Archiv der Kategorie 'theorie'

„Den Frauen überlegen sein.“

Ein münchner Malerlehrling überfällt drei Frauen mit einem Messer, um sie zu vergewaltigen. Die gute Nachricht: die Frauen wehren sich erfolgreich und der 22jährige steht nun vor Gericht.
Dieser Fall ist exemplarisch für eine Verwaltigungskultur und macht wieder mal deutlich, daß es bei Vergewaltigung mitnichten um Sex geht. Nein, es geht um Machtausübung.
Auf den Punkt bringt es die Antwort des Angeklagten auf die Frage des Richters, worum es ihm den bei den Übergriffen ging:

„Den Frauen überlegen sein“

Seattle Rape Culture Graffity
(Graffity in Seattle)

Es wird hier deutlich, daß es sich bei Vergewaltigern nicht unbedingt um gestörte, verzweifelte Einzelgänger handelt, die Vergewaltigung als ihre einzige Möglichkeit sehen, an Sex zu kommen. Denn dieser Typ hatte zuvor durchaus ein reges Sexualleben:

Der Vorsitzende Richter Thomas Denz wunderte sich, dass ein beinahe noch Jugendlicher auf solch brutale Weise versucht, sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Doch der Trieb war nicht sein einziges Motiv. Armin H. hatte schon etwa ein Dutzend Freundinnen, und zehn Mal war er auch im Bordell.

So unverständlich und traurig das sein mag, aber Puffbesuche sind, genau wie Promiskuität, absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.

Dennoch geistert überall das Bild durch die Gesellschaft, daß Vergewaltiger abartige Monster à la Armin Meiwes oder Marc Dutroux seien. Das ist ganz praktisch, denn dann brauch man sich nicht mit ihm als Mitmensch identifizieren, man kann den Täter entmenschlichen und als verrückt-perversen Einzelfall sehen, als Ausnahme, als Sonderfall, als „Biest“. Als etwas, das nichts mit einem selbst und dem eigenen Alltagsleben zu tun hat. Ein Abartiger halt, der ausgeflippt ist. Da muß man sich keine Gedanken machen, Verantwortung für die gesellschaftliche Haltung, die Übergriffe fördert, übernehmen. Wie bequem.

Aber so verhält es sich leider nicht. Vergewaltiger kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sind normale Menschen. „Normal“ in dem Sinne, daß sie einer Norm folgen, die in unserer patriarchalen Gesellschaft ganz selbstverständlich ist: die Einbildung, seine Männlichkeit dadurch definieren zu müssen, daß man Frauen abwertet, um sich selbst als Mann aufzuwerten. Frauen nicht als Menschen zu sehen, sondern als Objekte, die zur eigenen Triebbefriedigung da sind. Die Einbildung, daß man das Recht hätte, Frauen nach Belieben zu benutzen. (mehr…)

Theorie und mehr im Mai

Da unsere Termine-Seite sich inzwischen eher auf regelmäßige Events spezialisiert hat, gibt es jetzt mal wieder hier ein paar queere und feministische Veranstaltungstipps für das kommende Wochenende und danach:

Zum vierten Mal startet dieses Jahr vom 9. bis 12. Mai das GenderCamp in Hüll bei Hamburg, ein BarCamp rund um Feminismus, Queer, Gender und Netzkultur.

In Hamburg selbst geht es am Freitagabend (10.5.) beim „Aufstand aus der Küche“ mit Silvia Federici um Reproduktionsarbeit aus feministisch-marxistischer Perspektive:

veranstaltungsflyer, für textversion bitte klicken

Am selben Wochenende findet vom 10.-12. Mai in Bonn das Queer*Fem_fest – Kritische Tage zu den Geschlechterverhältnissen mit einem spannenden Programm statt.

In Weimar gibt es 16.05. bis zum 01.06. die Veranstaltungsreihe zum Internationalen Tag gegen Homophobie – idaho. Dabei wird es unter anderem Filme, Vorträge, Diskussionen, Workshops, Büchertische und Live Musik geben.

In Berlin schließlich hat das Missy Magazin für den 20. Mai unter dem Titel “ There is more to sexism than meets the eye“ mit Angela McRobbie, Nana Adusei-Poku, Anne Wizorek, Jasmin Mittag, Sookee und Margarita Tsomou eine illustre Runde zusammengestellt.

Femen, ruhe in Frieden

Kontrovers waren die Femen ja schon immer. Aber ich muß ehrlich zugeben, daß die Femen-Aktionen eine Zeit lang ein bißchen Hoffnung nährten, hatten sie es doch erfolgreich geschafft, den Feminismus immer wieder in die Medien zu schubsen.
Aber dann kam die Aktion auf der Herbertstraße mit diesem unsäglichen „Arbeit macht frei“-Schild, immer mehr bescheuerte Aussagen und letztens ein dem gesamten Islam (inklusive der muslimischen Frauen, auch den feministischen) geltenden Rundumschlag. Und mit der Reaktion von Femen auf Kritik müßten die Damen eigentlich jetzt wirklich für viele gestorben sein.
Wie sie generell mit Kritik umgehen, wußte man spätestens seit ihrer Reaktion auf die Kritik von evibes: mit unglaublichem Mangel an Reflektionsvermögen.
Bei der aktuellen Debatte wird an ihren Entgegnungen eine Ignoranz, eine riesen Menge Paternalismus und, man möchte fast schon sagen, Größenwahn deutlich, daß sich einem die Fußnägel aufrollen:

Für Shevchenko ist sie wegen dieses Stück Stoffs eine Sklavin, die befreit gehört. „Das Kopftuch ist vergleichbar mit einem Konzentrationslager“, sagt die Aktivistin. „Nein“, entgegnet Ulusoy, ihre Verhüllung sei für sie als Kind zunächst „das Symbol des Erwachsenwerdens gewesen, heute unterstützt es meinen Charakter“. Außerdem sei es ja nicht an ihrem Kopf festgenagelt, sie könne es jederzeit hinterfragen. Also auch ablegen. „Solche Frauen hatten doch nie die Wahl. Sie kennen den Unterschied zwischen Freiheit und Unfreiheit nicht“, kritisiert die Femen-Aktivistin.

Wie anmaßend das ist und wie so eine Menge feministischer Aktivist_innen muslimischen Glaubens abgewatscht werden, wird in einem absolut lesenswerten Interview mit Kübra Gümüsay in dieStandard deutlich:

Wir brauchen natürlich AktivistInnen, die aufstehen und sagen „So geht das nicht!“. Ich würde bei den Femen-Protesten für Amina mitmachen, wenn ich wüsste, dass es tatsächlich um Inhalte geht. Aber sich vor eine Moschee der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft zu stellen, die überhaupt keinen Bezug zu Tunesien hat und die noch dazu in vielen islamischen Ländern verfolgt wird – das war für mich ein Signal, dass es weder um Inhalte geht, noch darum, effektiv und zielgerichtet Amina Tyler zu helfen. Es geht nur um ein Tamtam und Medienaufmerksamkeit.

