Archiv der Kategorie 'popkultur'

Hamburger Schülerinnen

taz über einen neuen Interviewband über die Frauen in der Hamburger Schule.

Heldin = Opfer?

In Romanen und Filmen kommt es mir oft so vor, als wenn eine Frau nur dann zur Heldin werden kann, wenn sie vorher ein großes Opfer gebracht hat. Eine Vergewaltigung muss schon drin sein, oder zumindest Erniedrigung und körperliche Gewalt. Bestenfalls stirbt sie auch am Ende, so wird sie zur perfekten aufopfernden Heldin, zur Märtyrerin. Und erfüllt somit das weibliche (Helden-) Prinzip .

Passive Heldinnen werden durch Ihr Leidensprinzip zu Heiligen stigmatisiert, das bereitet mir genauso Bauchschmerzen: „Sie ist bei der Geburt gestorben. Sie war so wie tapfer.“ Die starken, aktiven Heldinnen, die nicht all zu viel leiden müssen, sind oft sexuell aggressiv, eine Art weiblicher James Bond und machen sich dadurch auch wieder verfügbar. Ficken oder sterben?

Lars von Trier schießt meiner Meinung nach den Vogel ab. Er quält die Frauen und lässt es auch noch ästhetisch ansprechend aussehen. Interessanterweise werden seine Hauptdarstellerinnen dafür mit der Goldenen Palme von Cannes geehrt ( Björk- Dancer in the dark, Charlotte Gainsbourg- Antichrist, Kirsten Dunst -Melancholia). Ein Bekannter meinte dazu: „Freue dich über sein Frauenbild, das sind starke Frauen!“ Dabei sind sie immer passiv, reden nicht, leiden still, ertragen Unmenschliches und wählen noch nicht mal den Freitod als Erlösung. Ist das kämpferisch? Still sein Leiden ertragen und nicht aufbegehren? Dann will ich keine Heldin sein. Als Alternative bleibt in den meisten Fällen nur die romantische Komödie oder als hübsches Anhängsel eines Action-Heldens mit dem Hintern zu wackeln, na prima.

Löbliche Ausnahmen sind für mich Sigourney Weaver in „Alien“, der Film „Die Piratenbraut“ oder die Frauen in “ Grüne Tomaten“. Auch Helen Mirren als die „Queen“ ist toll. Tilda Swinton verkörpert in Ihren Filmen auch die starke, unabhängige Frau.

Wer verkörpert für Euch ein cineastisches Vorbild?

Die Frau, das verschwindende Objekt!

1979 drehte Jean Kilbourne, amerikanische Feministin, Buchautorin und Ex-Model, ihren ersten analytischen Film zum Thema Frauen in der Werbung. Die auf den ersten Blick lustig erscheinenden Werbefilmchen strotzten vor Rollenklischees und instutionalisierten die Frau als Sexobjekt (Teil 2 erschien 1987, Teil 3 im Jahr 2000.) Das war damals, und heute? (mehr…)

XXS

„XXS“ von Kim Caspary. Und das heißt: Ja, schon wieder eine Buchbesprechung. Diesmal aber etwas ganz anderes: am Titel kann man schon recht treffsicher erraten, um was es sich handelt: um Magersucht. Das Cover (seht ihr weiter unten im Text. Uuuuh, Spannung!!) weist dann auch auf die Richtung hin – hübsches Mädchen, schwarzweiße Fotographie, traurig guckend. Also: kein Selbsthilfebuch, sondern ein Roman, was auch deutlich unter dem Titel steht.

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, das Ding zu lesen, aber mir sind bei einem Besuch bei meinen Eltern die Bücher ausgegangen und das hier lag halt irgendwo rum. Denn so wild bin ich auf das Thema eigentlich nicht, aus Mangel an Selbstidentifikation – Eßstörungen und der ganze Rattenschwanz, der da mit dranhängt, ist für mich sowieso immer ein bißchen verwirrende terra incognita. (mehr…)

Schoßgebete

Ja, ja, auch hier in diesem Blog kommen wir nicht drumrum: Charlotte Roches Roman „Schoßgebete“…hat ja jetzt ne Weile gedauert, bis hier was zu dem Buch geschrieben wird, nachdem an anderen Stellen schon die Wellen hochschlagen.
Aber im Gegensatz zu vielen anderen lese ich das Buch gern vorher (damit meine ich nicht Schwarzer).
Nett zum Beispiel ein Zitat aus dem Spiegel-Online-Forum, das über Roche als die personifizierte Übersexualisierung der Gesellschaft herzieht:

Hauptsache Spaß und jeden Tag ganz viel Sex mit möglichst vielen Partnern, weil das noch mehr Spaß macht.

