Archiv der Kategorie 'liebe'

Abschlussball: no lesbians allowed

Soeben habe ich gelesen, dass der 18. jährigen Constance McMillen im US-Bundesstaat Mississippi der Zugang zu ihrem Abschlussball verweigert wurde, weil sie ihre Freundin als Date mitbringen wollte.
Der Prom ist in den USA etwas sehr Besonderes. Die Schüler_innen an den High Schools bereiten sich schon Anfang des Schuljahres mit sämtlichen Vorbereitungen, von der Schminke, über Kleid/Anzug bis hin zur Limousine auf diesen Tag vor. Wie das einige in Deutschland vielleicht auch aus Amerikanischen Filmen kennen, ist es da extrem wichtig das richtige Date mit zu bringen. Und wer weiß, vielleicht wird man am Ende zur Promqueen gewählt, und was wäre eine Abschlusskönigin ohne ihren Prinzen?!
Da finde ich es schon extrem mutig, wenn eine lesbische Schülerin sich in der High School überhaupt outet und dann noch fragt, ob sie ihre Freundin als Date mitbringen kann. Leider wird dieser Mut nur von wenigen geschätzt und man verbietet ihr am Prom zu erscheinen, geschweige denn einen Anzug zu tragen.
Nachdem sie sich einen Anwalt gesucht hat und der ganze Fall langsam publik machte, wurde der Abschlussball erstmal von der Schule abgesagt.
Die Eltern der Schüler_innen von der High School organisierten einen neuen Prom, zu dem Constance McMillen jedoch nicht eingeladen wurde. Man schickte sie zu einer falschen Adresse, zu der auch noch eine Handvoll weitere unbeliebte Schüler_innen geschickt wurden.

Zum Nachlesen:

http://www.advocate.com/News/Daily_News/2010/04/05/ACLU_Investigating_Fake_Prom/

13. März, GÖ: neither your beauty nor your beast

Göttingen, Dorf der schönsten Fem-Demos, läd auch in diesem Jahr rund um den Frauenkampftag ein:


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„Ich nehme mich zur Frau!“


(Bild von Pinoypie)

Der sogenannte „Traum in weiß“ mal anders:
Crosby hat sich selbst geheiratet.
So „richtig“? Definitionssache. Rechtlich gesehen nicht, aber ich finde es eine der schönsten Hochzeiten, von denen ich gehört habe.

Nach einigen turbulenten Jahren hat sie schlichtweg beschlossen, sich selbst zu lieben, damit JETZT anzufangen…

“So anyway, I just turned 30 & after a year of having my concepts of family, love & all the rest really turned upside down, I decided I wanted to do something, a sort of celebration & commitment to myself,(…).

und hat sich dann selbst gehiratet. Einfach so, ganz für sich allein:

So I bought myself a tiny diamond ring, went to the lovely self-realization gardens here in San Diego & quietly spoke the vows I wrote out loud to myself, looking out over the ocean, in one of my prettiest dresses.

& now I have this ring on my finger that reminds me that I am in control of my experience & my life, & that I am my own partner. When I was putting the whole little idea together, I was reminded of the Gloria Steinem quote, “We are becoming the men we wanted to marry,” (…).

Damit hat sie den Komplex „Heirat“ auf das eigentlich positive reduziert, nämlich ein Liebes- und Treueversprechen. Ohne Brimborium für die Öffentlichkeit, sondern nur für sich selbst. Das könnte man auf so vielen Ebenen aufschlüsseln.
In diesem Falle wirklich: alles Gute zur Vermählung!

Es geht auch anders…

Ezbischof Desmond Tutu spricht sich gegen Homophobie aus und kritisiert, daß viele Leute ihre Religion als Ausrede für ihren Haß benutzen:

Tutu said that religion has often been used almost diabolically to encourage such things as xenophobia and homophobia, according to the Canadian Press. In the wake of such twisted faith, Tutu said that he can understand why many groups view religion with a fair share of skepticism.
(…)
Tutu has long been a champion for equal rights. He’s gone so far as to say that homophobia equals apartheid (no light-weight comparison, given Tutu’s familiarity with the subject), and has been a proponent of the freedom to marry, openly calling out governments who waste their time worrying about what private citizens are doing in the bedroom instead of focusing on issues like poverty, health care, and war.