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Roooosa

Pink Grrrl Heart
Charlott hat sich auf der Mädchenmannschaft Gedanken über das „Phänomen Pink“ gemacht.
Das hat auch mich zum Überlegen gebracht – wie war das bei mir? In meiner Kindheit/Jugend in den 80ern/90ern war die Farbe definitiv uncool. Sogar die Barbiehäuser und -utensilien tendierten immer mehr zu babyblau. Von den genähten Tüllröckchen für die Mutter-Kind-Turnen-Aufführung wollte keins der Kinder das rosafarbene haben. In pink gekleidete Leute erweckten irgendwie immer den Eindruck, sie seien kindisch-kitschig. Und wer einen großen Bruder hatte (wie ich), dem ist die Kritik an der Farbe rosa erst recht noch entgegengeschlagen.
Auch ansonsten war ich nicht sonderlich begeistert von dieser Farbe – im Kindergarten hatte ich mir in den Kopf gesetzt, im Fasching als Burgfräulein zu gehen (in meiner Vorstellung war das sozusagen die weibliche Form eines Ritters, nur mit hübscherem Gewand – Prinzessin wollte ich nämlich auf keinen Fall sein!) und da einem in den einschlägigen Geschäften bei Mädchenkostümen das Rosa nur so entgegenschlug, mußte die Oma ran, die mir dann extra ein Kleid geschneidert hat. Eins, das nicht rosa war.
Auch in meinem gesamten Umfeld war keine_r auch nur im leisesten verdächtig, diese Farbe zu mögen. Pink war eine „Un-Farbe“ irgendwie. Sogar in typischen Mädchenpublikationen wie „Wendy“ war rosa und Mädchenkitsch ein absolutes No-Go.
Als 14-jähriger Teenie hab ich mich persönlich irgendwie angefreundet mit dieser Frabe. Gerade wegen der Klischees, die dran hingen, war das Potential groß, den Spieß umzudrehen. (mehr…)

Veranstaltung Jena:

FEMALE SCIENTISTS IN INDUSTRIAL RESEARCH – Jena, 14. und 15. März 2013 – Infos/Ablauf (pdf-Datei)

Die Ehe bröckelt, die Familie wächst

Jetzt, da sogar die CDU sich zähneknirschend mit der Gleichstellung Homosexueller befassen muß, ist die Ehe anscheinend die nächste Bastion, die fallen wird. Dennoch tun sich einige Konservative mit dem abrupten Kurswechsel sehr schwer, insbesondere beim Thema Ehe.

Nun kann man einerseits sicher argumentieren, daß es keine besonders wichtige Errungenschaft ist, wenn Schwule und Lesben sich nun eben auch in einem tendenziell arg patriarchalen Konstrukt ganz öffentlich und mit Staatsvertrag wiederfinden dürfen.
Aber da liegt der Hase im Pfeffer: weil gerade die Ehe das Symbol für Heteronormativität ist – was bedeutet es dann, wenn plötzlich auch Nicht-Heteros zum Klub gehören sollen? (mehr…)

Kritische Tage zum herrschenden Geschlechterverhältnis

Uns erreichte folgender interessanter Veranstaltungshinweis:

Vom 30.11.2012 -02.12-2012 findet in Hannover nun zum zweiten Mal der Kongress »Kritische Tage zum herrschenden Geschlechterverhältnis« statt.

Dort wird sich gemeinsam- praktisch wie theoretisch – auf die Spuren der herrschenden Geschlechterverhältnisse begeben und sie kritisiert. Außerdem sollen ihre Verschränkungen und Koppelungen mit anderen Herrschaftsmechanismen herausgearbeitet werden.

In verschiedenen Veranstaltungen wird sich zum einen die Entstehung von queeren, feministisch-materialistischen sowie differenzfeministischen Ansätzen angeschaut, versucht diese zu verstehen und sie zusammenzudenken. Dabei entstehen im besten Fall Spannungen, die zu Bereicherungen in Analysen und Praxen führen.

Zum anderen wird in einigen Veranstaltungen und Workshops versucht, diese Analyse auf die Praxis zu übertragen und auf verschiedene Art und Weise anzuwenden. Hierbei soll auch die selbstkritische Analyse der eigenen Verstrickung in gesellschaftliche Machtverhältnisse, sowie unsere individuelle Selbst- und Fremdwahrnehmung als politisch Handelnde, einen Raum bekommen.

mehr Infos unter: http://kritischetage.blogsport.de/

Lieber Sprachdschungel als Betonphrasen

http://www.flickr.com/photos/glans/2449390199/ Leider ist nicht alles so schön leicht verständlich

In der taz wird berichtigte Kritik am feministischen Diskurs geübt, der leider viel zu oft durch unnötig „akademische“ Ausdrucksweise diejenigen ausschließt, deren Alltagssprache eben nicht von Haus aus nach Simone de Beauvoir klingt:

Allzu oft fielen in der Debatte Sätze wie „bildet euch doch“ oder „lies doch mal dieses oder jenes Buch“. In feministischen Onlineforen würden Neulinge auf diese Weise schnell mundtot gemacht (…).