Klingt zwar gar nicht so schlecht an sich, hab ich in dem Buch aber nicht gelesen. Zudem ein Kommentar vom 09. 08. – erschienen ist das Buch erst am 10.
Trotzdem ein nettes Beispiel dafür, wie die Persona Roche nicht nur ein Mischgebilde aus Romanfigur und echtem Menschen ist, sondern offensichtlich auch prima Projektionsfläche für sämtliche Erwartungshaltungen.
Die Erwartung obigen Kommentators war wohl ein schmutziges Schweinigelsexbuch. Ist es das? Waren eigentlich schon die Feuchtgebiete nicht. Noch viel weniger sind drastische Sexbeschreibungen das eigentliche Thema bei Schoßgebete. (mehr…)

Roseanne

When the show went to No. 1 in December 1988, ABC sent a chocolate “1” to congratulate me. Guess they figured that would keep the fat lady happy—or maybe they thought I hadn’t heard (along with the world) that male stars with No. 1 shows were given Bentleys and Porsches. So me and George Clooney [who played Roseanne Conner’s boss for the first season] took my chocolate prize outside, where I snapped a picture of him hitting it with a baseball bat. I sent that to ABC.

Persönlicher Bericht von Roseanne Barr auf nymag über den Sexismus, den sie in der Fernsehlandschaft erlebt hat.

(gefunden auf der mädchenmannschaft

Goodbye, Poly Styrene

Montag Abend starb Poly Styrene:

“We can confirm that the beautiful Poly Styrene, who has been a true fighter, won her battle on Monday evening to go to higher places.”

Ruhe in Frieden & Danke für alles!

Desktop-Wettbewerb Einsendeschluß

Bis zum 10. Mai könnt Ihr noch Eure Meisterwerke zum Bitch Up My Desktop-Wettbewerb einsenden.

Call for Submissions!

Gerne kündigen wir an:

Die Berlin Femme Mafia präsentiert: feminine Stimmen über Sexismus in der queeren Szene, ein Zine.

Berlin Femme MafiaHast du dich schon mal aus der queeren Szene ausgeschlossen gefühlt oder Vorurteile erlebt wegen deines Genderausdrucks? Die Berlin Femme Mafia will ein Zine rausbringen mit Geschichten von femininenen Trans* und Queers, über Sexismus in den queeren Szenen dieser Welt.

Die Berlin Femme Mafia weiß und erlebt immer wieder selbst, dass es Sexismus gegen Femininitäten in der queeren Szene gibt und wir würden uns freuen, wenn ihr aus eurer Perspektive als sich als feminin identifizierende Queers oder Trans* erzählt. Warum gibt es solch eine Genderungleichheit in einer sich doch oft als feministisch definierenden Bewegung? Wir möchten eure Gedanken und Erfahrungen von Diskriminierung gegen Leute mit femininem Genderausdruck hören.

Dieses Projekt ist aus der Sicht von femininen trans* und queeren Leuten und es soll dabei um Sexismus gegen die verschiedensten Ausdrucksformen von Femininität gehen. Wir freuen uns über Beiträge von allen selbst-definierten Weiblichkeiten, seien es Femmes, Trans*Frauen, Genderqueers und queere Cisfrauen und -männer mit einem femininem Genderausdruck, egal ob ihr den jeden Tag lebt oder nur zeitweise.

Erzählt uns von den Dingen, die euch wütend oder traurig machen. Dabei kann es darum gehen, ausgeschlossen oder diskriminiert zu werden entweder für die Art wie ihr euch bewegt, redet oder anzieht oder auch negative Kommentare über als weiblich gelesene Körperteile. Erzählt uns, was sich eurer Meinung nach ändern sollte. Wie sähe eine perfekte queere Szene für euch aus? Queertopia!

