
Charlott hat sich auf der Mädchenmannschaft Gedanken über das „Phänomen Pink“ gemacht.
Das hat auch mich zum Überlegen gebracht – wie war das bei mir? In meiner Kindheit/Jugend in den 80ern/90ern war die Farbe definitiv uncool. Sogar die Barbiehäuser und -utensilien tendierten immer mehr zu babyblau. Von den genähten Tüllröckchen für die Mutter-Kind-Turnen-Aufführung wollte keins der Kinder das rosafarbene haben. In pink gekleidete Leute erweckten irgendwie immer den Eindruck, sie seien kindisch-kitschig. Und wer einen großen Bruder hatte (wie ich), dem ist die Kritik an der Farbe rosa erst recht noch entgegengeschlagen.
Auch ansonsten war ich nicht sonderlich begeistert von dieser Farbe – im Kindergarten hatte ich mir in den Kopf gesetzt, im Fasching als Burgfräulein zu gehen (in meiner Vorstellung war das sozusagen die weibliche Form eines Ritters, nur mit hübscherem Gewand – Prinzessin wollte ich nämlich auf keinen Fall sein!) und da einem in den einschlägigen Geschäften bei Mädchenkostümen das Rosa nur so entgegenschlug, mußte die Oma ran, die mir dann extra ein Kleid geschneidert hat. Eins, das nicht rosa war.
Auch in meinem gesamten Umfeld war keine_r auch nur im leisesten verdächtig, diese Farbe zu mögen. Pink war eine „Un-Farbe“ irgendwie. Sogar in typischen Mädchenpublikationen wie „Wendy“ war rosa und Mädchenkitsch ein absolutes No-Go.
Als 14-jähriger Teenie hab ich mich persönlich irgendwie angefreundet mit dieser Frabe. Gerade wegen der Klischees, die dran hingen, war das Potential groß, den Spieß umzudrehen. (mehr…)
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Seit heute läuft im Netz die „Keep it real Challenge“: mittels Twitter-Botschaften (#KeepItReal), Blogbeiträgen und Instagram-Bildern sollen – bisher vor allem US-amerikanische – (Mädchen- und Frauen-)Magazine massiv dazu aufgefordert werden, pro Ausgabe mindestens ein digital unbearbeitetes Foto abzudrucken, um die auf gefakten Bildern basierenden Schönheitsideale und den daraus resultierenden Druck auf junge Mädchen (und andere) etwas einzudämmen. Unterstützt werden soll damit auch die entsprechende Petition der 14-jährigen Julia Bluhm, „Give Girls Images of Real Girls!“.
Laut der KeepItReal-Kampagne haben 80 Prozent aller 10-jährigen Mädchen in den USA bereits mit Diäten experimentiert. Vanesa von Feministing kommentiert dazu:
The industry’s message that cis, white, thin and able-bodied women continue to be the “ideal” is a direct contribution to the dissolution of girls’ and women’s self worth, and it can’t be ignored anymore. And they hold the power to change it, but we need to hold them to it.