Aber zwischen „Feminism rocks“ und Judith Butler liegt eine riesige Bandbreite an Ausdrucksweisen, aus denen wir wählen können (eigentlich so viele Ausdrucks- und Verständnisformen wie Menschen) – die Menschheit ist unglaublich vielfältig, und je vielfältiger unsere Kommunikation wird, desto besser erreichen wir alle einander.
Oder einfacher gesagt: Man sollte möglichst so reden, daß alle Leute, die es angeht, es auch verstehen können. Sicher ist das nicht immer möglich – wenn sich beispielsweise irgendwelche Computernerdgrrrls untereinander in „ihrer Sprache“ unterhalten, versteh ich auch nicht so viel, als daß ich groß mitkommen würde. Trotzdem sind deren Diskussionen untereinander deswegen nicht weniger wichtig, müssen trotzdem geführt werden. Auch das ist Vielfalt.
Aber sollte die gesamtgesellschaftliche feministische Diskussion dann nicht in einer „Mainstreamsprache“ geführt werden, oder anders ausgedrückt:

„Die Leute, die gegen den Feminismus ‚bashen‘, haben wohl die richtigen Worte gefunden“, sagt eine Teilnehmerin. Eine Andere pflichtet ihr bei: „Wir müssen unsere feministischen Anliegen mehr an die Menschen herantragen“.

Und weiter oben wird von der taz als Beispiel für die falsche Vorgehensweise angeführt:

Männer kommen vom Mars und Frauen von der Venus – solch platten Weltsichten überzeugen offenbar viele Menschen. Der gleichnamige Beziehungsratgeber von Therapeut John Gray erreichte eine Millionenauflage. (…)
„Das Unbehagen der Geschlechter“ der US-amerikanischen Theoretikerin Judith Butler findet demgegenüber ein eher kleines Publikum.

Mal abgesehen davon, daß der Vergleich sowieso etwas gewagt ist, aber – soll das heißen, der Feminismus solle jetzt auf dieses MarsVenus-Niveau runter, damit das dumme (Weibs-)Volk auch kapiert, um was es geht? Ach nööö… (mehr…)

Rezension: Ein Reader „Gender Studies“ für Bachelor und Master

Franziska Bergmann, Franziska Schößler, Bettina Schreck (Hg.): Gender Studies. (Transcript Verlag, Mai 2012, 320 S., 24,80 €, ISBN 978-3-8376-1432-9)

Cover Buch Gender Studies

Der von Franziska Bergmann, Franziska Schößler und Bettina Schreck herausgegebene Band „Gender Studies“ – erschienen in der Einführungsreihe Basis-Scripte – wartet mit einer sehr guten Textauswahl auf, die einen guten Einstieg in das mittlerweile breit aufgefächerte Gebiet der Geschlechterforschung ermöglicht. Einige Texte liegen nun erstmals in einer deutschen Übersetzung vor. (mehr…)

Bist du noch Feminist_in oder schon „post*it“ …

fiber #21 – call for papers:

Wie Post-Gender sind wir wirklich? Und was für neue Strategien werden mit diesem Begriff verbunden? Ist Feminismus passé und nur noch „unsexy“? When did all that happen? Anders gelesen: Was für neue Ausprägungen hat „der Feminismus” bzw. wie sehen feministische Perspektiven heute und morgen aus? Ist queer der neue Feminismus?
Sogar die Piratenpartei bezeichnet sich als Post-Gender, gleichzeitig werden die Piratinnen* unsichtbar. In Blogs liest man_frau von „Genderkampfnerds“. 
Die Rückbesinnung auf alte Werte fliegt uns ebenso um die Ohren wie Post-
Normalarbeitsverhältnisse und Krise. Wir sehen uns immer mehr mit Flexibilisierung, Prekariat, Individualisierungsprozessen und einer „Generation: Praktikum“ konfrontiert, was nach neuen Lebensentwürfen verlangt.
In „post*it“ steckt aber auch posten: verhandeln/veranschlagen Internet, feministisches
Netzwerken, politischer Aktivismus …
Wir freuen uns auf eure Abstracts zu Bildern, Texten, Bastel-/Bauanleitungen, Interviews und was euch sonst so einfällt per Email bis zum 14. Juli 2012 an conny@fibrig.net.
Eure fibretten

Rausch, Angst und Herrschaft

In dem Buch, das bei mir gerade entsteht, soll es um Rausch gehen, also nicht nur um dessen Auslöser (Substanzen, Handlungen), sondern um diesen Zustand, diesen Prozeß selbst, um dessen Funktion, Rolle und Veränderungspotential sowie um seine Unterdrückung und Verwaltung als wesentliche Bestandteile von Klassen- und Geschlechterherrschaft bis in die Gegenwart.

Die mit dem Rausch einhergehende Änderung von Wahrnehmung, Fühlen, Erleben wird vom beherrschten und sich selbst beherrschenden Menschen als Kontrollverlust erlebt. Wie sehr, scheint eng mit dem Ausmaß an Angst in der jeweiligen Person zusammenzuhängen, die denn auch als Angst vor Kontrollverlust in den meisten Schilderungen von Rauscherlebnissen oder Vorstellungen von unerprobten Räuschen vorkommt.

Diese Angst ist – abhängig von der realen Bedrohung – völlig berechtigt und in dieser grundsätzlich gewaltförmigen und übergriffigen Gesellschaftsordnung, in der die veränderten, berauschten Sinne als Kontrollverlust gelten, Kontrollverlust als Schwäche und Schwäche wiederum als Anlaß für Stärkedemonstration, Ausnutzung und Angriff, in fast jedem Menschen anzutreffen. Nicht nur werden solche „Anlässe“ ständig übergriffig ausgenutzt, auch der Rausch selbst ist ein anderer und gefährlicherer, wenn die Angst überwiegt. Rausch kann Angst weiter verstärken und zum psychisch bedrohlichen „bad trip“ werden.

Besonders ausgeprägt müßte die Angst vor Kontrollverlust bei besonders stark bedrohten Menschen in besonders gewalttätigen oder konkurrenzintensiven Lebensumständen sein; nochmal spezifisch stärker je nach dem Grad der Ohnmacht und Entwaffnung in diesen Umständen; und nochmals spezifisch stärker bei denen, für die aufgrund ihrer sozialen Rolle gerade Situationen von Vergnügen, Lust, Verbindung und Entspannung Situationen des größten Angriffs- und Übergriffsrisikos darstellen.

Dirndlverfütterung

Aus der Erfahrung mit berauschten (unzurechnungsfähigen, entgrenzten) Über- und Angreifenden und mit der vorgesehenen Rolle als berauschtem (wehrlosem, mitspielendem oder stillhaltendem) Opfer resultiert oft eine Abwendung und Ablehnung von Rausch, mit der sich jedoch das Subjekt in Angst auch die lustvollen und persönlichkeitsverändernden Möglichkeiten des Rauschs vorenthält und somit Ausschluß, den Herrschaft und Rollenzuweisung betreiben, selbst reproduziert und erweitert.

Da ich Rausch auch positiv in seinem Potential für individuelle und kollektive Veränderung fassen möchte, stehen diese Verdopplung des Ausschlusses vom Erkenntnis- und Lustpotential des Rauschs sowie Strategien zu ihrer Vermeidung/Überwindung mit im Zentrum meiner Überlegungen. Ich bin an Kommentaren, Anregungen und Kritik dazu (wie überhaupt zum Thema Rausch) sehr interessiert, auch an Literaturhinweisen innerhalb und außerhalb des Netzes.

lesen und vernetzen

„Open Source Gesellschaftskritik“: schöne neue Linkliste bei Medienelite

Kritisch-lesen.de mit dem Schwerpunkt „Feministische Praxen“

Www.kritisch-lesen.de mausert sich seit einigen Monaten zu einem hochkarätigen und durchdachten Rezensionsmedium! Waren schon die vergangenen Ausgaben jeweils sehr geschlechtersensibel ausgerichtet, sind in dieser Ausgabe „Feministische Praxen“ explizit Thema. Dabei werden aktuelle und ältere feministische Bücher besprochen und als vielversprechend zum feministischen Weiterdenken vorgeschlagen. Unter anderem sind mit dabei: „Darum Feminismus!“, „Revolutionäre Frauen“ und „Riot Grrrl Revisited“. Ergänzt wird diese Ausgabe anarchistisch, postkolonial und antirassistisch.

Die Rezensionen sind insgesamt sehr pointiert und sensibel formuliert, freundlich-kritisch zu den Büchern und es wird Interesse an den Büchern geweckt. In diesem Sinne ist diese Ausgabe sehr zu empfehlen! …bei den folgenden sollten aber mehr Frauen zu Rezensionen eingeladen werden!

Zur Ausgabe „Feministische Praxen“.

Let’s talk about sex – Let’s talk about sexual politics

Mit der Bitte um Verbreitung:

Wir suchen noch Schreiber*innen für unsere geplante Sex-Politiken Broschüre…

„Sex ist immer viel mehr als nur Sex. Meistens hat Sex mit Macht zu tun. Sex hat auch mit Geld zu tun, weil sich Sex gut verkauft. Sex ist aber auch was schönes und wird aber leider von vielen Frauen (und Männern) nicht so befriedigend erlebt, wie es möglich wäre, weil wir zwar übersexualisiert sind, aber nicht unbedingt besser informiert als früher.“ schrieb das Sexbroschüren-Team vor einigen Jahren in der Einleitung der ersten Sex-Politiken Broschüre, die von der ÖH Bundesvertretung veröffentlicht wurde. Dabei haben sie sich vorgenommen, möglichst viele „versexualisierte Fragen“ in dieser Broschüre abzudecken. Wenngleich ihnen der Versuch gelungen ist, gibt die Thematik sicher noch genügend Stoff für weitere Broschüren her.

Daher hat das Referat für feministische Politik beschlossen, ein Folgeprojekt zu starten, in dem unterschiedliche Fragen von Sex, Sexualität und Begehren sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Mechanismen, Praktiken und Politiken behandelt werden soll. Mögliche Themen können dabei sein
- pro-sex
- sex-gender
- safer-sex
- sex-work
- no sex
u.v.m.

Wir suchen dafür auch noch Textvorschläge und freuen uns, wenn ihr euch an der Produktion der Broschüre beteiligen wollt. Schickt einfach bis zum 20.1.2012 ein email mit einem Vorschlag und einer kurzen Beschreibung an frauenreferat@oeh.ac.at.

mfg vom Femref

Referat für feministische Politik
Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft
Bundesvertretung

Taubstummengasse 7-9
1040 Wien

Mobil +43/676/ 888 52 274
Fax +43/1/310 88 80 – 36

Grenzüberschreitungen

So ein Autorinnenpaar macht auf Spiegel-Online sone Serie zu ihrem Buch, eine Art nett-amüsantes Alphabet für Peinlichkeiten der Neunziger, für jeden Buchstaben ein Artikel.
Okay, gegen Ende des ABCs wird’s zugegebenermaßen schwierig, dennoch schrieben sie unter „Q“ den Artikel übers Quälen („Kleine Folter unter Freunden“).
Im SpOn-Forum daraufhin eine kurze und interessante Debatte über körperliche Grenzüberschreitungen (für SpOn-Forum sogar echt lesbar).