Details und weitere Infos auf:
http://berlinfemmemafia.blogspot.com/

Smells like Grrrl

Die Story, wie Nirvanas „Smells like Teen Spirit“ zu seinem Namen kam, kennt inzwischen fast jeder: Kathleen Hanna schrieb „Kurt smells like Teen Spirit“ auf seine Wand.
Daß dem aber eine irrwitzige Nacht vorangegangen ist und wie Kathleen diese in Erinnerung hat, erzählt sie in ihrer unnachahmlich charmant-witzigen Art bei „Our Hitparade“ – plus musikalische Schmankerl am Ende des Videos.
(mehr…)

Buffy, the Capitalism Slayer

Daß Buffy ein prima Beispiel für eine starke Frauenrolle im Fernsehen ist, war mir schon lange bewußt: selbstsicher, mutig, auch mit „mädchenhafter“ Figur hat sie einen mords Schlag drauf und hat auch noch ne coole Schnauze. Außerdem darf sie trotz Ami-Produktion auch Sex haben (wenn auch nicht immer gerade unkompliziert), Fehler machen, mal in Schlabberklamotten, mal supergestylt auftreten und die lesbische Liebesgeschichte um Tara und Willow gibt auch mehr her als die typischen Klischee-Quotenlesben, die man sonst so im Fernsehen sieht.
Sicher gibt’s an der Serie auch einiges auszusetzen, aber alles in allem kann man sie getrost als „kick ass“ bezeichnen!
Aber! Was mir bisher noch nicht aufgefallen wäre ist die im Freitag auseinandergelegte Kritik an Kapitalismus und den Marktgesetzen – Buffy als postmarxistische Klassenkämpferin? (mehr…)

Es muss mehr als Hollywood geben

boys girls
(Bild:New-Video)

Die Heteronormativität in den meisten Hollywoodfilmen geht mir auf die Nerven. Nicht nur, dass jeder Mensch in so einem Film klar als ,,männlich“ oder ,,weiblich“ definiert wird und dies in Bekleidung, Makeup und Charakter stereotyp ausstrahlt, nein. Keine Begegnung zwischen zwei Menschen verschiedenen Geschlechts vergeht, ohne dass diese sexuell aufgeladen sein muss. (mehr…)

I‘m a lesbian


Lizzy & The Muff Munchers – I‘m a Lesbian
Music by Yael Heim.

Das neue Missy Magazine – ab Montag am Kiosk Eures Vertrauens

Missy Magazine Cover 04-10

Abonnent_innen dürften sie schon in ihrem Briefkasten gefunden haben – alle anderen müssen wohl morgen, also Montag, zum Kiosk stiefeln und sich die neue Ausgabe des Missy Magazines kaufen. Dieses Mal mit einem langen Interview mit Christiane Rösinger, ein Dossier über das Mensch-Tier-Verhältnis und dem gewohnten Mix aus DIY, Sex, Mode, Politik und Edutainment. Das Inhaltsverzeichnis könnt Ihr hier durchstöbern.

Body Language. What’s Queer About Queer Pop? Dieses Wochenende in Berlin!

Body Language

Sind queere Rollenmodelle in der Lage, im Medium der Popkultur eine Kritik an sexueller Normalisierung zu formulieren, ohne gleichzeitig den Anspruch auf Veränderung aufzugeben? Um diese Frage wird sich das Festival „Body Language. What’s Queer About Queer Pop“ ab heute widmen. Als dritte Folge der Veranstaltungsreihe „Life Is Live“, welche im Hebbel am Ufer in Berlin stattfindet, versucht „Body Language“ mit Performances, Vorträgen, Diskussionsrunden, Filmen und Bands dem subversiven queeren Potential der Popmusik nachspüren. Um das Spannungsfeld zwischen queerer Dekonstruktion und platter Aneignung aufzurollen, haben die Kurator_innen Tim Stüttgen und Christoph Gurk einige namhafte Größen queerer Popkultur zusammengetrommelt, zum Beispiel Del Lagrace Volcano, die Band MEN und Pauline Boudry von Rhythm King and Her Friends.

Programm:

11. November

22.00h – HAU 1 – Eintritt frei:
Performance mit Terre Thaemlitz und Soulnessless

12. November

19:30h – HAU 2:
Einführungsvortrag von Tim Stüttgen: What’s Queer About Queer Pop?
20:30h – HAU 2:
Diskussionspanel 1: Where Is Queer Pop Now?
23:00h – HAU 2:
Konzert mit MEN + Maria & The Mirrors

13. November

20:00h – HAU 2:
Diskussionspanel 2: Challenging The Universal
22:30h – HAU 2:
Performancenacht mit Anat Ben-David, Crazy Bitch In A Cave, Keren Cytter With Andrew Kerton, Juba Kalamka, Mary & The Baby Cheeses

Tickets für Freitag und Samstag könnt Ihr direkt beim Hebbel-Theater vorbestellen oder an der Abendkasse kaufen.

Mehr Infos: