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	<title>mädchenblog</title>
	<link>http://maedchenblog.blogsport.de</link>
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	<pubDate>Mon, 13 May 2013 14:31:15 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>

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		<title>Tödliche homophobe Attacke</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 14:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>kurz und knapp</category>
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		<description><![CDATA[	In Wolgograd starb ein Russe nach einer homophoben Attacke (Triggerwarnung).
	Nach einem tödlichen Angriff auf einen homosexuellen Mann in Russland am Sonntag haben die Behörden zwei Verdächtige festgenommen. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete unter Berufung auf die Behörden in der südlichen Stadt Wolgograd am Montag, dass einer der Verdächtigen eingeräumt habe, das 23-jährige Opfer schikaniert zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>In Wolgograd <a href="http://taz.de/Toedlicher-Angriff-auf-Homosexuellen/!116143/">starb ein Russe nach einer homophoben Attacke</a> (Triggerwarnung).</p>
	<blockquote><p>Nach einem tödlichen Angriff auf einen homosexuellen Mann in Russland am Sonntag haben die Behörden zwei Verdächtige festgenommen. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete unter Berufung auf die Behörden in der südlichen Stadt Wolgograd am Montag, dass einer der Verdächtigen eingeräumt habe, das 23-jährige Opfer schikaniert zu haben. </p></blockquote>
]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Als Frau allein in der Öffentlichkeit</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/05/12/als-frau-allein-in-der-oeffentlichkeit/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 17:32:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>kurz und knapp</category>
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		<description><![CDATA[	Die Texte aus der vierten Ausgabe des Grrlzines &#8222;Wolverette&#8220; gibt&#8217;s nun stückchenweise auch online, angefangen mit einem Text, der schön die Reaktionen beschreibt, die frau (auch heute noch!) bekommt, wenn sie sich allein in der Öffentlichkeit bewegt:
	I bet all women have sooner or later heard the classic scentence „What is a pretty lady like you [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Die Texte aus der <a href="http://wolverette.wordpress.com/2009/06/03/wolverette-4-now-available/">vierten Ausgabe des Grrlzines &#8222;Wolverette&#8220;</a> gibt&#8217;s nun stückchenweise auch online, angefangen <a href="http://wolverette.wordpress.com/2013/05/08/i-am-alone-i-know-it-and-i-even-think-its-cool/">mit einem Text,</a> der schön die Reaktionen beschreibt, die frau (auch heute noch!) bekommt, wenn sie sich allein in der Öffentlichkeit bewegt:</p>
	<blockquote><p>I bet all women have sooner or later heard the classic scentence „What is a pretty lady like you doing here, all on her own?“ or at least the one or other version of this stupidity.<br />
It seems to be absolutely NUTS to identify as female and be alone in a public space – not being ditched, not waiting for someone.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie wollen wir die nächsten Generationen haben?</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/05/12/wie-wollen-wir-die-naechsten-generationen-haben/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 16:29:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>feminismus</category>
	<category>geschlecht</category>
	<category>popkultur</category>
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		<description><![CDATA[	Inzwischen hat nun wirklich jede_r von dem &#8222;Barbie Dreamhouse&#8220; in Berlin mitgekriegt. Und von dem Protest dagegen. Und natürlich von den erwartungsgemäß auftretenden Nörglern, die den Prostest überzogen finden.
Aber wieso eigentlich? Es kommt daher als ein Protest der Erwachsenen, die sich über Grundsatzfragen wie Lookismus, Geschlechterrollen und kapitalistisches Marketing streiten.
	
in Berlin wird Barbie so wohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Inzwischen hat nun wirklich jede_r von dem &#8222;Barbie Dreamhouse&#8220; in Berlin mitgekriegt. Und <a href="http://www.rosareloaded.de/barbie-haus-linksjugend-legt-den-finger-in-die-wunde/">von dem Protest dagegen</a>. Und natürlich von den erwartungsgemäß auftretenden Nörglern, die den Prostest überzogen finden.<br />
Aber wieso eigentlich? Es kommt daher als ein Protest der Erwachsenen, die sich über Grundsatzfragen wie Lookismus, Geschlechterrollen und kapitalistisches Marketing streiten.</p>
	<p><a href="http://realityrags.blogsport.de/2013/04/21/feministische-countrymusic-playlist-cybersexismus-barbie-ohne-make-up/"><img src="http://realityrags.blogsport.de/images/BarbieSansMakeUp.jpg" alt="Barbie's Naked Face" /></a><br />
<em>in Berlin wird Barbie so wohl nicht auftreten</em></p>
	<p>Dabei wird immer mehr übersehen, daß das &#8222;Barbie Dreamhouse&#8220; ja eigentlich auf die Kinder, insbesondere die weiblichen*, abzielt. Wegen denen steht das Ding da.<br />
Es geht dabei also nicht um eine theoretische Grundsatzdebatte, sondern um die ganz deutliche und praktisch orientierte Frage: ist diese rosa Monstrosität mit allem, was sie repräsentiert, wirklich das, was man seinem Kind mitgeben will?</p>
	<p><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-ueber-das-barbie-dreamhouse-in-berlin-a-899311.html">Silke Burmester</a> bringt es auf den Punkt:</p>
	<blockquote><p>Sie haben das Haus gar nicht für Erwachsene errichtet, sondern für Mädchen. Die sollen dort träumen lernen von einem Leben zwischen Kosmetik, Ken und Cupcake-Küche. Gerade so, wie Barbie es lebt. Um in Barbie, ähnlich wie in Heidi Klum, ein Vorbild zu finden, das die jungen Dinger in ein Leben einführt, in dem sich alles einzig und allein um die Frage dreht: &#8222;Sehe ich gut aus?&#8220; und in der der Körper zur Währung wird. </p></blockquote>
	<p>Und mal ehrlich: wollen wir wirklich, daß sich die nachfolgenden Generationen in so einer Welt wiederfinden? Ist es das, was wir ihnen zu bieten haben? Das haben sie nun wahrlich nicht verdient!<br />
<a id="more-1490"></a><br />
Wenn die NPD  immer mehr BDM-artige Ferienlager organisiert, wird auch protestiert. Zu Recht. Weil man es nicht gut findet, wenn Kinder mit Werten indoktriniert werden, die man &#8211; gelinde gesagt &#8211; zutiefst mißbilligt. Weil man keine folgende Generation will, die sich in eine derart verkehrte Richtung entwickelt.<br />
Und da trifft man mit seinem Protest auch auf breites Verständnis.</p>
	<p>Aber wenn gegen das &#8222;Barbie Dreamhouse&#8220; protestiert wird, gilt das als übertrieben. Die übliche Beschwichtigung &#8222;ist doch nur nicht ernstzunehmender Spaß&#8220; taucht unvermeidbar auf. Und der immer noch allerorts tief verankerte Sexismus tut sein übriges (denn &#8222;ist doch auch wirklich so, daß alle Frauen/Mädchen von einem begehbaren Kleiderschrank und einer unendlichen Schuhsammlung träumen&#8220; usw.,&#8230; Danke Mario Barth…).</p>
