Sehnen wir uns ewa nach den alten Männerklischees? Kommen wir mit den weicher gewordenen Männern nicht mehr klar? Ein amüsanter Text in der Faz zum Thema Frauenversteher. Auszug: „Dabei würden sich Frauen auch heute noch freuen, wenn ihnen einer mal den Hof macht / die Tür aufmacht / den BH aufmacht, obwohl sie das selbstverständlich allein können.“ Mir persönlich sind die Männer noch nicht „weich“ genug, aber ich bin auch für ein neues Klischee in Richtung lauter „Macho“ mit Respekt. Können doch nicht alle ruhig/ schüchtern/ passiv sein.
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Ich möchte euch gerne den Film „Edie and Thea a very long engagement“ empfehlen. Für mich einer der schönsten Lesbenfilme überhaupt. Es handelt sich um eine Doku. Begleitet werden zwei ältere US-amerikanische Lesben, die schon seit vielen Jahren gemeinsam in einer Beziehung leben. Da in den USA die Heirat lesbischer Pärchen kriminalisiert ist, sind die beiden Frauen seit über 40 Jahren verlobt. Was diesen Film so besonders macht, ist nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Edie und Thea, sondern das uns ihr Leben außergewöhnliche Einblicke in die Geschichte der Lesbenbewegung eröffnet. Da beide Frauen schon über siebzig sind, haben sie viel dieser Bewegung miterlebt, ob als Aktivistinnen oder am Rande.
Sie haben noch so schreckliche Erfahrungen wie psychiatrische Behandlungen über sich ergehen lassen müssen. Diese Dinge einmal aus dem alltäglichen Blickwinkel zweier Menschen zu sehen, hat mir persönlich die Bewegung noch einmal näher gebracht. Eine Gänsehaut hatte ich, als eine der beiden sagte sie habe irgendwann genug gehabt, sie ginge für alle auf die Straße, aber niemand für sie. Im Zentrum steht jedoch die persönliche Liebesgeschichte Edie und Theas und ihr langer Weg, bis sie endlich heiraten können. Also dieser Film ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Einfach reinschauen.
Der Verein Kritische Bildungsarbeit veranstaltet am Samstag den 26. November 2011 in Wien einen Workshop mit dem schönen Titel „Liebe, Sex & Zärtlichkeiten“
Eine Anmeldung unter kritischebildung@riseup.net ist erforderlich.Dort wollen wir gemeinsam über Sex sprechen – mit allem was dazu gehört: sexuelle Praktiken, Gefühle, Wünsche und Ängste; soziale Beziehungen, Romantische Zweier Beziehungen, Multi-Lustige-Konstruktionen; internalisierte Sexismen und patriarchale Bilder, sowie antisexistische Utopien und feministische Strategien, wie etwa das Zustimmungskonzept.

Beispiel eines pöhsen, familienfeindlichen Läspenkusses – pfui!
Die Schauspielerin Leisha Hailey und ihre Lebensgefährtin Camila Grey wurden wegen eines Kusses – also eines Verhaltens, das anscheinend den FlugbegleiterInnen einer „familienorientierten Fluggesellschaft“ keine andere Wahl ließ, als einzugreifen – von Bord eines Flugzeugs der US-amerikanischen Southwest Airline geworfen.
Und zwar nicht etwa, weil die zwei grabbelnd, sabbernd und stöhnend wie ein Paar Pornodarstellerinnen bei der Probe übereinander hergefallen wären. Denn laut E-Mail-Newsletter der Seite change.org (wo man auch eine Petition unterzeichnen kann, die von der Fluggesellschaft eine Entschuldigung an das Pärchen fordert), handelte es sich dabei lediglich um ein flüchtiges Bussi:
(…) just a typical „I love you“ peck like any couple might share.
Aber das geht ja nunmal überhaupt nicht – wenn das Kinder sehen!! Die denken nachher noch, sowas sei normal! Und nicht, daß sie durch ein derartiges Kindheitstrauma dann womöglich auch noch „andersrum“ werden und der Southwest Airline die KundInnen ausgehen – auch auf lange Sicht. Denn Homosexuelle können schließlich sowieso keine Familie gründen und somit auch keine zukünftigen Fluggäste in die Welt setzen. Als Familienexpertin weiß das die Fluggesellschaft natürlich – und wälzt sich gemütlich und ohne Zeitdruck mehr als einmal in diesem Fettnäpfchen ihrer Wahl:
In multiple statements, Southwest has refused to accept responsibility for the actions of its employee, and has instead blamed Leisha and Camila for bringing this discrimination on themselves.
