfach – funktioniert wie Firefox. Auch das Runterladen und installieren war eigentlich idiotensicher.
Wenn’s aber darum geht, TOR auch wirklich so zu benutzen, daß man es NSA & Co. schwer macht, muß man mitdenken. Und auch ganz viel umdenken.
Und das ist eigentlich das Hauptargument für TOR: allein durch die simple Benutzung lernt man unglaublich viel dazu, was diesen ganzen nerdigen Datenkram angeht! Man kapiert dann irgendwie auch andere Dinge besser, weil man die Zusammenhänge jetzt son büschn praktisch erlebt hat. Und das ist bei allen Internetnutzer_innen eigentlich grad echt dringlich.

Applaus für Def.macht-Kritiker auf Indymedia

Indymedia hat offensichtlich kein Problem, antifeministische Thesen, die sich gegen die Definitionsmacht richten, zu tolerieren und somit auch zu unterstützen. Cosminautilus kritisiert scharf, bevor noch mal (ausführlichst und absolut lesenswert!) das Konzept hinter Definitionsmacht erklärt wird:

Natürlich sind Anfeindungen gegen feministische Konzepte, die anonym auf offenen Internetplattformen veröffentlich werden, keine besondere Aufmerksamkeit wert. In diesem Fall wird dieser antifeministische Angriff jedoch nicht wie üblich kontrovers umstritten, verrissen oder gar von den linken Administrator*innen entfernt – er stößt vielmehr auf breite Zustimmung. In den Kommentaren wird begeistert Erleichterung über den vermeintlichen Tabubruch ausgedrückt.

Sexuelle Belästigung in der hierarchischen Hochschulstruktur

Heide Oestreich schreibt über sexuelle Belästigung an der Uni – gerade die hierarchischen Strukturen dort sind ein zentrales Problem:

Das ist eines der Probleme mit sexueller Belästigung an der Uni. Die Hierarchie. Die Abhängigkeit. Regine Schulz wandte sich an die Frauenbeauftragte. Und die kannte den Professor schon. Es war eine seiner üblichen Methoden, mit attraktiven Studentinnen umzugehen. Anbaggern und fallen lassen. Die Frauenbeauftragte schaltete den Dekan ein. Es gab Gespräche mit dem Professor. Eine Geldbuße und Auflagen: Die Frauenbeauftragte sollte nun an den Prüfungen teilnehmen. Seine Sprechstunde durfte er nur noch mit offener Tür halten, sodass die Sekretärin mithören konnte. Der Professor aber ist hartgesotten. Seine Sprechstunde hat er nun auf den Abend verlegt, da ist die Sekretärin nicht mehr im Büro.

Alltägliche Übergriffe

Beim Wolverette Zine behandelt ein Text die Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen und die Reaktionen darauf.

They had always been making stupid and sometimes salacious remarks but I didn’t care, it was never serious and, to be honest, this was not so unnormal for men in their 50ies on the countryside, especially when they sit and drink in a pub. I had learnt to deal with it, take it with humour and talk back – which was much appreciated. They never took it over the top.

Except for one time when one of them put his hand on top of my thigh. And you know what? I didn’t say anything. It would’ve been too embarrassing. He left that hand there for about 10 minutes and I sat still and ignored it cause that way at least nobody would notice since my thigh with his hand on it was hidden under the table.

Sexual Harassment is Violence

Pille danach rezeptfrei – dauert noch, ist aber in Arbeit

Ganz, ganz langsam macht man sich in Deutschland dazu auf, die Pille danach rezeptfrei abzugeben.

Wo steckt eigentlich die Arzneimittellobby, wenn man sie mal braucht? Eigentlich ist der Fall doch wie für sie gemacht: Heute hat die Mehrheit im Bundesrat einem Antrag für die Aufhebung der Rezeptpflicht für die Pille danach zugestimmt – eingereicht hatten ihn die Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Anfang Juni waren entsprechende Anträge von SPD und Grünen im Bundestag bereits gescheitert, die schwarz-gelbe Regierung war dagegen. Heute sieht es endlich nach einem kleinen Etappensieg aus, auf dem wohl noch langen Weg zur Abschaffung der Verschreibungspflicht.

Geschlechterlüge

Dia taz startet die Woche mit einem schönen Artikel über den angeblichen „Geschlechterunterschied“ und wie unsinnig das aus neurobiologischer Sicht ist:

„Das Geschlecht ist ein Werkzeug der sozialen Kategorisierung, stärker sogar als die Ethnie“, sagt Harry Reis, Psychologe der Universität Rochester. Die Menschen nutzten dieses Schubladendenken, um eine komplizierte Welt zu vereinfachen.

„So eine Kategorisierung ist aber nur dann sinnvoll, wenn sich Männer und Frauen tatsächlich fundamental unterscheiden. Das tun sie aber nicht“, fasst der Psychologe das Ergebnis einer aktuellen Meta-Analyse zum Thema Geschlechtsunterschiede (pdf) zusammen.

Die Brav_a sucht nach Beiträgen für Heft #3!! Die Brav_a ist ein queer-feministisches D.I.Y. (Do It Yourself) Zine, das sich im Stil einer Teenie-Zeitschrift teils ernst, teils ironisch mit Themen wie Liebe, Sex, (Körper-, Beziehungs-, Hetero-, Homo-) Normativität, Polyamourie, der queer-feministischen Szene und vielem mehr beschäftigt.

Keine Liebesgeschichte

Lesenswerter Text zur Rezeption von Autorinnen im Netz:

Schlampe? Göre? Diese Attribute, und die durch den vorwiegend männlichen Kommentator implizierten unlauteren Karrierewege (“hochschlafen”), die stets Frauen zugeschrieben werden, sind die moderene “Hexenjagd” im Netz. Was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht. Vor dem Rechner sitzend wird dann gemutmaßt: “Ich bin doch genauso gut. Warum bin ich nicht bekannt? Weil die Blitzkrieg eine Frau ist!” Der einfachste Weg ist gefunden. Statt selbstkritischer Gedanken gibt es nun einen schnellen Schuldigen: Das System ist schuld, denn es bietet Schlupflöcher, so dass junge Menschen, ja sogar Frauen, schnell und talentlos Karriere machen können. Da entsteht Wut und da entsteht Hass, denn die Arbeit dahinter ist für die Leser unsichtbar.