	<p>Aber trotzdem (oder gerade deswegen!) sollte sich jede_r ehrlich fragen: wollen wir unsere Kinder, unsere zukünftige Generation wirklich so haben? </p>
	<p>Das ist nicht nur so ne &#8222;linke Feminismus-Frage&#8220;: auch die Herren und Damen Maskulist_innen sollten sich doch eigetnlich fragen: will ich wirklich, daß die Träume meiner Töchter sich darauf beschränken, einen Barbie-Kleiderständer-Körper zu bekommen, Cupcakes zu backen und hunderte Schuhe zu horten?<br />
Wäre es nicht irgendwie wertvoller für den Nachwuchs, wenn man ihm stattdessen beibringt, oberflächlichen Äußerlichkeiten im Leben nicht so viel Wert beizumessen (was ja nun wirklich konträr zur &#8222;Barbie-Dreamhouse&#8220;-Welt verläuft). Sollte man seine Kindern nicht eben gerade vermitteln, daß diese ganze Fashion/Beauty/Auftakel-Nummer nichts ist, worüber sie sich identifizieren müssen? Wer will denn eigentlich schon, daß sich sein Kind zu einem schuhbesessenen, hohlen Fashion Victim entwickelt, dessen ultimativer Lebenstraum ist, sich von Heidi Klum in Fernsehen schikanieren zu lassen?</p>
	<p>Es sollte doch egentlich für jede_n selbstverständlich sein, warum so viele Menschen gegen dieses &#8222;Barbie Dreamhouse&#8220; Strum laufen- hier werden unseren Kindern Werte vermittelt, die  einfach nicht okay gehen. Denen Kinder nicht ausgesetzt sein sollten. Auf den ganzen Rattenschwanz hinweisen, der an dem vermeintlich harmlosen Barbie-Spaß dranhängt.<br />
Silke Burmester richtet klare Worte an Christoph Rahofer, den Erbauer der pinken Monstrosität:</p>
	<blockquote><p>Das &#8222;Barbie Dreamhouse&#8220; vermittle ein unrealistisches und verkitschtes Rollenbild sagen seine Kritiker, die ihr Kommen zur Eröffnung am 16. Mai in Berlin angekündigt haben. Spaßbremsen und Spielverderber, ganz klar. Aber ich frage Sie, Herr Rahofer, wie viele Männer, die eben nicht ein richtiger Mann sind wie Sie, ließen sich nicht doch von solchen Worten einschüchtern? Sie aber, Herr Rahofer, lassen sich von Ihrem Barbie-Traum nicht abbringen. Sie bauen Ihr Haus! Und zwar so, dass Sie es auch noch in anderen Städten aufstellen können. Sie, Vater von zwei Töchtern, halten die Kritik für &#8222;total unnötig&#8220;.</p>
	<p>Dass sich in Deutschland laut einer Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO (2012) jedes zweite 15-jährige Mädchen zu dick fühlt, 16 Prozent aller Elfjährigen bereits eine Diät hinter sich haben und jede Vierte im Alter von 11 bis 17 Jahren das Geschenk einer Schönheits-OP annähme (Dr.-Sommer-Studie, 2009) und bereits Achtjährige wegen Magersucht in eine Klinik müssen, das liegt ja nicht in der Verantwortung einer Plastikpuppe oder in der von Heidi Klum.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>&#8222;Den Frauen überlegen sein.&#8220;</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/05/07/den-frauen-ueberlegen-sein/</link>
		<comments>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/05/07/den-frauen-ueberlegen-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 May 2013 23:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>allgemein</category>
	<category>sexismus</category>
	<category>theorie</category>
	<category>sexuelle gewalt</category>
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		<description><![CDATA[	Ein münchner Malerlehrling überfällt drei Frauen mit einem Messer, um sie zu vergewaltigen. Die gute Nachricht: die Frauen wehren sich erfolgreich und der 22jährige steht nun vor Gericht.
Dieser Fall ist exemplarisch für eine Verwaltigungskultur und macht wieder mal deutlich, daß es bei Vergewaltigung mitnichten um Sex geht. Nein, es geht um Machtausübung.
Auf den Punkt bringt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/prozess-lehrling-gesteht-sexuelle-uebergriffe-auf-drei-frauen-1.1666655">Ein münchner Malerlehrling überfällt drei Frauen mit einem Messer, um sie zu vergewaltigen.</a> Die gute Nachricht: die Frauen wehren sich erfolgreich und der 22jährige steht nun vor Gericht.<br />
Dieser Fall ist exemplarisch für eine Verwaltigungskultur und macht wieder mal deutlich, daß es bei Vergewaltigung mitnichten um Sex geht. Nein, es geht um Machtausübung.<br />
Auf den Punkt bringt es die Antwort des Angeklagten auf die Frage des Richters, worum es ihm den bei den Übergriffen ging:</p>
	<blockquote><p><strong><em>&#8222;Den Frauen überlegen sein&#8220;</em></strong></p></blockquote>
	<p><img src="http://maedchenblog.blogsport.de/images/rapecultureseattle.jpg" alt="Seattle Rape Culture Graffity" /><br />
(<em>Graffity in Seattle</em>)</p>
	<p>Es wird hier deutlich, daß es sich bei Vergewaltigern nicht unbedingt um gestörte, verzweifelte Einzelgänger handelt, die Vergewaltigung als ihre einzige Möglichkeit sehen, an Sex zu kommen. Denn dieser Typ hatte zuvor durchaus ein reges Sexualleben:</p>
	<blockquote><p>Der Vorsitzende Richter Thomas Denz wunderte sich, dass ein beinahe noch Jugendlicher auf solch brutale Weise versucht, sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Doch der Trieb war nicht sein einziges Motiv. Armin H. hatte schon etwa ein Dutzend Freundinnen, und zehn Mal war er auch im Bordell.</p></blockquote>
	<p>So unverständlich und traurig das sein mag, aber Puffbesuche sind, genau wie Promiskuität,  absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.</p>
	<p>Dennoch geistert überall das Bild durch die Gesellschaft, daß Vergewaltiger abartige Monster à la Armin Meiwes oder Marc Dutroux seien. Das ist ganz praktisch, denn dann brauch man sich nicht mit ihm als Mitmensch identifizieren, man kann den Täter entmenschlichen und als verrückt-perversen Einzelfall sehen, als Ausnahme, als Sonderfall, als &#8222;Biest&#8220;. Als etwas, das nichts mit einem selbst und dem eigenen Alltagsleben zu tun hat. Ein Abartiger halt, der ausgeflippt ist. Da muß man sich keine Gedanken machen, Verantwortung für  die gesellschaftliche Haltung, die Übergriffe fördert, übernehmen. Wie bequem.</p>
	<p>Aber so verhält es sich leider nicht. Vergewaltiger kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sind normale Menschen. &#8222;Normal&#8220; in dem Sinne, daß sie einer Norm folgen, die in unserer patriarchalen Gesellschaft ganz selbstverständlich ist: die Einbildung, seine Männlichkeit dadurch definieren zu müssen, daß man Frauen abwertet, um sich selbst als Mann aufzuwerten. Frauen nicht als Menschen zu sehen, sondern als Objekte, die zur eigenen Triebbefriedigung da sind. Die Einbildung, daß man das Recht hätte, Frauen nach Belieben zu benutzen.<a id="more-1489"></a></p>
	<p>Für Armin H. war Vergewaltigung kein übermächtiger Zwang &#8211; für ihn war es wohl nur eine Art zusätzlicher Kick: er hatte Sex mit Freundinnen, mit Prostituierten und dann wollte er vergewaltigen. Für ihn wahrscheinlich nur eine Art &#8222;Erweiterung&#8220; seiner sexuellen Machtausübung, die logische Konsequenz für jemanden, der Frauen in erster Linie als sexuelle Objekte sieht statt als gleichwertige Subjekte.<br />