Bei den Photoshop-Techniken geht es nicht nur darum, die Models noch dünner, ihre Brüste noch runder und ihre Haut noch reiner darzustellen, sondern die vermeintliche Attraktivität wird auch durch („natürliches“ oder gephotoshoptes) Weißsein dargestellt. Das Video von dem Projekt Sisters Action Media stellt hier die Bildersprache des „Seventeen Magazine“ in Frage, welches sich selbst darauf beruft, „reale, authentische“ Mädchen und Diversity abzubilden:
Während meiner Recherchen für eine Stadtführung in Frankfurt bin ich auf das Werbevideo für das neue Skyline Plaza gestoßen. Dabei handelt sich um ein, sich in der Entstehung befindendes, Urban Entertainment Center. Das ist nichts anderes als ein „besseres“ Einkaufzentrum und da die Menschheit ja seit langem weiß, dass es Frauen sind, die dem Shopping besonders verfallen sind (denn ist Schuhe- nicht wie Beerensammeln? Und tun wir das nicht schon seit der Zeit in der wir noch in Höhlen lebten) ist dieses Werbevideo natürlich auf die besonderen Bedürfnisse von Frau zugeschnitten. Da heißt es:
„Jahr für Jahr ziehen Frauen um die 30 zu hunderttausenden in die Großstädte. Sie stolzieren auf der Suche nach Traummann und Traumschuh Arm in Arm die angesagtesten Einkaufsstraßen entlang…“
Oder auch:
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1979 drehte Jean Kilbourne, amerikanische Feministin, Buchautorin und Ex-Model, ihren ersten analytischen Film zum Thema Frauen in der Werbung. Die auf den ersten Blick lustig erscheinenden Werbefilmchen strotzten vor Rollenklischees und instutionalisierten die Frau als Sexobjekt (Teil 2 erschien 1987, Teil 3 im Jahr 2000.) Das war damals, und heute? (mehr…)
Der obige Titel findet sich seit einiger Zeit als Überschrift zu einem Foto der Werbekampagne eines Friseur_innensalons in Canada. Auf dem Bild ist eine „perfekt“ frisierte und gekleidete Frau zu sehen (wobei perfekt, als den heteronormativen Vorstellungen folgend gemeint ist). Doch eins stört: unsere schöne weiße ZisFrau hat ein blaues Auge. Hinter ihr steht ihr Mann in patriarchaler Pose. Wir befinden uns offensichtlich in einer Szenerie häuslicher Gewalt. Doch wen stört dass solange Frau „schön“ ist? Wen interessieren die Schläge und Erniedrigungen, solange die Frisur sitzt? Der Glamour hält Einzug in den Kontext gewalttätiger Beziehungen. Statt sich gegen Gewalt zu wehren, sollte Frau von heute lieber den schönen Schein wahren. Würde erhält Frau durch Styling, nicht durch Selbstbestimmung. Die Fotografin Sarah Cameron sieht ihr Bild als einen Akt der Kunst, der Grenzen verschiebt. Die Frage ist in welche Richtung? Aus einem kapitalistischen Blickwinkel betrachtet hat sie ein Ziel erreicht: Der Friseur_innensalon ist in aller Munde.
Einige Stimmen in Kanada verstehen die Aufregung von feministischer Seite nicht. Es könnte genauso gut das Bild einer Aufklärungskampagne sein, sagen sie. Nur dann wäre die Message eine andere. Vielleicht, dass auch eine vermeintlich „perfekte“ Frau mit einem genauso „perfekten“ Leben das Opfer häuslicher Gewalt werden kann und es wichtig ist Augen und Ohren diesbezüglich offen zu halten.
In Berlin sieht man schon überall die neue Werbekampagne von dem italienischen Jeans Hersteller Liu-Jo . Die halbnackte Kate Moss zwinkert den Vorbeikommenden zu und erinnert uns daran, dass Frauen ständig sexy und lüstern wirken müssen, auch wenn sie nur zu Hause liegen und ein paar alltägliche Jeans tragen wollen.

Die Werbekampagne finde ich irgendwie lächerlich, es ist nach dem Macho-Standard stark übertrieben und gezwungen, man sieht nicht mal die Jeans die sie verkaufen, die weibliche Nacktheit nimmt den meisten Platz des Bildes. Wie kann eine Frau sich dafür entscheiden was zu kaufen, das sie nicht mal gut sehen kann?
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Coole Aktion: Um dagegen zu protestieren, daß die Schuluniform auch im heißen Sommer lange Hosen vorschreibt, kam ein britischer Schüler mit Minirock zur Schule.
„Die Mädchen dürfen im Sommer Rücke tragen, die Jungen aber keine kurzen Hosen“, sagte Whitehead vorwurfsvoll. Er werde daher bei heißer Witterung weiterhin die Schuluniform der Mädchen tragen.
Und der 12jährige posiert auch herrlich unverkrampft in diesem Rock für den Fotografen:
‘Wearing a skirt is just like wearing shorts with a gap in the middle. I don’t feel silly at all. I don’t embarrass easily.’
Über Frau mit Bart.
Bei der Mädchenmannschaft gibt es ein paar Anekdoten zur Blau/Rosa-Dichotomie vor allem bei Kinderkleidung.
Unser aller liebstes Popkultur-für-Frauen-Hochglanz-Magazin-dass-wir-am-Kiosk-kaufen-können präsentiert sich ab der nächsten Ausgabe in einem neu konzipierten Komplettdesign. Dies ist nicht zuletzt auf dem Mist zwei neuer Köpfe im Missy-Team gewachsen: Artdirektorin Daniela Burger und Bildchefin Hedi Lusser verpassten der neuen Ausgabe den neuen Look. Auch neu im Kernteam rund um Missy ist Margarita Tsomou – es tut sich also einiges!
Zusammen mit der tollen Coverstory (ein ausführliches Interview mit M.I.A.!) sollte Euch das schon 4,90 Euro wert sein (finde ich). ![]()
Haarige Angelegenheit von Pop:sch, einen queeren Band aus Wien:
Obwohl „Victoria’s Secret“-Werbespots für die Fernsehsender ABC und Fox offfensichtlich kein Problem darstellen und sie auch ausgestrahlt werden wurde ein anderer Werbespot für Unterwäsche – und zwar einer, der für Plus-Size wirbt, mit entsprechenden Models – abgelehnt. Begründung: „zu sexy“.
Die betroffene Marke „Lane Bryant“ nahm dieses fragwürdige Kompliment zum Anlaß, mit einem sarkastischen Video zu kontern:

Da es (immer) noch kein offizielles Julie Ruin T-Shirt gibt, hat Kathleen Hanna auf ihrem Blog zu einem T-Shirt Wettbewerb aufgerufen; wer bis zur Deadline am 1. Juni noch einen Geistesblitz hat, kann seine/ihre Idee noch einsenden:
All you have to do is make a Julie Ruin inspired t shirt design and send it to tshirtcontest@kathleenhanna.com The winning entry gets a hundred bux and a mixed cd made by me.
Göttingen, Dorf der schönsten Fem-Demos, läd auch in diesem Jahr rund um den Frauenkampftag ein:
Ich will die momentan stattfindende Debatte über die Unterwäschewerbung von American Apparel zum Anlaß nehmen, um mal eine kurze Umfrage zu machen, wie es denn mit Werbung und Sexismus eigentlich genau aussieht.
Und zwar aufgrund zweier Punkte: erstmal, weil es eins dieser alltäglichen Themen ist, die einen immer und immer wieder aufregen können bis zum Gehtnichtmehr, gerade weil sexistische Werbung so omnipräsent ist. Und zweitens, weil es (wie man an der immer wiederkehrenden Frage bei Beiträgen zu diesem Thema „Aber warum soll das jetzt sexistisch sein, nur weil man nackte Haut sieht?“) anscheinend alles andere als einfach ist, einen gemeinsamen Konsens zu erreichen, wo denn nun die Linien zwischen den verschiedenen (und auch ineinander übergreifenden) Aspekten wie allgemeine Objektifizierung des menschlichen Körpers im Kapitalismus, sexualisierte Darstellung von Frauenkörpern (und zunehmend auch Männerkörpern) bzw. Teile davon, unnötige/unsinnige sexualisierte Darstellung von Frauenkörpern (und zunehmend auch Männerkörpern) bzw. Teile davon im Kontext der Werbung, sexistische Werbung (in Bild und Text oder Aussage etc.),…
Und dann ist ja auch noch lange nicht die individuelle Empfindlichkeit geklärt – wer sich mit der Thematik beschäftigt, dem oder der fällt manches eher auf, an das Menschen ohne geübt kritisches Auge sich schon derart gewöhnt haben oder eben damit aufgewachsen sind, daß sie es gar nicht wahrnehmen – oder sind oft schon solchermaßen genervt, daß sich ein Beißreflex entwickelt, welcher der objektiven Beurteilung auch nicht immer hilfreich ist.
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