Archiv der Kategorie 'netzwelt'

Logo-Wettbewerb für www.meingeschlecht.de

Per Email erreicht uns folgendes:

Liebe transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und genderqueere Jugendliche bis 27 Jahren,

euer Portal www.meingeschlecht.de braucht noch ein Logo. Jetzt seid ihr gefragt: Schickt uns eure Ideen, Entwürfe, Zeichnungen, kurz: euer LOGO für www.meingeschlecht.de

Und das ist euer Preis:

– alle eingesendeten Logos werden auf der Webseite in einer Galerie präsentiert

– auf Facebook habt ihr dann die Möglichkeit für euer Lieblingslogo zu stimmen; dadurch sehen wir, welche Logos euch am besten gefallen
– das Gewinner_innen-Logo wird zur Grundlage für das Logo von www.meingeschlecht.de („Grundlage“, weil wir es eventuell noch an die technischen Möglichkeiten des Web anpassen müssen)
– das Team/die Person, die das Gewinner_innen-Logo gestaltet hat, bekommt einen Überraschungspreis

Sendet eure Logos an info [ät] meingeschlecht [dot] de, Betreff: Logo für www.meingeschlecht.de, Deadline für eure Einsendungen ist der 30. September 2014.
Ihr könnt euer Logo anonym einsenden oder schreibt uns einfach, wie wir euch/dich nennen sollen. Kontakt können wir ja dann mit euch per Email aufnehmen.

Wir freuen uns auf eure Einsendungen!
Euer Team von www.meingeschlecht.de

Linkspam zum Equal Pay Day

Alle Jahre wieder, alle Jahre noch notwendig, bis die Ziele erfüllt sind: Equal Pay Day, heuer wieder am 21. März.

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Und, tadaaa, Deutschland belegt einen der „vorderen Plätze“: im Schnitt verdienen Frauen hier 22% weniger als Männer.

Liebevolle Link/Info-Zusammenstellung zum Beispiel bei der Mädchenmannschaft über Feminismus und Finanzen.

Frauenspezifische (Alters-) Armut, Bezahlung und zu welchen Bedingungen – gerade auch in der Prostitution ein Thema. Davon zum Beispiel erzählt „Maria“.

Am besten informiert/ausgestattet wird man natürlich bei equalpayday.de; lohnt sich generell, auf der Seite rumzuklicken!

Wie man die Gehaltswelt gerechter werden lassen könnte, versucht auch Sabine Hockling zu beantworten , mit schön übersichtlichen „To Do-Vorschlägen“.

In Österreich war der Equal Pay Day etwas früher, aber auch hier ist die Situation nicht schön; bei einer Parlamentsveranstaltung ist man sich immerhin auch einig, daß es an der sogenannten Teilzeitfalle alleine liegen kann.

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Wer noch mehr interessante Texte/Links entdeckt hat, kann sie ja gerne in die Kommentare posten.

rote tasche

Flower Power?

Blumen sind superwundervoll und lebensbejahend und das alles, klar. Wer mag Blumen nicht (Allergiker*innen vermutlich)?
Warum sollte also nicht zu Geburtstagen, Jahrestagen, Valentinstagen, Muttertagen und Wasweißichnichtallestagen Blumen rumverschenkt werden? Blumen sagen: „Schön, dass es dich gibt“, „Du hast heute einen besonderen Tag“, „Ich will dir etwas schönes geben“. Zudem hat es sich durchgesetzt, dass Blumen vornehmlich als etwas gelten, dass man(n) Frauen schenkt.

Heute ist der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. Was bei vielen Menschen (Quelle: Freundeskreis, Facebook, Fernsehen) so viel heißt wie: Die Frau ™ und ihre Weiblichkeit ™ wird gefeiert. Und was bedeutet offenbar Frau- und Weiblichsein? Richtig: Schön (lies: normschön) sein, sich mit schönen Dingen umgeben und NOCH schöner werden und von NOCH schönerem umgeben sein.

Wie das? Na, mit Parfüm, Schokolade und Blumen!

