Via Reality Rags.
Via Reality Rags.
Julie Miess, früher Bassistin bei den wundervollen Britta, und jetzt aktiv bei Half Girl, widmet Motörhead-Sänger Lemmy eine kritische Liebeserklärung mit einem großartigen Lied und einem klasse Video von Splatter-Regisseur Jörg Buttgereit und ruft ihm zu:
Lemmy, I‘m a feminist!
Lemmy ist also möglicherweise nicht für den Feminismus verloren – denn wer kann diesem fantastischen Zuruf widerstehen?
Via taz.
Inzwischen hat nun wirklich jede_r von dem „Barbie Dreamhouse“ in Berlin mitgekriegt. Und von dem Protest dagegen. Und natürlich von den erwartungsgemäß auftretenden Nörglern, die den Prostest überzogen finden.
Aber wieso eigentlich? Es kommt daher als ein Protest der Erwachsenen, die sich über Grundsatzfragen wie Lookismus, Geschlechterrollen und kapitalistisches Marketing streiten.

in Berlin wird Barbie so wohl nicht auftreten
Dabei wird immer mehr übersehen, daß das „Barbie Dreamhouse“ ja eigentlich auf die Kinder, insbesondere die weiblichen*, abzielt. Wegen denen steht das Ding da.
Es geht dabei also nicht um eine theoretische Grundsatzdebatte, sondern um die ganz deutliche und praktisch orientierte Frage: ist diese rosa Monstrosität mit allem, was sie repräsentiert, wirklich das, was man seinem Kind mitgeben will?
Silke Burmester bringt es auf den Punkt:
Sie haben das Haus gar nicht für Erwachsene errichtet, sondern für Mädchen. Die sollen dort träumen lernen von einem Leben zwischen Kosmetik, Ken und Cupcake-Küche. Gerade so, wie Barbie es lebt. Um in Barbie, ähnlich wie in Heidi Klum, ein Vorbild zu finden, das die jungen Dinger in ein Leben einführt, in dem sich alles einzig und allein um die Frage dreht: „Sehe ich gut aus?“ und in der der Körper zur Währung wird.
Und mal ehrlich: wollen wir wirklich, daß sich die nachfolgenden Generationen in so einer Welt wiederfinden? Ist es das, was wir ihnen zu bieten haben? Das haben sie nun wahrlich nicht verdient!
(mehr…)
“We got the taste of blood – witch blood – and we haven’t stopped since.” Das ist die Quintessenz der Splatter-Adaption von Hänsel und Gretel, die ich mir vor Kurzem anschaute. Diese Aussage, die Inszenierung und der Verlauf der Geschichte regte mich auf, denn für mich propagieren sie bloß eines: Hexenverfolgung! Vernichtung von Frauen, Unterdrückung weiblicher Freiheit und Stärke und Stärkung patriachaler Strukturen; und folglich auch in heutigem Kontext Verdrängung des Feminismus durch Verteufelung ihrer Errungenschaften.
Kaum zu glauben…
aber (von ihrer ersten Veröffentlichung aus gesehen) wird Bikini Kill 20 Jahre alt!
Und dazu gibt’s einen schönen SPIN-Artikel:
Roiling punk rock, feminism, and aggrieved boys and men from coast to coast, Bikini Kill were a band, a movement, a media phenomenon, an inspiration to girls, and a cheeky scrawl across the skin of pop culture. Here they speak on their thrilling, dangerous, combative beginnings.
Herziche Glückwünsche auch vom Mädchenblog!
Am 21. Juli erscheint das queer-feministische Zine Brav_a, dass sich im Stil eines Teenie-Magazins unter anderem mit Themen wie Sex, Liebe, Menstruation und der queeren Szene beschäftigt. Die Texte sind in deutsch oder englisch. Das Zine ist auf der Release-Party im F.A.Q. Infoladen erhältlich, kann per Post zugeschickt werden und später auch online als .pdf heruntergeladen werden. Mehr Infos gibt’s auf der Homepage. Für die nächste Ausgabe werden auch wieder Beiträge gesucht, also falls jemand ne Idee für einen Artikel, einen Comic, Eine Foto-Love-Story .etc. hat.. immer her damit
Seit heute läuft im Netz die „Keep it real Challenge“: mittels Twitter-Botschaften (#KeepItReal), Blogbeiträgen und Instagram-Bildern sollen – bisher vor allem US-amerikanische – (Mädchen- und Frauen-)Magazine massiv dazu aufgefordert werden, pro Ausgabe mindestens ein digital unbearbeitetes Foto abzudrucken, um die auf gefakten Bildern basierenden Schönheitsideale und den daraus resultierenden Druck auf junge Mädchen (und andere) etwas einzudämmen. Unterstützt werden soll damit auch die entsprechende Petition der 14-jährigen Julia Bluhm, „Give Girls Images of Real Girls!“.
Laut der KeepItReal-Kampagne haben 80 Prozent aller 10-jährigen Mädchen in den USA bereits mit Diäten experimentiert. Vanesa von Feministing kommentiert dazu:
The industry’s message that cis, white, thin and able-bodied women continue to be the “ideal” is a direct contribution to the dissolution of girls’ and women’s self worth, and it can’t be ignored anymore. And they hold the power to change it, but we need to hold them to it.
Bei den Photoshop-Techniken geht es nicht nur darum, die Models noch dünner, ihre Brüste noch runder und ihre Haut noch reiner darzustellen, sondern die vermeintliche Attraktivität wird auch durch („natürliches“ oder gephotoshoptes) Weißsein dargestellt. Das Video von dem Projekt Sisters Action Media stellt hier die Bildersprache des „Seventeen Magazine“ in Frage, welches sich selbst darauf beruft, „reale, authentische“ Mädchen und Diversity abzubilden:

„Wir Frauen“ kommt in diesem Frühjahr mit einer äußerst spannenden Ausgabe daher. Schwerpunkt ist Publizistik – und dieser wird gründlich entwickelt. Aber die schöne Randbemerkung zuerst: Allein schon durch die kleinen Leseempfehlungen der einzelnen Redakteurinnen ergibt sich ein wunderbarer Blick über die feministische Medienlandschaft, von Das Argument über Die Krake bis hin zur Schlangenbrut. Gründlich angegangen wird das Thema aber auch deshalb, weil in kurzweiligen Artikeln ein Überblick über die Anfänge der Frauen-Zeitschriften in Deutschland, über die von Clara Zetkin geprägte „Die Gleichheit“ bis hin zu den aktuellen Medien und der Unterrepräsentierung von Frauen dort gegeben wird. Auch Hedwig Dohms zeitloses Werk „Die Antifeministen“, das nach wie vor begeistert, wird gewürdigt, immerhin jährt sich die Veröffentlichung zum 110. Mal. Hier ist es übrigens online. Aber auch Frauen im Widerstand während der Nazi-Herrschaft werden thematisiert – lesenswert, weil sie all zu oft vernachlässigt wurden und die als weiblich eingeordenten Widerstandsformen nicht selten verniedlicht wurden und vernachlässigt wurde, dass diese Frauen ihr Leben riskierten. Ich bin von der aktuellen Ausgabe begeistert und empfehle daher hier die Lektüre.
[English below]
Stell dir vor: Ein queer-feministisches Teenie-Magazin! Teils Verarschung, teils ernst, teils absolut großartig. Texte die Jugendzeitschriften und unsere geliebte queer-feministische Szene sowohl feiern als auch persiflieren. Comics, Zeichnungen, Foto- Love-Stories, Interviews, wir freuen uns über alle Formate die sich mit Liebe, Sex, (Körper-, Beziehungs-, Hetero-, Homo-)Normativität, Menstruation, deine echten ungeglätteten “Erste Mal”-Geschichten, Trans*identitäten, Polyamorie, (vegane) Kuchenrezepte, Stars (der queer-feministischen Szene), BDSM, Sexspielzeuge, (anti-)Modetips beschäftigen. Außerdem kannst du uns alle deine unangenehmen Fragen zu Sex und Beziehungen schicken die von unseren Sexpert_innen vor Ort beantwortet werden.
Wir sind grade erst am Anfang Inhalt und Ideen zu sammeln. Unser Konzept ist formbar. Wir begrüßen Anregungen, Ideen und Texte ernster, verspielter und satirischer Natur. Das ist deine Chance bei einem spaßigen, bunten und HOCHGLANZ (ja, so ist es – zumindest die Titelseite…)-Projekt mitzumachen.
Oh und die Beiträge können in Englisch oder Deusch sein (und werden übersetzt).
Schickt sie bitte an: Brav_a[at]gmx.de
Deadline ist Ende März 2012.
taz über einen neuen Interviewband über die Frauen in der Hamburger Schule.
In Romanen und Filmen kommt es mir oft so vor, als wenn eine Frau nur dann zur Heldin werden kann, wenn sie vorher ein großes Opfer gebracht hat. Eine Vergewaltigung muss schon drin sein, oder zumindest Erniedrigung und körperliche Gewalt. Bestenfalls stirbt sie auch am Ende, so wird sie zur perfekten aufopfernden Heldin, zur Märtyrerin. Und erfüllt somit das weibliche (Helden-) Prinzip .
