mädchenblog 2014-09-22T09:42:11Z Copyright 2014 WordPress dodo <![CDATA[Tschüs Piraten]]> http://maedchenblog.blogsport.de/2014/09/22/tschues-piraten/ 2014-09-22T09:41:18Z 2014-09-22T09:41:18Z kurz und knapp Anke Domscheit-Berg tritt bei den Piraten aus, u.a. deshalb:

Ich bin es überdrüssig, als Feministin angegriffen und beleidigt zu werden, oder solche Angriffe gegen andere mitzuerleben. Ich habe keine Lust mehr, #feminazi, #genderistin und #karrieregeil genannt und für den Niedergang der Partei verantwortlich gemacht zu werden. Das immer wieder kehrende Störfeuer, ich würde mich sogar an der Partei bereichern, ist absurd lächerlich, da offenbar diejenigen, die so reden keine Ahnung davon haben, wieviel eigene Zeit und privates Geld wir eingesetzt haben. Ich finde es jedes Mal unfassbar, dass es immer wieder Piraten gibt, die den Begriff “Piratin” als satzungswidrig bezeichnen, die von #postgender reden, Diskriminierung leugnen und eine erschütternde Toleranz gegenüber Sexismus an den Tag legen.

]]>
dodo <![CDATA[BMI-Polemik]]> http://maedchenblog.blogsport.de/?p=1560 2014-09-20T00:24:11Z 2014-09-20T00:24:11Z allgemein körper feminismus sexismus fun theorie maskulisten Die Mädchenmannschaft hat vor der Sommerpause einen Text veröffentlicht, den ich hier unbedingt noch kommentieren muß, da er in mir hauptsächlich zwei Dinge getriggert hat.
Zunächst einmal mein zukünftiges Dasein als Magda- Fangirl.
Daher erst mal:

Liebe Magda,

Super Text! Deine (bitte entschuldige den Ausruck:) arschgeile Selbstironie ist ein derart charmanter Mittelfinger, ich möcht Dich knutschen!
dodo

Man sollte jetzt meinen, dafür braucht’s keinen Blogeintrag hier, da hätt auch die MM-Kommentarspalte gelangt – aaaaber hier fängt das Dilemma an:

Denn zum zweiten waffnet man sich nach dem Lesen des Textes innerlich mit einer gesunden Portion bösem Humor, bevor man die vorherigen Kommentare lesen möchte – kennt man ja, was da zuweilen kommt (gerade bei diesem Thema!), aber um nicht was zu schreiben, das schon 454564 Mal dasteht und die Moderation hier auch relativ streng… nungut.
Da aber Magdas (Selbst-) Ironie ganz schön abfärbt, hab ich mich dann doch etwas hineingesteigert im Folgenden und irgendwann war das wohl auch der Mädchenmannschafts-Moderationsschleife nicht mehr so ganz zuzumuten… daher mein Kommentar hier, nach dem Klick.
Achtung, Dumpfbacken-Triggerwarnung.


Interessant, wie eher die Schönheitsindustrie das Gesundheitsbild beeinflußt und nicht andersrum! Also: Nicht ein gesunder Körper gilt als ’schön‘, sondern ein ’schöner‘ Körper gilt als gesund (und den Faktor ‚Psyche‘/’seelische Gesundheit‘ und die jeweilige Gewichtung haben wir da noch gar nicht mal mit drin). Aber hey, Logik…
Nicht, daß da womöglich einer einen individuellen Geschmack entwickelt, na das wollmer doch nicht! Soooo wichtig ist die Gesundheit ja nu auch nicht! Für was gibt’s Diäten und Ärzte und Ernährungsberater, die richten das dann schon.
Monokulturen sind schließlich die absoluten Evolutionsgewinner und ‚das rechte Maß‘ gefälligst der Durchschnitt!
Sonst weiß man ja gar nicht mehr, was für Gestalten einem da auf der Straße begegnen – nachher greifen die schwulasozial-linkssatanistischen Lobbymedien, die ganz Bösen also, das noch auf und man wird als Normaler, also Gesunder (nein ich gendere grad nicht! ;) ) „gezwungen“, solche Wilden Fetten, äääähhhhm Ungesunden allabendlich in der Glotze zu sehen!
UND WAS IST MIT DEN KINDERN???!!!??EINSELF! nur mal so…
Die sehen das und denken die sind normal und wollen dann nur noch Marsriegel essen, ja und dann hamwer den Salat! Also eben nicht.
Auf jeden Fall ist der Untergang des germanischen Volkes ganz arg nah.

UND WER IST WIEDER MAL DRAN SCHULD????
Die Weiber! Die fetten Weiber natürlich, weil die müssen ja Fis-Feminist_innen ™ (höhöhöhö) werden, weil schöne, also geistig gesunde (weil wer würde eine Frau schon als normal bezeichnen, die NICHT diäten will, um Männern zu gefallen? Eben.) würden nie auf solch abartige Ideen kommen. Also gesund sollen diese Ideen ja bestimmt nicht sein, hab ich gehört/irgendwo im Netz gelesen/“google das mal“/*irgendwasmitevolution*!!!!!!!
Behaaarte Beine/Muschis/… hamse bestimmt auch (früher durfte man das ja noch wissenschaftlich korrekt „Vagina Dentata“ nennen, aber die Meinungsmafia ™ will es ja politisch korrekt. Gehirnwäsche! Überwachung! Roswell! Roswell! Wie im Kommunismus! Müssen linksextreme Anarchomoslematheisten (also die eigentlichen ‚Nazis‘ !) sein… diese armen Irren…

Aha!
Also wohl LÄSPEN (also ganz bestimmt nicht normal)!
iiiihdiemüsstenjanurmalrichtig…aber wer will die schon.
(Hier kommt jetzt der blöde Spruch von wegen „Flagge drüber und fürs Vaterland“. Also jetzt aber nicht die türkische Flagge oder so gell, höhö, zwinker, etc. pp…)

Die muß man doch irgendwie fertigmachen können, Normale wie wir1 – der FachMANN (gebildete Rhetoriker wissen natürlich, daß nichts überzeugender ist als die gerade in der ‚Netzgemeinde‘ angesagten Wortwitz-Floskeln! Gute Orientierung bieten beispielsweise zahlreiche Onlineangebote, von der FFHLVkP2, oft als ‚Maskulisten-Bravo‘ verleumdete Onlineangebote für den aufgeklärten Herren von heute) muß da ran!

Warum man dann nicht dort kommentiert, sondern auf genau den Plattformen, die gendern und so Kram? Kampf gegen „das Böse (TM)“, mit dem, was man gerade „(auswendig) gelernt“ hat (also jetzt nicht auf Wikipedia, die sind ja von Linksradikalfeministen unterwandert oder so).
Nunja, manche „Argumente“ sind abgeschliffen, kann man nicht mehr verwenden, da kommen die einem mit Fakten und wollen Belege, die nicht von kath.net kommen!
Die wollen einfach nicht diskutieren.
Egal.
Die Parolen hat man nun gelernt, jetzt werden sie auch angewendet.
Auf zu den Kommentarspalten!
Der Kampf gegen die fetten Weiber geht weiter!!

  1. Meistbenutzter Euphemismus: „gesunder Menschen-“" oder (sddt.) „Hausverstand“ [zurück]
  2. „Feministisch-Fett-Haarig-Lesbisch-Verwirrend -kurzum-Pöhse“ e. V. [zurück]
]]>
dodo <![CDATA[Bitte um Aufklärung]]> http://maedchenblog.blogsport.de/?p=1566 2014-09-19T23:20:04Z 2014-09-19T23:20:04Z kurz und knapp
Die niedersächsischen Schüler_innen bestehen darauf, daß „Sexuelle Vielfalt“ im Zuge der Sexualkunde-Reform fester Bestandteil des Aufklärungsunterrichts wird.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock allerdings äußerte Bedenken – vor allem darüber, die Schüler_innen mit Homosexuellen unbeaufsichtigt zu lassen. Worauf die Schüler_innen die Niederlegung ihres Mandats forderten.

]]>
dodo <![CDATA[Es heißt „Gender Studies“. Nicht Genderwahn. Vielen Dank.]]> http://maedchenblog.blogsport.de/?p=1565 2014-09-15T16:52:31Z 2014-09-15T16:52:31Z allgemein feminismus geschlecht sexismus theorie maskulisten
(Bild von Erika Moen)

Top-Favorit für das Unwort des Jahres: „Genderwahn“.
Was immer das sein soll, es scheint die Leute zu beschäftigen. Persönlich würde ich es als „Angst vor Emanzipation von überalterten Geschlechterrollen“ bezeichnen, aber das ist nur so grob geraten. Um eine anständige Definition sollen sich Leute vom Fach kümmern, die haben da mehr Ahnung.
Keine Ahnung. Soziologen. Oder die netten Menschen von den Gender Studies.

Die haben nur zur Zeit anderes zu tun. Nämlich die irritierten Menschen im „Genderwahn“ zu beruhigen. Es scheint nötig zu sein (irgendwie krass, aber egal), die Gesellschaft dran zu erinnern: „Ey, ganz ruhig, wir sind harmlos. Wir wollen eigentlich nur in Ruhe forschen und denken (was unter dem derzeitigen Stress ja auch nicht einfach ist…). Und wenn wir Ergebnisse haben, teilen wir sie Euch mit. Das ist alles. Das ist unser Job.
Zu kontrollieren, was die Politik, die Presse, die Gesellschaft mit diesen Ergebnissen anstellt – ist nicht unser Job.“
Naja, das ist jetzt so aus dem Ärmel geschüttelt. Die Leutz vom Fach haben das natürlich eleganter formuliert.

Beispielsweise die deutsche Gesellschaft für Soziologie:

Die DGS erklärt den angegriffenen Kolleginnen und Kollegen ihre ausdrückliche Solidarität, ebenso wie allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich derzeit rassistischen, homophoben und sexistischen Angriffen ausgesetzt sehen. Hasskampagnen stellen nicht nur eine schwerwiegende Zumutung für die einzelnen Kollegen und Kolleginnen dar. Sie verunmöglichen zudem eine zivilisierte, öffentliche Debatte über gesellschaftlich relevante Themen.

Oder auch die Fachgesellschaft Geschlechterstudien:

Es geht hier also nicht um die Diskussion von unterschiedlichen Thesen, die Wissenschaftlichkeit
ja gerade auszeichnet, sondern um die explizite Schädigung von Wissenschaft und Universität als Ort eines unbedingten Fragens und Verhandelns von Wirklichkeit, als Teil einer demokratischen, gerade dem
Nichtanerkannten und Prekären verpflichteten Gesellschaft. Dieser Gestus ist
Bestandteil eines aggressiven Anti – Feminismus bzw. Sexismus, welcher sich zurzeit in der öffentlichen Debatte über Gleichstellung und Vielfalt Gehör verschaffen möchte.

Hach, wie schön, daß es Profis gibt, die sich deutlich ausdrücken können.
Kann man auch ausdrucken und als Flyer verteilen, wer weiß, vielleicht hilft’s gegen den „Genderwahn“?

Also: ganz ruhig. Laßt die mal in Ruhe machen. Die sind harmlos, versprochen.
Einfach nicht stressen. Das sind auch nur Menschen, und Menschen machen Fehler. Insbesondere gestresste Menschen machen Fehler. Nicht gut. Wir haben schon genug seltsam-realitätsferne Statistiken und Theorien, gerade im Bereich Gender, ich glaub, da sind wir uns alle einig!
Ich hab so das Gefühl, wenn man die Genderwissenschaftler_innen mal in Ruhe ließe, könnten sie in Frieden gründlich arbeiten, solidere Ergebnisse erzielen, ihre Fehler korrigieren, etc. pp …
Ernsthaft: jetzt müssen sich die Gender-Denker_innen mit eigentlich unwichtigem Blödsinn auseinandersetzen, statt ihren Job zu erledigen. Statt Geschlechterrollen zu erforschen müssen sie erstmal die Trollherde überdenken, die auf sie zurennt und nervt.
Ich mein, so ne Trollstatistik ist ja echt nett, hab ich gern gelesen, aber ich fänd’s besser, wenn solche Menschen Zeit hätten, sich mit was anderem zu beschäftigen. „Wie kriegt man ein faires, geschlechtergerechtes Scheidungsrecht hin?“ zum Beispiel. Oder die Kitasache. Mutterschutz und Väterzeit angleichen, sowas. Gedöns halt.

Also: keine Angst, das sind nur Wissenschaftler_innen, fast schon Theoretiker_innen eigentlich. Die denken nur, das ist ihr Job, und der ist wichtig.
Und wenn ihr keinen Bock habt, Euch mit „Gender“ zu beschäftigen – ist okay. Müßt Ihr nicht, machen andere für Euch. Und das machen die gern, das ist ihr Job.

Fazit: eigentlich alles gut.

Peace!

]]>
dodo <![CDATA[Gamerszene – wer den Mund aufmacht, wird bedroht?]]> http://maedchenblog.blogsport.de/2014/09/02/gamerszene-wer-den-mund-aufmacht-wird-bedroht/ 2014-09-02T10:47:43Z 2014-09-02T10:47:43Z kurz und knapp Die feministische Videospielkritikerin Anita Sarkeesian wird mit immer schwereren Drohungen bedacht.

]]>
nummer.drei <![CDATA[Logo-Wettbewerb für www.meingeschlecht.de]]> http://maedchenblog.blogsport.de/2014/08/25/logo-wettbewerb-fuer-www-meingeschlecht-de/ 2014-08-25T16:53:00Z 2014-08-25T16:53:00Z allgemein gefunden netzwelt geschlecht Per Email erreicht uns folgendes:

Liebe transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und genderqueere Jugendliche bis 27 Jahren,

euer Portal www.meingeschlecht.de braucht noch ein Logo. Jetzt seid ihr gefragt: Schickt uns eure Ideen, Entwürfe, Zeichnungen, kurz: euer LOGO für www.meingeschlecht.de

Und das ist euer Preis:

– alle eingesendeten Logos werden auf der Webseite in einer Galerie präsentiert

– auf Facebook habt ihr dann die Möglichkeit für euer Lieblingslogo zu stimmen; dadurch sehen wir, welche Logos euch am besten gefallen
– das Gewinner_innen-Logo wird zur Grundlage für das Logo von www.meingeschlecht.de („Grundlage“, weil wir es eventuell noch an die technischen Möglichkeiten des Web anpassen müssen)
– das Team/die Person, die das Gewinner_innen-Logo gestaltet hat, bekommt einen Überraschungspreis

Sendet eure Logos an info [ät] meingeschlecht [dot] de, Betreff: Logo für www.meingeschlecht.de, Deadline für eure Einsendungen ist der 30. September 2014.
Ihr könnt euer Logo anonym einsenden oder schreibt uns einfach, wie wir euch/dich nennen sollen. Kontakt können wir ja dann mit euch per Email aufnehmen.

Wir freuen uns auf eure Einsendungen!
Euer Team von www.meingeschlecht.de

]]>
dodo <![CDATA[It’s bad for you but buy it!!]]> http://maedchenblog.blogsport.de/2014/08/13/its-bad-for-you-but-buy-it/ 2014-08-13T17:00:12Z 2014-08-13T17:00:12Z gefunden feminismus fun popkultur

Hello ladies, how are you feeling today?
Are you feeling unloved, unwanted and miserable?
Is this because no-one loves you?
If this is so, it’s because you do not have our new improved product.
For if you’d have our product, everyone would love you.
Are you tired of being the dull drab, uninteresting self that you are?
Would you like to be transformed into the new exciting,
mystical alluring essence of your being?
If so you had better buy our product.
You’d be amazed at what our product can do for you!

http://www.theaceofcups.com/

Hallo, meine Damen! Wie geht es Ihnen heute?
Fühlen Sie sich ungeliebt, ungewollt und miserabel?
Vielleicht, weil niemand Sie liebt?
Sollte das der Fall sein, liegt das daran, daß Sie unser neues, verbessertes Produkt nicht besitzen.
Denn wenn Sie unser Produkt besäßen, würde jedermann Sie lieben.
Sind Sie es müde, Ihr Dasein weiterhin als langweiliges, graues Mäuschen zu fristen?
Würden Sie gerne verwandelt werden, in Ihr neues aufregendes, geheimnisvolles, verführerisches – und eigentliches Selbst?
Falls ja, sollten Sie besser unser Produkt kaufen.
Sie wären überrascht, was unser Produkt alles für Sie tun kann!

„Wir sind doch schon so viel weiter mit unserer Sicht auf Frauen(TM)“ my ass…

]]>
dodo <![CDATA[Stereotype von innen aufbrechen]]> http://maedchenblog.blogsport.de/?p=1559 2014-07-10T21:07:46Z 2014-07-10T21:07:46Z allgemein popkultur rassismus

Es gibt viele Schauspieler_innen, die sich über Stereotype beschweren. Offensichtlich bin ich ein „ethnischer Typ“. Ein Teil meiner Verantwortung als Schauspieler ist es, diejenigen zu vermenschlichen, die für eine stereotype „Asiatenrolle“ gecastet wurden. Ich denke, es gibt viele asiatische Schauspieler_innen, die sagen „Ich spiele keine Kellner_innen“ oder „Ich spiele keine Dienstbot_innen“; das ist erstmal dumm. Zweitens ist es respektlos gegenüber unseren Vorfahren, von denen so manche als Hausbedienstete und Kellner_innen arbeiteten.

Mein Großvater war Bauer. Als mein Vater im 2. Weltkrieg aus dem Internierungslager kam, arbeitete er als Tellerwäscher in einem Restaurant in Cinatown. Zu sagen, ich schäme mich dafür, ist zu sagen, ich schäme mich für das, was ich bin. Mein Vater und meine Großeltern brachten große Opfer, um mir diese Welt zu ermöglichen, in der ich heute lebe. Sicher gibt es stereotype Darstellungen, aber ich habe die Einstellung, diese Rollen zu spielen und zu vermenschlichen, die Drehbuchautor_innen dazu zu bringen, diese Figuren auszubauen, damit sie nicht die lächerlichen Einfaltspinsel sind, als die sie so oft dargestellt werden. Diese sogenannten stereotypen Rollen sind die Rollen, die großes Potential für Dramatik haben.

- George Takei in einem Starlog Interview im August 1986

Via Trekkie Feminist

(Übersetzung von mir)

]]>
dodo <![CDATA[Kommissarinnen]]> http://maedchenblog.blogsport.de/2014/07/09/kommissarinnen/ 2014-07-09T18:33:34Z 2014-07-09T18:33:34Z kurz und knapp Bei einer SpOn-Fotostrecke drübergestolpert:

Zahl der Kommissarinnen, die bisher in deutschen Krimis tätig wurden: 121

- Zahl der leitenden Kommissarinnen deutscher Mordkommissionen im wirklichen Leben im Jahr 2005: 0

]]>
Anja <![CDATA[Esst was ihr wollt!]]> http://maedchenblog.blogsport.de/?p=1557 2014-07-01T05:28:32Z 2014-07-01T05:28:32Z allgemein körper theorie Bei Antispe Dresden erschienen.

Unterstützung statt Zwang und Ausgrenzung bei Essproblemen

Über die Zusammenhänge von „Essstörungen“, sexistischen Verhältnissen, Pathologisierung, Veganismus und die Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen in und außerhalb der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung
Von M., 12.6.14

Essen ist wichtig für alle von uns. Besorgung, Auswahl, Zubereitung, Verzehren und Verdauung von Nahrungsmitteln sind ein Dauerthema in unserem Leben. Essen beschäftigt uns tagtäglich und lebenslang. Es ist nicht nur überlebenswichtig, sondern erfüllt verschiedenste Funktionen in unserem Alltag. Essen kann Sättigung und das Stillen von körperlichen und seelischen Bedürfnissen bedeuten. Es hat in allen Kulturen eine soziale Bedeutung und bietet vielfältigste Gelegenheiten für Zusammenkünfte. Es kann befriedigend, tröstend, erfüllend sein.

Essen kann aber auch Belastung, Stress, Angst, Ekel und Druck mit sich bringen und mit unersättlichem Hunger, nicht zu stillendem Verlangen oder zwanghafter Beschäftigung einhergehen.Es gibt unzählige Probleme im Bereich Essen und Ernährung. Politische, moralische und ökologische sowie gelegentlich gesundheitliche Fragestellungen dazu werden hin und wieder in der Tierrechts-, Tierbefreiungsbewegung thematisiert. Andere hingegen, wie schwierige Beziehungen zum Essen, bisher nicht.

Die Probleme und Schwierigkeiten in der Beziehung zum Essen und damit zusammenhängend zum Körper, die einigen Menschen gemacht werden, werden folgend als politisch thematisiert.

Die Position, aus der die Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt, geschieht aus einer feministischen, wissenschafts- und psychiatriekritischen Betroffenenperspektivei heraus. Die in der Literatur zum Thema übliche Expert*innenperspektive wird abgelehnt und spielt im Text nur eine Rolle, wenn damit einhergehende grundlegende Annahmen und Methoden kritisiert werden. Ausgangspunkt ist die Kritik an Pathologisierung und Psychiatrisierung von Menschen, deren Wahrnehmung und Verhaltensweisen, die auch sogenannte Essstörungen und psychiatrische Diagnosen generell einbezieht. Damit soll der bevormundende Blick auf und der Umgang mit Menschen, die besondere Körperbeziehungen und Beziehungen zum Essen bis hin zu großen Essproblemen haben, vermieden werden. Es soll eine Gegenposition zu den üblichen verbreiteten Ansichten und Abhandlungen über „Essstörungen“ entstehen, die betreffende Menschen als passive Leidende darstellen, die durch ihre „Krankheit“ nicht in der Lage seien, ihre Situation „richtig“ einzuschätzen und daher unfähig seien, selbst Ursachen und Auswege dafür zu finden. Im Mittelpunkt steht die Erfahrungswelt, die Lebensrealität und die Unterstützung Betroffener. Sie stellen hier die kompetenteste Instanz zu den Einordnungen und Bewertungen sowie der Konsequenzen ihres Zustandes, ihrer Wahrnehmung und Verhaltensweisen dar.

Gesellschaftliche Hintergründe und die theoretische Grundlage der Herangehensweise ans Thema werden zuerst erläutert. Anschließend wird dargestellt, weshalb die Thematisierung von Problemen mit Essen im Allgemeinen und mit Veganismus im Besonderen in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung wichtig ist, bevor radikale Konzepte des Umgangs mit Betroffenen thematisiert werden. Da die Länge des Textes begrenzt, das behandelte Thema jedoch hochkomplex ist, sind viele Aspekte nur angerissen und fallen entsprechend kurz aus. Einige Themen im Zusammenhang mit Essproblemen, wie Therapien und andere Möglichkeiten, mit den Essproblemen umgehen oder sie bewältigen zu können, sind nicht Bestandteil des Textes. Er ist an Freund*innen, Angehörige und Unterstützer*innen gerichtet und enthält keine Anleitungen oder Ratschläge zur Bewältigung der Essprobleme für Betroffene, sondern soll die Verschärfung der Probleme durch die Verhältnisse und Mitmenschen verhindern helfen. Literatur, die nützliche Hilfestellungen für einen erträglicheren Umgang mit Essen und sich selbst enthält, ist unten aufgeführt.

Hier geht es weiter

]]>