In meiner Facebook-Timeline strotzt es nur so von Bildern mit Rosen, Tulpen und irgendwelchen anderen Blumen (ich habe ein sehr beschränktes Blumen-Wissen). Darüber so Sprüche wie „Glückwunsch an alle Frauen zum Frauentag“, „Wünsche allen Frauen einen schönen Frauentag“, „Habe heute von meinem Schatz zum Ehrentag meines Geschlechts Blumen bekommen“. Joa. Fein. Und nun? Können wir die Blumen jetzt (so Tuxedo Mask- mäßig) als Waffen gegen patriarchalische Verhältnisse einsetzen? Sind Lohnunterschiede besser zu ertragen, wenn wir dabei besser riechen?

Der heutige Tag soll verdeutlichen wie weit der Weg zur gleichberechtigten Gesellschaft noch ist und wie nötig es ist, dass sich deshalb Frauen* empowern und alle mit ihnen kämpfen. Doch was wird stattdessen getan? Wir feiern diesen Tag indem wir sie darauf reduzieren, was doch eigentlich hinterfragt werden soll. Indem wir den Sexismus reproduzieren, der doch überwunden werden soll. Indem wir ein Bild von Frausein als das scheinbar einzige „feiern“, obwohl es doch nur eine Möglichkeit von unzähligen ist. Indem wir eine Weiblichkeit feiern, ohne uns im Klaren darüber zu sein, dass diese überhaupt keinen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat. Und indem wir mittels der an die Frauen gerichteten Glückwünsche den Tag „den Frauen“ überlassen, obwohl es doch für alle Ziel sein sollte für Gleichberechtigung zu kämpfen.

Meine Empfindung, als ich all die Blumenposts auf Facebook sah, war: Hey, Frau, hier Blumen, halt die Klappe! Es hat etwas von einem Versuch der Besänftigung. Das ganze Jahr über werden sexistische Witze gerissen, schiefe Verhältnisse relativiert und dazu beigetragen, dass ich mich unwohl fühle und Kämpfen anschließen muss. Aber einmal im Jahr wird entweder so getan, als würden sich alle für den Kampf um Gleichberechtigung interessieren ODER der Versuch unternommen mit „Gesten“ Respekt zu zeigen, obwohl das Reduzieren dieses Tages auf jene „Gesten“ doch genau das Gegenteil impliziert.

Natürlich liegt das Problem nicht hauptsächlich im Umgang mit diesem Datum. Wie bei jedem symbolischen Tag, ist auch hier wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass es an jedem darum geht, etwas zu verbessern. Wenn aber „Tag für die Rechte der Frau“ gerufen wird und die Antwort „Parfüm, Schokolade und Blumen!“ lautet, dann ist das mindestens bittere Ironie, wenn nicht sogar eine sich selbsterfüllende Prophezeiung.

Internet & Lookism

Mit freundlicher Genehmigung hier ein von mir (frei) auf deutsch übersetzter Artikel von Caitlin Seida, Journalistin seit 2006, deren Texte schon bei Livestrong.com, The Daily Puppy, and Case to Case, u. a. erschienen; thanx a lot!

Als mich Fremde wegen meines Gewichts aufzogen, war das eine Lektion für mich – was Internetgrausamkeit, gemeine Frauen und sich Wehren angeht.
Von Caitlin Seida.
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Eines Tages loggte ich mich auf mein Facebookkonto ein und fand eine Nachricht einer Freundin vor. „Du bist eine Internetberühmtheit!“, hieß es darin. Dazu ein Link zu einer sehr öffentlichen Seite, deren einziger Zweck es ist, Bilder von Leuten zu veröffentlichen, über deren Aussehen man sich lustig machen kann. Und da war ich, in voller Pracht – ein Bild von mir, als meine Heldin Lara Croft verkleidet: Tomb Raider, für Halloween – aber über dem Bild ein Schriftzug mit den Worten „Fridge Raider“ (dt. „Gefrierschrank-Plünderer“).

Lustigerweise war ich anfangs gar nicht ärgerlich. Tatsächlich fand ich es sogar irgendwie amüsant. Wer lacht nicht über unglückliche Schnappschüsse irgendwie daneben gekleideter Fremder? Ich hab sowas sicherlich schon zuvor getan; diese Art anonymer Spott ist ein Motor für das Internet. Es gibt ganze Websites nur für die Abbildung seltsamer Modemißgriffe von zufälligen Leuten. Und wie ich sind die meisten dieser Leute fett.

Prinzipiell sehe ich meine Körpergröße nicht als positiv oder negativ – es ist, wie es ist. Ich esse richtig (meistens) und ich treibe Sport (nicht gerade wenig) und das macht keinen großen Unterschied wegen eines polyzystischen Ovarsyndroms und einer beeinträchtigten Schilddrüse. Ich bin kräftig, flexibel und mein Doktor versichert mir eine gute Gesundheit, aber es bleibt die Tatsache: ich bin fülliger als jemand von meiner Größe es sonst sein sollte.

Nichts davon hatte mit meiner Entscheidung, mich als Lara Croft zu verkleiden, zu tun; sie ist eine der tollsten kick-ass Videospielcharaktere ever. Croft ist weiblich, aber gefährlich, gut gebildet und athletisch – und sie ist einfach wiederzuerkennen, was ein Halloweenkostüm recht einfach macht. Das Bild war spätabends aufgenommen, ich hatte schon ein rotes Gesicht von der Hitze, mein Make-Up war runtergeschwitzt und mir fehlte ein anständiger Büstenhalter (ein Problem, mit dem sich die Pixelversion von Croft nie auseinandersetzen mußte). Aber ich hatte Spaß, und wenn ich mir das Bild auf der Website so ansah, dachte ich, das wäre ersichtlich.

Also lachte ich zunächst darüber – aber dann las ich die Kommentare.
Fatshaming Triggerwarnung
(mehr…)

Feministisches Blog backstage & Forenkommentare

Reality Rags über Referers und Links, über Maskulisten, Feminist_innen und Kommentarforen. Und Networking.

Die Maskulisten versuchen übrigens auch gern, ihr Revier mit Pingbacks zu markieren. Deshalb verlink ich da aber auch nicht hin, noch schalte ich deren Pingbacks frei. Auch bei freigeschalteten Kommentaren mit Links dorthin wird der Link entfernt. Wer hier „Zensur!“ schreit, traut den Besuchern meiner Seite offensichtlich nicht den Gebrauch von Suchmaschinen zu. Trotz anders lautender Gerüchte ist man in deutschsprachigen Landen vergleichsweise wenig von „Zensur im Netz“™ betroffen und kann sich bei Interesse jederzeit sonstwo im Internet informieren, das muß man nicht auf meiner Seite tun, die ich verantworten muß. Der Aufwand, sich eine angemessenere Umgebung als mein Blog zu suchen, um Maskulismus und anderen -ismen zu frönen, ist meiner Meinung nach zumutbar. Und ich halte mich auch für vergleichsweise tolerant.
Kann man übrigens sein Blog auch danach ausrichten.

Snowden setzt der Feministin den Aluhut auf

Vorweg: ich bin kein an TOR mitarbeitender IT-Freak. Bewege mich aber oft genug im Netz, um nach dem Bekanntwerden dieser ganzen Überwachungen nachdenklich zu sein und vorsichtiger vorzugehen.

Immer mal wieder stolpert man über Berichte zur Pille danach, Abschaffung der Rezeptpflicht für Deutschland. Sowas hat man wegen der Wahl ja auch im Hinterkopf. Und wie man in Resteuropa meist wesentlich einfacher an die Dinger kommt.

Beispielsweise hab ich eine gute Freundin, die nach Österreich ausgewandert ist (nein, nicht deswegen). Die Feministin denkt: die könnt ich doch eigentlich mal fragen. Wäre ja optimal im Notfall, also wenn man die Dinger wirklich mal braucht, eventuell nur eine Tür weiter ins Badezimmer zu müssen und diese Pille so schnell wie möglich in sich hineinzubefördern.
Als konservative Netzfeministin würd ich normalerweise Kontakt über E-Mail aufnehmen. Evtl. tät’s auch ne SMS. Oder ich könnt sie auch eh mal wieder anrufen.

Dann liest man irgendwo (tazblog? Find’s wohl eh nicht mehr. Selber groß, selber suchen), was für ein Bullshit dieses „Wir brauchen Überwachung wegen den Terroristen“ ist. Daß die Terroristensuche/-überwachung minimalen Anteil an der Sache hat. Und daß sich der aller-, allergrößte Teil der Überwachung von Internet, Handy, Telefon und sämtlichen Mischformen um Drogenkonsum und -handel dreht.

Jetzt mag man über die Prioritätensetzung streiten, aber darauf will ich gar nicht hinaus.
Nur kann man sich ja jetzt jedenfalls recht einfach vorstellen, nach welchen Schlüsselworten die so suchen und womit man einfach im Filter landen MUSS.

Beispielsweise, wenn ich meiner österreichischen Freundin Bescheid geb, sie soll mir ein rezeptpflichtiges Medikament, an das ich hier nicht so leicht komme, über die Grenze schicken…? Extra Pech auch für Leute, die das bei Freundinnen versuchen, die in den Niederlanden leben? Oder der Türkei? Da ist die Pille danach übrigens rezeptfrei.

Aluhut

Nennt mich paranoid, aber ich weiß nicht, ob die Idee jetzt noch so gut ist. Ich laß es.

…da dachte man eigentlich, man würde im Alter so der Typ „verrückte Katzenlady“ werden (nur wären mir Hunde lieber), aber manchmal geht es auch eher in die Richtung „einsame Verschwörungstheoretikerin“, die sich mit anderen alten Säcken im Internet drüber unterhält, ob Myspace jetzt die Mondlandung verhindert hat oder ob ich lieber mit einem feministischen Geheimorden aus meinen Sims die Revolution auslösen soll.

Also falls diesen Blog als Logo einmal eine Simone de Beauvoir mit Aluhut zieren sollte: ich habe Euch gewarnt. Sorgen machen müßt Ihr Euch erst, wenn Ihr bis dahin zur Autor_innenschaft gehört.

Waagenweitwurf

Seine Waage loswerden, das (der Öko in mir hofft: aufm Wertstoffhof) ausgesetzte Teil fotografieren und über sein Verhältnis zu dem Gerät bloggen; das ist so in etwa die Idee von #Waagnis, der Aktion, an der man momentan nicht vorbeikommt in der feministischen Blogsphäre.

Die einen loben es, die anderen kritisieren es, wieder andere sind gespalten. Ich glaube, ich gehöre zu letzteren.
Mein erster Gedanke war: „Cool! Ich hab sowieso nie kapiert, weshalb jede_r so ein Ding in der Wohnung hat.“ Ich hab nämlich keine. Seit ich vor über 10 Jahren bei meinen Eltern ausgezogen bin. In der WG hier gibt’s auch keine. Soweit ich weiß hatte ich auch noch nie Mitbewohner_innen, die je mit dem Gedanken gespielt hätten, eine anzuschaffen. Ich gehöre zu den Leuten, die immer (recht grob) schätzen müssen, wie viel sie wiegen, wenn man bei nem neuen Arzt oder ner neuen Ärztin ist. Ob ich zu- oder abnehme, merk ich daran, wenn Klamotten nicht mehr passen. Das ist dann aber eigentlich auch alles, was mich stört, wenn sich mein Gewicht ändert. Ich hab andere Komplexe.
Aber deswegen erscheint mir die Aktion eben auch nicht gerade revolutionär (und darum wird das hier auch keine Lebensbeichte über ein kompliziertes Verhältnis zur Waage). Sicher, ich bin der Meinung, ohne derartige Gewichtskontrolle lebt es sich leichter, vielleicht hilft’s auch der ein oder anderen, Körperwohlgefühl nicht mehr in Zahlen zu messen und wenn wer das Ding abschafft, hey, meinen Glückwunsch, weg damit, macht kaputt, was Euch kaputt macht!
Aber selbst damit identifizieren kann ich mich nicht.
Manches an Kritik teile ich – allein die Waage wegwerfen, kann’s nicht sein. Auch die teils recht unsensible Ausdrucksweise, wie Riotmango schon bemängelte:

da tauchten dann ungefähr so sätze auf wie ‘ich fühlte mich furchtbar, dabei war ich gar nicht dick’. meine lesart davon ist ungefähr so: “ich war gar nicht dick (also so wie diese ganzen dicken_fetten menschen), fühlte mich aber voll blöd. dabei gab es für das blöd-fühlen gar keinen grund (denn ich gehörte ja nicht zu diesen dicken_fetten menschen). wenn ich wirklich dick gewesen wäre, dann hätte ich ja wirklich einen grund gehabt, mich schlecht zu fühlen. aber ich war’s ja nicht. ich war völlig normal und fühlte mich trotzdem schlecht. wie ungerecht!”

ich weiß nicht, ob ihr mir folgen könnt (oder ob ich mich klar ausdrücke, mir fällt’s gerade schwer), aber für mich stecken da (mindestens implizit) krasse abgrenzungen drin. normen werden nur oberflächlich hinterfragt. dicke_fette menschen dienen immer noch als quasi-negative folie (weil: soooo dick war mensch ja gar nicht! und wurde *trotzdem* geärgert! wie fies!).

Andererseits bin ich großer Fan von Symbolen und der Meinung, daß Symbolhandlungen in ihrer Wirkung oft unterschätzt werden. Irgendwie auch hier. (mehr…)

Theorie und mehr im Mai

Da unsere Termine-Seite sich inzwischen eher auf regelmäßige Events spezialisiert hat, gibt es jetzt mal wieder hier ein paar queere und feministische Veranstaltungstipps für das kommende Wochenende und danach:

Zum vierten Mal startet dieses Jahr vom 9. bis 12. Mai das GenderCamp in Hüll bei Hamburg, ein BarCamp rund um Feminismus, Queer, Gender und Netzkultur.

In Hamburg selbst geht es am Freitagabend (10.5.) beim „Aufstand aus der Küche“ mit Silvia Federici um Reproduktionsarbeit aus feministisch-marxistischer Perspektive:

veranstaltungsflyer, für textversion bitte klicken

Am selben Wochenende findet vom 10.-12. Mai in Bonn das Queer*Fem_fest – Kritische Tage zu den Geschlechterverhältnissen mit einem spannenden Programm statt.

In Weimar gibt es 16.05. bis zum 01.06. die Veranstaltungsreihe zum Internationalen Tag gegen Homophobie – idaho. Dabei wird es unter anderem Filme, Vorträge, Diskussionen, Workshops, Büchertische und Live Musik geben.

In Berlin schließlich hat das Missy Magazin für den 20. Mai unter dem Titel “ There is more to sexism than meets the eye“ mit Angela McRobbie, Nana Adusei-Poku, Anne Wizorek, Jasmin Mittag, Sookee und Margarita Tsomou eine illustre Runde zusammengestellt.

Bügelbrett vorm Kopf

Hier eine erste kleine Zusammenfassung der Ereignisse um das „taz.lab“, den Ausraster von Deniz Yücel und die Reaktionen darauf.

Was bisher geschah:

Unter dem Titel „Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen“ sollte auf dem „taz.lab“ am vergangenen Wochenende eine Podiumsdiskussion stattfinden. Als Gäste waren die Schriftstellerin Sharon Otoo, die Zeitungskolumnistin Mely Kiyak und der Titanic-Chefredakteur Leo Fischer eingeladen, moderiert werden sollte die Veranstaltung vom taz-Journalisten Deniz Yücel. Der aber wollte sich lieber profilieren und Menschen beleidigen.

Aber lest selbst.

Philipp Möcklinghoff spricht vom „Krach um das N-Wort“ und Sula berichtet von ihren „Impressionen“ vom Geschehenen.

In seiner Kolumne rastet Yücel dann noch mal so richtig aus, woraufhin
accalmie dann doch mit etwas auffährt, was Yücel fehlt – echten Argumenten, und das nicht zu knapp.

Ach ja, und dann hat sich die taz-Chefredakteurin auch noch irgendwie halbherzig entschuldigt.

Und was macht Yücel jetzt?

Der trägt sein angeknackstes Ego in Form eines Bügeleisens und Bügelbrettes als Profil- bzw. Titelbild bei Facebook zur Schau. Soll wohl irgendwie selbstironisch – mittelfingerzeigend – look how less I care – mäßig rüberkommen.
Vor allem zeigt es aber, wie wenig da jemand gewillt ist, sein Verhalten zu reflektieren.

Aber da kommt sicher noch was,
also: dranbleiben!

Edit:
Auf taz.de schildert nun Sharon Otoo ihre Eindrücke.

Antirassismus kann doch nicht bedeuten, dass denen, die sowieso schon von Rassismus betroffen sind, noch mehr Leid zugefügt wird, sondern dass wir einander sorgfältig zuhören. Das wäre, in Deutschland, wirklich ein radikaler Akt.