Die Rape Culture entsteht eben auch unter anderem dadurch, daß die Gesellschaft die Menschen streng in zwei Gruppen teilt &#8211; Männer und Frauen. Und das jeweils andere Geschlecht gilt dann als eben das: das &#8222;andere&#8220;. Darauf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simone_de_Beauvoir#Das_andere_Geschlecht">wies Simone de Beauvoir schon in den 50ern hin</a>, und an dieser Aufteilung und ihren fiesen Konsequenzen hat sich bis heute nicht viel geändert.</p>
	<p>Von klein auf wird uns beigebracht, zu welcher Gruppe wir gehören, mit welcher &#8222;männlichen&#8220; oder &#8222;weiblichen&#8220; Lebenswelt wir uns zu identifizieren haben. Und es wird hartnäckig auf die vermeintlich &#8222;natürlichen&#8220; Unterschiede gepocht. Das Kernproblem dabei ist: wer in &#8222;wir&#8220; und &#8222;die anderen&#8220; unterteilt, plaziert sich selbst als die Norm &#8211; und wer die Norm bestimmt, beansprucht Macht und generelle Deutungshoheit. Über &#8222;die anderen&#8220;. Und die Norm ist in unserer Gesellschaft oft eben die männliche. Siehe generisches Maskulinum. Frauen als das andere, das &#8222;-innen&#8220; als Anhängsel an die Norm. Auch schön zu beobachten bei weiblichen Musikern &#8211; besteht eine Band aus Frauen, ist es nicht einfach nur eine Band, nein, es ist dann eine <em>Frauen</em>band. Besteht eine Kapelle nur aus Männern, ist es keinen &#8222;Männerband&#8220;, sondern einfach nur eine Band. Eine &#8222;Band&#8220; ist männlich. Dringen Frauen in die Musiksphäre ein, sind sie nicht einfach Teil davon, nein, sie werden als &#8222;anders&#8220; gelabelt, mit dem Zusatz &#8222;FRAUEN&#8220;-Band.<br />
Würden wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der alle einfach unterschiedslos als Menschen behandelt werden statt als VertreterInnen unseres jeweilig zugeordneten Geschlechts, wären diese Machtspielchen, dieses Verteidigen der eigenen Gruppe gegen &#8222;die anderen&#8220;, nicht nötig.</p>
	<p>Aber das ist Utopie. Denn Armin H. wurde offensichtlich dahingehend sozialisiert, daß allein &#8222;seine Gruppe&#8220;, &#8222;die Männer&#8220;, als vollwertige Menschen mit Rechten und Würde gilt. Während &#8222;Frauen&#8220; irgendwie nur &#8222;die anderen&#8220; sind. Die Gruppe, die gefälligst unterlegen zu sein und zu bleiben hat. Die sich tunlichst nach der männlichen Norm zu richten hat. Sein Vorbild für die Taten war eine Krimiserie. Rape Culture wird eben auch übers Fernsehen verbreitet. Was keine große Überraschung ist.<br />
Und da ist Vergewaltigung (und eben auch ganz allgemein: Sexismus) ein Mittel, die Überlegenheit der eigenen Gruppe, der eigenen &#8222;Männlichkeit&#8220;, zu manifestieren. Die Macht zu demonstrieren, mit der man sich selbst in seiner Männlichkeit vermeintlich aufwertet und sich beweist, wie sehr man doch zur &#8222;dominierenden Gruppe&#8220; gehört &#8211; denen, die das Sagen haben. Und die anderen, die unterlegene Gruppe, die Frauen, auf ihren Platz zu verweisen. Ein klares Signal, den Weibern zu zeigen, wo sie hingehören.</p>
	<p>Nun ist der Junge halt dummerweise an Frauen geraten, die das ganz und gar nicht so sahen, die nicht die hilflos-unterwürfigen Sexpüppchen waren, die er vielleicht erwartet hatte. Schock! Das Patriarchat lügt! Seine chauvinistische Weltsicht trifft auf die Realität: die Frauen haben keine Lust, sein Opfer zu werden. Und verhalten sich nicht so, wie die schwachen Weibchen, als die die Geisteshaltung von vermeintlicher männlicher Vorherrschaft sie markiert hat. Aus der Traum, daß man Frauen ohne unangenehme Konsequenzen nach Belieben benutzen kann, einfach nur, weil man zur Gruppe &#8222;Mann&#8220; gehört. Wie wenn man durch die Zugehörigkeit der Gruppe &#8222;Mann&#8220; das Recht, fast schon die Pflicht hätte, die &#8222;männliche Herrschaft&#8220; über Frauen mit Gewalt zu zementieren.</p>
	<p>Es wäre schon ein großer Fortschritt, würde man das Gegenüber in erster Linie einfach nur als Mensch sehen, statt gedanklich gleich in &#8222;gehört zu meiner Geschlechtergruppe&#8220;, bzw. &#8222;gehört zu den anderen&#8220; aufzuteilen. Frauen einfach auch schlichtweg als Individuum zu sehen statt als ein potenzielles Etwas &#8211; potentiell fickbar, potentiell dazu zu gebrauchen, um das eigene Ego zu pushen.<br />
Die Unterteilung in &#8222;die eigene Gruppe&#8220; (innerhalb der man dann &#8222;gleich&#8220; ist) und &#8222;die anderen&#8220; (die eben dann automatisch <em>nicht</em> gleich sind) ist immer noch Usus.</p>
	<p>Mit der Frauenbewegung und deren Errungenschaften wird diese Unterteilung so langsam aber aufgeweicht: Frauen drängen immer mehr in &#8222;Männerberufe&#8220;, verhalten sich immer &#8222;unweiblicher&#8220; &#8211; die Grenze zwischen &#8222;wir&#8220; und &#8222;die anderen&#8220; ist nicht mehr ganz so starr und deutlich, wie das mal der Fall war. Und dann müssen diejenigen Männer, die sich so sehr mit dem patriarchalen Mythos vom starken, überlegenen Geschlecht identifizieren, diese patriarchale Ordnung massiv verteidigen, damit ihr Weltbild nicht zusammenbricht. Wenn nötig auch mit Gewalt. Wie Armin F.</p>
	<p>Mir ist klar, daß ich diesen Fall hier wahrscheinlich überanalysiere und zig Aspekte hier wirr durcheinanderwürfle. Aber Rape Culture ist wie ein riesen Puzzle mit unendlich vielen Puzzlestücken, von denen jedes Teil unseres Alltags und Selbstverständnisses ist. Es sind so viele, daß der Versuch, sie zu ordnen, fast unmöglich ist, will man nicht mehrbändige Bücher darüber schreiben.</p>
	<p>Dennoch: Armin H.s Satz trifft nunmal so schön den Nagel auf den Kopf. <strong>Denn ein zentrales Ziel, die Rape Culture zu bekämpfen, muß sein, genau dieses Bedürfnis, <em>&#8222;den Frauen überlegen sein&#8220;</em>, auszulöschen.</strong></p>
	<p>_________________</p>
	<p>Via <a href="http://realityrags.blogsport.de/2013/05/06/menstruationshuetten-misogynie-in-butch-communities-the-grrrl-gang-sewing-project/">Reality Rags</a>, Bild via <a href="http://femamom.com/2013/01/14/dont-play-the-tomato-tomahto-game-with-the-steubenville-rape-all-rape-is-brutal/">Femamom</a>.
</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Theorie und mehr im Mai</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/05/05/theorie-und-mehr-im-mai/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 19:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pia</dc:creator>
		
	<category>netzwelt</category>
	<category>feminismus</category>
	<category>sexismus</category>
	<category>theorie</category>
	<category>kapitalismus</category>
		<guid>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/05/05/theorie-und-mehr-im-mai/</guid>
		<description><![CDATA[	Da unsere Termine-Seite sich inzwischen eher auf regelmäßige Events spezialisiert hat, gibt es jetzt mal wieder hier ein paar queere und feministische Veranstaltungstipps für das kommende Wochenende und danach:
	Zum vierten Mal startet dieses Jahr vom 9. bis 12. Mai das GenderCamp in Hüll bei Hamburg, ein BarCamp rund um Feminismus, Queer, Gender und Netzkultur. 
	In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Da unsere Termine-Seite sich inzwischen eher auf regelmäßige Events spezialisiert hat, gibt es jetzt mal wieder hier ein paar queere und feministische Veranstaltungstipps für das kommende Wochenende und danach:</p>
	<p>Zum vierten Mal startet dieses Jahr vom 9. bis 12. Mai das <a href="http://www.gendercamp.de/" rel="external">GenderCamp</a> in Hüll bei Hamburg, ein BarCamp rund um Feminismus, Queer, Gender und Netzkultur. </p>
	<p>In Hamburg selbst geht es am Freitagabend (10.5.) beim &#8222;Aufstand aus der Küche&#8220; mit Silvia Federici um Reproduktionsarbeit aus feministisch-marxistischer Perspektive:</p>
	<p><a href="http://www.hamburg.rosalux.de/event/48424/aufstand-aus-der-kueche-1.html" rel="external"><img src="http://maedchenblog.blogsport.de/images/kuechenaufstand.png", maxwidth = 100%  alt="veranstaltungsflyer, für textversion bitte klicken" /></a></p>
	<p>Am selben Wochenende findet vom 10.-12. Mai  in Bonn das  <a href="http://queerfemfest.wordpress.com/" rel="external">Queer*Fem_fest &#8211; Kritische Tage zu den Geschlechterverhältnissen</a> mit einem spannenden Programm statt.</p>
	<p>In Weimar gibt es  16.05. bis zum 01.06.  die Veranstaltungsreihe zum <a href="http://queerweimar.blogsport.de/programm-in-der-woche-zum-idaho/" rel="external">Internationalen Tag gegen Homophobie &#8211; idaho</a>.  Dabei wird es unter anderem Filme, Vorträge, Diskussionen, Workshops, Büchertische und Live Musik geben.</p>
	<p>In Berlin schließlich hat das <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/programm/spielplan/2013-05/missy_magazine_there_is_more_than_meets_the_eye/364/" rel="external">Missy Magazin </a> für den 20. Mai unter dem Titel &#8220; There is more to sexism than meets the eye&#8220; mit Angela McRobbie, Nana Adusei-Poku, Anne Wizorek, Jasmin Mittag, Sookee und Margarita Tsomou eine illustre Runde zusammengestellt.
</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Femen, ruhe in Frieden</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/04/30/femen-ruhe-in-frieden/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 23:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>körper</category>
	<category>feminismus</category>
	<category>theorie</category>
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		<description><![CDATA[	Kontrovers waren die Femen ja schon immer. Aber ich muß ehrlich zugeben, daß die Femen-Aktionen eine Zeit lang ein bißchen Hoffnung nährten, hatten sie es doch erfolgreich geschafft, den Feminismus immer wieder in die Medien zu schubsen.
Aber dann kam die Aktion auf der Herbertstraße mit diesem unsäglichen &#8222;Arbeit macht frei&#8220;-Schild, immer mehr bescheuerte Aussagen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://maedchenblog.blogsport.de/2010/03/24/femen-ukrainische-girl-power/">Kontrovers</a> waren die Femen ja schon immer. Aber ich muß ehrlich zugeben, daß die Femen-Aktionen eine Zeit lang ein bißchen Hoffnung nährten, hatten sie es doch erfolgreich geschafft, den Feminismus immer wieder in die Medien zu schubsen.<br />
Aber dann kam die Aktion auf der Herbertstraße mit diesem unsäglichen &#8222;Arbeit macht frei&#8220;-Schild, immer mehr bescheuerte Aussagen und letztens ein dem gesamten Islam (inklusive der muslimischen Frauen, auch den feministischen) geltenden Rundumschlag. Und mit der Reaktion von Femen auf Kritik müßten die Damen eigentlich jetzt wirklich für viele gestorben sein.<br />
Wie sie generell mit Kritik umgehen, wußte man spätestens seit <a href="http://evibes.blogsport.de/2013/04/25/nein-nein-das-ist-nicht-der-feminismus/">ihrer Reaktion auf die Kritik von evibes</a>: mit unglaublichem Mangel an Reflektionsvermögen.<br />
Bei der <a href="http://www.taz.de/Muslimische-Frauen-gegen-Femen/!115330/">aktuellen Debatte wird an ihren Entgegnungen</a> eine Ignoranz, eine riesen Menge Paternalismus und, man möchte fast schon sagen, Größenwahn deutlich, daß sich einem die Fußnägel aufrollen:</p>
	<blockquote><p>Für Shevchenko ist sie wegen dieses Stück Stoffs eine Sklavin, die befreit gehört. „Das Kopftuch ist vergleichbar mit einem Konzentrationslager“, sagt die Aktivistin. „Nein“, entgegnet Ulusoy, ihre Verhüllung sei für sie als Kind zunächst „das Symbol des Erwachsenwerdens gewesen, heute unterstützt es meinen Charakter“. Außerdem sei es ja nicht an ihrem Kopf festgenagelt, sie könne es jederzeit hinterfragen. Also auch ablegen. „Solche Frauen hatten doch nie die Wahl. Sie kennen den Unterschied zwischen Freiheit und Unfreiheit nicht“, kritisiert die Femen-Aktivistin.</p></blockquote>
	<p>Wie anmaßend das ist und wie so eine Menge feministischer Aktivist_innen muslimischen Glaubens abgewatscht werden, wird in einem absolut lesenswerten Interview mit<a href="http://diestandard.at/1363709425894/Kuebra-Guemuesay-Nur-ein-Tamtam-machen-ist-zu-wenig"> Kübra Gümüsay</a> in dieStandard deutlich:</p>
	<blockquote><p>Wir brauchen natürlich AktivistInnen, die aufstehen und sagen &#8222;So geht das nicht!&#8220;. Ich würde bei den Femen-Protesten für Amina mitmachen, wenn ich wüsste, dass es tatsächlich um Inhalte geht. Aber sich vor eine Moschee der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft zu stellen, die überhaupt keinen Bezug zu Tunesien hat und die noch dazu in vielen islamischen Ländern verfolgt wird &#8211; das war für mich ein Signal, dass es weder um Inhalte geht, noch darum, effektiv und zielgerichtet Amina Tyler zu helfen. Es geht nur um ein Tamtam und Medienaufmerksamkeit.</p></blockquote>
	<p><a id="more-1487"></a><br />
Es gelten also nach wie vor <a href="http://evibes.blogsport.de/2013/01/29/offener-brief-an-femen-germany/">dieselben Kritikpunkte</a>, die evibes schon in ihrem offenen Brief an die Femen formuliert haben.</p>
	<p>Allerdings ist unbestreitbar, daß die Protest<em>form</em> an sich keine üble Idee ist. Femen haben ihrer (leider eher inhaltsleeren) Position regelmäßig einen Platz in der Presse und der öffentlichen Debatte erkämpft. Das ist viel wert. Denn die Welt ändert sich erst dann wirklich, wenn sich in den Köpfen etwas bewegt und verändert und dazu ist kaum etwas so geeignet wie die öffentliche Debatte.</p>
	<p>Nun haben Femen Nacktproteste ganz gewiß nicht erfunden. In Afrika haben sie <a href="http://www.okayafrica.com/2013/03/28/naked-prostest-bodies-that-matter-femen-african-history/">schon lange Tradition</a>, auch in den 70ern liefen Demonstrant_innen gerne unbekleidet durch die Gegend und bei Protesten gegen Studiengebühren vor einigen Jahren wurde auf dieselbe Art mehr Pressepräsenz erobert: sämtliche Nachrichtenmagazine garnierten ihre Berichte zu den Protesten mit immer neuen Bildern von Studentinnen, die oben ohne demonstrierten.<br />
Inzwischen scheinen aber die Femen diesen Sektor für sich zu beanspruchen. Hört man irgendwas von wegen &#8222;Nacktprotest&#8220;, denkt man gleich als erstes, daß das wohl eine Femenaktion war. Oder die Verbindung wird selbst hergestellt, um auf der Femen-Aufmerksamkeitswelle zu reiten: wie die männlichen französischen Demonstranten gegen die Homo-Ehe, <a href="http://rhizom.blogsport.eu/2013/04/27/hommen-oder-die-homophoben-68er/">die sich dann auch &#8222;Hommen&#8220; </a>nennen &#8211; ansonsten wären <em>männliche</em> nackte Oberkörper wohl auch kaum ein Aufreger.</p>
	<p>Und hat damit wahrscheinlich dann auch recht. Der Trick von Femen ist, daß sie nicht (mehr) nur irgendwelche irgendwelche Demonstrantinnen sind, die sich für ihr jeweiliges Ziel nackig machen. Sondern daß sie <em>die</em> Nacktprotestierer sind, deren Ziel zwar eingegrenzt ist (d. h. Feminismus, bzw. was sie darunter verstehen), aber eben sehr weit statt sich nur auf eine konkrete Gegebenheit zu beschränken. Damit sind die potentiellen Femen-Betätigungsfelder fast unbegrenzt und sie können mehr als nur einmalig, sondern <em>regelmäßig</em> eine gute Show bieten und auf ein Thema aufmerksam machen. Und so machen sie sich auch für die Presse zu beliebten regelmäßigen Gesprächspartnerinnen. Sie haben den Nacktprotest wirksam kultiviert.</p>
	<p>Nur dreht es sich inzwischen nicht mehr um die sowieso schon schwammigen bzw. auch zweifelhaften Inhalte, stattdessen wird Femen als Gruppe thematisiert. Skandalisierung, die von Thema abrückt. Es wird nicht mehr über Feminismus oder die Unterdrückung der Frau diskutiert. Es wird diskutiert, ob Femen doof sind oder nicht.<br />
Das durchaus legitime PR-Vehikel &#8222;weiblicher nackter Körper&#8220;, das ursprünglich dazu gedacht war, Inhalte in die Öffentlichkeit zu bringen ist nun sowohl der Presse als anscheinend auch den Femen wichtiger als die Inhalte. Die Femen scheinen sich selbst als Gruppe weitaus wichtiger zu nehmen als den feministischen Diskurs.</p>
	<p>Und genau deshalb funktioniert Femen nicht mehr. Femen taugt nur noch dazu, Diskussionen über Femen anzustoßen (was früher oder später langweilig werden wird und sie wohl irgendwann in der Bedeutungslosigkeit versinken werden).<br />
Sie taugen aber nicht mehr dazu, Diskussionen darüber anzustoßen, wie man die Unterdrückung von Frauen bekämpfen kann.<br />
Womit Femen sich überflüssig machen.</p>
	<p>Trotzdem wird sich wohl noch sehr lange Zeit nichts daran ändern, daß nackte Frauenkörper fast schon ein Garant für Berichterstattung und öffentliche Aufmerksamkeit sind. Dazu muß man noch nicht mal den Femen angehören und ein Blumenkränzchen oder militärischer Femen-Drill zur Vorbereitung sind eigentlich auch nicht nötig, um sich bei einer Aktion nackig zu machen.<br />
Und der Kern der Sache, nämlich eine im Grunde effektive Protestform, bei der der (eigene) weibliche Körper selbstgewählt zu einer Projektionsfläche für <em>politische</em> Inhalte wird statt, wie sonst in unserer Gesellschaft üblich, für sexuelle, das ist eigentlich nicht zu beanstanden. Zwar mag es einige Chauvis geben, denen die Schrift auf dem Oberkörper egal ist und anmerken, der Anblick hübscher nackter Frauen sei doch ganz nett &#8211; aber darauf einen runterholen wird sich kaum einer. Die Aktionen werden als politische Aktionen wahrgenommen, nicht als &#8222;Sexprotest&#8220;.<br />
Und zu ihren Anfangszeiten haben es Femen ja durchaus geschafft, daß viele Leute über den Prostitutionstourismus in der Ukraine diskutiert haben.</p>
	<p>Nur jetzt, da die Femen sich in einem großen medialen Echo sonnen können, glauben sie so sehr an ihre vermeintliche Wichtigkeit, daß sie vergessen, daß eigentlich nicht sie wichtig sind, sondern das, wofür sie eigentlich einstehen wollen.</p>
	<p>Vielleicht sollte man ihnen einfach das Heft aus der Hand nehmen. Vielleicht gibt&#8217;s demnächst eine Facebook-Gruppe, in der sich Feministinnen &#8222;Zurück zum Thema, Femen!&#8220; auf den Oberkörper schreiben, wer weiß.<br />
Utopisch, sicher: aber eine halbnackt protestierende Vielfalt von Feministinnen wäre mir lieber als eine homogene Gruppe, die sowohl das Nacktprotestieren als auch die Deutungshoheit über Feminismus und gar die Freiheit an sich reißt. Mir wäre auch eine nackte Anne Wizorek mit einem &#8222;Gegen Websexismus!&#8220;-Schriftzug überm Busen lieber. Oder von mir aus auch gern eine entblößte Alice Schwarzer mit einer &#8222;Für das Recht auf Abtreibung!&#8220;-Beschriftung (und DAS gäbe nun wirklich eine Debatte!). Die wären immerhin in der Lage, die zwangsläufig verkürzten Parolen hinterher fruchtbar im öffentlichen Diskurs wirklich zu erläutern und verdeutlichen. Hier bestünde auch kaum die Gefahr, daß sie ihr Anliegen beiseite schieben und sich stattdessen nur auf ihren Auftritt beschränken.</p>
	<p>Andererseits wird weiblicher Nacktprotest hierzulande inzwischen so eng mit den Femen und ihren unsäglichen Aussagen verknüpft, daß frau lieber instinktiv Abstand nimmt. Wer feministisch was bewegen will, möchte im Moment vielleicht nicht gerade mit den Femen assoziiert werden. Da wäre das Presseecho (dank Femen) dann vielleicht auch weniger im Sinne des transportierte Anliegens, sondern würde sich wohl eher auf die Protestform beschränken, nach dem Motto &#8222;Guckt mal, da sind schon wieder so barbusig protestierende Frauen unterwegs&#8220;.</p>
	<p>Trotz allem: es wäre schade, wenn man wegen einer Egotruppe wie Femen ein erwiesenermaßen noch recht effektives Mittel, Öffentlichkeit herzustellen, vollständig aus der Hand gäbe. Die &#8222;femen-istische&#8220; Grundidee müßte aufgegriffen und neu gestaltet werden. Und der Sommer naht ja so langsam &#8211; da wird das oben ohne rumlaufen auch viel angenehmer.</p>
	<p>_____________</p>
	<p>(Links via <a href="http://maedchenmannschaft.net/">Mädchenmannschaft</a> und <a href="http://realityrags.blogsport.de/">Reality Rags</a>)
</p>
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		<title>Bügelbrett vorm Kopf</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>die schirmherrin</dc:creator>
		
	<category>netzwelt</category>
	<category>geschlecht</category>
	<category>sexismus</category>
	<category>rassismus</category>
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		<description><![CDATA[	Hier eine erste kleine Zusammenfassung der Ereignisse um das &#8222;taz.lab&#8220;, den Ausraster von Deniz Yücel und die Reaktionen darauf.