Da könnten sich gewisse 1000-Kreuze-Fanatiker und andere Idioten eine ganze Scheibe davon abschneiden…

Feminismus und BDSM (Sadomasochismus) – unvereinbar?

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Liebe Mädchenblogleser_innen,
leider war uns nicht bewußt, daß Mirabella sich in den Kommentaren schon – unter dem Nickname „lili“ – an Diskussionen beteiligt hat, und das mit Positionen, die wir vom Mädchenblog unter keinen Umständen (mit-)vertreten möchten.
Daher wird Mirabella als Autor_in gelöscht.
Da aber um den Text und das Thema so eine rege Diskussion entbrannt ist, wollen wir den Beitag nicht löschen, sondern stehen lassen und auch gerne dazu aufrufen, sich selbst beim Mädchenblog als Autor_in zu registrieren und einen tatsächlich feministischen Text zum Thema zu verfassen.
Liebe Grüße
Euer Mädchenblog

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Ich schreibe diesen Text, da mich das Thema persönlich berührt und beschäftigt. Häufig findet man auf feministischen Seiten Stellungnahmen zu den Themen Sex, Pornografie oder Homosexualität (wobei es auch unter Feministinnen unterschiedliche Meinungen gibt, speziell zwischen den Altfeministinnen und den jüngeren). Aber über das Thema BDSM findet man wenig…
Einzig von Alice Schwarzer konnte ich einige sehr negative Zitate zu dem Thema finden, ein Beispiel:
„Nicht zufällig kam die Sado-Maso-Mode nach Aufbruch der Frauenbewegung gegen Ende der 70er auf. Sie drang dank Fernsehen und Videos auch bis ins letzte Eigenheim von Hintertupfingen. Jetzt dürfen, ja sollen, alle Männer Sadisten sein und alle Frauen Masochistinnen. Da ist es tröstlich, dass in der Psychologie-heute-Umfrage im Juli 2000 nur rund 1 % aller Männer und Frauen angaben, SM zu praktizieren.“ (Alice Schwarzer in „Der große Unterschied – Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen“ (Kiepenheuer & Witsch, 2000))

Also bei Alice Schwarzer, die sich auch deutlich gegen jede Pornografie wendet und häufig sogar fast männerfeindlich rüberkommt, war nichts anderes zu erwarten.
Im Folgenden versuche ich etwas zu erläutern, wo ich Probleme sehe und zu welchem Ergebnis ich gelangt bin.

Die äußeren und die inneren Machtverhältnisse

Ist es möglich, die äußeren Machtverhältnisse, die patriachralen Strukturen, einfach zu vergessen? Sich unabhängig davon im Bett freiwillig zu unterwerfen und erniedrigen zu lassen?
Zuerst stellt sich hier für mich die Frage, wie die äußeren Machtverhältnisse überhaupt aussehen. Ist die Gesellschaft wirklich so patriachrchisch wie es scheint. Ist das weibliche Geschlecht dem männlichen gegenüber unterlegen oder sogar diskriminiert?
Mir scheint, dass oft Diskriminierung und Benachteiligung gesucht wird wo keine ist. Weniger Frauen haben einen guten Beruf und mehr Frauen arbeiten Teilzeit im Vergleich zu Männern. Aber das liegt nicht an der aktuellen Benachteiligung von Frauen, sondern an der Benachteiligung in der Vergangenheit: Erst in den Jahren nach dem Weltkrieg emanzipierten sich die Frauen und bekamen langsam die gleichen Rechte wie die Männer. Aber ältere Frauen, die in jungen Jahren noch nicht die gleichen Rechte hatten wie die jungen Frauen heutzutage, sind natürlich weiterhin noch benachteiligt, da sie in jungen Jahren nicht die gleichen guten Ausbildungen genießen konnten wie die Männer.
Wie also sind die äußeren Machtverhältnisse? Männer und Frauen sind heute gleichberechtigt, es gibt allerdings noch Nachwirkungen aus der Vergangenheit.
Gerade in einer Partnerschaft liegt eine gleichberechtigte Machtverteilung vor, die stets die Grundlage zur freiwilligen Unterwerfung bildet. Und BDSM beinhaltet schließlich nicht nur die Erniedrigung der Frau, sondern einige Konstellationen kommen vor: Der Mann, der Dom, der die Frau erniedrigt, aber auch die Frau, die sich den Mann unterwirft, selbst zwei Männer oder zwei Frauen. Demnach gibt es keinen Grund, sich bei oder vor den „Spielen“ Gedanken um die äußeren Machtverhältnisse zu machen. Die innere Struktur der Beziehung kann losgelöst von denen gesehen werden, solange in der Beziehung selber die Gleichberechtigung vorherrscht.

Weiblicher Masochismus

Und wieder beginne ich diesen Abschnitt mit einem Zitat von Alice Schwarzer:
„Die Propagierung des weiblichen Masochismus durch Männer ist ein Angriff, durch Frauen ist es Kollaboration mit dem Feind.“ (Emma, Heft 2, 1991)

Ich bin also eine Kollaborateurin. Aber warum ist denn der Mann der Feind? Oder ist hier gar nicht jeder Mann gemeint, sondern vielleicht nur der Mann, der zugibt auf masochistische Frauen zu stehen? Aber wenn ich masochistisch bin und einen Mann gefunden habe, der zu mir passt, mit dem ich mich perfekt ergänze, den ich liebe, warum sollte ausgerechnet dieser Mann dann mein Feind sein? Dieser Mann ist alles andere als mein Feind: Er ist mein Partner, mein Geliebter, mein ein und alles.
Man fragt sich, was geht in einer Frau vor, die sich freiwillig sexuell einem Mann unterwirft und sich sogar schlagen lässt. Ist dort nicht vielleicht doch ein Zwang von Seiten des sadistischen Mannes, der nur seine eigene Neigung ausleben will?
Da sind wir schon beim Thema: Bei BDSM handelt es sich um eine Neigung und nicht um eine Spielerei oder eine krankhafte Perversion. Vor Jahren hatten auch die homosexuellen noch die gleichen Probleme: sie wurden nicht akzeptiert und sogar kriminalisiert von der Gesellschaft, aber sie haben es geschafft, sich zu befreien, herauszukommen aus dem „Schmuddel-Image“ und gelten nun als normal.
Leider gilt es noch lange nicht als normal, Masochistin zu sein. Nein, wir sind entweder krank oder unterdrückt ohne eigenen Willen. Aber warum kann mein eigener Wille nicht sein, mich von meinem Partner schlagen zu lassen. Warum wird immer wieder – gerade von Feministinnen – gefordert, Frauen sollten sich emanzipieren und nach ihrem eigenen Willen handeln, wenn es dann doch wieder falsch ist? Warum darf meine sexuelle Selbstbestimmung nicht so weit gehen, dass ich für mich entscheide, Masochistin zu sein.
Ich kann doch im alltäglichen Leben genauso (vielleicht sogar mehr) selbstbewusst und eigenständig sein wie jede andere Frau auch! Ich kann studieren und meinen Beruf ausüben, viel Geld verdienen und sagen, was ich will – und dennoch kann mein Partner mich im Bett schlagen und demütigen, weil es mir gefällt! Würde ich nicht mein Einverständnis geben, es nicht genießen, so würde nichts in diese Richtung geschehen! Im Gegenteil, es gibt Männer, die mit dem Masochismus einer Frau nicht umgehen können und sich deshalb trennen. Auch bei mir und meinem Partner war der Anfang nicht leicht. Er schaute mich sehr erstaunt an, als ich ihm von meinen Fantasien erzählte, aber er war zum Glück nicht abgeschreckt.

Also ich für mich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es völlig ok ist, so zu handeln, aber dennoch interessieren mich die Meinungen anderer zu diesem Thema.