Prost Neujahr- Blogschau

Was gibt es Neues in der feministischen Blogsphäre? Aufreger, Mutmacher und Diskussionsstoff für dunkle Wintertage.

Starke Frau
Die Kosmetikmarke MAC wirbt mit der Bodybuilderin Jelena Abbou, die nicht als Freak besetzt ist, sondern die Vielfalt und Schönheit von Frauen unterstreicht. Die Reaktionen im Bekanntenkreis gingen von ‚Sie entspricht trotzdem den gängigen Schönheitsnormen‘ bis zum Kommentar ‚Ich sehe da schon einen Fortschritt, da Muskeln und die Pose normalerweise als raumgreifende/tatkräftige Symbolik (ungerechtfertigterweise) in männlichem Kontext dargestellt und dann männlich assoziiert. Frauen werden in Werbungen oft verletzlich, schmal, infantilisiert, passiv und hypersexualisiert dargestellt. Das sehe ich hier weniger in dieser Kampagne. Vom Schönheitsideal her hast du wie ich finde recht, (die Frau ist total konform was das angeht, von den breiteren Schultern abgesehen), aber die Assoziation als selbstbestimmt/selbstbewußt/stark, die rüberkommt, empfinde ich schon als tendenziell progressiv.“ MAC Kampagne auf Jezebel Wie seht ihr das?

Spiel mit mir
Männer werden in Videospielen genauso zu Objekten degradiert wie Frauen? Ähm… nein. Warum es etwas komplizierter ist, erklärt Bob Chipman in dem Video the Big Picture.

Befindlichkeiten
Rassismus und Sexismus in der Werbung oder in den Medien wird entweder ignoriert oder durch die Formel “ Wir wollten keine Gefühle verletzen“ hinterher verharmlost. Warum es es nicht um die Gefühle von besonders empfindlichen Menschen geht und diese Floskel wichtige Denkprozesse verhindert, erklärt Antje Schrupp. Es geht nicht um verletzte Gefühle

Tragisch
Indische Frauen sind täglich Belästigungen und Gewalt ausgesetzt und müssen um ihr Leben fürchten. Es gibt so gut wie keine weiblichen Polizisten, R*pe gilt als Kavaliersdelikt und wird in den meisten Fällen nicht mit dem nötigen Ernst von den Behörden verfolgt, häusliche Gewalt ist gang und gäbe und wenn die Mitgift nicht reicht, werden nicht wenige Frauen angezündet (10.000 pro Monat!). Nach dem furchtbarem Verbrechen an der 23-jährigen Studentin die an ihren Verletzungen starb, ist das Fass übergelaufen. Der Ruf nach Todesstrafe für die Vergewaltiger und Mörder resultiert aus der Wut und Ohnmacht der Menschen. Wichtiger wäre nun ein Dialog und das Hinterfragen der Rolle von Mann und Frau in Indien. Am Wochenende gab es wieder eine Massenvergewaltigung mit Todesfolge und im Parlament sitzen sieben Abgeordnete gegen die ein Verfahren wegen Vergewaltigung läuft. Von der Politik ist daher nicht mit viel Unterstützung zu rechnen. Wie tief das Problem sitzt, erklärt EMMA in Weniger wert als ein Wurm

All about Woman
Sarah Silvermann fordert die Bro’s auf sich doch auch mal für ‚Pro choice‘ einzusetzen. Ernste Themen kommen lustig daher. Wann sieht frau eine deutsche Prominente die öffentlich das ‚heiße Eisen‘ Frauenthemen anfässt?
the-way-to-a-womans-heart-is-never-through-a-mandatory-vaginal-ultrasound?

BMI Bullshit
Warum der BMI ( Body Mass Index ) nicht unbedingt etwas darüber aussagt, ob du zu dick oder zu dünn bist, illustriert Kate Harding in dem flikr Fotoalbum Illustrated BMI Categories

Kreativ
Was tun wenn dein 5-jähriger Sohn gern Mädchenkleidung trägt und zum Teil wie ein Mädchen behandelt werden möchte? Einen Blog darüber schreiben und ihm seine geliebten Glitzerschuhe für den Vorschulanfang kaufen. Die Geschichte von C.J.’s Mom und ihrem nach eigener Aussage ‚gender kreativen‘ Sohn auf raising my rainbow

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