Passive Heldinnen werden durch Ihr Leidensprinzip zu Heiligen stigmatisiert, das bereitet mir genauso Bauchschmerzen: „Sie ist bei der Geburt gestorben. Sie war so wie tapfer.“ Die starken, aktiven Heldinnen, die nicht all zu viel leiden müssen, sind oft sexuell aggressiv, eine Art weiblicher James Bond und machen sich dadurch auch wieder verfügbar. Ficken oder sterben?
Lars von Trier schießt meiner Meinung nach den Vogel ab. Er quält die Frauen und lässt es auch noch ästhetisch ansprechend aussehen. Interessanterweise werden seine Hauptdarstellerinnen dafür mit der Goldenen Palme von Cannes geehrt ( Björk- Dancer in the dark, Charlotte Gainsbourg- Antichrist, Kirsten Dunst -Melancholia). Ein Bekannter meinte dazu: „Freue dich über sein Frauenbild, das sind starke Frauen!“ Dabei sind sie immer passiv, reden nicht, leiden still, ertragen Unmenschliches und wählen noch nicht mal den Freitod als Erlösung. Ist das kämpferisch? Still sein Leiden ertragen und nicht aufbegehren? Dann will ich keine Heldin sein. Als Alternative bleibt in den meisten Fällen nur die romantische Komödie oder als hübsches Anhängsel eines Action-Heldens mit dem Hintern zu wackeln, na prima.
Löbliche Ausnahmen sind für mich Sigourney Weaver in „Alien“, der Film „Die Piratenbraut“ oder die Frauen in “ Grüne Tomaten“. Auch Helen Mirren als die „Queen“ ist toll. Tilda Swinton verkörpert in Ihren Filmen auch die starke, unabhängige Frau.
Wer verkörpert für Euch ein cineastisches Vorbild?
1979 drehte Jean Kilbourne, amerikanische Feministin, Buchautorin und Ex-Model, ihren ersten analytischen Film zum Thema Frauen in der Werbung. Die auf den ersten Blick lustig erscheinenden Werbefilmchen strotzten vor Rollenklischees und instutionalisierten die Frau als Sexobjekt (Teil 2 erschien 1987, Teil 3 im Jahr 2000.) Das war damals, und heute? (mehr…)
„XXS“ von Kim Caspary. Und das heißt: Ja, schon wieder eine Buchbesprechung. Diesmal aber etwas ganz anderes: am Titel kann man schon recht treffsicher erraten, um was es sich handelt: um Magersucht. Das Cover (seht ihr weiter unten im Text. Uuuuh, Spannung!!) weist dann auch auf die Richtung hin – hübsches Mädchen, schwarzweiße Fotographie, traurig guckend. Also: kein Selbsthilfebuch, sondern ein Roman, was auch deutlich unter dem Titel steht.
Eigentlich hatte ich ja nicht vor, das Ding zu lesen, aber mir sind bei einem Besuch bei meinen Eltern die Bücher ausgegangen und das hier lag halt irgendwo rum. Denn so wild bin ich auf das Thema eigentlich nicht, aus Mangel an Selbstidentifikation – Eßstörungen und der ganze Rattenschwanz, der da mit dranhängt, ist für mich sowieso immer ein bißchen verwirrende terra incognita. (mehr…)
Ja, ja, auch hier in diesem Blog kommen wir nicht drumrum: Charlotte Roches Roman „Schoßgebete“…hat ja jetzt ne Weile gedauert, bis hier was zu dem Buch geschrieben wird, nachdem an anderen Stellen schon die Wellen hochschlagen.
Aber im Gegensatz zu vielen anderen lese ich das Buch gern vorher (damit meine ich nicht Schwarzer).
Nett zum Beispiel ein Zitat aus dem Spiegel-Online-Forum, das über Roche als die personifizierte Übersexualisierung der Gesellschaft herzieht:
Hauptsache Spaß und jeden Tag ganz viel Sex mit möglichst vielen Partnern, weil das noch mehr Spaß macht.
Klingt zwar gar nicht so schlecht an sich, hab ich in dem Buch aber nicht gelesen. Zudem ein Kommentar vom 09. 08. – erschienen ist das Buch erst am 10.
Trotzdem ein nettes Beispiel dafür, wie die Persona Roche nicht nur ein Mischgebilde aus Romanfigur und echtem Menschen ist, sondern offensichtlich auch prima Projektionsfläche für sämtliche Erwartungshaltungen.
Die Erwartung obigen Kommentators war wohl ein schmutziges Schweinigelsexbuch. Ist es das? Waren eigentlich schon die Feuchtgebiete nicht. Noch viel weniger sind drastische Sexbeschreibungen das eigentliche Thema bei Schoßgebete. (mehr…)