	Was bisher geschah:
	Unter dem Titel „Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen“ sollte auf dem &#8222;taz.lab&#8220; am vergangenen Wochenende eine Podiumsdiskussion stattfinden. Als Gäste waren die Schriftstellerin Sharon Otoo, die Zeitungskolumnistin Mely Kiyak und der Titanic-Chefredakteur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><em>Hier eine erste kleine Zusammenfassung der Ereignisse um das &#8222;taz.lab&#8220;, den Ausraster von Deniz Yücel und die Reaktionen darauf.</em></p>
	<p><strong>Was bisher geschah:</strong></p>
	<p>Unter dem Titel „Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen“ sollte auf dem &#8222;taz.lab&#8220; am vergangenen Wochenende eine Podiumsdiskussion stattfinden. Als Gäste waren die Schriftstellerin Sharon Otoo, die Zeitungskolumnistin Mely Kiyak und der Titanic-Chefredakteur Leo Fischer eingeladen, moderiert werden sollte die Veranstaltung vom taz-Journalisten Deniz Yücel. Der aber wollte sich lieber profilieren und Menschen beleidigen.</p>
	<p>Aber lest selbst.</p>
	<p>Philipp Möcklinghoff spricht vom <a href="http://www.taz.de/Verbale-Diskriminierung/!114886/">&#8222;Krach um das N-Wort&#8220;</a> und Sula berichtet von ihren <a href="http://maedchenmannschaft.net/13jaehriger-schlaegt-vor-sag-doch-einfach-n-wort-deniz-yuecel-flippt-aus-impressionen-vom-tazlab/">&#8222;Impressionen&#8220; vom Geschehenen</a>.</p>
	<p>In seiner Kolumne rastet Yücel dann noch mal <a href="http://www.taz.de/!114947/">so richtig aus</a>, woraufhin<br />
accalmie dann doch mit etwas auffährt, was Yücel fehlt &#8211; <a href="http://maedchenmannschaft.net/buegeln-gehen-mit-deniz-yuecel/">echten Argumenten</a>, und das nicht zu knapp.</p>
	<p>Ach ja, und dann hat sich die taz-Chefredakteurin auch noch <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2013/04/25/debatte-taz-lab-ines-pohl-jan-feddersen/">irgendwie</a> halbherzig entschuldigt. </p>
	<p>Und was macht Yücel jetzt? </p>
	<p>Der trägt sein angeknackstes Ego in Form eines Bügeleisens und Bügelbrettes als Profil- bzw. Titelbild bei <a href="https://www.facebook.com/ilker.deniz.yucel">Facebook</a> zur Schau. Soll wohl irgendwie selbstironisch &#8211; mittelfingerzeigend &#8211; look how less I care &#8211; mäßig rüberkommen.<br />
Vor allem zeigt es aber, wie wenig da jemand gewillt ist, sein Verhalten zu reflektieren.</p>
	<p>Aber da kommt sicher noch was,<br />
also: dranbleiben!</p>
	<p>Edit:<br />
Auf taz.de schildert nun Sharon Otoo ihre <a href="http://www.taz.de/Eklat-bei-tazlab-Veranstaltung/!115381/">Eindrücke. </a></p>
	<blockquote><p>
Antirassismus kann doch nicht bedeuten, dass denen, die sowieso schon von Rassismus betroffen sind, noch mehr Leid zugefügt wird, sondern dass wir einander sorgfältig zuhören. Das wäre, in Deutschland, wirklich ein radikaler Akt.</p></blockquote>
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	</item>
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		<title>Abtreibungsfinanzierung in der Schweiz keine Privatsache!</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 13:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>kurz und knapp</category>
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		<description><![CDATA[	Die Initiative &#8222;Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache&#8220; wurde mit 130 zu 29 Stimmen im Schweizer Nationalrat abgelehnt.

In der Schweiz übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch. Dies wollte die christlich-konservative Initiative &#8222;Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache&#8220; ändern, die bei einer Abstimmung im Schweizer Nationalrat allerdings keine Chance hatte. Die Initiative wurde mit 130 zu 29 Stimmen (19 Enthaltungen) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<blockquote><p><a href="http://diestandard.at/1363708411609/Schweiz-Finanzierung-von-Abtreibung-keine-Privatsache">Die Initiative &#8222;Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache&#8220; wurde mit 130 zu 29 Stimmen im Schweizer Nationalrat abgelehnt.<br />
</a><br />
In der Schweiz übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch. Dies wollte die christlich-konservative Initiative &#8222;Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache&#8220; ändern, die bei einer Abstimmung im Schweizer Nationalrat allerdings keine Chance hatte. Die Initiative wurde mit 130 zu 29 Stimmen (19 Enthaltungen) abgelehnt.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>taste of witch blood</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/04/15/taste-of-witch-blood/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 21:36:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>patmin</dc:creator>
		
	<category>allgemein</category>
	<category>feminismus</category>
	<category>sexismus</category>
	<category>popkultur</category>
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		<description><![CDATA[	“We got the taste of blood – witch blood – and we haven’t stopped since.” Das ist die Quintessenz der Splatter-Adaption von Hänsel und Gretel, die ich mir vor Kurzem anschaute. Diese Aussage, die Inszenierung und der Verlauf der Geschichte regte mich auf, denn für mich propagieren sie bloß eines: Hexenverfolgung! Vernichtung von Frauen, Unterdrückung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>“We got the taste of blood – witch blood – and we haven’t stopped since.”</strong> Das ist die Quintessenz der Splatter-Adaption von Hänsel und Gretel, die ich mir vor Kurzem anschaute. Diese Aussage, die Inszenierung und der Verlauf der Geschichte regte mich auf, denn für mich propagieren sie bloß eines: <strong>Hexenverfolgung! Vernichtung von Frauen, Unterdrückung weiblicher Freiheit und Stärke und Stärkung patriachaler Strukturen; und folglich auch in heutigem Kontext Verdrängung des Feminismus durch Verteufelung ihrer Errungenschaften.</strong></p>
	<p><a id="more-1484"></a>Lassen wir die These mal stehen und fangen wir beim Auslöser dieser Gedanken an: In dem letzten Jahr wurden unsere Kinos von Verfilmungen der Kinder- und Hausmärchen (KHM) von den Gebrüdern Grimm nahezu überflutet. Zuerst Schneewittchen, dessen inhaltliches Ziel mit Eliminieren der bösen Stiefmutter aka Hexe zusammenfassen zu wäre. Obwohl die Stiefmutter einen Wandel zur hexenhaften, evil queen vollzog, bleiben ihr auch in den Verfilmungen der Schönheitswahn und die Machtgier als charakteristische Merkmale.<br />