Nun, es scheint mir, als wäre es an der Zeit für Leisha Hailey, eine Familienserie zu drehen. Und zwar eine lesbische.
Die beiden Plantagenarbeiterinnen Nuraini (21) und Rohani alias Rinto (25) aus dem Dorf Sarah Batee lebten laut Medienberichten schon eine Weile als Paar. Weil Rohani männliche Züge und einen männlichen Spitznamen hat, hielten sie Nachbarn für ein unverheiratetes heterosexuelles Paar und drängten sie zur Heirat. Das machten sie vor einem lokalen Imam im März.
Wer hätt’s gedacht: Allzu einfache Rollenmuster werden der Realität einfach nicht gerecht und dann wird’s kompliziert.

Mutiges, weil sehr persönliches Post über Coming Out(s), Liebeswirren und die Suche nach der eigenen Sexualität bei Puzzleteile.
Besonders schönes Fazit:
Stattdessen stecke ich jetzt für meinen Freund_innen- und Verwandtenkreis fest in dieser »bisexuell«-Schublade und hasse es, dass Begriffe wie »schwul«, »lesbisch«, »bisexuell« oder »Coming-Out« je erfunden wurden und dass nicht jeder Mensch (besonders in Jugendjahren) die Chance hat, sich ohne Angst und Stigmata auszuprobieren, um von mir aus mit 30 oder 40 glücklich in irgendeine Schublade zu klettern.
Oder eben für immer definitionsfrei rumzulaufen…
Via Mädchenmannschaft.
ich habe seit 1 monat einen freund es lief von anfang an nicht gut immer nur gestritten, irgendwie mag ich ihn irgendwie aber auch nicht voll dumm eigenlich mag ich den auch wohl aber wir streiten uns wegen jeden scheiss das ist doch nicht normal oder? was soll ich nur machen ich will ihn eigentlich nicht verlieren und … aber ich weis nicht was da los ist . ist das liebe oder was ist da? ich kann nicht mit ihm und auch nicht ohne ihn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
was soll man da machen, er ist eigentlcih ein verdammt netter junge so am telefon kommen wir auch super klar aber sonst nicht sofort wenn wir uns sehen streiten wir uns wir schreiebn uns richtig an was soll das?
der liebe gott meint es mit meiner liebe wohl nicht gut eer will nicht das ich glücklich bin aber warum nicht… erstrmal habe ich voll den scheiss mit meiner familie und dann auch noch mit derliebe ich habe nur pech in meinem leben, irgendwie will ich nicht mehr , ich habe kein glück nur pech nur was soll ma denn machen,
soll ich mein leben so weiter führen das bring nichts, aber ich rappel mich immer wieder auf sehe auch die schönen seiten von leben und ab und zu überwiegt es die negativen.
was ist los mit der MEinung der Frau? Wird sie in der heutigen gesellschaft gar nicht mehr wahrgenommen? Manchmal verstehe ich die MEnschheit nicht mehr , eine echt tolle frau hübsch intilligent hat eigentlich alles im leben so weit wie es geht erreicht gerät an einem falschen mann, sie denkt sich erstmal nichts und denkt , der könnt es sein , wie oft haben wir (frauen) diese gedanken der ist es und kein anderer! ABer genau diese Denkweise bringt uns frauen zum verzweifeln wir geben uns her wissen gar nicht was wir eigentlich unserm gemüt da mit antuen, wir sehen nur den augenblicklichen glücksschub, auf jeden fall sie fand ihn toll und kam kurze mit ihm zusammen sie war die glücklichste überhaupt und hat das drum her rum gar nicht mehr so gemrkt die glücksgefühle sind mit ihr durchgegangen. In der erste ZEit lief auch alles wunderbar doch nach der Zeit verbbot der Mann ihr alles und sie durfte nicht einmal mehr freunde haben, wo da gegen eigentlich nichts gesagt werden sollte, der mann war in seiner welt er nahm die frau als sein eigentum und merkte gar nicht was er da eigentlich so anrichtet, die frau gibt sich ihn völlig hin merkt gar nicht das ihr leben gerade schnur straks den bach runter rutscht, doch was machen wenn sie wirklich so verliebt in ihn ist sie merkt gar nicht das er ihr alles verbietet sie nimmt es zwar wahr aber scheint nicht länger drüber nach zu denken? Doch warum, wieso lässt sie es mit sich machen? Ist es in einer seite die unabhängigkeit oder einfach die erste phase in der liebe? man weiss es nicht, auf jeden fall hat sie am ende gar nichts mehr keine freunde, keine famlie, einfach nichts mehr und jetzt wird ihr erstmal bewusst wie sich unterdrücken lassen hat das sie ihr eigenes leben für den auf gegeben hat und warum? Frag mich nicht ich weis es auch nicht!
Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie das eigentlich gehen soll mit dem Queer-Sein und dem Kinder-Kümmern, schaut mal auf dem Blog der neuen Gruppe „Queer und Kind“ vorbei. Die Gruppe richtet sich dabei an „Menschen mit einem linken herrschaftskritischen und queeren Hintergrund, welche elternschaftliche* Beziehungen zu jungen Menschen leben möchten“. Sie soll Raum zum Diskutieren, Planen, Reflektieren, aber auch zum Aufbau von konkreten Elternschaften* sein.
Also, keinen Bock auf bürgerliche Kleinfamilie, egal ob homo oder hetero? Das klassische Familienmodell hat Dich schon immer angesaugt, weil Du mit Deinem Beziehungsmodell nicht reinpasst? Für junge Menschen Verantwortung übernehmen, aber nicht (zwangsläufig) mit der Liebesbeziehung? Dann ab zu „Queer und Kind“!
Eine neu erschienene Studie von Erwin In het Panhuis über die Darstellung von Homosexualität in der BRAVO hat Martin Büsser in der Jungle World zusammengefasst. (via)
In der aktuellen „konkret“ schreibt Iris Dankemeyer kritisch über die neueren Darreichungsformen der Nicht-Monogamie. Unter der recht reißerischen und schiefen Überschrift „Fuck Polyamory“ weist Dankemeyer zunächst auf die Entstehung der Bewegung Ende der 90er im queerfeministischen Umfeld in den USA:
Sie verstand sich als Angriff auf den Doppelstandard, der hinsichtlich des Monogamiegebots zwischen Männern und Frauen bestand, denn während erstere die eheliche Treue leicht durch Konkubinen, Mätressen und Prostituierte umgehen konnten, hatten Frauen kaum Gelegenheit zum Seitensprung, wenn nicht gerade ein Klempner ihren Herd reparierte.
Vom Ansatz der „Ethical Slut“ sei jedoch wenig übriggeblieben:
Im seit Beginn des Jahres lieferbaren Band Polyamory von Thomas Schroedter und Christina Vetter wird Polyamory aus pädagogischer Sicht gerechtfertigt und als liberaleres Leben im falschem verkauft, in Oliver Schotts demnächst erscheinendem Lob der offenen Beziehung wird die Polyversion als Optimierung menschlichen Sozialverhaltens gefeiert. (…) Zudem weisen die Autoren auf die Nichtbetonung von Sexualität im Ausdruck Polyamory hin. Ging es bei den Schlampen noch darum, im Falle von Zuneigung auch Sex zu haben, soll zum Sex nun unbedingt das Gefühl hinzukommen.
Wenn auch im weiteren Verlauf des Textes streckenweise das bloße Ansinnen, intime Beziehungen irgendwie vernünftig zu gestalten, unter Beschuß genommen wird, macht Dankemeyer auch hierzu viele richtige Beobachtungen:
Im Zuge der Debatte um die szenezentrale Frage, wie mit dem Phänomen der Eifersucht umzugehen sei, zeigt sich, wie die Verunsicherung darüber, plötzlich nicht mehr exklusives Objekt der gesteigerten Aufmerksamkeit der oder des Liebsten zu sein, mit einer Kuschelideologie kompensiert wird. Wenn alle Polys nur fest zusammenhalten, können sie gemeinsam die Gefahr der Kränkung minimieren. Zurückweisungen werden sozial abgepolstert, immerhin sind alle Polys quasi ständig auf dem Antiheiratsmarkt verfügbar. Auffällig in beiden Publikationen ist die Tendenz, die zu erleidenden Kränkungen, die ein Treuebruch nun mal bedeutet, vollständig wegzurationalisieren.