Warum „Homo-Paare“ gegen das Kindeswohl sind…oder so

Sehr modern gerade (mal wieder) ist das „Kindeswohl“-Totschalgsargument, sieht man ja auch ganz nett bei Zensursula.
Daß es dabei meistens nicht um die Kinder geht, sondern um Durchsetzung irgendwelcher Strategien, wie man die Welt „wieder in Ordnung“ bringen kann, stört ja nicht… *hust*
Und im allgemeinen Trend taucht auch schon der Klassiker wieder auf, so à la „Ich hab ja nix gegen Homosexuelle, ABER DIE KINDER….!!!!“.
So auch in der Welt.
Nett, was?

Die Auswahl orientiert sich am Wohl des Kindes: Die Adoptiveltern sollen nicht zu alt sein und in stabilen und materiell sicheren Verhältnissen leben. Und sie sollen Frau und Mann sein, damit das Kind die beiden komplementären Elternteile erlebt.

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Schlag ins Gesicht

Dieser Text erschien ursprünglich in dem Grrrlzine „Licking stars off ceilings #8″:
(Achtung - TRIGGERWARNUNG wegen Gewaltbeschreibungen.)

Unter der Brücke. Alles, was ich bin. Was am meisten weh tut sind die Worte Ich liebe dich, die immer noch auf deinen Lippen sind, immer noch schwer in der Luft liegen.
Dieses andere Mädchen, die nennt mich eine dumme Schlampe, weil ich ihr Kätzchen ins hohe Gras geworfen habe, das andere Mädchen, das vielleicht 16 sein könnte – und du, baby, bist 28. Das andere Mädchen, das du noch nicht mal willst; aber du tust so, als ob, weil du willst, daß ich eifersüchtig werde.
Deutest an, du würdest sie ficken, als ich meinen Körper den Hügel hinaufbringe, meine Zuflucht. Mein Gesicht und mein Körper mit Schmutz bedeckt, mit beschissenen, dreckigen Schlieren, von Tränen.
Ich habe noch nie so heftig geweint. Was am meisten weh tut, ist diese eigenartige Ergebenheit. Diese Schwere.
Von allen Schlägen ins Gesicht, die ich ertragen habe – dies war der erste Lover, der mich je schlug.
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The morning after the night before

In Großbritannien gibt es die Pille danach schon eine ganze Weile „over the counter“, soll heißen, frau kann einfach in die Apotheke latschen und sich das Dingens holen.
Neu ist allerdings, daß die Pille danach (gibt es eigentlich auch ein anderes, kürzeres Wort dafür?) jetzt auch im Fernsehen beworben wird.
We proudly present: Großbritanniens erster Werbespot für Plan B:

Während in Deutschland und Österreich immer noch der Umweg über einen Doktor nötig ist (warum eigentlich?), weil man sich zuerst ein Rezept besorgen muß, ist sogar in den USA die Pille danach seit ca. 2 Jahren rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Interessant ist allerdings, wie oft der dortige Werbespot darauf hinweist, daß es sich bei „Emergency Contraception“ nicht um Abtreibung handelt.

Tolle Comics über wichtige Themen von Trouble X

Wichtige Inhalte mit ansprechender Aufmachung zu verbinden gelingt wirklich nicht jeder_m*. Deswegen ist es auch so wichtig, möglichst viele Menschen auf die tollen Comics von Trouble X hinzuweisen! Schon seit Ende 2007 gibt es die Comics online zu lesen, teilweise wurden sogar auf Englisch übersetzt. Sie drehen sich um Themen wie Queer-Sein, Vorurteile oder Liebe und bringen diverse Reflektionsprozesse auf den Punkt und auch in Gang. Mich jedenfalls haben einige der Comics sehr nachdenklich gestimmt.

Trouble X gibts als Blog bei Blogsport oder als Fotostream bei FlickR.

Comic ueber Liebe von Trouble X

Buchvorstellung

Cover Heute mal wieder eine Buchvorstellung. Ich möchte euch das Buch „Mehr als eine Liebe. Polyamouröse Beziehungen“ vorstellen, das mir schon vor ein paar Jahren in einer linken Buchhandlung unter die Hände gekommen ist. Damals habe ich es im Laden gelassen. Nun aber, ein paar eigene Beziehungserfahrungen später, habe ich es endlich gelesen. (mehr…)