Klar und einfach ist immer noch <strong>die Trennung von Gut und Böse und dem finalen Sieg des Guten über das Böse</strong>. Dies funktioniert in den KHM ebenso eindrucksvoll wie in den heutigen Mären der Hollywood-Filme und noch besser in Blockbuster-Märchen. In den Märchen der Grimmschen Sammlung ist das Böse oft weiblich und als nationale Eigenheit eine Hexe. Erst durch ihre Vernichtung wird die bürgerliche Ordnung wieder hergestellt. Die Dualität von Gut und Böse findet sich auch im Frauenbild der Märchen, welches auf mythologische Wurzeln zurückgreifen kann. Denn hier stehen sich <strong>zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften der Frauen gegenüber: Sinnlichkeit, Leidenschaft, Sexualität und Mütterlichkeit, Bescheidenheit, Folgsamkeit.</strong><br />
Diese Gegensätzlichkeit findet sich überraschender Weise auch in der filmischen Neubearbeitung, denn den Hexen der schwarzen stehen die der weißen Magie, u.a. Gretel, gegenüber. Im Kontrast zu den bösen Frauen sind diese — ähnlich der Eva — dem dominanten Mann, Hänsel, willig ergeben und aufopfernd. So tritt die Magie als Unterscheidungskriterium zurück und über bleiben die Boshaftigkeit, Wissen, Machtgier, Verlockung und weibliche Unabhängigkeit als Eigenschaften des Bösen. Entzieht man dieses weibliche Streben nach Macht und Unabhängigkeit seinem märchenhaften Kontext, eröffnet sich ein Parallele zur feministischen Emanzipation und auf einmal ist alles nicht mehr so fiktiv und gewinnt an Aktualität.</p>
	<p>Heute blicken wir auf eine feministische Entwicklung zurück, die gegen diese Diskriminierungen und Rollenbilder ankämpfte und in westlichen Kulturen meiner Meinung nach (nahezu) eine Gleichstellung der beiden Geschlechter erreichte. Etwas vermessen würde ich behaupten die westliche Gesellschaft ist am Höhepunkt dieser Emanzipation angelangt. Die <strong>heutigen Tendenzen wirken für mich eher rückläufig</strong>: Die feministischen Forderungen werden zunehmend abstrakter, in Diskussionen ins Lächerliche gezogen, wie zum Beispiel das generische Femininum, oder als Fehlentwicklung abgetan, wie Karrieremütter, Vorgesetzten oder Quotenfrauen. Über Medien vermittelte Rollenbilder, z.B. in Topmodel-Serien, und die Modezwänge werden immer konservativer und frauenfeindlicher. Gestern war ich zum Beispiel auf einer Party und war erschrocken, als frisch-operierte Barbies in masochistisch-hohen Schuhen und Porno-Kleidchen vorbei wackelten (und nicht falsch verstehen ich trage selbst hin und wieder gern sexy Kleider und Stilettos). Außerdem diskutiert man mehr eine Re-Emanzipation der verlorenen Männlichkeit — weg vom Metrosexuellen zum Nerd, Moustache und karierten Hemden.<br />
So komme ich nun auch auf meine Grundthese zurück und stelle fest, dass die Wiederaufnahme des Hassbildes der Hexe die emanzipierten Frauen mit all ihrer Intelligenz, Macht, Freiheit und ihrem Selbstbewusstsein angreifen. So wurde aktuell vor einer Woche die verstorbene Margaret Thatcher als <em>wicked witch</em> aus Zauberer von Oz in einem Youtube-Video <!--more--><!--more-->dargestellt. Diese <strong>Filme wiederholen, was der Religion und Gesellschaft bisher nicht vollständig gelang, die Diskriminierung dieser Frauen und Protektion des konservativen Frauenbildes. </strong><br />
Natürlich kann man einwerfen, dass diese Blockbuster  in erster Linie — und wahrscheinlich auch einziger — Geld bringen sollen, und das tun sie auch. Doch ob absichtlich gewollt oder nicht, bergen sie eine Gefahr: Denn wie bereits bei den KHM und deren Adaptionen werden <strong>unterbewusst alte Klischees bestätigt und Hassbilder des kulturellen Gedächtnisses durch leicht-verständliche, bekannte Formen und Inhalte wieder aufgebaut</strong>.</p>
	<p>Abgesehen von einzelnen <strong>positiven Veränderung</strong> des heutigen Hexenbild, muss ich doch zusammenfassend ein negatives Bild zeichnen:<br />
<strong>Die Hexendarstellung in den populären Filmen und Serien der letzten Jahre sind von einem Kampf um Gut gegen Böse, Konvention gegen Emanzipation geprägt. Mit einem klaren Sieg der patriarchalen Konvention! Klischées werden aktualisiert und den bluttriefenden Wurzeln entfremdet, doch letztlich bleibt das Hassbild der Hexe bestehen und wirkt weiterhin auf unsere Gesellschaft ein. </strong><br />
(Näheres findest du unter <a href="http://www.patmin.blog.com">patmin.blog.com</a>)
</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Roooosa</title>
		<link>http://maedchenblog.blogsport.de/2013/04/10/roooosa/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 14:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dodo</dc:creator>
		
	<category>allgemein</category>
	<category>geschlecht</category>
	<category>mode</category>
	<category>theorie</category>
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		<description><![CDATA[	
Charlott hat sich auf der Mädchenmannschaft Gedanken über das &#8222;Phänomen Pink&#8220; gemacht.
Das hat auch mich zum Überlegen  gebracht &#8211; wie war das bei mir? In meiner Kindheit/Jugend in den 80ern/90ern war die Farbe definitiv uncool. Sogar die Barbiehäuser und -utensilien tendierten immer mehr zu babyblau. Von den genähten Tüllröckchen für die Mutter-Kind-Turnen-Aufführung wollte keins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img src="http://maedchenblog.blogsport.de/images/pinkRiotGrrrlherz.png" alt="Pink Grrrl Heart" align="left"/><br />
Charlott hat sich auf der Mädchenmannschaft <a href="http://maedchenmannschaft.net/pretty-in-pink/">Gedanken über das &#8222;Phänomen Pink&#8220;</a> gemacht.<br />
Das hat auch mich zum Überlegen  gebracht &#8211; wie war das bei mir? In meiner Kindheit/Jugend in den 80ern/90ern war die Farbe definitiv uncool. Sogar die Barbiehäuser und -utensilien tendierten immer mehr zu babyblau. Von den genähten Tüllröckchen für die Mutter-Kind-Turnen-Aufführung wollte keins der Kinder das rosafarbene haben. In pink gekleidete Leute erweckten irgendwie immer den Eindruck, sie seien kindisch-kitschig. Und wer einen großen Bruder hatte (wie ich), dem ist die Kritik an der Farbe rosa erst  recht noch entgegengeschlagen.<br />
Auch ansonsten war ich nicht sonderlich begeistert von dieser Farbe &#8211; im Kindergarten hatte ich mir in den Kopf gesetzt, im Fasching als Burgfräulein zu gehen (in meiner Vorstellung war das sozusagen die weibliche Form eines Ritters, nur mit hübscherem Gewand &#8211; Prinzessin wollte ich nämlich auf keinen Fall sein!) und da einem in den einschlägigen Geschäften bei Mädchenkostümen das Rosa nur so entgegenschlug, mußte die Oma ran, die mir dann extra ein Kleid geschneidert hat. Eins, das nicht rosa war.<br />
Auch in meinem gesamten Umfeld war keine_r auch nur im leisesten verdächtig, diese Farbe zu mögen. Pink war eine &#8222;Un-Farbe&#8220; irgendwie. Sogar in typischen Mädchenpublikationen wie &#8222;Wendy&#8220; war rosa und Mädchenkitsch ein absolutes No-Go.<br />
Als 14-jähriger Teenie hab ich mich persönlich irgendwie angefreundet mit dieser Frabe. Gerade wegen der Klischees, die dran hingen, war das Potential groß, den Spieß umzudrehen.<a id="more-1483"></a><br />
Courtney Love war hier eine wichtige Inspiration. Sie nahm den rosa Kleidchen-Puppenstil und verwandelte ihn in einen anarchisch-verratzen Riot-Stil. So hatte ich die Verwendung der Farbe noch nie gesehen. Die ironische Verwendung einer unbeliebten Klischeefarbe! Herrlich!<br />
Das resultierte dann darin, daß die verratzen Grungehosen mit Omas rosa Spitzeblüschen kombiniert wurden, etc. Das absolute Kleidungsstück entdeckte ich in einem Laden, der hauptsächlich so Raverklamotten á la Love Parade verkaufte. Dort sah ich meine neue Liebe, für die ich doch tatsächlich 200 DM ausgab: ein Monster von einem rosa Plüschmantel.<br />
Ich liebte dieses Teil. Es war perfekt für einen Teenager mit Revolutionsbedürfnis und dem Hang zu schockieren. Und das hat auch wunderschön funktioniert: man konnte damit nämlich ALLEN ans Bein pinkeln, ALLE haben sich von diesem Mantel irgendwie provoziert gefühlt: die Spießer, die Punks, die Hippies, alle. Mission erfüllt!<br />
Was mir, die ich mich bis dahin von allem, was rosa oder irgendwie &#8222;mädchenhaft&#8220; war, weeeeit distanziert hat, irgendwie einen gewissen Frieden mit der Farbe rosa oder &#8222;Mädchenkram&#8220; gegeben hat. Die Erkenntnis, daß sich mit diesem Kram eben auch was cooles anfangen läßt, nur mußte man es eben anders benutzen, als die Klischeewelt es von einem erwartet. Ich entdeckte gerade die &#8222;Mädchenseite&#8220; der coolen Welt! Nicht nur über Rosa, sondern auch RiotGrrrl und, und, und. Ich entdeckte die Tatsache, daß auch Mädchen/Frauen und deren spezifischen Belange durchaus dieselbe Coolness und Wichtigkeit hatten, wenn auch in gewisser anarchischer Form, die dem Mainstream à la Spice Girls nicht entsprach. Daß man diese Farbe, die bisher nur dazu benutzt wurde, Genderrollen festzuschreiben, auch anders verwendet werden konnte!<br />
Eine Freundin sagte damals, daß man einfach nicht erwartet, daß jemand wie ich in so einem pinken Monsterplüschmante steckt. Man erwartete eher einen Raver Emma Bunton-Style mit der Aussage &#8222;Ich bin so süß, rosa, kuschlig und harmlos&#8220;. Und anscheinend war es irritierend, daß jemand anderes da drin steckt, bestückt mit Nieten, verrupften Hosen und Grufti-Wave-Make-Up. Irritation? Yes! Genau das, was ich wollte!<br />
Und auch, als der Mantel nicht mehr passte (lustigerweise war ich allein durch dieses Kleidungsstück schulbekannt, auch noch, als mein Abi ne ganze Weile hinter mir lag&#8230;), hab ich diesen Stil eine ganze Weile weitergeführt. Nicht mehr so auffällig, wie ein gigantischer rosa Plüschmantel. Aber das klassische Grunge-Punk-Outfit wurde immer noch regelmäßig mit &#8222;Mädchensachen&#8220; kombiniert. Von rosa Plastikblümchen über rosa Totenköpfen und was einem sonst noch einfiel.<br />
Was mir daran gefiel, war die Ironie. In die eher männlich konzipierte Alternativszene was aggressiv weibliches reinzuschmuggeln. Und das &#8222;Frauen/Mädchenbild&#8220; etwas durcheinanderbringen: statt den &#8222;männlichen&#8220; Kodex (verranzte Jeans, weite Band-T-Shirts, Flanellhemd) nachzuahmen und dabei alles, was &#8222;weiblich&#8220; (=uncool)  war möglichst weit weg zu halten, gefiel es mir, gerade diese weiblich konnotierten Dinge provozierend miteinzubeziehen. Zu Zeigen, daß hinter rosa Püppchen mehr steckt, als das, was ihm gemeinhin zustand!!<br />
Aber all good things have endings&#8230; Irgendwann wurde ein Trend draus. Auf einmal wurden überall &#8222;süße rosa Punksachen für Mädchen&#8220; verkauft. Ballerinas und Haarspängchen mit rosa Totenköpfen überschwemmten alles. Ramones-Taschen wurden im H&#038;M verkauft und ein punkig-alternativer Kleidungsstil garniert mit &#8222;Niedlichem&#8220;, am besten in Rosa.<br />
Da wollt ich dann nicht mehr mitmachen. Die ganze Ironie war verloren, man konnte nicht mehr sarkastisch-provozierend pink tragen, weil&#8217;s ja jetzt Mainstream war. Meine subversive Teenie-Taktik war jetzt fürn Arsch. Mit der Punk-Rosa-Kombination konnte man nun niemanden mehr schockieren, irritieren, oder zu Denken bewegen.<br />
Es war eher so, wie wenn der Markt entdeckt hatte, daß sich auch immer mehr Mädels für eher alternative Szenen und deren Kleidungsstil interessierten &#8211; und da Mädchen/Frauen ja gerade im Bekleidungssektor eine große Einnahmequelle darstellen, ja, dann versorgt man sie eben auch mit &#8222;Alternativklamotten&#8220;, und zwar &#8222;mädchengerecht&#8220; mit rosa und Schleifchen und allem Rosa-Mädchenkitsch. So nach dem Motto: jetzt, wo wir das alles &#8222;Mädchengerecht&#8220; gestalten, &#8222;dürft&#8220; ihr auch zu den Coolen/Alternativen/wasweißich gehören.<br />
Und das war so gar nicht, was ich mir unter der Verwendung von Rosa vorgestellt habe. Sämtliche augenzwinkernde Ironie dieser Farbe war nun am Arsch. Der Mainstream hat meine diesbezügliche kleine Teenierevolution regelrecht versaut.<br />
Und rosa war nun überall. Fiel gar nicht mehr auf.<br />
Ich hab mich davon irgendwie distanziert. Ein Rosa-Hass à la <a href="http://pinkstinks.de/">Pink Stinks</a> ist nicht daraus geworden. Klar trag ich immer noch irgendwas mit rosa, wenn&#8217;s mir grad in den Kram paßt. Ich hab mit der Farbe Frieden geschlossen und irgendwie mag ich sie noch immer sehr.<br />
Andererseits ist das eben auch Luxus. Liegt wohl an meiner Generation &#8211; als Kind wurden wir weitaus nicht so dermaßen Hardcore mit Pink bombadiert wie die heutigen Kinder (Stichwort <a href="http://www.rosareloaded.de/barbie-haus-linksjugend-legt-den-finger-in-die-wunde/">Barbiehaus am Alex</a>). Meine Kinderbücher waren Trixie Belden, die rote Zora und ähnliches. Aber wie ist es, wenn man stattdessen als Kind schon mit Prinzessin Lillifee aufwächst? Einem &#8222;hübschen Mädchen&#8220;-Klischeebild, das sich nicht dreckig macht und &#8211; wenn man ehrlich ist &#8211; nicht wirklich irgendwas erlebt. Wer als Kind solche &#8222;Heldinnen&#8220; präsentiert kriegt, hat wohl auch automatisch einen anderen Bezug zu rosa. Es ist nun keine Farbe mehr, mit der man als Mädchen  irgendwie subversiv-kreativ gestalten kann. Alle Konnotationen zu &#8222;rosa&#8220; sind nun fremdbestimmt. Es ist nun schwer diese Farbe zu benutzen, ohne irgendwann bei Lillifee und Konsorten zu landen. Anscheinend hat fast jedes kleine Mädchen irgendwann eine Rosa-Phase, was man so hört und liest. Und mir alter Kuh kommt das alles irgendwie fremd und irrsinnig vor..<br />
Aber wer weiß. Vielleicht steht irgendwann eine neue Courtney Love auf der Bühne im Lillifeekostüm und brüllt radikalfeministische Texte ins Mikro.
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