Bei Schroedter/Vetter ist Eifersucht schlicht eine „gesellschaftliche Programmierung“, und diese „erlernte Reaktion“ kann man/frau eben auch wieder „verlernen“. Polyaktivistinnen und -aktivisten nehmen sie nicht hin, sondern arbeiten an ihr und empfinden sie als Training für ihre Selbstkonditionierung. Auch bei Schott ist Eifersucht nichts als „monogames Ressentiment“: Ein bißchen „Selbstdisziplin“ sei schon nötig, die „neue Einsicht“ müsse schließlich erst „mühsam verinnerlicht“ werden. Aber die Konditionierung zahlt sich aus, am Ende erfolgt die „neue Verhaltensweise“ ebenso „spontan und mühelos“ wie die vorangegangene (also im Grunde ebenso unreflektiert und automatisch). Wer nicht mehr „mononormativ“ denken will, muß eben die „Partei der Freiheit“ ergreifen – so als könne man sich seine Psychologie selbst erfinden.
Die Debatte über nicht-monogame Formen intimer Beziehungen, die vielen nur zur Anpassung ans Herumgeschubstwerden durch Markt und Staat zu dienen scheinen und die selbst wieder zu Norm und Zwang werden können, sollte wohl tatsächlich geführt werden. Dabei sollten auch die nach wie vor je nach (zugeschriebenem) Geschlecht völlig unterschiedlichen Ausgangspositionen unbedingt zur Sprache kommen.
Offene Beziehungen, Polyamory und ethisches Schlampentum können, wenn alle Beteiligten ihnen freiwillig zustimmen und mit ihnen emotional zurechtkommen, sehr befreiend wirken, aber eben nur dann. Und so richtig die Überlegung ist, daß erlernte Verhaltensmuster prinzipiell abgelegt werden können, so verheerend scheint es mir, deshalb davon auszugehen, daß dies jedem in der gewünschten Weise durch bloße Selbstkonditionierung gelingen muß. Die offenbar zugrundeliegende Behandlung der somit unerwünschten Gefühle und Verhaltensmuster als bloße Hindernisse finde ich erschreckend. Auch der Versuch, die Gesellschaft durch eine Art Liebes-Solidarität verändern zu wollen bzw. das eigene Liebesleben einer solchen Gesellschaftsvorstellung anzupassen, erscheint mir gefährlich, da ich eine gesellschaftliche Vermittlung unabhängig von der jeweiligen wechselseitigen Zuneigung der konkreten Personen für eine zivilisatorische Errungenschaft halte.
Vom 29. bis 31. Juli findet übrigens das QueerFilmFest in Rostock statt. Wer in der Gegend ist oder es nicht zum Queerfestival in Kopenhagen schafft, kann ja mal einen Blick aufs hiesige Programm werfen.
Soeben habe ich gelesen, dass der 18. jährigen Constance McMillen im US-Bundesstaat Mississippi der Zugang zu ihrem Abschlussball verweigert wurde, weil sie ihre Freundin als Date mitbringen wollte.
Der Prom ist in den USA etwas sehr Besonderes. Die Schüler_innen an den High Schools bereiten sich schon Anfang des Schuljahres mit sämtlichen Vorbereitungen, von der Schminke, über Kleid/Anzug bis hin zur Limousine auf diesen Tag vor. Wie das einige in Deutschland vielleicht auch aus Amerikanischen Filmen kennen, ist es da extrem wichtig das richtige Date mit zu bringen. Und wer weiß, vielleicht wird man am Ende zur Promqueen gewählt, und was wäre eine Abschlusskönigin ohne ihren Prinzen?!
Da finde ich es schon extrem mutig, wenn eine lesbische Schülerin sich in der High School überhaupt outet und dann noch fragt, ob sie ihre Freundin als Date mitbringen kann. Leider wird dieser Mut nur von wenigen geschätzt und man verbietet ihr am Prom zu erscheinen, geschweige denn einen Anzug zu tragen.
Nachdem sie sich einen Anwalt gesucht hat und der ganze Fall langsam publik machte, wurde der Abschlussball erstmal von der Schule abgesagt.
Die Eltern der Schüler_innen von der High School organisierten einen neuen Prom, zu dem Constance McMillen jedoch nicht eingeladen wurde. Man schickte sie zu einer falschen Adresse, zu der auch noch eine Handvoll weitere unbeliebte Schüler_innen geschickt wurden.
Zum Nachlesen:
http://www.advocate.com/News/Daily_News/2010/04/05/ACLU_Investigating_Fake_Prom/
Göttingen, Dorf der schönsten Fem-Demos, läd auch in diesem Jahr rund um den Frauenkampftag ein:


